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Disney Review: Schneewittchen, die dusselige Kuh!

Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Parodie / P12 / Gen
24.07.2012
11.05.2014
12
11.932
6
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
24.07.2012 755
 
" Es war einmal eine liebliche kleine Prinzessin - Schneewittchen genannt. "

So und nicht anders beginnt die Talfahrt durchs Elend.
Eine tragische Geschichte tut sich vor uns auf, eine Liebesgeschichte natürlich, in der gekämpft wird mit Leidenschaft, mit Stolz und mit dem Mut der Verzweiflung.
Eine grausame Feindin, skrupellos und finster, sieben treue Freunde auf dem Weg zur Rettung.. und natürlich der Prinz auf seinem weißen Ross.

Hier haben wir alle Zutaten eines der wohl schönsten Disney Märchen aller Zeiten -
Wenn da nicht die retardierte, beknackte Hauptprotagonistin aus der Hölle wäre:

Schneewittchen, die blöde Kuh!


Doch fangen wir vorne an.
Am Anfang war der Erzähler, nämlich der Typ, der auch den Fürsprecher bei Little Britain gemacht hat - abgesehen davon ist er völlig uninteressant und was er zu sagen hat, geht uns mal gepflegt am Arsch vorbei.
Plotmäßig weist er uns darauf hin, das unser Schneewittchen ne böse Stiefmutter hat.
Die Stiefmutter ist ziemlich fies, ziemlich gemein und macht im großen und ganzen  nen ziemlich schäbigen Eindruck - hält sich aber für ne ganz große Nummer.
Muss ziemlich weit hinten auf der Weltkarte liegen, dieses Königreich. Aber gut.


Nach dem gammeligen Buch ist das erste, was wir sehen, eine baufällige alte Burg.
In einem der Räume (vermutlich innerhalb der Ruine) steht die stiefmütterliche Königin, die schwer beschäftigt ist.
Sie versucht, aus nem alten Spiegel einen Geist zu beschwören und siehe da! Es gelingt der Vettel.
Wir wollen also gar nicht wissen, was die Gute eingeworfen hat.

Mit ihm treibt sie ihr tägliches "Spieglein, Spieglein an der Wand, gibt's für dich im Baumarkt Pfand? " Spiel, bei dem der Spiegel das schönste Wesen im Königreich ermitteln soll. Das war bis vor kurzem noch die schäbige Königin, was uns dazu veranlasst, am Geschmack des Spiegels zu zweifeln... Allerdings scheint er auch schon ziemlich lange da zu hängen. Armes Ding. Zunächst ist sich das Antikteil auch sicher, das die vergammelte Königin das schönste Ding im Lande sei, doch keine 5 Sekunden später fällt ihm ganz spontan ein:
" Doch halt.. was sehe ich für ein schönes Gesicht?
Lumpen verbergen die Anmut nicht.
Dies Mädchen ist tausendmal schöner als Ihr. "
Der Spiegel muss in Reimen sprechen, da ihm sonst die Zulassung entzogen wird. Die Schimmelkönigin indes wird ziemlich grantig und droht sogar, ihre gute Kinderstube zu vergessen.
Natürlich will sie sofort wissen, welche kleine Schlampe ihr den Titel entzogen hat, und der Spiegel beschreibt sogleich jene unsägliche Kreatur:

" Ihre Haut ist so weiß wie Schnee..
Ihre Lippen sind so rot wie Blut...
Und ihr Haar ist so schwarz wie deine Seele, Dumpfbacke. "
" Eigentlich hatte ich nach dem Namen gefragt.. "
" Es handelt sich um eine junge Frau ganz in der Nähe, Königin. "
" Äh... "
" Schnee... "
" Äääh.. "
" Schneeeewiii... "
" Äh... "
" SCHNEEWITTCHEN! "
" Ach ja!
...
.....
.......
Wer? "


Gut, wenig später treffen wir bildlich gesprochen auch schon auf unser namensgebendes Schneewittchen. Die hockt da auf einer Treppe, glücklich mit der Welt und innerlich völlig ausgeglichen durch ihre anmutige Tätigkeit (sie putzt).
Dabei singt sie ein fröhliches Lied und spricht mit den zufällig anwesenden Vögeln, die ihr auf jede Anmerkung auch nonverbal Antwort geben. Wir fragen uns, was die Hauptprotagonistin eingeworfen hat und beneiden sie für ihre schicken Holzpantoffeln.

Doch Schneewittchens fröhliche Dummbeuteligkeit hat natürlich einen Grund-
Ein schöner Prinz hat der Guten den Kopf verdreht!  Hurraaaa!  

Sie erzählt (oder ersingt) den Vögeln gerade, dass der Weihnachtsmann in einem nahen Brunnen hause und von dort Wünsche erfülle.
Wir erwarten nun natürlich eine Demonstration!

Und da!
Schneewittchen wünscht sich, ihr Liebster möge erscheinen und ewige Liebe ihr schwören.
Kaum hat sie das in den Brunnen gesungen, erscheint auch schon wie aus dem Nichts ein junger Prinz, natürlich in Vollausstattung aus dem Businesspaket:
FederHut, Umhang, Stiefel, weißer Gaul.
Dann lacht sie noch eine Weile in den Brunnen, um ihre Blähungen zu überspielen, während der dämliche Prinz, anstatt das Tor zu benutzen, über den Zaun klettert wie so'n Penner.


Er singt mit Schneewittchen und weil er ein wohlerzogener Prinz ist, nimmt er auch den Hut ab und wünscht ihr einen guten Tag. Schneewittchens Wunsch ist also in Erfüllung gegangen, ihr Liebster ist tatsächlich erschienen! Jaaaa!
Doch anstatt mal so etwas wie Dankbarkeit zu zeigen, haut die Bekloppte ab.  Toll. Dabei will er ihr doch nur ein Ständchen bringen.....

Und er fühlt sich wirklich genötigt, zu singen.
Ganz wunderbar, sie hat ihn zum singen gebracht und dafür hassen wir sie noch mehr!
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