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Damon & Bonnie - Verwirrende Gefühle

GeschichteMystery, Liebesgeschichte / P12
Bonnie McCollough Damon Salvatore
24.07.2012
21.06.2013
7
9.934
 
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24.07.2012 2.014
 
An diesem Morgen erhob sich Damon besonders genervt aus seinem Bett. Er fühlte sich niedergeschlagen und irgendwie schien jeder ihn zu ignorieren und anklagend anzusehen. Elena schien ihn in letzter Zeit wie eine Art Monster zu sehen, sie ging ihm aus dem Weg und warf ihm nicht einmal mehr den Blick zu, der sagte: »Wehe, du sprichst mich in irgendeiner Weise an, dann knallt’s!«
Auch Stefano wechselte kein Wort mehr mit seinem älteren Bruder. Er sah ihn nur mit diesem Blick an, der sagte: »Bleib bloß weg von meinen Freunden, oder es setzt was.«
Damon hatte keine Angst vor seinem Bruder. Er war schwach seit er wieder tierisches Blut trank. Doch irgendetwas sagte ihm, dass er vorsichtig sein musste. Und das war echt zum kotzen, sagte er sich selbst.
Mit Matt und Meredith hatte er sowieso nicht viel zu tun, doch Meredith schien es nun wirklich darauf abgesehen zu haben, ihn zu töten. Besonders, seit er wieder ein Vampir war. Also ging er ihr aus dem Weg. Matt war ihm egal… Nun ja, er war ihm fast egal.
Bonnie schien diesen Sterblichen in letzter Zeit sehr oft anzusehen. Sie war viel zu oft in seiner Nähe, als dass sie nur Freunde sein könnten. Und das nagte aus einem seltsamen Grund an Damon.
Und dann war da noch dieses Mädchen, das er am liebsten erwürgen würde. Sie war nerviger als alle Mädchen, die er je getroffen hatte. Sie grinste immer, sie redete wie ein Wasserfall von Dingen, die keinen interessierten und sie wollte Damon so nah sein, dass sie sich schon fast auf seinen Schoß setzen konnte. Und zu allem Überfluss war sie auch noch ein einigermaßen mächtiger Vampir.
Damon schmiss dieses Mädchen, dessen Name er immer vergaß, aus seinem Kopf und begann, sich zu duschen und umzuziehen. Heute würde er jagen gehen, doch er wollte nicht hinausgehen. Erstens, weil dieses Mädchen ihn finden würde und außerdem hatte er niemanden, mit dem er sich hätte unterhalten können. Sogar Bonnie war kaum noch ansprechbar. Sie schien vor ihm wegzulaufen und das tat ihm so sehr weh, wie Elenas Abwesenheit ihm gegenüber. Er entschloss sich doch jagen zu gehen und er stellte erfreut fest, dass das Vampirmädchen nicht auffindbar war.
Er jagte einige Teenagemädchen, die schmeckten ihm in letzter Zeit am besten, und ließ sie diese Ereignisse vergessen. Nachdem er gesättigt war, fand er sich vor Bonnies Haus wieder. Er saß auf dem Baum vor ihrem Fenster, wagte aber keinen Blick in ihren Raum. Damon wusste, dass sie da war. Er fühlte ihre Anwesenheit. Und als sie gerade ihr Fenster öffnen wollte, verwandelte er sich in eine Krähe. Sie stoppte mitten in der Bewegung und sah ihn an. Dann riss sie, in ihrem rosafarbenen Schlafanzug, das Fenster auf und sie wusste, dass jede normale Krähe sofort weggeflogen wäre, doch Damon war keine. Sie sah ihm nun direkt in die Augen und flüsterte: »Damon?«
Sofort hob Damon ab und verschwand im Himmel. Er hörte sie noch »Damon!« rufen, doch zu diesem Augenblick, war er schon außer Reich- und Sichtweite.

Bonnie sah der Krähe nach. Ihre Rufe brachten nichts, doch sie wusste, dass es Damon war. Sie ließ ihr Fenster weit geöffnet und verschwand wieder unter ihrer Bettdecke. Sie hatte sich in letzter Zeit nicht mehr in seine Nähe getraut und hielt sich daher öfter bei ihren anderen Freunden auf. Doch es schien Damon nicht wirklich zu interessieren, dass sie sich von ihm entfernte und das verletzte sie, irgendwo tief in ihrer Brust. Sie wusste, dass dieser Schmerz der Grund war, aus dem sie mehr Zeit mit Matt verbrachte, doch die Rückkehr von Damon machte sie nervös. Er war tot gewesen… Ja, auch Elena war tot gewesen und mit ihr war sie noch sehr gut befreundet, aber irgendwie war es mit Damon etwas anders. Bonnie hatte Gesichter von ihm gesehen, die niemand sonst je gesehen hatte. Sie glaubte sogar, dass selbst Stefano, sein eigener Bruder, ihn nie so reden gehört hatte, mit einer aus Angst erstickten Stimme und er schien sich auch noch nie bei jemandem so entschuldigt zu haben, wie bei ihr. Er hatte sie mit diesem Blick angesehen, der sie noch immer zum Schmelzen brachte und sie wusste, dass sie etwas für ihn empfand. Sie empfand so viel für ihn und sie konnte diese Gefühle nirgendwo einordnen. Er hatte sie schon geküsst. Sie hatte ihn auch schon geküsst. Auch wenn sie in diesem Moment nicht sie selbst gewesen war, sie hatte ihn küssen wollen. Sie hatte ihn schon immer küssen wollen. Und sie liebte das Gefühl von seinen Lippen auf ihren…
Sie schloss schnell die Augen und blendete alles aus. Sie hatten Ferien. Bonnie musste nicht mehr den ganzen Tag in diesem College herumhängen. Sie konnte endlich ihre Freunde wiedersehen! Und in diesem Moment fiel ihr wieder ein, dass sie aufgestanden war, um sich mit ihren Freunden zu treffen. Damon brachte eben alles durcheinander!
Schnell begann sie sich umzuziehen. Sie putzte sich die Zähne und schob ihren Pony mit einem Haarreifen zurück. Das machte sie so gut wie nie, doch Mary hatte kürzlich ihre Sachen hier vergessen und dieser Reifen passte sehr gut zu ihrem Outfit.
Sie lief aus der Tür und machte sich schnell auf den Weg in den Park. Sie musste feststellen, dass sie die letzte war. Matt war der erste, der sie bemerkte und sie zu sich heranwinkte. Bonnie musste grinsen und lief auf die Gruppe von Jugendlichen zu. Meredith war die erste, die die Arme um das kleine Mädchen schlang. Danach war Elena dran und Bonnie wurde etwas rot, als sie Matt umarmte. Sie hätte nicht damit gerechnet, doch auch Stefano drückte das zierliche Mädchen an sich.
Bonnie hörte zu, wie sich ihre Freunde über die Colleges unterhielten und dabei schweifte ihr Blick etwas ab. Sie hatte nicht vor, in den Ferien über die Schule zu reden. Doch, als sie in einen Baum blickte, blieben ihre Augen an dieser Stelle hängen. An dieser Person, eher gesagt. An diesem Vampir. Sie schluckte einmal leise.

Damon war nicht gekommen, um seinen Bruder und seine kleinen Freunde auszuspionieren. Das wollte er nie, das war nie seine Absicht gewesen. Es war ein blöder Zufall. Er saß in einem Baum, wieder in seiner menschlichen Form und musste wohl oder übel ihren langweiligen Gesprächen über die Schule lauschen. Er fragte sich gerade, wo sein kleines Vögelchen war, als es den Weg entlang zu seinen Freunden lief. Er ließ sie nicht aus den Augen. Und einige Sekunden später, nach dem sie alle ihre Freunde in die Arme geschlossen hatte, sah Bonnie zu ihm. Als hätte sie gewusst, dass Damon dort saß. Doch natürlich konnte sie das nicht wissen.
Bonnies Augen waren groß und sie war für einige Sekunden wirklich verwirrt, doch dann tat sie etwas, was ihn verwirrte. Sie lächelte. Es war ein fröhliches Lächeln und in diesem Moment fiel Damon auf, dass sie heute irgendwie anders aussah. Ja, es lag an dem Haarreifen, das genau zu ihrem hellgrünen Oberteil passte. Er sah sie immer noch an, doch sie wurde langsam rot und wandte sich ab. Er seufzte und gerade, als er wieder verschwinden wollte, landete eine Veilchenschwalbe genau neben ihm. Genervt sah er den Vogel an und hoffte, er würde bald verschwinden. Doch natürlich wollte er – wollte sie das nicht. Der Vogel zwitscherte und erwartete, dass Damon etwas verstand, doch natürlich verstand er gar nichts. Dann sandte sie ihm: Ach komm schon, Damon. Tu nicht so, als wäre ich ein normaler Vogel! Das weißt du doch besser!
Damon fiel auf, dass ihre Federn rot waren, was bedeutete, dass sie wohl auch gerade Blut getrunken hatte. Oder sie hatte einfach nur aus Langeweile gemordet… Obwohl sie Elena versprochen hatte, das nicht zu tun.
Als Damon ihr nicht antwortete, verwandelte der Vogel sich in ein Mädchen mit schwarzen Haaren, die ihr gerade ans Kinn reichten. Ihre Augen waren von einem leuchtenden rot, doch Damon wusste, dass diese sich genau wie ihre Federn ins Grüne färben würden, wenn sie nur weniger tötete.
»Ich vermeide die menschliche Form in letzter Zeit«, sagte sie und Damon konnte sich fast wieder an ihren Namen erinnern. Irgendwas mit einem M…
Gelangweilt zuckte er mit den Schultern. »Ich frage mich nur wieso«, antwortete er in einem sarkastischen Ton.
Das Mädchen piekte ihn in die Seite. »Sei doch nicht so! Du kannst mit Maggi über alles reden!«
»Hör mal«, sagte er und endlich fiel ihm wieder ihr Name ein. »Habe ich dir schon einmal gesagt, dass du unglaublich nervst, Megan?«
Sie sah ihn mit schiefgelegtem Kopf an und nickte dann langsam. »Das sagen mir viele..« Sie bewegte sich so plötzlich, dass sie selbst nicht merkte, dass sie beine aus dem Baum gefallen wäre, wären da nicht Damons Arme, die sie auffingen.
»Uh«, machte sie und sah ihn an. »Danke…«
Er seufzte und antwortete: »Glaub ja nicht, ich hätte das getan, weil mir etwas an dir liegt, du hättest nur verraten, wo ich war.« Er sah kurz zu Elena, dann zu Bonnie und dann wieder zu Megan.
Megan schnaufte. »Das weiß ich! Das musst du mir nicht sagen!« Sie befreite sich aus seinen Armen und setzte sich hin, wie er zuvor. Zurückgelehnt und die Arme verschränkt. Sie war ein seltsames Wesen, das ihre Gefühle und ihr Benehmen in wenigen Sekunden komplett verändern konnte. Der Grund war vielleicht, weil ihr Tod genauso seltsam und untypisch war. Damon erinnerte sich, dass sie ihm mal erzählt habe, sie wäre von einem sehr starken, aber dummen Vampir missbraucht worden. Er hatte sie vergewaltigt und sie dann mit Blut gefüttert, es war eher eine Blut-sex-Orgie… Zu zweit. Doch dann hat er nur die Erinnerung daran gelöscht, dass er ein Vampir war. Das mit der Vergewaltigung war noch in ihrem Kopf. Und das hatte sie damals so fertig gemacht, dass sie sich von einer Klippe stürzte. Sie war tot, so wie sie auf dem Boden aufprallte.
Damon sah Megan an und seufzte dann. »Ich muss wieder los.« Er verwandelte sich in eine Krähe.
Megan nickte. »Von mir aus…« Und gib endlich zu, dass Bonnie mit diesem Haarband echt süß aussieht!
Er verdrehte die Augen. Mach dich nicht lächerlich, sandte er ihr. Das ist ein Haarreifen. Und im nächsten Augenblick war er wieder verschwunden.

Bonnie war mitten in einem hitzigen Gespräch mit Matt, als sie feststellte, dass eine riesige Krähe gerade aus dem Baum flog, in dem Damon gerade noch saß. Sie sah der Krähe nach, dann wieder zum Baum und erkannte darin… »Megan!«, rief sie laut und erschreckte Matt damit.
Alle sahen zu dem Baum und Megan sprang sogleich leichtfüßig auf den Boden. »Na was läuft?«, fragte sie und leckte über ihre Lippen.
Elena war die erste, die ihr antwortete. »Deine Augen. Hab ich dir nicht gesagt, du solltest aufhören, zu töten?«
Megan machte ein unschuldiges Gesicht und zuckte mit den Schultern. »Ich weiß gar nicht, was du meinst, Prinzessin!« In ihrem Gesicht sah man nun ein Lächeln.
Matt mochte sie noch nie besonders gern, aber er seufzte und drehte sich einmal im Kreis. »Lass sie doch machen, El-«
Aber Elena wollte sie nicht machen lassen. Das war ja klar. Megan mordete schließlich in ihrer Stadt, die seltsam schnell aufgebaut wurde, nach all den Geschehnissen mit Shinichi und Misao. »Nein, ich will nicht, dass du weiter in meiner Stadt mordest!«
»Und was ist mit Damon?«
Damit hatte Megan eine wunde Stelle getroffen. Elena war in letzter Zeit sehr schlecht auf Damon zu sprechen, schlechter, als je zuvor. Sie schien ihn wirklich aus tiefster Seele zu hassen. Und Bonnie konnte nicht anders, als sich daran zu erfreuen. Wieso, war ihr selbst nicht klar.
Elena wandte sich ab und ging, ohne ein weiteres Wort zu sagen. Stefano warf Megan noch einen vernichtenden Blick zu, dann folgte er Elena. Auch Bonnie, Matt und Meredith gingen den beiden nach, doch Bonnie war sehr verwirrt. Was waren das für Gefühle? Sie schien wirklich etwas für Damon zu empfinden. Wenn sie schon wollte, dass Elena sich ganz von ihm entfernte. Sie sah noch einmal in den Himmel und hoffte, dass sie ihn dort irgendwo sehen würde. Sie konnte aber nicht wissen, dass Damon sie immer noch beobachtete…
 
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