Montagmorgen

von Loboscha
KurzgeschichteSuspense / P12
Agent Smith Trinity
24.07.2012
24.07.2012
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24.07.2012 2.646
 
Früh am Morgen loggte sich das Team um Morpheus in die Matrix ein. Es war ein Kampfeinsatz, der hässlich werden könnte. Es ging darum, einen neuen Widerstandskämpfer zu rekrutieren. Ein Mann mit dem Decknamen ‚Descartes‘. Kein Hacker, kein Aufrührer, einer der unbequeme Fragen stellte und daher Morpheus Interesse geweckt hatte. Er wurde ein paar Monate beobachtet, bis der Antrag auf Befreiung gestellt und dem stattgegeben wurde.

Bevor es losging versammelte Morpheus sein kleines Team, um die Taktik bekannt zu geben: „Guten Morgen zusammen! Unser Auftrag heute sieht simpel aus: wir gehen rein, treffen die Zielperson und schmuggeln sie raus. Wenn alles glatt geht, sind wir in weniger als einer Stunde wieder zuhause.“

Hämisches Gelächter. Trinity musste unwillkürlich grinsen. Morpheus Optimismus war manchmal unschlagbar.

„Wenn ich euch richtig verstehe, wird es nicht simpel werden und ihr habt Recht. Etwas geht vor in der Matrix, etwas Ungewöhnliches; und so lange wir noch nicht dahinter gestiegen sind, ist äußerste Vorsicht geboten. Daher gehen wir heute so vor: ich treffe mich mit Descartes hier in diesem Café“

Er deutete auf eine Projektion, die so etwas wie ein Satellitenbild darstellte. Cypher und Switch sind bei mir in der Nähe. Hier – und hier“

Auf der Projektion erschienen rote Leuchtpunkte. Morpheus machte eine rhetorische Pause und sah zu Trinity.

„Meine liebe Trinity; für dich habe ich die Dreckarbeit vorgesehen – weil du darin wirklich gut bist. Nimm das als Kompliment. Du wartest hier auf dem Gebäude. Wenn es brenzlig wird – und es wird brenzlig werden – startest du dein Ablenkungsmanöver. Viel Glück“

Beim Aufbruch drückte er ihr kurz die Schulter. Trinity seufzte innerlich.  Es war ihr unangenehm, dass Morpheus öffentlich so große Stücke auf sie hielt. Nicht dass es unberechtigt wäre. Sie war wirklich gut. Sie hatte die meisten Abschüsse und sie war es, die den Agenten entkam. Sie hatte keine Angst, sich diesen Programmen in den Weg zu stellen, auch wenn es jedes Mal eine neue tödliche Herausforderung war.

Die Vier machten es sich auf den Liegen bequem, so gut es dort ging. Dann kam der plötzliche, eklige, kurze elektrische Schmerz, als der Stecker ins Nervensystem eingestöpselt wurde.

Einen Wimperschlag später standen sie in ihren Matrix-Egos in einem heruntergekommenen Appartement. Trinity hatte nicht mehr den schäbigen Strickpulli an, der seine besten Zeit vor etwa 20 Jahren hatte, sondern trug schwarze Kampfhosen, schwarzes Top und darüber einen Latexmantel. Ihre Haare waren nicht mehr fettig und strähnig, sondern perfekt frisiert. Die Krönung war eine rahmenlose Designer-Sonnenbrille auf ihrer Nase. Auf dem Schreibtisch schrillte ein analoges Telefon. Es ging los.

-

Trinity rannte. Sie hatte fünf Minuten Zeit, um ihren Posten auf dem Bürogebäude zu erreichen. Als sie die Feuerleiter hoch genug gestiegen war, konnte sie Morpheus auf dem Bürgersteig ausmachen, als er das italienische Restaurant anstrebte, welches der Treffpunkt mit Descartes war. Morpheus Vorliebe für solch öffentliche Treffpunkte wird irgendwann sein Untergang sein, dachte sie auf den letzten Höhenmetern.

Auf dem Dach bezog sie nahe der Brüstung ihre Position. Sie hatte von dort aus die Kreuzung vor dem Café relativ gut im Blick – sie erkannte sogar Cypher, der an einem Zeitschriftenladen stand. Es schien ein ganz normaler Montagmorgen in der Matrix zu sein. Aber darauf konnte sie sich nicht verlassen – das wusste sie aus neun Jahren Erfahrung. Das einzige was zählte, war die Anweisung des Operators. Sein Anruf war ihr Stichwort.

Noch war es ruhig und sie liebte diese Augenblicke, diese Ruhe vor dem Sturm.

Die Sonne schien warm vom simulierten Himmel und Trinity fragte sich, ob die echte Sonne auch so hell und so warm war. Sie bemerkte ihre wachsende Anspannung, dieses kribbelnde Gefühl, das sich entlang ihrer Wirbelsäule in ihrem Nervensystem ausbreitete. Dies könnte ein echtes Gefühl sein, kam es ihr in den Sinn – und noch etwas anderes: sie hatte einmal gehört, dass in einem anderen – weit entfernten - Teil der Matrix ein Kunstwerk steht, das einen Menschen vor einem wichtigen Kampf zeigt. Einen ruhigen und hoch konzentrierten Kämpfer.

Was würde sie dafür geben, dieses Werk auch einmal zu sehen.

Trinity beugte sich etwas über die Brüstung und scannte die Umgebung.

*Click*

‚Verdammt!‘ Trinity kannte dieses Geräusch. Die Sache ging los, bevor es richtig angefangen hatte. Die Frage war nur noch, welche Pest ihr am Allerwertesten klebte.

„Ein wunderschöner Morgen, nicht wahr, Miss Edwards?“ schnarrte es hinter ihr. Damit war Trinitys Frage beantwortet. Ausgerechnet.  Sie erkannte die Stimme und die vertraute Verärgerung darin.

Smith.

Langsam drehte sie sich um; erst mal sollte ihr nichts passieren, denn wenn er wollte, wäre sie längst tot.

„Sie sind zu früh“ stellte sie fest.

Smith hob eine Augenbraue. „Sind wir etwa verabredet?“

„Indirekt, Smith. Das wissen Sie und ich. Den Sarkasmus können Sie sich sparen“ In gewisser Weise war Trin ein Morgenmuffel.

Unbeeindruckt zielte Smith weiterhin zwischen ihre Augen. Nach neun Jahren hatte er auch genügend Erfahrung gesammelt um zu wissen, dass sich auch so eine  überlegene Situation schnell zu seinem Nachteil wenden konnte.

Es dauerte zu lange, bis Smith mit einem für ein Computerprogramm zu offensichtlichen Hochgefühl antwortete: „Auf diese Entfernung könnte ich Sie mit einem Zucken meines Zeigefingers töten – Sie sind zu nah zum Ausweichen und zu weit weg, um mir die Waffe aus der Hand zu treten“

Genervt presste Trinity die Lippen zusammen – sie hatte keine Lust auf Spielchen – und blieb vorsichtig. Außerdem könnte jeden Augenblick der Anruf des Operators kommen; ihr blieb also nicht viel Zeit, das Problem ‚Smith‘ loszuwerden. Sie hasste Montagmorgen.

Smith verzog sein Gesicht zu einem sardonischen Lächeln und steckte dann zu Trinitys großer Verwunderung die Desert Eagle zurück ins Holster.

„Aber heute werde ich es nicht tun“

‚OK, ‘ dachte Trinity, ‚dein eigenes Pech‘ und mit einer leichten Drehung katapultierte sie sich in die Luft, verlagerte im Flug ihr Gewicht und trifft mit dem linken Fuß und voller Wucht seine Brust. der Agent taumelt nach hinten und geht halb in die Knie. Wütend ballte er seine Faust, bevor er blitzschnell Trinitys zweiten Schlag mit dem linken Arm abwehrt und gleichzeitig ihr mit der Rechten einen Fausthieb in die Magengrube verpasst. Trin bleibt für einen kurzen Moment die virtuelle Luft aus, kann aber noch in letzter Sekunde Smith mit einer geschickten Körperdrehung von den Beinen holen.

So ging es eine Weile hin und her, bis Agent Smith scheinbar die Lust an dem Kampf verliert, ihr kurzer Hand mit der einen den Arm auf den Rücken dreht und mit der andern seine Waffe aus dem Holster befreit und ihr den Lauf schmerzhaft in den Nacken drückt.

„Ich hatte mit ihrem Verhalten gerechnet und sage es noch mal ausdrücklich: Heute werde ich Sie nicht töten. Unterlassen Sie es also in aller Bitte, mich weiter zu verärgern!“ zischte er dicht hinter ihr zwischen zusammengepressten Zähnen hervor.

„…“

Trin war sprachlos. Dieses Agentenprogramm hatte anscheinend eine schwere Fehlfunktion, aber im Moment war sie nicht wirklich in guter Lage. Sie überlegte. Wie lange ‚kannten‘ sie sich schon? Acht Jahre, neun Jahre? Jedenfalls lange genug um zu wissen, dass Agent Smith sie niemals verschont hätte, wäre sie so wie jetzt in seiner Gewalt gewesen. Klar, mit den Jahren haben beide Gegner an gegenseitigem Respekt gewonnen; was haben sie sich für ‚Nettigkeiten‘ ausgetauscht…

Vor vier Jahren hatte sie ihn in eine Sprengfalle laufen lassen; es gab einen herrlichen Knall, ein eingestürztes Gebäude und eine ganze Woche war Smith nirgends in der Matrix zu finden. Allerdings hatte er sich dafür gerächt, sofern Programme Rache üben können. Eine Kugel, der sie in letzter Sekunde ausweichen konnte hatte ihren Bauch gestreift. Es gab zwar viel falsches Blut,  die Wunde war zum Glück nicht bedrohlich, aber sie hinterlies eine Narbe. Und das war ungewöhnlich, da solche Blessuren normalerweise vor dem nächsten Besuch in der Matrix einfach ‚wegprogrammiert‘ wurden. Aber diese Narbe blieb, egal was die Programmierer auf Seite der Rebellen versucht hatten. Smith hatte ihr ein Souvenir verpasst.

Ein Schmerz in ihrer Schulter brachte Trinitys Gedanken wieder zum aktuellen Geschehen. Smith hatte für einen Moment die Desert Eagle weggesteckt und ihren rechten Arm mit einem Kabelbinder an einer Gürtelschlaufe auf dem Rücken fixiert. Bei der Gelegenheit entwendet er ihr das Handy.

„Mistkerl!“

„Nur damit Sie endlich mal zuhören – anscheinend mögen Sie die harte Tour“ raunte seine ruhige Stimme. „Und nun die Treppe runter.“

Agent Smith drehte Trinitys Linke ebenfalls auf den Rücken und drückte den Lauf seiner Waffe in ihre Seite. Wiederwillig setzte sie einen Fuß vor den anderen.

Als es die Treppe runterging bemerkte sie eine Bewegung im Augenwinkel. Smith hatte sein Headset entfernt. Seltsam.

„Es bleibt nicht mehr viel Zeit; Ein Plan ist gemacht worden, der diesen Planeten betrifft. Ein guter Plan, wenn Sie mich fragen sollten. Ein sehr guter Plan. Die Maschinen sind erst seit kurzer Zeit in Dienst, aber sie leisten gute Arbeit…“

Trinity hatte keine Ahnung, was er ihr erzählte und achtete darauf, dass sie nicht auf der Treppe stürzte, oder ob Smith nicht vielleicht doch noch einen dummen Fehler machte.

„…und bald wird die Sicht auf die Sonne wieder frei sein. Die Giftwerte in der Atmosphäre werden sinken und in naher Zukunft kann neues Leben entstehen…“

Trin horchte auf. „Die Sonne? Die richtige Sonne? Was meine Sie?“

Smith verdrehte hinter seiner Sonnenbrille die Augen.

„Genau das ist das große Problem der Menschheit: kurzsichtig und unfähig. Zu sehr mit sich selbst beschäftigt um die wichtigen Dinge wahrzunehmen.“

„Halten Sie mir keine Moralpredigt! Wovon reden Sie überhaupt?“

Ein paar Stufen ging es schweigend abwärts. Trinity befürchtete eine Sekunde lang hier und jetzt auf der Treppe exekutiert zu werden, dann hob die Maschine wieder an zu sprechen:

„Ich erkläre es Ihnen jetzt einmal in wenigen, einfachen Worten: Wir Maschinen haben einen Weg gefunden, diesen Planeten zu erneuern. Die Ironie liegt darin, dass wir das Biosphäre-Projekt der Menschen von vor fast 200 Jahren weiterentwickelt haben. Aber bevor die Restaurierung beginnen kann, muss dieser Krieg beendet werden. Zion wird fallen.“

Trinity bildete sich ein Kloß im Hals. Das waren furchtbare Nachrichten!

„Zion wird nicht fallen! Der Krieg wird beendet werden, aber nicht so, wie ihr Blechdosen es euch vorstellt!“ spie sie über ihre Schulter in seine Richtung.

„ts, ts ts.“ Kam nur als Antwort. Mittlerweile hatte sie den Boden erreicht und Smith öffnete eine Stahltür an der Gebäudeseite. Kurzerhand schubste er sie durch die Öffnung, so dass sie stolperte. Sie waren in einem Treppenhaus und es sollte  weiter nach unten gehen. Das war gar nicht gut.

Trinity dachte an Morpheus und die anderen. Verdammt, wieso holte sie keiner da raus? Waren die anderen in einer ähnlich misslichen Lage oder schlimmer?

„…Gab es Verhandlungen, die allerdings scheiterten. Aber ich will nicht weiter über lästige Politik reden, wenn die Würfel bereits gefallen sind - so sagt man doch in der bildhaften Sprache der Menschen?“ fuhr Smith mit seinem Monolog fort.

„Was haben Sie vor? Wenn Sie mich ins Hauptquartier bringen und foltern wollen – bitte sehr! Noch bevor ihre Gestapoleute sich um mich kümmern können zieht einer meiner Kameraden den Stecker und sie haben es nur noch mit meiner unnützen simulierten Leiche zu tun!“  fluchte Trin und erntete dafür einen weiteren Schubser, der sie auf ihr Gleichgewicht konzentrieren ließ.

„So wie es Ihre Rasse vor Jahrhunderten vermasselt hat mit uns zusammenzuarbeiten, so sind Sie jetzt auch kurz davor. Haben sie auch nur eine Sekunde lang zugehört?“ Entnervt trat Smith in dem Korridor um sie herum und sah ihr ins Gesicht. Trin funkelte ihn nur böse an und er schüttelte den Kopf, als ob sie es immer noch nicht verstanden hätte. Dann nahm er langsam die Sonnenbrille ab.

Trinity erschauderte. Eine Maschine konnte, nein, durfte nicht solche Augen haben.

„Ich bin froh, wenn es soweit sein wird. Ich habe den Krieg und die damit verbundenen Aufgaben satt. So….satt.“

Trin schluckte. Da lief etwas gewaltig falsch.

„Sie sollten sich in Ihre Zentrale begeben – ich glaube dass einige ihrer Schaltkreise Fehlfunktionen haben…“

„Machen Sie es mir nicht schwerer, als es schon ist“ mit leichtem Groll in der Stimmer war er wieder hinter sie geschritten und trieb sie an, bis sie zu einer weiteren Stahltür gelangten. Dahinter verbarg sich eine gewöhnliche Tiefgarage mit flackernden Neonröhren, Dreck und dem typischen Gestank nach menschlicher Pisse. Sie war fast leer, bis auf einen A8 – Sie überlegte kurz wieso die Schurken immer eine Vorliebe für deutsche Autos hatten, dann erinnerte sie sich daran, dass es Deutschland ja gar nicht mehr gab – zwei Klappstühlen und einem kleinen Tisch. Beim Anblick von letzterem drehte sich ihr fast der Magen um; wieso im Hauptquartier foltern, wenn es doch auch einfach hier ginge…

Unwillkürlich blieb sie stehen. Niemals würde sie sich freiwillig ans Schafott liefern.

„Geht das schon wieder los, Miss Edwards?“ tönte es ungeduldig hinter ihr.

„Sie sadistische Anwendung…“ presste Trin hervor und mit etwas unbeholfener Eleganz drehte sie sich um ihre eigene Achse, verpasste ihm einen Tritt und fiel hin. Smith fletschte frustriert seine Zähne.

„Sie stellen mich wirklich auf die Probe“ knurrte er und holte erneut seine Pistole aus dem Holster. Er beugte sich über sie, setze den Lauf auf ihre Stirn und zog sie am Mantelkragen hoch. Dann schleifte er sie die paar Meter zu der Sitzgruppe und warf sie auf einen der Stühle. Fast wäre sie ein zweites Mal im Dreck gelandet.

„Eigentlich wäre es besser, ich töte Sie doch hier an Ort und Stelle….“

Aber er besann sich eines Besseren und machte etwas anderes. Und dies tat er sehr schnell.

Er stellte einen auf Hochglanz polierten Schuh zwischen Trinitys Beine, presste seinen Unterschenkel gegen ihren Oberkörper und sie somit zur Bewegungsunfähigkeit in den Stuhl. Ihr linker Arm, der nicht mit ihrer Hose verkabelbindert war, wurde nach vorne gedreht und der Ärmel, der ihn umgab einfach an der Naht abgerissen. Dann hatte Smith plötzlich eine Spritze in der Hand und genauso plötzlich steckte sie in Trinitys Vene und beförderte eine kupfrige Flüssigkeit in ihr Blut.

Sie schrie auf.

Als er die Spritze herauszog trat an der Einstichstelle ein kleiner Tropfen Blut aus. Und dann geschah das ungeheuerlichste in diesem Alptraum:

Smith beugte sich hinunter und leckte den Tropfen ab. Es war nass. Sie konnte kurz seine Zähne fühlen und das Kitzeln der Zungenspitze. Sie schrie erneut auf befürchtete, er würde ein Stück abbeißen.

Dann war der Moment vorbei.

Mit größtem Entsetzen sah sie ihn an. Er leckte sich über die Lippen.

„Ich weiß, was sie sagen wollen und ich kenne die durchaus berechtigte menschliche Abneigung gegen Körperflüssigkeiten. Wenn ich ein Mensch wäre könnte ich mich jetzt mit zahlreichen Krankheiten infiziert haben…. Ihr Blick spricht Bände… und ich teile diese Ansicht. Körperflüssigkeiten sind abstoßend, aber dennoch so persönlich….so speziell und unverkennbar zuordbar. Etwas, was wir noch verstehen und verbessern müssen.“

Ebenso abrupt wie er sie gepackt hatte, ließ er sie jetzt los. Mit einem Satz war Trinity wieder auf den Beinen und stierte ihn fassungslos an.

„Was war das!? Sie krankes Gehirn! Sie stehen so kurz vor Löschung und Neuprogrammierung….“

Unbeeindruckt schaute Smith zurück und griff in die Innentasche seines Jacketts. Trin rechnete mit etwas anderem und war im Begriff sich zu ducken, dann sah sie, dass er nur seine Sonnenbrille wieder aufsetzte. Insgeheim zu ihrer Erleichterung – diese Augen würden sie jetzt schon verfolgen.

„Dies war eine Art Trace-Programm; ähnlich der roten Pille mit der Sie die Menschen aus ihrem vermeintlichen Gefängnis befreien.“

„…“

Trin zerrte an ihrer Fessel.

„Wie ich Ihnen schon mehrfach erklärt habe: Bald wird der Krieg vorbei sein und der Mainframe hat entschieden, den Menschen eine zweite Chance zu geben. Allerdings nur einer sehr geringen Anzahl von Menschen, denn in kleinen Populationen kann sich ihre Spezies ins Gleichgewicht der Natur einfügen. Bald werden Individuen für das Arche-Projekt ausgewählt werden.“

Jetzt dämmerte es Trinity. Diesen Moment nutze er, um sie schnell von ihrer Fessel zu befreien. Er reichte ihr das Handy zurück.

„Warum?“

„Ich halte diese Chance für Sie berechtigt und nun verschwinden Sie von hier. Zwei Blocks weiter ist ein Ausgang.“

Trinity blieb der Mund offen stehen.

„W…“

„Verschwinden Sie nun, bevor ich es mir anders überlege.“

Und Trinity lief.
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