Zerstörte Träume

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
André Harris Tori Vega
22.07.2012
22.12.2012
24
46116
4
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Hey,
wie einige bemerkt haben, hab ich meine zweite Fanfction gelöscht. Ich hatte zu wenig Ideen, leider!
Dafür hab ich jetzt beschlossen, die Story "Shattered dreams" von Djuro zu übersetzen. Natürlich habe ich den Auto vorher gefragt und er hat seine Zustimmung gegeben.
Der Link zur Story: http://www.fanfiction.net/s/8197599/2/Shattered_dreams
Ich war fasziniert von der Story! Super Idee!! Außerdem kann ich mein Englisch verbessern.
Ich hoffe, euch gefällt die Story genau so gut, wie sie mir gefallen hat!
Viel Spaß beim Lesen! :)

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                                                           Zerstörte Träume

„ Es tut mir leid, Fräulein Vega. Ich werde Ihnen die Namen unserer besten Spezialisten geben. Sie werden das Beste tun, was sie können."

Tori nahm die Akte, die ihr der Arzt gegeben hatte und ging aus seinem Büro, ohne ein Wort zu sagen. Sie wusste nicht, was sie hätte sagen können. Sie wusste nicht, was sie denken soll. Sie verstand nicht, warum das ihr passiert war. Ein bestimmtes Gespenst von Gefühlen wütete in ihr. Es ging von Zorn zu Angst und allem, was dazwischen kam. Einen Moment wollte sie sich zu Boden sinken lassen und weinen. Den anderen Moment überkam sie ein Wutanfall und sie wollte alles in einem Raum zerbrechen. Dann hatte sie einen Moment der Gelassenheit, der ihr sagte, dass alles gut werden würde.

In diesem Augenblick ging sie aus dem Krankenhaus. Sie war froh, dass sie gekommen war, dennoch wünschte sie sich zur selben Zeit, dass sie nie herausgefunden hätte, was los war. Sie hatte den Schmerz zu lang ignoriert. Zuerst war der Schmerz klein. Kaum zu bemerken. Es war mehr lästig als schmerzvoll. Dann wurde er schlimmer. Es wurde erträglich. Aber im Laufe der Zeit wurde es noch schlimmer. Es kam zu dem Punkt, an dem sie nicht mehr allein stehen konnte. Entweder musste sie sich hinsetzen oder hinlegen und warten, bis es vorbei war. Es wurde so schlimm, dass sie aus der Klasse in die Toilette rannte und dort einfach zusammenbrach, bis der Schmerz vorbei war. Sie hatte es niemandem erzählt. Sie versuchte sich selbst zu überzeugen, dass es weggehen würde. Dass es ihr besser gehen würde, wenn die Zeit es heilen würde. Dass es aufhören würde und diese Mentalität könnte sie alles kosten. Sie hätte ihr Spiel zu ignorieren und leugnen fortgeführt, wenn Trina sie nicht zu Hause, in der Toilette liegend und ihren Bauch umklammernd, gefunden hätte. Trina wollte es sofort ihren Eltern erzählen, aber Tori wollte das nicht. Sie wollte nicht, dass sie sich Sorgen machten. Sie hat sogar noch gelogen, ihr erzählt, dass sie etwas Schlechtes gegessen haben muss. Trina hat es ihr nicht abgekauft. Sie hat ihr ein Ultimatum gegeben. Geh zum Arzt, oder sie würde es ihnen erzählen. Und jetzt, nachdem Tori das Erste getan hatte, wurde das Zweite unvermeidlich.

Sie wusste nicht, wohin sie ging. Ihre Füße gingen von allein, während ihr Verstand mit jedem einzelnem Scenario, dass passieren würde, beschäftigt war. Wie würden ihre Eltern reagieren? Würden sie traurig sein? Würden sie wütend sein, dass sie so dumm war und nicht früher zum Arzt gegangen war? Würden sie böse sein, dass sie es ihnen nicht erzählt hatte? Würden sie ihr versichern, dass alles gut sei? Sie wusste es nicht. In diesem Augenblick wusste sie nichts. Sie wusste nur eine Sache. Sie war krank. Sehr krank.

„Hey, Tori!" die vertraute Stimme holte sie aus dem Durcheinander, in dem ihre Gedanken waren. Sie drehte sich um, um André auf sie zukommen zu sehen. Sie hatte nicht mal bemerkt, dass sie nah an seinem Zuhause war. Sie wusste auch nicht, wie lange sie herumgewandert war.

„Hey", sagte sie schwach, stoppte und wartete, dass er aufholte. Sie sah, dass sich sein Ausdruck änderte, als er näher kam. Er stürzte zu ihr, sein übliches helles, breites Lächeln wurde durch Sorge ersetzt.

„Was ist los?", fragte er, seine Hände auf ihre Arme platzierend.

„Nichts. Warum?", fragte Tori mit schwacher Stimme. Sie versuchte überzeugend zu sein, aber sie versagte kläglich. Sie hatte nicht die Stärke, um es zu tun. Sie konnte sich nicht darauf konzentrieren, so sehr sie es auch versuchte.

„Erzähl mir nicht, dass es nichts ist", sagte er in einem besorgten Ton.

„Warum denkst du, dass etwas nicht stimmt?", fragte sie ihn und versuchte überzeugender zu sein. Aber ihre Stimme wurde nur schwächer. Es wurde sogar schwerer für sie gerade zu denken. Er bewegte eine Hand zu ihrem Gesicht und wischte mit seinem Daumen langsam eine Träne von ihrer Wange. Sie schaute darauf. Sie hat nicht einmal bemerkt, dass sie geweint hatte. Sie merkte nicht, dass sie in diesem Augenblick weinte.

„Tori, ist irgendetwas passiert?", fragte er erneut, seine Stimme war sanft, aber mit Sorge gefüllt. Sie schüttelte schwach ihren Kopf, bevor sie anfing offen zu weinen. Er schlang seine Arme um sie und ließ sie in seine Brust schluchzen. Er erwartete, dass sie sich schnell sammelte, aber das tat sie nicht. So standen sie dort für fünfzehn weitere Minuten. Ihr Weinen hörte nicht auf. Es wurde nicht schwächer. Er könnte schwören, es wurde schlimmer, je länger es dauerte.

„Komm, ich werde dich mit zu mir nehmen", sagte er ihr, als er sich zu ihrer Seite bewegte, einen Arm um ihre Taille, der Andere hielt ihre Hand. Nach fünf Minuten waren sie bei ihm. Er ging mit ihr zu seinem Wohnzimmer und setzte sie hin. Still dankte er Gott, dass seine Großmutter jetzt einige Zeit bei seiner Tante war, sodass er das Haus für sich allein hatte. Nachdem er etwas Limonade aus der Küche geholte hatte, ging er zum Wohnzimmer, platzierte sie auf dem Tisch vor Tori und setzte sich neben sie. Sie hatte immer noch nicht aufgehört zu weinen.

„Tori, bitte, was ist passiert?", fragte er sie wieder, nahm ihre Wangen und erreichte somit, dass sie ihn ansah. Er sah ihre braunen Augen für einen Moment, bevor sie sie wieder schloss und weiter weinte. Er zog sie näher zu ihm, umarmte sie und versuchte sie zu beruhigen. Dann bemerkte er einen großen Briefumschlag auf dem Tisch.

„Was ist das?", fragte er, doch bekam keine Antwort. „Kann ich schauen, was darin ist?", fragte er erneut. Er fühlte, dass sie nickte. Er nahm den Briefumschlag und öffnete ihn. Er zog ein paar Röntgenbilder heraus und schaute schnell auf sie. Dann zog er ein Blatt Papier heraus. Er hielt es in einer Hand, den anderen Arm immer noch um seine weinende beste Freundin geschlungen. Er las alles auf dem Papier und sah sie wieder an. Sein Kiefer fiel nach unten.

„Nein", keuchte er, als er die letzten Zeilen wieder las, dann wieder und wieder. Er muss sie mindestens hundert Mal gelesen haben. Er glaubte es nicht. Er wollte es auch nicht. Es konnte nicht sein. Nicht sie. Nicht so etwas wie das. Er platzierte seine beiden Hände auf ihren Schultern, als er sie etwas weg schob, sodass sie ihm ins Gesicht sah.

„Tori, sag mir, dass das nicht wahr ist?", sagte er mit verzweifelter Stimme. „Bitte sag mir, dass das ein schlechter Witz ist!"

„Ich... Ich wünschte, ich könnte dir das sagen. Aber es ist wahr", sagte sie zwischen Schluchzern.

„Das kann nicht sein."

„Aber es ist so."

„Wie? Das kommt nicht einfach über Nacht Tori. Das kann nicht einfach passieren."

„Ist es nicht. Vertrau mir... ist...ist... ist es nicht", sagte sie, bevor sie wieder zusammenbrach. Er schlang erneut seine Arme um sie. Er fühlte, dass sich seine Brust anspannte. Er fand es schwer zu atmen. Er begann sich selbst zu ersticken. Bald rannen Tränen auch an seinen Wangen herunter. Er nahm das Papier ein weiteres Mal. Er las es wieder, hoffte, dass er es die hundert Male davor falsch gelesen hatte. Er las es ein weiteres Mal, drei Wörter, die für immer in seinem Gedächtnis eingebrannt sein würden: Gebärmutterhalskrebs, Stufe II.

Er versuchte sich an den Biologieunterricht zu erinnern. Sie hatten einige Krebsarten behandelt, aber das war vor langer Zeit. Er verfluchte sich selbst, als er sich nach wie vor an nichts darüber erinnern konnte. Er wusste, was es war und was es betraf, aber er wusste keine Details. Er wollte schreien. Er wollte etwas zerbrechen. Er wurde wütend: wütend auf das Leben; auf Gott, dafür, dass es seiner besten Freundin passierte. Warum passiert das ihr!, schrie er in seinem Kopf. Das war nicht gerecht. Das sollte eigentlich nicht passieren.

„Was hat der Arzt gesagt?", fragte André schließlich nach einer langen Stille.

„Ich... Ich muss operiert werden", schluchzte Tori schwach.

„In Ordnung, du wirst operiert werden, sie entfernen es und dann wird es dir besser gehen."

„Es ist... nicht so leicht", sagte sie schwach. Er seufzte. Er wusste, dass es das nicht war. Er wusste einfach nicht, was er sagen sollte. Er würde ihr nicht zeigen, dass er selbst am Rande des Weinens war. Er konnte das nicht tun. Sie brauchte Unterstützung. Sie brauchte jemand starkes neben ihr.

„Dann erzähl es mir."

„Die Erfolgsrate der Heilung liegt bei ungefähr fünfzig Prozent", sagte sie schwach. Sie fühlte, dass sich André bei dieser Information anspannte. Fünfzig Prozent. Ihr Leben basierte auf eine Chance gleich einem Münzwurf.

„Tori... ich..."

„Wann die Operation nicht hilft, muss ich Chemotherapie haben. Und wenn das nicht hilft..."

„Es wird. Es muss helfen. Du kannst nicht so denken", unterbrach er sie und realisierte, worauf sie hinauswollte. Er wollte das nicht hören. Er wollte nicht über diese Option nachdenken. Er sorgte sich nicht um die Chancen. Er wusste, dass Tori es schaffen würde. Sie musste es schaffen.

Er fühlte heiße Tränen an seinen Wangen herunterlaufen. Die Situation hat in soeben richtig getroffen. Sie ist krank. Sehr krank.

„Auch wenn es hilft, wenn es mir besser geht, der Arzt hat gesagt, dass es zu jeder Zeit wieder zurückkommen kann. Es gibt eine Chance, dass ich nicht in der Lage sein werde, Kinder zu haben... Warum passiert mir das?", fragte sie schließlich, bevor sie erneut zusammenbrach.

„Wissen es deine Eltern?", fragte er sie. Sie schüttelte nur den Kopf. Er hielt ihre Wangen mit seinen beiden Händen. Sie sah in seine dunklen Augen, beobachtete die Tränen, die sich in seinen Augen bildeten.

„Du wirst es schaffen. Ich werde für dich da sein. Ich verspreche es. Ich werde dich nicht allein durch das gehen lassen", sagte er ihr, seine Stimme brach am Ende. Er umarmte sie erneut, schwor sich selbst, dass er für sie da sein würde. Dass er alles, was er kann, tun würde, um ihr zu helfen. Er würde für immer im Krankenhaus bleiben, wenn er es müsste. Er würde auf einem Stuhl schlafen, sogar auf dem kalten Flur, wenn es nötig wäre. Aber eine Sache war klar, kristallklar, für ihn. Sie würde es schaffen. Sie muss.

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Wenn es euch gefallen hat, könnt ihr sehr gern Reviews schreiben. Ich werde sich an den Autor weiterleiten, sodass er sich auch noch darüber freut, genau wie ich. :) Ich hoffe, ich habe gut übersetzt!

LG Anna-Lena95
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