Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

In all Deiner nackten Schönheit

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Dylan Hunt Tyr Anasazi
22.07.2012
11.08.2012
10
13.219
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
22.07.2012 1.039
 
Autor: Susanne Christie
Fandom: Andromeda    
Pairing: Tyr Anasazi/Dylan Hunt
Disclaimer: Sämtliche Rechte und finanziellen Gewinne an den von mir in dieser Geschichte benutzten Charakteren liegen bei deren Erfindern und Copyrightinhabern. Die Rechte an der Storyidee beanspruche ich aber für mich selbst.
A/N: Quirin Ready ist ein OC und daher kein Mitglied der TV-Serie.


In all Deiner nackten Schönheit


Leise erhob sich Tyr Anasazi vom Bett und schlich barfüßig durch das Halbdunkel der Kabine.
In der Hygienezelle erleichterte er sich. Es war früh am Morgen. Dylan schlief noch, als Tyr zum Bett zurückkehrte.
Dylan schlief üblicherweise länger als Tyr, weil er oft genug auch länger brauchte, um in den Schlaf zu finden. Seine Aufgaben als Captain der Andromeda Ascendant hielten ihn manchmal bis spät in die Nacht wach. Umso tiefer war sein erschöpfter Schlaf.
Tyr fand an Dylans längerem Schlummer insofern Gefallen, als er seinen Geliebten für sein Leben gern beim Schlafen beobachtete. Auch an diesem Morgen sorgte Tyr für eine gedimmte Kabinenbeleuchtung, die dennoch hell genug war, um ihm sein heimliches Hobby zu ermöglichen.
Der Nietzscheaner setzte sich neben Dylans Körper auf das Bett, und er schaute den Menschen an, mit dem ihn nun schon seit geraumer Zeit eine erfüllte Beziehung verband.
Dylans blondes, halblanges Haar leuchtete golden im sanften Licht. Er lag auf der Seite, die Knie angezogen, das Gesicht von Tyr abgewandt. Tyr konnte jedoch erkennen, dass Dylans Augen geschlossen waren. Der ruhige, gleichmäßige Atem verriet ihm, wie fest sein Partner noch schlief.
Armer, gestresster Raumschiffcaptain, dachte Tyr mit einem Lächeln auf den breiten Lippen. Wenn Du wüsstest, wie sehr ich Dich liebe.
Nach einer Weile beschloss Tyr, die Freude an seinem Voyeurismus noch etwas zu vertiefen. Er wusste, dass Dylan unbekleidet im Bett lag, denn so war er in der Nacht hineingekrochen, als er frisch geduscht aus der Hygienezelle gekommen war. Tyr hatte ihn hingebungsvoll zum Orgasmus gestreichelt, wonach der völlig übermüdete Dylan sofort eingeschlafen war.
Tyr stand auf, beugte sich über Dylan und hob langsam das dünne Laken, das mit schwarzer Satin-Wäsche bezogen war, von dem schlafenden Körper, um es am Fußende abzulegen.
Nun lag Dylan nackt auf dem Bett, die schlanke Gestalt halb eingerollt wie ein Embryo, bemitleidenswert ausgeliefert und verletzlich, zerbrechlich fast.
Tyr weidete sich an dem Anblick. Er fand den Körper des Menschen wunderschön und anziehend. Dylans helle Haut und das weiche, goldene Haar wirkten wie ein starker, erotischer Fetisch auf ihn.
Eine ganze Zeit lang himmelte der Nietzscheaner seinen Partner stumm und nur mit den Augen an und genoß das Gefühl, ihm nahe sein zu dürfen.
Schließlich genügte Tyr es nicht mehr, nur zu schauen. Mit seinen kräftigen, warmen Händen strich er sanft an Dylans Körper entlang, vom Arm über die Hüften und das exponierte Gesäß hinunter über den Schenkel.
Zuerst schien es, als würde Dylan ungerührt weiterschlafen, nach ein paar Minuten jedoch kam er langsam zu sich. Er atmete tief und lächelte mit noch geschlossenen Augen, als er merkte, dass es Tyrs Hand war, die ihm die angenehme Berührung verursachte.
Tyr sagte nichts. Er wartete geduldig, bis Dylans Bewusstsein größtenteils aus Morpheus’ Armen emporgetaucht war. Seine Hand massierte weiter hauchzart über Dylans Körper und verweilte schließlich bei einer etwas intensiveren Massage auf der ihm am leichtesten zugänglichen Gesäßbacke. Es gefiel ihm, den ihm ausgelieferten, nackten Dylan zu streicheln.
Dylan war noch immer benommen. Er drehte das Gesicht zur Seite und blinzelte Tyr schläfrig an.
Tyr lächelte. "Du bist wunderschön, wenn Du schläfst."
Jetzt erst begriff Dylan, dass er splitternackt vor seinem Partner lag. Ohne Tyr aus den Augen zu lassen und mit einer merkwürdigen Verlegenheit im Blick stemmte er sich hoch, fasste nach dem Bettlaken zu seinen Füßen und zog es hinauf über seinen Körper.
"Du hast genug gesehen", flüsterte er dabei, und es klang nur entfernt ironisch.
Dylans Reaktion machte Tyr an, gerade weil sie jeder Logik entbehrte. Sie schliefen seit mindestens zwei Jahren miteinander. Dylan konnte unmöglich glauben, Tyr hätte irgendeinen Quadratzentimeter seiner nacken Haut noch nicht kennengelernt.
Der Nietzscheaner lachte leise und strich Dylan mit der Außenseite seiner Finger über die Wange. "Du bist unwiderstehlich, wenn Du Dich genierst."
"Ich geniere mich nicht."
"Ach nein? Warum bedeckst Du Dich dann in meiner Gegenwart?"
"Es ist kalt."
"Was Du nicht sagst." Tyr beugte sich über ihn und fuhr fort, Dylans Gesicht zu streicheln.
Offenbar hatte der Gedanke, nackt vor Tyr zu schlafen, Dylan tatsächlich verlegen gemacht. Wenn Dylan geahnt hätte, wie oft ihn Tyr schon auf diese Weise beobachtet hatte!
"Du bist einfach süß", säuselte Tyr und drückte Dylan einen feuchten Kuss auf die Wange. "Was dagegen, wenn ich zuerst dusche?"
"Nein." Dylan zog sich das Laken bis hinauf über die Schultern und kuschelte sich darin ein.
Tyr betrachtete ihn noch eine Weile, dann gab er ihm einen Klaps auf den jetzt züchtig mit schwarzem Bettzeug bedeckten Hintern. "Nicht wieder einschlafen, Baby, okay? Wir haben heute gut zu tun."
Tyr meinte damit die monatliche, interne Funktions-Check-Routine des Raumschiffs, die jedesmal einen ganzen Tag beanspruchte. Einen Tag, an dem andere Aufgaben liegenblieben.
Dylan seufzte und schob den Gedanken an die vor ihm liegende Arbeit beiseite. Unter dem Laken wurde es wohlig warm. Er hatte noch Zeit. Bestimmt brauchte Tyr mindestens zwanzig Minuten unter der Dusche.
Noch einmal einzuschlafen gelang Dylan allerdings tatsächlich nicht. Die Tatsache, von dem Nietzscheaner angeschaut worden zu sein, während er schlief - nackt schlief - beschäftigte ihn.
Dylan war mehr als erleichtert darüber, wenigstens von einer morgendlichen Erektion verschont geblieben zu sein. Die Vorstellung, Tyr hätte ihn so gesehen, berührte Dylan peinlich, obgleich er nicht so recht wusste, weshalb. Tyr Anasazi war schließlich sein Lover. Der Mann, den er von ganzem Herzen liebte. Niemand hatte ihn je zärtlicher berührt als der Nietzscheaner, niemand hatte je besser als Tyr dafür gesorgt, dass er sich bei intimen Begegnungen wohl und angenommen fühlte.
Woher diese Beschämtheit kam, blieb Dylan unerklärlich. Allerdings kannte er sich als einen Menschen mit verlässlicher Intuition. Merkwürdige Gefühle kündeten oft von merkwürdigen Ereignissen. Sehr wahrscheinlich also würde dieser Tag eine Überraschung für ihn bereithalten.
Dylan war sich nur nicht im klaren, ob er sich darauf freuen sollte.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast