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Splinter Cell - Double Agent

von Shannon
GeschichteAbenteuer / P16 / Gen
Anna 'Grim' Grimsdottir Irving Lambert Samuel 'Sam' Fisher William Redding
20.07.2012
02.10.2013
7
18.603
 
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Splinter Cell – Double Agent



HQ Third Echelon, New York City, USA, 02.09.07 – 07.45 Uhr


Carrie war auf dem Weg ins Trainingslager. Vor ein paar Tagen hatte sie eine neue Truppe Rekruten bekommen. Heute war der erste Trainingstag mit den neuen Jungs. Sie dachte darüber nach, wie das ganze angefangen hatte. Vor etwa 3 Monaten hatte eine Grippewelle mehrere Ausbilder außer Gefecht gesetzt. Wegen dieses Personalsmangels hatte Lambert sie und Sam als Ersatz eingeteilt. Da jedoch zur Zeit wenig los war bei der Third Echelon und sie ihre Sache wirklich gut machten, hatte Lambert beschlossen, sie dauerhaft als Ausbilder einzusetzen, natürlich unter der Voraussetzung, dass kein Notfall vorlag und sie zu einem Einsatz mussten. Während Carrie meist das Training im Hauptquartier übernahm, war es an Sam, die Neuen auf leichte Außeneinsätze mitzunehmen, um sie auf einen wirklich ernsten Einsatz vorzubereiten.

Sie hatte Halle Nr. 5 erreicht und trat ein. Die meisten Jungs saßen auf dem Boden und unterhielten sich. Als sie Carrie jedoch reinkommen sahen, standen sie schnell auf und stellten sich in zwei Reihen hintereinander auf. „Guten Morgen“ begrüßte sie die 10 jungen Männer. „Wir fangen ab heute als erstes immer mit dem Aufwärmtraining an. 15 Runden um die Laufbahn, dann wieder Aufstellung hier.“ Die Gruppe setzte sich in Bewegung und lief zu der Kunststoffbahn. Während die Jungs ihre Runden drehten, beobachtete Carrie sie genau. „Ein bisschen schneller dahinten, das ist hier kein Spaziergang !“ Schließlich kam die Gruppe zurück und stellte sich wieder vor sie hin. „Gut, bevor wir hier weiter machen, lassen sie mich eines klar stellen. Sie sind jetzt keine Anwärter mehr, sie sind Rekruten. Sie haben das Auswahltraining und die Höllenwoche erfolgreich hinter sich gebracht. Das heißt aber nicht, dass sie damit einen Freifahrtschein zum Agenten haben. Wer meint er könnte jetzt eine ruhige Kugel schieben und müsste sich nicht mehr groß anstrengen, ist hier schneller wieder raus, als er blinzeln kann.“

Carrie wandte sich der anderen Seite der Halle zu. „Hier hinter mir liegt ein einfacher Angriffskurs….“ erklärte sie.

In der zweiten Reihe flüsterten zwei der Jungs miteinander. „Geht es nur mir so, oder ist unsere Ausbilderin echt heiß ?“ „Nein, ist mir auch schon auf…“

„Anderson, Peters !“ donnerte Carrie und die beiden zuckten zusammen. „Was habe ich gerade gesagt ?“ „Äh…also….“ „Zurück zur Laufbahn ! Zehn Extrarunden, zwanzig Liegestütze und wenn ich das nächste Mal etwas erkläre, hören sie gefälligst zu !“ Mit eingezogenen Köpfen eilten die beiden davon. Carrie warf ihnen noch einen giftigen Blick hinterher, dann wandte sie sich wieder der Gruppe zu. „Wie ich schon sagte, dies ist ein einfacher Angriffskurs und es geht mir heute nicht darum, dass sie ihn möglichst schnell, sondern sauber absolvieren. Kein Abrutschen, Abstürzen oder ähnliches. Versuchen sie möglichst fehlerfrei über den Parcours zu kommen. Um das Timing kümmern wir uns später. Immer zwei rauf auf den Turm, sie starten im Abstand von 30 Sekunden. Wenn beide weg sind klettern die nächsten rauf. Am Ende laufen sie außen herum und kommen hierher zurück. Alles klar ? Und los.“

Während die Gruppe über den Kurs ging, warf Carrie einen kurzen Blick auf ihren Notizblock. Was stand für heute noch an ? Nach dem ersten Training kamen zwei Stunden Theorie, nach der Mittagspause Nahkampftraining, anschließend ging es noch zum Schießstand. Plötzlich piepte Carries Pager. Sie zog ihn aus der Tasche und warf einen Blick darauf. Zu sehen war nur ein kurzer Code: A G T. Das kam von Sam. Es bedeutete Agent Goes Travel. Schon vor langer Zeit hatten sie diesen Code ausgemacht, falls einer von ihnen überraschend zu einem Einsatz gerufen wurde. So konnten sie schnell und unauffällig den anderen informieren. Carrie steckte den Pager wieder ein und konzentrierte sich wieder auf ihre Jungs.

Am späten Nachmittag betrat Carrie die Zentrale. „Hey Carrie“ grüßte Will. „Wie läuft das Training ?“ „Na, eigentlich ganz gut. Ich habe gehört Sam ist im Einsatz ?“ „Woher weißt du denn das schon wieder ?“ sagte Will erstaunt. Carrie grinste nur und fragte dann: Wo ist er denn hin ?“ Will setzte eine ernste Miene auf. „Du weißt ganz genau dass laut Dienstvorschrift kein Splinter Cell über den Einsatz eines anderen in Kenntnis gesetzt werden darf.“ „Ach komm schon…“ „Island…“ rief Grim von hinten. „Spielverderberin…“ meckerte Will. „Lambert ist übrigens mitgeflogen“ fügte sie hinzu. „Lambert ist mit raus ? Wieso das ?“ fragte Carrie. „Sam hat `nen Neuen dabei…John, ist sein erster richtiger Einsatz, deshalb war Lambert wohl etwas beunruhigt, zumal John manchmal etwas übereifrig ist“ erklärte Will. „Aber Lambert wird wohl auf dem Stützpunkt bleiben, bis die beiden den Einsatz beendet haben.“ „Na dann, hoffen wir mal das Beste. Wir sehen uns morgen früh“ sagte Carrie.



Chicago, Illinois, USA, 02.09.07 – 21.42 Uhr

Sarah Fisher war auf dem Weg nach Hause. Sie kam von einer Party, wo sie mit ein paar anderen Studenten den Geburtstag ihrer Freundin Janice gefeiert hatten. Janice war etwas enttäuscht gewesen, weil Sarah schon so früh gehen wollte. „Entschuldige bitte, aber ich habe morgen zwei wichtige Arbeiten zu schreiben und da muss ich ausgeschlafen sein.“ „Dass du auch immer so vernünftig sein musst“ schimpfte Janice scherzhaft. „Ach was, sie hatte nur gehofft, das Brad auch hier sein würde“ neckte Claire sie. „Gar nicht wahr !“ meinte Sarah, aber ein wenig stimmte es schon. Sie mochte Brad und hatte gedacht, dass sie ihn vielleicht auf der Party antreffen würde. Er war ebenfalls Student und ein Jahr älter als sie. Er sah gut aus und war nicht so angeberisch, wie die meisten Jungs in seinem Alter. Der Gedanke an Brad versetzte Sarah in Hochstimmung. Bis zum Universitätsgelände war es nicht weit und es war ein schöner, milder Abend. In Gedanken versunken ging sie die Straße entlang. Plötzlich hörte Sarah ein lautes Brummen hinter sich. Sie drehte sich um und konnte nur noch zwei grelle Scheinwerfer erkennen, die schnell auf sie zurasten. Erschrocken riss sie die Arme vors Gesicht und schrie auf….


Germantown, Maryland, USA, 02.09.07 – 23.45 Uhr

Als Carrie zu Hause angekommen war, hatte sie sich zuerst eine heiße Dusche gegönnt und sich dann das Abendessen gemacht. Danach war sie nach oben gegangen und hatte auf ihrem Bett noch einige Zeit in einem Buch gelesen, bis sie merkte, dass ihr die Augen zufielen. Also hatte sie sich schlafen gelegt. Jetzt wurde sie vom Klingeln des Telefons aus dem Schlaf gerissen. Carrie machte das Licht an und griff nach dem Telefon auf dem Nachttisch, als ihr bewusst wurde, dass es gar nicht klingelte. Was sie hörte war das andere Telefon auf dem Flur, die sichere Leitung zur NSA. Sie stand auf und ging hinaus. „Ja ?“ „Carrie, ich bedaure das ich dich aus dem Bett holen muss“ meldete sich Will. „Aber wir haben da ein Problem….“ „Ist was mit Sam ?“ „Was ?...Nein, keine Sorge, mit Sam ist alles in Ordnung, ich denke das der Einsatz noch gar nicht begonnen hat. Nein es ist….ich kann das jetzt nicht am Telefon erklären, es ist besser, du kommst her.“ „Will was ist los ?“ „Carrie bitte….“ „Schon gut, ich mache mich gleich auf den Weg.“ Leicht verärgert legte sie auf. Was zum Teufel war hier los ? Wenn es um einen Einsatz ging, hätte Will ihr das doch einfach sagen können, aber seine Stimme klang so merkwürdig. Nun, es half nichts wenn sie hier herumgrübelte. Schnell zog Carrie sich an, lief nach unten, schnappte sich die Autoschlüssel und holte den Wagen aus der Garage.



HQ Third Echelon, New York City, USA, 03.09.07 – 00.13 Uhr

Carrie trat vor den Retina Scanner und betrat dann die Zentrale. „Was gibt es denn so dringendes ?“ Will und Grim machten betroffene Gesichter. „Diese Meldung ist vor etwa 40 Minuten hereingekommen“ sagte Will und reichte ihr ein Blatt mit einer kurzen Nachricht.

NSA Zentrale, Personalabteilung

Wir teilen ihnen mit, dass Sarah Fisher, die Tochter ihres Agenten Sam Fisher, um 22.11 Uhr nach einem Verkehrsunfall ins Northwestern Memorial Hospital eingeliefert wurde. Über den derzeitigen Zustand von Miss Fisher ist noch nichts bekannt.


„Oh großer Gott ! Habt ihr Sam schon informiert ?“ „Äh nein, ich halte das im Moment für keine Gute Idee. Schließlich steht er kurz vor einem Einsatz.“ „Verdammt Will ! Wir dürfen ihm das nicht vorenthalten !“ „Wir wissen doch noch gar nichts genaues. Ich schlage folgendes vor. Ich lasse für dich den Lear Jet bereit stellen. Du fliegst nach Chicago und erkundigst dich nach Sarahs Zustand. Bis du zurück bist, hat Sam seinen Einsatz vermutlich schon beendet und wir können ihm sagen, was wirklich los ist.“ „Na schön, wann soll es losgehen ?“ „Mach dich auf den Weg, bis du auf der Airbase ankommst, ist schon alles bereit.“ „Alles klar.“ „Vielleicht ist es gar nicht so schlimm“ meinte Grim. „Tja das hoffen wir wohl alle oder ?“ sagte Carrie und ging hinaus.


Northwestern Memorial Hospital, Chicago, USA, 03.09.07 – 01.48 Uhr

Carrie betrat das Krankenhaus und ging direkt zum Informationsschalter. „Ja bitte ?“ fragte die Schwester hinter dem Tresen. „Ich möchte mich nach einer Patientin erkundigen, sie wurde nach einem Unfall heute Abend hier eingeliefert.“ „Name ?“ „Sarah Fisher…“ „Sind sie eine Verwandte von Miss Fisher ?“ Carrie seufzte, sie hatte absolut keine Lust auf diesen bürokratischen Quatsch, aber sie wusste, so würde sie keine Auskunft bekommen. Also griff sie zur Notlösung und zog ihre Marke aus der Tasche. Die Schwester starrte erschrocken auf das NSA Abzeichen. „Kann ich bitte den zuständigen Arzt sprechen ?“ „Ja natürlich, einen Moment“ sagte sie und griff zum Telefon.

Es dauerte ein paar Minuten, dann erschien ein Arzt und kam auf sie zu. „Agent…?.“ fragte er. „Masters…“ antwortete Carrie. „Ich bin Dr. Travis. Was hat die NSA mit der Sache zu tun ?“  „Miss Fisher ist vielleicht eine wichtige Zeugin“ log Carrie schnell. „Wollen sie damit sagen, das ganze war möglicherweise kein Unfall ?“ „Die Ermittlungen laufen noch….“ antwortete sie. „Wie geht es Miss Fisher ?“ „Ich wollte ohnehin gerade nach oben, wollen sie mitkommen ?“ „Gern…“ Sie betraten den Aufzug und fuhren in den fünften Stock. Dr. Travis führte Carrie zur Intensivstation. Vor einem Einzelzimmer blieben sie stehen und Carrie sah hinein.

Ihr stockte fast der Atem. Sarahs Kopf, war in einen dicken Verband gehüllt, ein Bein und ein Arm waren in Gips,  ein Beatmungsschlauch sorgte für die Sauerstoffversorgung. Der Anblick war erschreckend und furcht erregend und Carrie kämpfte gegen die Tränen an. „Liegt sie im Koma ?“ „Ja, aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen hatten wir keine andere Wahl, als sie in ein künstliches Koma zu versetzen.“
„Was ist eigentlich passiert ?“ „Nun, laut dem Polizeibericht ist ein Wagen auf den Gehweg geraten und hat Miss Fisher gerammt.“ „War der Fahrer betrunken ?“ „Das ist wohl nicht bekannt, der Wagen hat Fahrerflucht begangen.“ Carrie war immer noch sehr betroffen. Dr. Travis sah sie von der Seite an.

„Agent Masters, ich will ihnen wirklich nicht zu nahe treten, aber …eine gewisse Menschenkenntnis gehört zu meinem Beruf“ sagte Dr. Travis. „Dies ist nicht irgendeine Zeugin für sie, sie kennen dieses Mädchen. Vermutlich sind sie auch nicht von der NSA. Ihr Ausweis war gefälscht, richtig ? Sagen sie mir die Wahrheit, oder muss ich den Sicherheitsdienst rufen ?“ Ohne den Blick von Sarah abzuwenden antwortete Carrie: „Sie haben nicht ganz unrecht Doktor, ich kenne diese Mädchen, sehr gut sogar und sie so hier liegen zu sehen ist ….ist einfach schrecklich. Es stimmt, ich habe nicht ganz die Wahrheit gesagt, ich bin keine direkte Verwandte und ich wollte Zeit sparen, aber…ich bin von der NSA. Das da drin ist die Tochter eines Kollegen. Er ist im Moment in einem Einsatz und nicht erreichbar. Ich bin von meinem Chef angewiesen worden hier her zu fliegen, um mich nach ihrem Zustand zu erkundigen, damit wir ihren Vater informieren können, sobald sein Einsatz beendet ist.“ „Und das kann ich jederzeit nachprüfen ?“ „Ich gebe ihnen gern die Nummer meines Chefs wenn sie wollen.“ Dr. Travis war überzeugt. „Nein schon gut.“ „Wie schlimm ist es ?“ „Sie hat ein schweres Schädel Hirn Trauma, mehrere Knochenbrüche und als sie eingeliefert wurde hatte sie auch innere Blutungen. Wir haben sie stabilisiert, aber ihr Zustand ist weiterhin äußerst kritisch.“ „Wie stehen ihre Chancen ?“ „Das ist schwer zu sagen, aber….mit einer sehr vorsichtigen Schätzung würde ich sagen 50:50. Wir müssen einfach abwarten.“ „Verstehe…“ „Entschuldigen sie mich jetzt Agent Masters, ich habe noch andere Patienten, um die ich mich kümmern muss.“ Dr. Travis nickte ihr noch einmal zu, dann ging er den Flur hinunter.

Carrie stand weiterhin vor der Scheibe und starrte in den Raum, als plötzlich der Alarm los ging. Auf Sarahs EKG Monitor war ein beschleunigter Herzschlag zu sehen, dann wurde daraus eine Nulllinie. Erschrocken sah sie sich um, da kam Dr. Travis auch schon zurück. Er griff nach einem Roten Telefon an der Wand. „Ich brauche hier ein Notfallteam in Raum 514, sofort !“ Dann eilte er zu Sarah. Wenige Sekunden später kamen ein weiterer Arzt und eine Schwester mit einem Rollwagen angelaufen und schlossen die Tür. Carrie sah, wie sie sich bemühten mit Herzmassage und Spritzen Sarahs Herz wieder zum schlagen zu bringen. Doch noch immer war die Nulllinie zu sehen. „Komm schon Sarah, kämpfe, du musst kämpfen !“ dachte Carrie. Jetzt griff Dr. Travis zum Defibrillator. Sarahs Körper bäumte sich auf. Immer noch nichts. Dr. Travis versuchte es noch einmal und noch mal. Der Assistenzarzt gab ihr noch eine Spritze. Noch einmal versuchte Dr. Travis, Sarah zurück zu holen und noch mal. Carrie sah, wie sich der Assistenzarzt und die Schwester verlegen ansahen. Dann legte Dr. Travis den Defibrillator weg und sah auf seine Uhr. „Nein bitte !“ dachte Carrie. „Ihr dürft nicht aufgeben !“ Doch Dr. Travis zog Sarah das Laken über den Kopf. Dann öffnete er die Tür und trat hinaus. Entsetzt sah Carrie ihn an. „Es tut mir sehr leid“ sagte er leise, dann drehte er sich um und ging davon. Carrie starrte ihm nach, sie fühlte sich wie betäubt. Wie in Trance machte sie sich langsam auf den Weg nach unten. Sie wusste nicht mehr, wie sie es geschafft hatte sich ein Taxi zu rufen, aber wenig später saß sie wieder in dem Jet der NSA und flog zurück nach New York.


HQ Third Echelon, New York City, USA, 03.09.07 – 04.08 Uhr

Carrie betrat die Zentrale und sofort eilten Will und Grim auf sie zu. „Und ?“ fragte Will. Sie schüttelte nur den Kopf. „Nein, du meinst doch nicht ….Sarah….sie ist …tot ?“ „Sarah starb, kurz nachdem ich im Krankenhaus eintraf. Ihre Verletzungen waren einfach zu schwer.“ „Oh lieber Gott…nein“ sagte Will entsetzt. „Will, wir müssen jetzt….“ „Ich weiß, ich weiß….“ Langsam ging er zu seinem PC und nahm Verbindung zu dem Stützpunkt in Island auf.



Island, 20 km vor Akureyri, 03.09.07 – 04.25 Uhr

Die Osprey flog durch die dunkle Nacht. „Wir gehen jetzt in den Flüstermodus, macht euch fertig“ gab der Pilot nach hinten durch. Sam und John machten sich zum Absprung bereit, während die Osprey tiefer herunter ging. „Hast du Angst ?“ fragte Sam John. „Sollte ich die haben ?“ entgegnete John locker. Die hintere Klappe öffnete sich und schon stürmte John los. „Ich geh voraus“ rief er und sprang. „Lambert, ich glaube ich bin reif für die Rente“ meinte Sam. „Der will nur Eindruck schinden, pass auf ihn auf.“ Sam lief zur Rampe und sprang nach unten. Er tauchte ins Wasser ein und suchte nach John, der sich aber nur ein paar Meter von ihm entfernt befand. „Was machen wir hier Lambert ?“ wollte Sam wissen. „Unsere Quellen haben uns von verdächtigen Aktivitäten in diesem Gebiet berichtet. Das ganze wird aber nur eine Aufklärungsmission. Verschaff dir über den Wassereinlass am Boden des Sees Zutritt zum Kraftwerksgelände.“ „So gut wie erledigt“ sagte Sam. „Wir machen das schon“ stimmte John zu. Sie tauchten hinunter und fanden die Rohröffnung. John schwamm voraus und Sam folgte ihm nach. „Da sind zwei Wachen, schafft sie möglichst leise aus dem Weg“ befahl Lambert. Schon war John zu einem Loch im Eis getaucht und hatte sich den ersten geschnappt. „Bitte schön Fisher, als hätten sie es selbst gemacht.“ Sam konnte den anderen etwas weiter rechts ausmachen. Er schlug zweimal kräftig gegen das Eis, es zerbrach und der Wachmann landete im Wasser. Schon hatte Sam ihn mit einem gezielten Messerhieb außer Gefecht gesetzt. Vorsichtig tauchte Sam aus dem Loch auf und verschaffte sich einen Überblick. Niemand war zu sehen, also zog er sich aus dem Wasser.

„Ich bin wieder auf Sendung, hört ihr mich ?“ fragte Lambert. „Laut und deutlich“ bestätigte John. „Ich dachte wir sollten hier nur aufklären“ meinte Sam. „Es gab da ein paar Änderungen.“ „Und was für Änderungen ?“ „Der Zoll hat gemeldet, dass islamistische Terroristen in Island eingetroffen sind. Alle Spuren führen zur Anlage.“ „Wenn das so ist, dann muss Johnny Boy von dieser Mission abgezogen werden. Er ist für so etwas nicht ausgebildet und für uns beide eine Gefahr.“ „Dafür ist es zu spät. Die Mission wird fortgesetzt, pass auf ihn auf.“ Sam schlich sich zum Wachhaus des Kraftwerks. Er störte die Lampe am Eingang und ging hinein. Im hinteren Teil fand er den Schaltkasten, der den Zaun mit Strom versorgte und durchtrennte das Kabel. Dann verließ er das Wachhaus wieder und lief zum Zaun, wo John schon auf ihn wartete. Sie kletterten über den Zaun und Sam stieg die Leiter zu einem der Wachtürme hoch. Dann rutschte er an einem Kabel rüber ins Kraftwerk.

„Lambert ? Siehst du das ? Da komm ich nie im Leben durch die Vordertür rein.“ „Vermutlich könnt ihr durch das Lüftungssystem auf dem Dach ins Gebäude eindringen….John ich habe einen Spezialauftrag für dich.“ „Alles klar…“ antwortete er.
„Du musst das Lüftungssystem am Haupteingang deaktivieren, damit Fisher ins Gebäude kann.“ „Verstanden.“ Inzwischen hatte Sam einen weiteren Wachmann ausgeschaltet. Er kletterte hinunter auf einen Container und wartete bis der andere Wachposten an ihm vorbei gegangen war. Dann schlich er sich in die Hütte nebenan. Auf dem Laptop fand Sam den Zugriff auf das Tor und öffnete es. Dann schlich er an der nächsten Wache vorbei durch das Tor. „Belüftung deaktiviert. Fisher…du hast 10 Minuten“ meldete John. „Sehr gut, du wartest da und gibst Fisher Deckung“ befahl Lambert. Sam war auf einen Wasserturm geklettert und hangelte sich jetzt an einem Rohr rüber zum Lüftungsschacht. „Der Weg vor uns dürfte frei sein, ich seh mal nach“ sagte John. „Ich wiederhole, du gibst Fisher Deckung, Position halten“ erwiderte Lambert eindringlich. „John…“ warnte ihn Sam.
„John ! Antworte !“ befahl Lambert. „Sam spring durch den Lüftungsschacht bevor er sich schließt.“ „Was machen wir mit John ?“ „Wir können nur hoffen dass er dich nicht verrät.“ „Dieser verdammte ehrgeizige Bengel !“ dachte Sam.

Er kletterte gerade durch die Lüftung, als eine der Wachen anfing zu schreien: „Alarm ! Alarm ! Wir haben einen Eindringling !  Alarm ! Alarm ! Wir haben einen Eindringling !“ Sam konnte John sehen, zwei der Wachen hatten ihn auf dem Gang unter ihm gestellt. Aber noch bevor er etwas unternehmen konnte, feuerten sie mit ihren MG`s los und John fiel tödlich getroffen zu Boden. Sam hangelte sich weiter an der Wand entlang. „Er hat dicht gehalten“ sagte Lambert betroffen. „Aber er starb, das hätten wir vermeiden können“ erwiderte Sam ärgerlich. „Es war nicht deine Schuld Sam, sondern seine. Hätte er sich an seine Befehle gehalten…“ „Ich bin in Position. Lambert, ich sehe eine Rakete, sie ist scharf und abschussbereit…..Technischer Dienst ?“ „Ich hab dich auf dem Bildschirm“ antwortete der Techniker. „Oh je, du hast nicht genügend Zeit die Rakete zu entschärfen.“ „Wir haben keine Wahl“ antwortete Sam. „Die gute Nachricht ist, dass wir die Startkontrolle sabotieren können. Aber sobald du das System auf der Rampe störst, geht die Rakete hoch.“ „Wie lange dann noch ?“ „Zum Verschwinden ?....Maximal 60 Sekunden…“ „Auf geht’s“ sagte Sam nur. „O.K., zuerst musst du die Zugriffsklappe der Rakete öffnen. Der manuelle Abschussschalter dürfte sich direkt unter dieser Klappe an der Waffe befinden.“

Während Sam sich auf den Weg zur Rakete machte, ging eine Meldung bei Lambert auf dem Stützpunkt ein, das NSA Hauptquartier wolle ihn sprechen. Lambert war verärgert, aber er schaltete auf den anderen Kanal um und nahm das Gespräch entgegen. „Verdammt Will, wir sind hier mitten im Einsatz und die Situation ist mehr als kritisch. Ich hoffe für dich, dass es wichtig ist !“ „Ich fürchte ja Lambert, ich habe sehr schlechte Nachrichten….“


Sam schaltete die Wache vor ihm aus und lief über die Stege zur Rakete.  Er betätigte das Ventilrad, das die Klappe öffnete und fuhr dann mit dem Lastenaufzug nach oben. „Jetzt hack dich in den Computer der Rakete und stör den Abschussmechanismus. Danach haust du sofort ab“ sagte der Techniker. Sam lief zur Rakete rüber. Sofort nachdem er den Start abgebrochen hatte ging der Alarm los. „Sam komm so schnell du kannst zurück ! Beeil dich !“ befahl Lambert. Sam stieg eine Leiter nach oben  und kletterte dann über ein Seil hinauf zum Dach. Über ein Rohr rutschte er über den Zaun hinaus auf das äußere Gelände und lief zur Osprey die auf ihn wartete. Als er ins Flugzeug sprang, stellte er erstaunt fest, das Lambert in der Osprey saß. „Verdammt Lambert ? Was soll der Mist ?“ „Setz dich Sam, es gibt etwas das ich dir sagen muss. Es…es geht um Sarah.“ „Sarah ? Was ist mit Sarah ?“ „Sie hatte gestern Abend einen Unfall und wurde in Chicago ins Krankenhaus eingeliefert.“ „Oh nein, wie schlimm ist es ? Ist sie schwer verletzt ?“ Doch Lambert sah ihn nur an und sagte nichts.
„Lambert …?“ Plötzlich mischte sich Verstehen in Sams Blick. Seine Stimme begann zu zittern. „Nein…. bitte .... tu das nicht….sag mir nicht das mein Mädchen tot ist….“ Mit schwerem Herzen antwortete Lambert:“ Es tut mir wirklich leid Sam…“ „Neeeeeiiiiiinnnn !“






Germantown, Maryland, USA, 22.01.08 – 21.38 Uhr

Carrie schloss die Tür auf und trat ein. Sie kam gerade von einem Einsatz aus Südamerika zurück und fühlte sich ziemlich kaputt. Carrie stellte ihre Tasche im Flur ab und wollte nur noch ins Bett und sich ausschlafen. Sie hoffte dass Sam zuhause war und nicht wieder etwas angestellt hatte. Als er aus Island zurückkam war er nicht mehr derselbe. Als sie Sam und Lambert auf dem Stützpunkt abholte, war der Mann der aus der Osprey stieg, nicht mehr der Sam den sie kannte. Er war gebrochenen in Herz und Seele, das sah sie sofort. Am schlimmsten für sie beide war die Beerdigung gewesen. Bis dahin hatten sie sich vielleicht noch einreden können, dass alles nur ein böser Traum war. Aber diese Zeremonie machte einem klar, das es nicht so war. Es machte alles so….so endgültig.  Ein paar Tage danach begann es. Sam fing an zu trinken, zuerst nicht viel, aber die Mengen steigerten sich schnell. Er zog sich immer mehr zurück und sie kam überhaupt nicht mehr an ihn heran. Offiziell war Sam krank geschrieben und so konnte Lambert bei dringenden Einsätzen nur auf Carrie zurückgreifen. Wenn Sam es nicht mehr zuhause aushielt, zog er los und trank sich durch die Kneipen der Stadt. In letzter Zeit kam es dabei immer öfter auch zu Schlägereien und ein paar Mal hatte die Polizei sogar einschreiten müssen. Sam konnte von Glück sagen, das es noch nicht zu einer Anzeige gekommen war.

Vor ein paar Tagen hatte sie mit Lambert darüber gesprochen. „Dieses Nichtstun macht für ihn alles nur noch schlimmer ! Wenn das noch ein wenig so weiter geht, können wir ihn endgültig abschreiben !“ „Was soll ich denn tun ? In seinem derzeitigen seelischen Zustand kann ich ihn doch nicht auf einen Einsatz schicken ! Im übrigen weiß die NSA inzwischen von….von gewissen Vorfällen. Selbst wenn ich versuchen würde seinen Beurlaubungsstatus aufzuheben, die NSA würde vorher eine psychologische Untersuchung verlangen. Und das das im Moment verdammt nach hinten losgehen kann, muss ich dir ja wohl nicht erklären.“ „Aber so geht es doch auch nicht weiter. Ich muss jeden Tag mit ansehen, wie er ein Stück mehr kaputt geht. Ich versuche alles, um ihm zu helfen, aber er lässt mich ja nicht“ „Ich weiß und vielleicht habe ich eine Möglichkeit, was wir tun können, aber ich brauche noch ein paar Tage Zeit.“


Carrie ging ins Wohnzimmer. „Sam ? ….Sam ?“ Sie seufzte, das hatte sie befürchtet. Sam war nicht zuhause, der Tisch stand voll mit leeren Flaschen: Whiskey, Wodka, Bier. Es sah so aus als würde das wieder eine lange Nacht werden. Sie ging hinaus und stieg ins Auto. Dann begann sie damit Sams Stammkneipen abzuklappern. Nach drei Fehlversuchen erreichte sie Bailys Bar. Carrie  parkte den Wagen am Straßenrand und ging auf die Bar zu, als ihr eine Menschenansammlung in der Nebengasse auffiel. „War das etwa alles ? Na komm schon, hast du nicht mehr drauf ?“ Das war eindeutig Sams Stimme. Carrie drängte sich nach vorne. Sam lag am Boden, ein großer, bärtiger Kerl, breit wie ein Kleiderschrank wollte gerade wieder auf ihn losgehen. Doch Carrie ging dazwischen. „Das reicht jetzt !“ „Hey Süße, halt dich da raus, der Typ da hat angefangen.“ „Ist mir egal, die Party ist vorbei.“ „Ich sagte halt dich da raus“ schimpfte der Kerl und stieß sie zurück. „Und ich sagte Schluss jetzt !“ Mit einem schnellen Griff packte sie zu und beförderte den Kleiderschrank auf den Rücken. Der schnappte durch die Wucht erst mal nach Luft. Die Menge zerstreute sich, der Kerl kam wieder auf die Füße und sah sie an. Er überlegte wohl, ob er sich noch mal mit ihr anlegen sollte, entschied dann aber, dass es wohl besser war diese Wildkatze in Frieden zu lassen.  Auch Sam war aufgestanden, zusammen gingen sie zurück zum Wagen. „Hör zu ich…“ begann Sam. „Nein….lass es, steig einfach ein“ erwiderte Carrie gereizt.

Während der Fahrt sagte keiner ein Wort. Zuhause angekommen ging Sam gleich ins Haus. Carrie fuhr den Wagen in die Garage und folgte ihm dann. Als sie das Wohnzimmer betrat, hatte er bereits wieder eine halbvolle Whiskeyflasche in der Hand und schenkte sich gerade ein. „Verdammt Sam, hör endlich mit der Sauferei auf ! Du musst endlich wieder zur Vernunft kommen ! Du machst dich doch selbst nur total kaputt !“ Wütend fuhr Sam herum. „Lass mich in Ruhe ! Du hast mir überhaupt nichts zu sagen ! Schließlich sind wir nicht verheiratet !“ Carrie zuckte zurück, so als ob Sam sie geschlagen hätte. Sie wusste dass der Alkohol aus ihm sprach. Trotzdem, dieser Satz tat ihr fast mehr weh, als wenn er sie wirklich geschlagen hätte. Langsam kochte die Wut in ihr hoch. „Ja….vielleicht hast du recht….vielleicht wird es wirklich Zeit das ich gehe“ sagte sie leise und verließ den Raum.

Sam setzte sich in den Sessel, als im ganz allmählich klar wurde, was er gerade gesagt hatte… und was sie gesagt hatte. Reue stieg in im auf und….Verzweiflung. Er setzte zum Trinken an, doch dann blickte er auf das Glas. „Du…du bist Schuld an diesem ganzen Schlamassel“ sagte er zu der Goldbraunen Flüssigkeit darin und schmetterte das Glas gegen die Wand. Sam stand auf und ging nach oben, er wollte sich bei Carrie entschuldigen. Doch als er das Schlafzimmer betrat war es leer. Panik erfasste ihn. War Carrie schon gegangen ? Er trat wieder hinaus auf den Flur und Erleichterung durchflutete ihn. Er sah das Licht, das unter der Tür des Gästezimmers hindurch schien. Nun ja, das sie heute Nacht lieber allein sein wollte konnte er ihr wirklich nicht übel nehmen. Vielleicht war es ohnehin besser, bis morgen zu warten, bis Carrie sich etwas beruhigt hatte. Dann kam ihm eine Idee.


Als Carrie am nächsten Morgen wach wurde, war es bereits nach 9 Uhr. Sie hatte die halbe Nacht wach gelegen und gegrübelt. Was sollte sie jetzt tun ? Wenn sie wegging, wer weiß was dann mit Sam passieren würde, aber konnte sie ihm helfen wenn sie blieb ? Verzweifelt stand sie auf und ging erst mal unter die Dusche. Als sie wieder aus dem Badezimmer kam, durchströmte ein herrlicher Duft das Haus. „Frische Brötchen ? dachte Carrie verwundert.
Sie betrat das Esszimmer und glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Auf dem Tisch stand ein reichhaltiges Frühstück, in der Mitte stand eine große Vase mit roten Rosen.
„Guten Morgen !“ Carrie drehte sich um und sah Sam mit den frisch gebackenen Brötchen im Türrahmen stehen. Er war rasiert und seine Haare waren wieder kurz geschnitten.
„Meine Güte Sam ! Du siehst ja fast wieder wie ein Mensch aus. Er lächelte verlegen und stellte die Brötchen auf den Tisch. Dann nahm er Carrie in den Arm. „Ich bedaure was ich gesagt und getan habe. Nicht nur das von gestern, ich …ich weiß du hast die letzten Monate eine Menge durchgemacht. Carrie kuschelte sich an ihn. „Das haben wir beide.“ „Komm, lass uns erst mal frühstücken.“

Sie waren dabei den Tisch abzuräumen, als es klingelte. Sam ging zur Tür und machte auf. Draußen stand Lambert. „Sam, du siehst gut aus“ sagte Lambert erfreut. „Komm rein“ erwiderte Sam lächelnd. „Guten Morgen Carrie.“ „Hallo, Lambert. Bitte setz dich doch.“ „Was verschafft uns die Ehre deines Besuches ?“ fragte Sam. „Nun ja, ich…..nein wir“ sagte Lambert und warf einen Blick zu Carrie….. „wir wollen dich wieder haben, bei der Arbeit meine ich. Ich habe allerdings Carrie schon gesagt, das das nicht ganz einfach ist.“ „Ja ich weiß, sie hat es mir erzählt.“ „Ich habe einen Plan ausgearbeitet, wie wir dich zur Third Echelon zurück holen können, ohne dass es zu Komplikationen mit der NSA kommt.“
„Und wie sieht der aus ?“ wollte Sam wissen. „Die Geheimdienste haben seit längerem eine neue Terrorgruppe im Visier, sie nennt sich John Browns Army oder kurz JBA. Es wurde schon versucht an sie heranzukommen, um mehr über ihre Ziele und Motive zu erfahren, bisher allerdings ohne Erfolg. Und da kommst du ins Spiel. Ich gebe dir einen NOC Auftrag, das steht für Non Official Cover-Agent. Im Klartext, die NSA hat keine Kenntnis von dieser Operation. Solltest du deinen Auftrag erfüllen, dürften wir die NSA damit überzeugen, das du wieder ganz der Alte bist und du könntest ohne Probleme zurück kommen.“ „Du willst mich also bei der JBA einschleusen ?“ „Ja genau.“ „Das dürfte nicht einfach werden“ meinte Carrie. „Und das Risiko ist sehr hoch. Wenn die auch nur den Hauch eines Verdachtes gegen Sam haben, ist er tot bevor wir etwas unternehmen können.“ „Das stimmt, aber ich sehe keine andere Möglichkeit um Sam zurück zu holen.“

„Und wie willst du mich da rein bringen ?“ fragte Sam. „Ganz einfach, du raubst eine Bank aus…“ „Was soll ich…?“ „Ja genau, du machst einen Banküberfall. Natürlich ist der nur gestellt. Ich habe bereits alles arrangiert, ein paar meiner alten CIA Freunde werden mir helfen. Vor allem ist es wichtig, das der Überfall möglichst blutig und brutal von statten geht. Damit verschaffen wir dir einen entsprechenden Ruf, der dir die ganze Sache bei der JBA erleichtern wird.“ „Und was dann ?“ „Dann wirst du geschnappt, es darf allerdings nicht so aussehen, als hättest du dich blöd angestellt, es muss eher nach Zufall aussehen. Danach schaffen wir dich hierher“ sagte Lambert und zog einige Fotos aus der Tasche. „Das Staatsgefängnis von Ellsworth.“  „Ich nehme an, es gibt einen Grund, warum es dieser Knast sein muss“ sagte Sam. „Weil dort dieser Mann einsitzt, Jamie Washington, wir haben zuverlässige Informationen, das er einer der führenden Köpfe bei der JBA ist. Er wurde auch eher zufällig geschnappt. Du sollst dich mit ihm anfreunden und dann…dann werdet ihr ausbrechen. Washingtons Profil ist ziemlich eindeutig, wenn du ihm bei der Flucht hilfst….“ „…wird er Sam so dankbar sein, das er ihn zur JBA mitnimmt“ begriff Carrie. „Das ist der Plan“ bestätigte Lambert. „Und was wenn nicht ? Wenn er nach der Flucht zu Sam sagt Das war`s ?“ „Das ist möglich, aber unwahrscheinlich“ erwiderte Lambert. „Zuerst mal muss ich an ihn rankommen“ meinte Sam. „Das dürfte nicht allzu schwer werden. Washington hat einen Fehler, sein großes Mundwerk. Er mag ein heller Kopf sein, aber Muskeln hat er weniger. Er hat in Ellsworth schon ein paar Mal ordentlich was abbekommen. Komm ihm zur Hilfe und du wirst sein bester Freund werden.“ „Gut,  wann soll es los gehen ?“ wollte Sam wissen. „Wir sind noch dabei die letzten Details auszuarbeiten. In ein paar Tagen dürften wir bereit sein. Ich werde mich dann bei dir melden.“
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