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"Hoamatgfühl"

von bigilein
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
16.07.2012
15.08.2012
33
67.402
6
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Dieses Kapitel
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16.07.2012 2.111
 
Damit ihr euch die Gegend in der die Geschichte spielt besser vorstellen könnt.  :-)
unser Dahoam
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Kapitel 1


Die Motorsäge fing an zu stocken und gab den Geist auf, der junge Mann legte sie beiseite und ging zu seinem Rucksack wo auch der Benzinkanister stand.
"Sch....... leeer, na dann eben Feierabend für heute."
Er schaute auf den Windwurf vom Sturm letzter Woche, den er seit drei Tagen aufarbeitet. Eigentlich wollte ihm ja sein Bruder dabei helfen, aber der drückte sich mal wieder gekonnt. Er verschränkte die Arme im Nacken und streckte sich so richtig, während er ein paar Minuten in der Nachmittagssonne stand und ins Tal schaute. Dann wischte er sich mit dem Ärmel den Schweiss aus dem Gesicht und genoss das leichte Lüftchen dass ihm durchs verschwitzte blonde Haar wehte, dann ging er wieder zum Rucksack und holte sich seine Wasserflasche, die er bis auf den letzten Tropfen austrank, und sie dann wieder hineinfallen liess. Christoph würde auch ohne Hilfe bis Ende der Woche fertig werden, und alles aufgearbeitet haben, so dass dem Almauftrieb in 10 Tagen nichts mehr im Weg steht. Er musste grinsen, das war in den letzen Jahren fast zu einem kleinen Wettstreit unter den Bauern im Ort geworden wer als erster das Vieh auf der Hochalm hat. Und sein Vater, der Manninger Bauer war da besonders ehrgeizig.

Christoph oder da Chrisi wie er seit der Schulzeit genannt wird, dachte daran wie angenehm es jetzt wäre einfach in seinen alten Geländewagen zu steigen und die Forststrasse runterzufahren. Aber er hatte ja heute Morgen die glorreiche Idee gehabt, den Wagen unten an der Kreuzung am Schranken stehen zu lassen, obwohl er den Schlüssel und die Berechtigung für die Durchfahrt auf die Hochalm der Manningers hat. Es war ja so ein schöner Morgen gewesen, und er wollte das letzte Stück zu Fuss gehen, jetzt allerdings war er doch müde und ärgerte sich darüber. Er trug die Motorsäge, den Sappel und das andere Werkzeug noch in die Hütte und schloss gut ab. Dann pfiff er seinem Hund, nahm seinen Rucksack und den leeren Kanister und machte sich auf den Weg zum Auto. Das allerdings stand den ganzen Tag in der prallen Sonne, und es war darin wie in einer Sauna. Der Schweiss rann ihm über das Gesicht und das Hemd klebte ihm am ,von der Arbeit muskolösen Körper. Grade als er über die Stoabachlbruckn führ kam ihm eine wunderbare Idee: 'Schwimmen.' Er parkt an der nächsten Ausweichstelle der Strasse und lief mit dem Hund durch den Wald zu einem Teich.

Er warf ein Stöckchen ins Wasser und Biene sauste gleich hinein, während Christoph sich die Arbeitsklamotten auszog und ebenfalls ins kühle Wasser watete und hinter ihr herschwamm. Er spielte noch etwas mit seiner Hündin, bei der man nicht wirklich sagen konnte welcher Rasse sie angehörte, und drehte sich dann auf den Rücken und liess sich treiben. Er schaute in den Himmel wo die Sonne gerade hinter dem Dachstein verschwand, und genoss die frühabendliche Ruhe nach dem ganzen Motorsägenlärm des Tages.
"Herrlich...", seufzte er genüsslich. "Das glaub ich dir aufs Wort, ich hatte die gleiche Idee, stört es dich wenn ich mich zu euch geselle?"

Christoph schreckte hoch und schwamm auf das Ufer zu wo ein junger Mann an einem Baum lehnte, und ihn beobachtete. Wer weiss wie lange der ihn schon beobachtet ...... Christoph musste grinsen, und wollte den Spiess umdrehen.
"Komm doch rein, wir beissen beide nicht", lachte er.
Der junge Mann der gekleidet war wie ein Oberkellner in einem teuren Landgasthof, stiess sich vom Baum ab und kam langsam auf ihn zu. Irgendwie kam er ihm bekannt vor, aber der Name wollte ihm nicht einfallen. Während er noch drüber nachgrübelte fing der Andere an sich auszuziehen und Christoph sah ihm dabei fasziniert zu. Er war etwas kleiner als er selber, aber schlanker, hatte schwarzes Haar und war braungebrannt ...... nahtlos. Christoph gefiel durchaus was er da zu sehen bekam, als er nun zu ihm ins Wasser kam.

Er machte einige kräftige Tempi in Richtung Teichmitte, drehte sich dann zu Christoph um und schwamm langsam auf ihn zu. Dem fiel endlich ein, wer sein Gegenüber ist.
"Du bist doch der Manni, der Sabelhofer Manfred, stimmts? Es ist zwar schon ein paar Jahre her seit ich dich das letzte Mal gesehen hab, und mir ist auch dein Name nicht gleich eingefallen aber sehr verändert hast dich nicht in der Zeit ......... Du warst aber lange weg."
Manfred musste schmunzeln.
"Und du bist der Manninger Christoph, der kleine Bruder vom Georg oder? Naja klein bist inzwischen nimmer ...... allerdings hast du dich im Gegensatz zu mir gewaltig verändert in den letzen Jahren, bist erwachsen worden, und wie....."
Beide liessen sich im Wasser treiben, ohne sich auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, und dass beiden ausserordentlich gut gefiel was sie da vor sich hatten, hätte keiner abstreiten können.

Plötzlich kam Biene angeschwommen und brachte Christoph das Stöckchen zum Weiterspielen. Doch das nasse Wollkneuel liess sich durch Vögel ablenken, und bekam gar nicht mit wo das Hölzchen hinflog. Die zwei Männer allerdings schon, und plötzlich wie auf ein Kommando schwammen sie los, jeder wollte der Erste dort sein. Fast gleichzeitig griffen sie danach, und schon war eine schöne Wasserschlacht im Gange, Wie zwei kleine Jungs rangelten sie um das Hölzchen, zogen sich gegenseitig unter Wasser, versuchten wegzukommen, tauchten sich wieder unter, rauften unter Wasser weiter. Biene schwamm aufgeregt um sie herum und wollte ebenfalls das Stöckchen erwischen, das Christoph ihr dann doch noch zuwarf als er es endlich zu fassen bekam. Was ihn aber nicht davon abhielt weiterhin mit Manni rumzutoben im Wasser, allerdings veränderte sich das Spiel langsam.

Unbewusst suchten beide bei ihren Versuchen, sich gegenseitig unterzutauchen, immer mehr den Körperkontakt. Beine umschlangen sich und Hände streiften oder hielten sich länger fest. Sie waren schon fast am gegenüberliegenden Ufer und Christoph spürte bereits wieder Boden unter seinen Füssen. Er stand ganz ruhig da und streckte Manni die Hände entgegen als der prustend auftauchte und ihn anlächlte. Er zog ihn nur näher und Manni schlang sofort die Beine um Christophs Hüften und legte die Arme um seinen Hals ........und schon küsste er ihn. Erst vorsichtig ..... als Christoph aber die Arme fest um ihn legte und den Kuss erwiederte wurde Manni immer frecher und leidenschaftlicher. Er rieb seinen Körper an Christophs, und der verlor plötzlich den Halt und sie tauchten küssend unter ohne damit aufzuhören, und liessen sich so lange unter Wasser sinken bis ihnen die Luft ausging und sie auftauchen mussten.

Christoph zog Manni an den hinteren, moosbewachsenen Rand des Teiches und lehnte sich dagegen, während Manni ihm die nassen Haare aus dem Gesicht strich.
"Warum grinst du so?" fragte Manni lächelnd.
"Woher hast du gewusst, dass ich genau das schon die ganze Zeit tun wollte?" platzte Christoph heraus.
Manni musste lachen bei so viel entwaffnender Ehrlichkeit.
"Na so wie du mich vorhin schon fast mit den Augen verschlungen hast, während ich mich auszogen hab, war es nicht schwer zu erraten, dass du auf Männer stehst."
Christoph wurde ganz rot.
"So leicht war ich zu durchschauen?"
"Sicher, aber ich muss zugeben", Manni grinste vielsagend, "mir isses ein paar Minuten vorher nicht anders gegangen, als du gekommen bist. Da hab ich auch nicht anders reagiert, als ich da hinten gestanden bin und dich beobachtet hab."

Christoph schmunzelte, hatte er sich vorhin also doch nicht geirrt, dass auch er schon beobachtet wurde. Er schaute Manni nun direkt in die Augen, und fing an einfach drauflos zu reden, während er ihn weiter im Arm hielt und zwischendurch immer wieder küsste.
"Mir ist schon länger klar dass ich schwul bin, aber einen festen Freund hatte ich bisher noch nie. Du bist ja selber ausm Ort, und weisst wies hier so läuft, da isses ja schon was aussergewöhnliches wenn einer dazu steht dass er bi ist."
"So wie dein Bruder", stellte Manni einfach mal so fest.
"Stimmt, der Georg bespringt alles was nicht bei drei in Sicherheit ist, aber woher weisst du denn dass, du warst doch so lange weg?", war Christoph doch etwas erstaunt.
"Georg und ich waren doch in der selben Klasse, und bei unserem Schulschlussfestl in der letzen Klasse Hauptschule bin ich ausgerchnet mit deinem grossen Bruder knutschend in einem Heuschober gelandet." erzählte Manni lachend.

"Man ist das schon lange her......aber mir hat es damals gezeigt was ich will. Und......... ich bin heilfroh dass ich damals nicht beim grossen Manningerbruder hängengeblieben bin......der kann nämlich seinem kleinen Bruder nicht das Wasser reichen."
Christoph lachte, "Du willst mich wohl mit Komplimenten weichklopfen."
"Hab ich dass denn nötig?" fragte Manni leise und fing wieder an ihn zu küssen.
" ........nein...... das hast du wirklich nicht....."

Etwas später schwammen sie wieder an die Stelle zurück wo sie ihre Sachen liegen hatten, und setzen sich ins Gras um sich in der warmen Abendluft trocknen zu lassen. Manni liess sich zurückfallen und lag nun neben Christoph, der immer stiller wurde und plötzlich fragte:
"Du besuchst also deine Familie ....... wie lange wirst du bleiben?"
Manni war sofort klar, was mit Christoph los ist, der hatte Angst dass er genauso schnell wieder weg sein könnte, wie er aufgetaucht war.
"Nein, ich werde jetzt hier im Ort bleiben", er zog Christoph zu sich, und der legte seinen Kopf auf Mannis Schulter, während der weiter erzählte.
"Meinem Vater wächst langsam alles etwas über den Kopf, er möchte sich wieder nur ausschliesslich auf die Arbeit am Hof beschränken, und da ihn sein bisheriger Geschäftsführer im Hotel ausgerechnet jetzt im Stich gelassen hat, hätte meine Heimkehr zu keinem passenderen Zeitpunkt sein können."
"Stimmt seit ein paar Tagen brodelt im Dorf die Gerüchteküche warum denn der bisherige Geschäftsführer von einem Tag auf den anderen weg ist, man vermutet ja, eine Frau steckt dahinter. Es wird wild spekuliert wer ihm nachfolgen könnte. Also wirst ab jetzt du der Chef vom Sporthotel sein?" Christoph grinste spitzbübisch.
"Na dann passt ja deine pikfeine Aufmachung perfekt, ich hab mich vorhin schon etwas gewundert."
Manni musste lachen.
"Ja an diese Kluft muss ich mich auch erst wieder gewöhnen", er verdrehte gespielt die Augen.

"Manfred...... Was hast du denn bisher so gemacht?"
Christoph fing an ihn am Bauch zu streicheln, während er ihn interessiert ansah.
"Du bist ja verdammt neugierig", stellte Manni fest.
"Natürlich, ich will doch schliesslich wissen in wen i mi da grad Hals über Kopf verliebe", gab Christoph mit Schmetterlingen im Bauch zu, und Manni strahlte ihn an, "glaubst denn du, mir gehts da viel anders als dir?"
Christoph beugte sich über ihn und verschloss ihm sofort den Mund mit einem weiteren Kuss, er war einfach glücklich. Er zog Manfred dann zu sich und der machte es sich an seiner Brust bequem, und fing an über sein Leben zu erzählen.

"Dann fangen wir doch da an wo ich von hier weg bin. Also nach der Hauptschule hat mich mein Vater in ein Internat geschickt, er wollte dass ich Matura mache, und ich hatte auch gar nicht wirklich was dagegen in die Stadt zu kommen. Danach hab ich angefangen zu studieren, auch zwei Auslandssemester, und hab zwischendurch in den Ferien immer in diversen Ferienclubs oder Wellnesshotels gejobbt. Wodurch ich meinen späteren Chef kennengelernt hab, der mir nach dem Studium sofort die Stelle als Assitent in einem First Class Golf Resort auf Mauritius angeboten hat. Wo ich auch bis jetzt gearbeitet habe, bis auf die wenigen Tage die ich zwischendurch hier kurz zu Besuch war, was meiner Schwester zu verdanken war, die mich immer wieder bedrängt hatte gelegentlich doch mal heim zu kommen. Und da ich jetzt aber langsam die Nase voll hatte von meinem Chef der mich als Assistenten die ganze Arbeit machen liess und sich selber nur mit betuchten Gästen am Golfplatz vergnügte, hatte ich mich entschlossen nun doch endlich ganz heimzukommen. Und das genau im richtigen Augenblick wie sich herausgestellt hatte, du kannst dir vorstellen wie erleichtert mein Vater war, dass er niemanden neu einstellen musste weil ich jetzt ja da war. Auuch ...... wenn er sich erst langsam an den Gedanken gewöhnt, dass sein offen schwul lebender Sohn jetzt in dem kleinen Ort hier bestimmt für Aufsehen sorgen wird."
Christoph grinste schief.
"Aufsehen erregen ..... Das wirst du sicher .... und ich helf dir sehr gern dabei. Aber Spass beiseite Manni, du warst lange weg, gib den Leuten hier erst mal Zeit, dich wieder neu kennenzulernen."
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