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Sweet Amoris (with OC)

von susu-sama
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Lysander
14.07.2012
18.09.2012
14
56.512
 
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14.07.2012 3.269
 
Ein paar Tage vergingen, in denen ich mich gut einlebte und mich auch mit meiner neuen Klasse gut verstand, natürlich mit ein paar Ausnahmen. Bis auf eine gewisse Blondine mit Anhang waren auch alle nett zu mir. Luna hatte mich mittlerweile den meisten Leuten und ihrem Freundeskreis vorgestellt, was nicht immer freiwillig passiert ist. Ich hatte in den Jahren, in denen wir uns kaum gesehen hatten, fast vergessen, was für ein hitziges Temperament sie hatte.
Als es gerade große Pause war, stand ich mit ihr auf dem Schulhof. Ich knabberte an einem Apfel, wofür ich schon einen schiefen Blick kassierte. Dass ich mal Gesundes Zeug aß kam wirklich selten vor, da ich zu der Sparte gehörte, die alles in Massen futtern konnten, ohne dabei zuzunehmen.
»Hey, in unserer Schule soll es angeblich spuken.«, begann Luna ein Gespräch und machte dabei eine todernste Miene, als würde sie das vom ersten Moment an glauben, in dem sie es gehört hatte.
»Ach ja?«, gab ich eher gelangweilt von mir, da solche Geschichten der Schüler eh nie stimmten. Allerdings wäre es bestimmt total aufregen, einen richtigen Geist anzutreffen.
»Ja. Im hinteren Treppenhaus sollen immer wieder komische Geräusche erklingen und Schatten an den Wänden herumtoben.« Noch immer war Lunas Gesicht ernst. »Außerdem sollen dort Gegenstände verschwinden oder komische Sachen herumliegen.«, fuhr sie in ihrer Erzählung fort.
»Bestimmt ist da gar nichts.«, beschwichtigte ich und wurde unterbrochen, als ich noch etwas dazu sagen wollte.
»Vielleicht ist das ganze ja wahr. Vor einigen Jahren ist ein Lehrer dort die Treppe heruntergefallen und gestorben. Bestimmt ist das sein Geist, der Rache an den Schülern will.«
Luna wich ein Stück zur Seite, als auf einmal Castiel sich zu uns gesellte. Hui, das erste mal, dass er von sich aus mal etwas zu mir sagte. Meine beste Freundin schien dieser Geschichte allerdings sofort Glauben zu schenken und drängte den Rothaarigen dazu, noch mehr über diesen Unfall zu erzählen. Ich rollte mit den Augen und Castiel war auch nicht gerade begeistert, noch etwas hinzuzufügen. Offenbar wollte er uns mit dieser kleinen Story nur ein wenig Angst einjagen.
Durch Lunas Fragerei, die total begeistert davon war, an der Schule könnte es spucken, schaffte sie es, Castiel mit genervten Seufzen zu vertreiben, sodass er uns einfach stehen ließ. Ich grummelte. Das hatte sie ja schön hinbekommen. Da redete ein heißer Kerl schon mit mir und sie musste ihn vertreiben. Einen dementsprechenden Blick warf ich ihr zu, woraufhin sie mich entschuldigend ansah. »Oh… Sorry. Und dass, obwohl ich weiß, dass du auf so Typen wie Casi stehst.«
Diesmal seufzte ich. Aber hatte sie ihn gerade wirklich Casi genannt?! Naja, egal, wirklich böse konnte ich ihr auch nicht sein.

»Bitte. Bitte.«
Luna rüttelte an meinem Arm, während sie dieses Wörtchen immer und immer wiederholte.
»Nein.« Auch ich beließ es als Antwort bei diesem Wort.
»Biiiiiiiiiiitte.«, quengelte sie und verstellte dabei ihre Stimme quietschend. Dass der Lehrer längst auf uns aufmerksam wurde, bekam sie gar nicht mit. Es war zwar die letzte Stunde des heutigen Unterrichtes, aber der Lehrbeauftragte forderte trotzdem Aufmerksamkeit.
»Shhht~«, raunte ich ihr noch zu, aber es war zu spät.
»Luna. Lucio. Es reicht. Nach der Stunde dürfte ihr euch eine Strafaufgabe abholen. Und jetzt ist Ruhe.«, donnerte unser Mathelehrer. Die Klasse fing an zu kichern.
»Ich sagte RUHE!!«
Nach dieser donnernden Aufforderung war es auf einmal mucksmäuschenstill in der Klasse. Niemand wollte noch eine Strafarbeit oder gar Nachsitzen auf sich halsen. Für mich war dies leider schon zu spät. Meiner Sitznachbarin warf ich einen vernichtenden Blick zu, aber sie zuckte nur mit den Schultern.
Die unzähligen Zettel, die mit nur einem Wort beschriftet waren und während des Unterrichts sich ungeöffnet auf meiner Seite stapelten, ignorierte ich gekonnt.
Nachdem die stunde vorbei war, holte ich mir murrend meine Strafe von unserem Lehrer ab. Ganze drei Aufgaben zusätzlich, und das in Mathe. Schlimmer ging’s nicht.
»Tut mir leid.«, meinte meine beste Freundin, als wir das Klassenzimmer verließen.
»Also. Ich mache die Aufgaben für dich, aber dafür kommst du heute Nacht mit. Deal?«
»Nein!« Mann, dieses Mädchen konnte echt nicht locker lassen. Und mit was für einer Idee sie wieder ankam.
Sie wollte sich doch tatsächlich des Nachts in die Schule schleichen, um nachzusehen, ob an dieser Sache mit dem Gespenst etwas dran ist. Darüber konnte man doch nur den Kopf schütteln.
»Bitte. Tu’s für mich, du hast dann auch was gut bei mir. Ich organisier dir notfalls auch ein Date mit Castiel oder mit wem auch immer.« Ich seufzte. Die Sache war doch wirklich hirnrissig, aber ich gab mich geschlagen. Im schlimmsten Fall würde sie diese Aktion allein durchziehen und ihr würde etwas passieren, oder schlimmer noch, sie würde mich ab sofort jeden Tag damit nerven oder beleidigt sein. Dass sie mir allerdings ein Date besorgen würde, das bezweifelte ich doch mal stark.
»Okay. Okay. Aber wenn wir erwischt werden, geht das auf deine Kappe.«, meinte ich schließlich ergeben.
»Du bist echt ein Schatz!«, rief sie daraufhin freudig und umarmte mich.
Auf dem Heimweg erzählte sie mir, was sie schon alles bezüglich heute Nacht geplant hatte.
Gegen 23 Uhr sollten wir zum Schulgelände gehen und uns irgendwie hereinschleichen. Und ich solle auf keinen Fall meine Digitalkamera vergessen, Geister könne man ja angeblich photographieren. Was für ein Schwachsinn.

Nachdem ich daheim am Abend eine Tiefkühlpizza zu mir genommen hatte, inklusive Cola, dachte ich daran, dass ich schon bald los müsste. Nach den Hausaufgaben eine Runde zocken, dabei konnte man schonmal gut und gerne die Zeit vergessen.
Zum gefühlten tausendsten Mal seufzte ich.
Bald war es soweit, dass ich mich fertig machen sollte, um mich fertig zu machen. Ich spielte noch einige Male mit dem Gedanken, einfach daheim zu bleiben. Aber einer sauren Luna wollte ich auch nicht wieder begegnen. So zog ich mir also neben meiner schwarzen, zerschlissenen Jeans inklusive Nietengürtel zog ich mir einen ebenso schwarzen Kapuzenpulli über den Kopf. Hoffentlich würde uns auch wirklich niemand erwischen und erkennen. In meine Hosentaschen stopfte ich noch meine Digitalkamera und eine kleine Taschenlampe.
Kurz vor 23 Uhr verließ ich meine Wohnung und machte mich zum zweiten Mal auf den Weg zu meiner Schule. Die Kapuze hatte ich dabei tief ins Gesicht gezogen.
Als ich auf dem Schulgelände ankam, war Luna schon da.
»Du bist spät.«, begrüßte sie mich tadelnd, obwohl meine ´´Verspätung´´ vielleicht gerade einmal zwei Minuten betrug.
>Weiß du überhaupt, wie wir da reinkommen? Ist doch sicher abgeschlossen.«, fragte ich, in der Hoffnung, gleich wieder heim gehen zu können. Aber nichts da. Luna grinste mich an, während sie mir stolz einen Schlüssel unter die Nase hob. Ich wollte nicht wissen, wo sie den schon wieder herhatte.. »Damit natürlich!«, erklärte sie mir stolz.
Nach einem kurzen Moment begaben wir uns zur Schultür, die zu unserer Überraschung gar nicht abgeschlossen war.
»Oh?«, meinte ich fragend, während meine Freundin nur mit den Schultern zuckte.
Gemeinsam betraten wir das Gebäude, in dem es wirklich verdammt dunkel war. Wie gut, dass ich an eine Taschenlampe gedacht hatte! Der Gang sah des Nachts ganz anders aus, als wenn er von Schülern belebt war. Nur gut, dass sich der Dunkelheit abzuhelfen war.
Ich knippste meine Taschenlampe an und ging vorsichtig die ersten Schritte hinein. An so etwas wie Licht hatte meine Begleiterin natürlich nicht gedacht.
»Ganz hinten beim Treppenaufgang, da gehen wir hin.«, flüsterte sie mir zu, wobei ich mich fragte, warum sie so leise sprach. War doch eh niemand hier außer uns. Oder etwa doch?
Das einzige Geräusch, was zu hören war, war das unserer auftretenden Schuhe, das im Gang hallte.
Langsam gingen wir weiter in das Gebäude hinein, wobei der Lichtkegel der Taschenlampe uns den Weg wieß. Es dauerte nicht lange, bis wir den hinteren Teil mit dem Treppenaufgang erreicht hatten.
Dort leuchtete ich als erstes über die Wände und die Decke, bis Luna sich leicht in meinen Arm krallte. »Hey.. die Graffitis waren heute Morgen aber noch nicht da..«, meinte sie leise, wobei ich an ihrer Stimme hörte, dass es ihr gerade gar nicht so wohl war. Dabei war das ganze doch ihre Idee gewesen.
»Die waren bestimmt schon da. Beruhig dich mal. Es wird ja eh nichts passieren.«, meinte ich mit seufzender Stimme, auch wenn ich diese Dunkelheit auch nicht so prickelnd fand. Es sah alles einfach so anders aus als tagsüber. Selbst die Spinde, an denen wir vorbeigelaufen waren, sahen nicht aus wie die normalen Spinde, in denen wir unsere Sachen verstauten. Da fiel mir ein, dass ich ja mein Deutschbuch noch mitnehmen könnte, was ich heute Mittag vergessen hatte, obwohl wir Hausaufgaben aufhätten.
Als nach ein paar Minuten noch immer nichts passierte, lehnte ich mich an eine der Wände und ließ mich daran herniedersinken. Luna tat es mir gleich.
»Wir müssen bestimmt bis Mitternacht abwarten. Dann ist Geisterstunde.«, flüsterte sie zu, was mich abermals zum Seufzen brachte. War ja klar. Ich hatte ja auch nichts Besseres zu tun, als nachts in der Schule herumzuhocken.
Auch nach weiteren Minuten geschah nichts, außer, dass ich langsam müde wurde. Super, morgen früh würde ich bestimmt nicht aus dem Bett kommen.
Ich wollte gerade meine Augen ein wenig schließen, als ich offensichtlich hörte, wie jemand eine Treppe herunterschritt. Und zwar genau die Treppe, der wir gegenüber saßen. Luna war sofort erschrocken aufgesprungen und auch ich hatte mich wieder aufgesetzt. Nun doch ein wenig nervös fummelte ich in meiner Hosentasche herum, um nach der Kamera zu greifen.
Ich bekam eine Gänsehaut, als die Schritte das Ende der Treppe erreichten und wir gleich sehen würde, wer oder was hierherkommen würde. Und genau das war der Moment, in der die Taschenlampe ihren Geist aufgab. Auf einmal war es stockdunkel.
Die Schritte kamen näher und ich hörte, wie jemand leise eine Melodie summte. Für Luna war das zufiel.
»IEKS!!«, sie kreischte auf, bevor sie meine Seite verließ und einfach in den Gang und noch weiter flüchtete. Okay, sie war jetzt gerade nicht wirklich weggerannt und hatte mich alleine gelassen… oder?!

Zugegebenermaßen, jetzt bekam auch ich es mit der Angst zu tun. Dass ich kaum mehr als die Hand vor Augen sehen konnte, machte die Situation auch nicht besser. Ich spürte, wie das Wesen näher kam. Auch mir war nach Weglaufen zumute, wenn ich mich denn rühren könnte. Ob es wirklich Geister gab? Und war das, was vor mir stand dann wirklich einer? Und was würde es mit mir machen? Wollte es meine Seele?
Die abstrusesten Gedanken gingen in meinem Kopf umher, während ich irgendwo am Rand noch bemerkte, dass meine Hand die Kamera in meiner Hosentasche umklammerte. Das war meine Rettung, hoffte ich.
Ich zwang mich dazu, meinen Arm zu bewegen, was mir tatsächlich gelang. Als ich die Kontrolle wieder hatte und mein Körper nicht mehr vor Angst gelähmt wurde, drückte ich blind auf den On-Knopf der Digitalkamera. Anschließend holte ich sie blitzschnell aus meiner Hosentasche heraus, hielt sie einfach vor mich und drückte ab.
FLASH!!
Die gesamte Umgebung war für einen kurzen Moment in grelles Licht, ausgelöst durch den Blitz des Photoapparates, getaucht. Leider konnten sich meine Augen so schnell nicht an das Licht gewöhnen, sodass ich nur einen schemenhaften Umriss sah. Aber das, was ich gesehen hatte, glich definitiv einem Menschen. Ich blickte auf das Display der Digitalkamera und was ich sah, machte mich sprachlos. Nicht, dass ich gerade sowieso nichts sagte.
Der nächste Schock kam, als ich spürte, wie der Körper vor mir um einiges näher an mich kam und auf einmal die normale Beleuchtung im Gang anging.
Das erste, was ich wahrnahm, war ein erschrockenes Augenpaar. Die selben Augen, die sich zuvor auf dem Display meiner Kamera gezeigt hatten. Und was für Augen! Eines schimmerte in einem gelblichen Ton, das andere in einem grünlichen.
Waren das Kontaktlinsen? Seit wann trugen Geister Kontaktlinsen? Und war das jetzt überhaupt ein Geist?
Noch immer schaute ich in die Augen meines Gegenübers, nicht imstande, mich zu rühren, wegzublicken oder zu atmen. Es dauerte einige Momente, bis ich mich von dem Anblick losriss und mein Blick langsam herunterglitt.
Die Person- zumindest glaubte ich so langsam, dass es wirklich ein Mensch ist und kein Geist- trug schwarze und weiße viktorianisch angehauchte Kleidung und auch der Körperbau war nach meinem Geschmack. Umrahmt wurde ein schön geschnittenes Gesicht mit den tollsten Augen, die ich bisher gesehen hatte, von weißen Haaren mit schwarzen Spitzen. Dadurch, dass mein Gegenüber mir so nahe war, konnte ich jede Kleinigkeit an ihm erkennen.
Ich war fast schon enttäuscht, als der Unbekannte sich schließlich zurückzog und zwei förmliche Schritte auf Abstand ging. Abermals musterte ich denjenigen, der mich so erschrocken hatte, diesmal richtig von Kopf bis Fuß. Tolle, breite Schultern, tolle Hüfte, tolle lange und kräftige Beine.
Sollte sich dieser jemand nun doch verblüffenderweise als Geist herausstellen, wäre ich wirklich enttäuscht.
»Ähm… Entschuldige. Ich hoffe, ich habe dich nicht erschreckt?«, fragte der Fremde mit einer Stimme, die mich beinahe dahinschmelzen ließ.
Es dauerte noch einen Moment, bis ich im Stande war, eine vernünftige Antwort zu geben.
»Ein… wenig? Aber ich glaube, das hat gerade auf Gegenseitigkeit beruht.«, meinte ich ein wenig verlegen und hoffte, meine Stimme klang einigermaßen normal.
Mein Gegenüber lächelte scheu.
»Sorry. Ich habe dich für einen Geist gehalten.«, gab ich ehrlicherweise zu und ohrfeigte mich in Gedanken selbst für diese Worte. Dieser Typ musste mich jetzt doch echt für einen Idioten halten!
Statt eines blödes Kommentars vernahm ich aber nur ein leichtes, amüsiertes Schmunzeln.
»Nein, ich bin kein Geist.«, erklärte mir der Unbekannte mit sanfter, ruhiger Stimme. Gedanklich bat ich ihn darum, noch mehr zu sagen, egal was. Von mir aus konnte er auch ein Rezept für Kartoffelbrei aufsagen.
»Ich heiße Lysander. Und darf ich fragen, was du so spät nachts hier noch willst?«, fragte diese wunderbare Stimme weiter.
Abermals musste ich nach Worten suchen.
»Ich ähm…< Ja, ganz toll gemacht, super Anfang. Ich machte mich doch selbst zum trotteligsten Trottel aller Trottel. »Ich bin Lucio.« Wow, wenigstens wusste ich noch, wie ich heiße.

»Schöner Name.«, antwortete er mir Lysander, während er beiläufig mit den Fingern an seinen Haarspitzen rumspielte, als wäre er verlegen oder die Situation wäre ihm unangenehm. Hoffentlich war es nicht letzteres.
»Und was machst du so spät noch hier?«, wiederholte er vorsichtig seine Frage, auf die ich ihm noch gar nicht geantwortet hatte. Ohje, und was sollte ich jetzt bitte sagen? Lügen? Ne, käme bestimmt nicht gut und eine gute Ausrede würde mir auf die Schnelle jetzt auch nicht einfielen. Ich probierte es einfach mal mit der Wahrheit.
»Meine Freundin hat mich dazu gezwungen, sie zu begleiten, um einen Beweis zu erbringen, dass es hier spukt. Aber ich glaube, an der Sache ist nichts dran.«
Lysander schmunzelte bei seiner Antwort.
>Aha. Und wo ist sie jetzt?«
»Weggerannt.«, antwortete ich knapp, was den Weißhaarigen kurz zum Kichern brachte. In diesem Moment fand ich das gar nicht witzig. Luna wollte schließlich unbedingt hierher um diesen angeblichen Geist zu knipsen und als es ernst wurde, ist sie einfach weggerannt. Echt super.
Es herrschte kurz ein Schweigen und irgendwie dachte ich mir, dass ich es doch näher erklären sollte.
»Naja, wir hatten nur eine Taschenlampe dabei und die hat genau da den Geist, haha…«., Okay, das war unlustig, »…aufgegeben, als du die Treppe heruntergekommen bist.«, meinte ich zu ihm, während ich mich kurz nervös am Kinn kratzte. Wahrscheinlich wurde ich gerade wirklich für einen absoluten Schwachkopf gehalten.
»Der Lichtschalter für die Beleuchtung im Gang ist übrigens genau neben mir.«, erklärte er mir schmunzelnd. Ich drehte mich schräg nach hinten zur Wand und sah dort tatsächlich zwei Lichtschalter, von denen einer nach unten gedrückt wurde. Deswegen war er mir im Dunkeln also so nahe gekommen. Irgendwie war mir das ja peinlich. Nicht, dass ich mir noch etwas anderes erhofft hätte.
Wieder herrschte Schweigen.
Ich fummelte schließlich mein Handy aus meiner Hosentasche, in die ich auch gleich die Kamera wieder verstaute, und sah auf die Uhr. Fast 00 Uhr, so spät war es also schon. Wahrscheinlich wäre es am Besten, ich ginge so langsam nach Hause.
»Ähm.. Ich glaube, ich gehe dann lieber mal. Ist ja schon spät.«, teilte ich auch gleich meine Gedanken mit. Lysander nickte.
»Ich bringe dich noch nach draußen, dann kann ich auf dem Rückweg die Lichter wieder löschen.« Diesmal nickte ich. »Okay.<, meinte ich noch knapp, bevor wir uns in Bewegung setzen.
Ich lief ein kleines Stück versetzt hinter ihm, sodass ich seine Rückseite auch ein wenig betrachten konnte. >Und ‚nen Knackarsch hat er auch noch.<, dachte ich mir kurz dabei, schüttelte derlei Gedanken aber schnell wieder ab.
Viel zu schnell hatten wir das Ende des Ganges und die Ein- bzw. Ausgangstür erreicht. Mit einem leichten Lächeln hielt der Weißhaarige sie mir auf.
Dankend ging ich einen Schritt nach draußen und schreckte aber gleich wieder nach hinten zurück. Eine Fledermaus war urplötzlich vor meinem Gesichtsfeld herumgeflogen und ich wäre beinahe vor Schreck nach hinten gefallen, hätten mich zwei starke Arme nicht davor bewahrt . Ich errötete, als ich meinen Kopf drehte und Lysanders Gesicht schon wieder so nahe an meinem war.
Schnell befreite ich mich von ihm und ging abermals einen Schritt nach vorne und damit nach draußen. Schon wieder sowas Peinliches. Konnte auch nur mir wieder passieren.
»Ich wusste gar nicht, dass es hier Fledermäuse gibt.«, meinte ich schließlich noch, um meine Nervosität zu unterdrücken. Just in diesem Moment flog eben jenes Flattervieh schon wieder dicht an mir herum und als ich zur anderen Seite blickte, waren es zwei. Fledermäuse tranken aber kein Menschenblut, oder? Es war irgendwie beängstigend, dass diese Viecher so nahe an Menschen herankamen und dann auch noch genau am Ausgang.
Ich hörte Lysanders leises Kichern, als er wohl meinen etwas eingeschüchterten Blick bemerkt hatte.
»Die tun dir nichts, aber sie sind sehr zutraulich. Im Sommer fliegen die hier öfters rum.«, erklärte er mir, was mich aber nicht wirklich beruhigte. Was, wenn diese Fledermäuse in Wirklichkeit Vampire waren und sich an mein Blut ranmachen wollten, wenn ich kaum allein wäre…? Ja, Okay, ich habe in der Vergangenheit wirklich zu viele schlechte Horrorfilme gesehen.
»Soll ich dich ein Stück begleiten?«, fragte der Weißhaarige sanft, was meine Wangen abermals dazu brachte, sich rötlich zu verfärben.
»Würdest du das echt machen?« So eine Chance dürfte ich mir doch nicht entgehen lassen! Solch ein Angebot von solch einem tollen Typen muss man doch annehmen!
»Klar.«, erwiderte er lächelnd, während er sich an mir vorbei aus der Tür schob, wobei sein Körper meinen kurz streifte. Kurzzeitiger Herzstillstand. Anschließend heftiges Herzklopfen. Wow.
Dankend und mit roten Wangen folgte ich ihm nach draußen. Er wartete noch kurz, bis er schließlich losging und ich dicht an seiner Seite folgte, da es schließlich auf dem Schulhof dunkel war.
Dass Luna auch noch hier irgendwo rumhocken könnte, daran dachte ich gar nicht mehr. Auch die Fledermäuse waren so nahe in seiner Gegenwart auch nur noch Nebensache.
Der Weg über den Schulhof war viel zu schnell vorbei, auch wenn er mich noch fragte, in welcher Richtung ich wohnte und er mich noch eine Straße weiter begleitete, wo Straßenlaternen meinen Weg erleuchteten.
>Also dann ähm… bis….«, sprach ich abgehackt, bis mir Lysander ins Wort fiel. Er hatte gerade auf die Uhr gesehen und sah nun so aus, als hätte er es jetzt irgendwie eilig. Ob er wohl noch was vorhatte?
»Wir sehn uns in der Schule.«, meinte er nun zum Abschied, bevor er losging, mir aber noch einmal mit einem Lächeln hinterher winkte.
Klang ja ganz so, als würde er auch auf meine Schule gehen. Okay, war logisch, wenn ich ihn dort angetroffen hatte. Hoffentlich würde ich ihn dann auch mal tagsüber dort sehen.
Erst auf dem Nach-Hause-Weg fragte ich mich, was er allerdings so spät noch dort gemacht hatte oder machen wird.
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