Is it only rain in may ?

GeschichteRomanze / P12
Claire Hershel Layton
10.07.2012
10.07.2012
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Die Idee kam mir als ich mich gestern Nachmittag im Urlaub gelangweilt habe, hundemüde war und nicht schlafen konnte / wollte. ^^

Ein kleiner One Shot über Laytons Beziehung mit Claire.
Wie es vielleicht gewesen ist, als noch alles in Ordnung war.
Ich fand die Idee irgendwie niedlich.
Wie die Umsetzung ist, müsst ihr sagen. ^^

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Is it only rain in may ?

„Ein Wochenendausflug nach Christchurch? - Ja, ich würde sehr gern mitkommen. Aber ich kann nicht. - Weil ich arbeiten muss, Hershel. - Nein, muss nicht ins Labor, aber ich muss noch eine Menge Schreibkram erledigen. - Ja, ich kann Dimitri fragen, aber ich weiß nicht, ob er begeistert sein wird. Ich rufe dich später zurück, wenn ich zu Hause bin, in Ordnung? - Alles klar, bis nachher. - Was? - Ich dich auch.“ Danach lächelte sie und ging in Dimitris Büro.

„Dimitri?“

„Claire, was gibt’s denn?“, fragte der Angesprochene und strahlte sie an.

„Braucht Bill die Protokolle von der Arbeit des Generators schon am Montag oder hat das auch bis nächste Woche Zeit?“

„Ich weiß es nicht. Ich denke, er braucht sie bis Montag, spätestens Dienstag. Wieso fragst du?“

„Ich habe am Wochenende wenig Zeit. Ich denke nicht, dass ich es bis Montag oder Dienstag schaffen werde …“, sagte Claire vorsichtig und verzog das Gesicht.

„Ich habe nicht so viel zu tun, ich kann sie doch für dich schreiben.“

„Danke, Dimitri, das ist lieb von dir, aber ich möchte nicht, dass du dein Wochenende durch meine Arbeit verschwendest.“

„Es ist schon in Ordnung, ich habe nichts vor und außerdem soll das Wetter sowieso nicht allzu gut werden.“

„Ich übertrage sie dir nur ungern. Aber wenn du es machst, hast du meine ewige Dankbarkeit und auf jeden Fall etwas gut bei mir, versprochen.“, beteuerte sie und lächelte unschuldig.

„Ich helfe dir gerne, Claire.“

„Trotzdem hast du was gut bei mir. Sonst mach ich sie selber“, lachte Claire, „wir sehen uns am Montag, Dimitri, und nochmals danke.“

„Keine Ursache.“

„Und irgendwann mach ich deine Arbeit!“, rief sie noch zurück in sein Büro, als sie sich ihre Tasche umhängte.


***


Zu Hause angekommen, griff sie sofort zum Telefon.
Nach einigen Augenblicken des Wartens meldete er sich.

„So, Herr Professor, wann soll ich vor deiner Tür stehen?“
„Es hat geklappt? Schön. Nun ja, Frau Forschungsleiterin, ich bin dafür, dich abzuholen, in einer halben Stunde?“
„Oha, dann muss ich mich ja beeilen.“, meinte Claire und ging die Treppe nach oben.
„Ich muss auch noch packen. Aber nimm nicht zu viel mit. Wir bleiben nur einen Tag und zwei Nächte.“
„Du kennst mich, Hershel.“
„Grade deswegen.“
„Mich würde es nicht wundern, wenn ich nachher deine Tasche zumachen müsste“, lachte Claire, „nicht der Menge wegen, aber der Art wie du Sachen packst.“
„Wir werden ja sehen.“


***


Eine halbe Stunde später…
Claire stellte ihre etwas zu kleingeratene Reisetasche in den Kofferraum.
Neben ihrer befand sich bereits Hershels. Von außen sah alles ganz normal aus, aber der Inhalt …

„Na, Hershel? Soll ich mal in deine Tasche schauen?“

„Nun ja, wenn du dir das antun möchtest? Du kannst auch einfach einsteigen.“, lachte er und öffnete die Autotür.

„Ich wusste es. Du und dein Durcheinander.“, schmunzelte sie.

„Immerhin habe ich sie zubekommen.“, grinste er stolz.

***


„Wie lange fahren wir? Drei Stunden, oder?“

„Ja, ungefähr, wieso?“

„Keine Ahnung, einfach nur so. Dann sind wir …“, sie schaute auf die Uhr, „gegen sechs, halb sieben da. … Du weißt aber, dass das Wetter nicht so berühmt werden soll, oder?“

„Wer guckt schon den Wetterbericht?“, fragte er ungläubig lächelnd.

„Was gedenkst du zu tun, falls es regnen sollte?“, fragte Claire den noch klaren, blauen Himmel betrachtend.

„Ich weiß nicht, mal sehen. Selbst wenn es schlechtes Wetter geben sollte, wer vertraut schon auf die Vorhersagen, die stimmen eh fast nie.“

„Sie stimmt in einem von zwanzig Fällen nicht.“, lachte Claire.

„Ist doch egal.“, stimmte er in ihr Lachen ein.


***


„Hershel, ich habe es dir gesagt, du hättest vorhin nach rechts gemusst.“

„Quatsch, wir sind richtig. Irgendwo da hinten müsste die Hauptstraße wieder sein.“

„Wir sind mitten in der Pampa!“
Männer und Autofahren, waren Claires Gedanken, immer sind sie auf dem richtigen Weg, auch wenn sie auf einem Feldweg gelandet sind.
Das war hier tatsächlich der Fall.

„Nun übertreibst du aber, in Südamerika sind wir noch lange nicht.“

„Das ist auch nur so ein Spruch …“, sagte Claire ernst, doch im nächsten Moment schmunzelte sie. „Gib mir mal die Karte bitte.“

Der Himmel hatte sich verfinstert. Dicke grau-blaue Wolken verdeckten nun das einstige schöne hellblau, von dessen Farbe der Himmel vorhin noch gefärbt war. Es war schon fast sechs. Dass es um diese Uhrzeit im Mai schon so dunkel war, war höchst untypisch. Claire suchte eine Karte, auf der möglichst auch jeder kleine Feldweg verzeichnet war. Nach etlichem Suchen fuhr sie mit dem Zeigefinge die Hauptstraße entlang und fand schließlich auch den Feldweg, auf dem sie sich gerade befanden.

„Hershel, das ist eine ›Sackgasse‹. Wir kommen da hinten auf keine Hauptstraße. Wir müssen zurückfahren!“

Plötzlich begann es zu rumpeln. Donner! Kurz darauf fing es auch an zu blitzen und schon fielen die ersten Regentropfen auf die Windschutzscheibe. In kürzester Zeit verstärkte sich der Regen enorm. Hershel hatte gewendet und nun befanden sie sich nun etwa auf der Hälfte des zu großgeratenen Feldwegs. Nur wenige Minuten später liefen die Scheiben an und der Regen wurde so stark, dass man die ›Straße‹ nicht mehr sehen konnte. Auch die Lüftung kam dagegen nicht mehr an.

„Wie war das mit der falschen Vorhersage?“, fragte Claire. Hershel schaltete den Motor ab.

„Von mir aus…“, sagte er, unklar erkennbar in welcher Stimmung er sich gerade befand.

„Fahr wenigstens an den Wegesrand, sonst versacken wir total! Der Regen wird alles aufweichen!“

Er öffnete die Autotür und stieg aus. „Es wird schon nichts passieren. Warte hier bitte. Ich bin in spätestens einer halben Stunde zurück.“ Dann schlug er die Tür zu. Rechts und links von ihnen befanden sich weite Felder, auf denen Getreide wuchs. Neben dem rechtsliegenden Feld war ein Wald.
Sie schaute Hershel ungläubig hinterher, der mitten in das Unwetter lief. Gewusst, hätte sie schon gern, wo er hinwollte. Hier war doch nirgendwo etwas zum Unterstellen oder überhaupt irgendwas Nützliches. Oder?

Fünf Minuten vergingen und noch mal fünf. Das Radio störte, man bekam keinen Sender. Und noch mal zehn Minuten. Der Regen prasselte immer lauter auf das Autodach und immer stärker. Noch eine viertel Stunde.
Sie machte sich Sorgen. Langsam wurde auch der Donner stärker. Schon begann es wieder zu blitzen. …
Plötzlich knallte es, dass Claire fast das Herz in die Hose rutschte und sie zusammenzuckte. „Oh Gott!“

Sie wartete noch einige Sekunden, schaute aus dem Fenster. Man konnte nichts erkennen. Nur den wahrlich dichten Regen, der einem die Sicht nahm.
Hershel war direkt über das links von ihnen liegende Feld gelaufen.
Schließlich fasste sie den Mut und stieg aus. Es donnerte wieder.
Nach nur wenigen Sekunden waren ihre Haare und ihre Sachen fast komplett nass.

„Hershel!“ rief sie und blickte um sich. „Wo bist du?“
Sie hörte nur den wilden Regen, der fast alle Lautstärke ihrer Stimme verschluckte.

„Hershel!!“ Sie konnte kaum die Hand vor Augen sehen. Blind ging sie auch mitten in das Feld, in welches Hershel gelaufen war, stolperte aber vorher durch eine große Pfütze, sodass nun auch ihre Schuhe und Füße nass wurden.
Sie kniff die Augen zusammen und versuchte zwanghaft, etwas erkennen zu können, vergebens.

Wieder donnerte es, nur fünf Sekunden später sah sie einen Blitz in einen Baum einschlagen und hörte einen noch viel lauteren Knall als vorhin. Sie zitterte und zuckte kurz zusammen. Versuchend, es zu ignorieren, strich sie die nassen Haarsträhnen aus ihrem Gesicht. Die Haare klebten an ihrer Stirn. Immer weiter auf das Feld lief sie hinaus. Da war nirgendwo etwas. Noch ein Knall. Ihre Knie knickten ein. Sie stütze eine Hand auf den Boden und hielt sie dann vor ihr Gesicht. Der Boden war aufgeweicht und das Erde-Wasser-Gemisch haftete an ihrer Hand. Sie drückte sich vom Boden ab und stand wieder auf, drehte sich nun im Kreis. Der Regen hatte sich nicht gelindert. Claire hielt die Hand unter den riesigen Wasserhahn. Nach nur wenigen Augenblicken war sie wieder sauber und sie wischte sie an ihrer pitschnassen Hose ab. Nun versuchte sie wieder ihre Umgebung zu erkennen. Doch der Regen machte ihr einen Strich durch die Rechnung.

Wo war sie denn nun hergekommen?!

„Nein!“



„HERSHEL!!!“

Keine Antwort. Nur ein Grollen des Himmels und noch ein Blitz.

„Verdammt!“, schrie sie und fuhr sich mit den Händen über das Gesicht.

Was sollte sie denn jetzt machen?! Dieses Feld war riesig, wie sollte sie wieder zurück zum Auto finden? Hier war nirgendwo eine Tankstelle oder ein kleines Häuschen! Wieso hatte sie nicht einfach gewartet?! Vielleicht fände sie, auch wenn der Regen etwas nachgelassen hatte, nicht zum Auto zurück, weil sie nur vom Getreide umgeben wäre.

„HERSHEL! WO BIST DU? ANTWORTE!!“, schrie sie erneut ohne eine Antwort. Nur noch ein Einschlag in einen Baum. Wieder zitterten ihre Knie. Jedoch konnte sie sich dieses Mal auf den Beinen halten. Ihre Schuhe klebten am Boden und es matschte bei jedem Schritt, den sie machte. Doch nun blieb sie endgültig stehen.

„HERSHEL!! … Hershel! Her-“

Sie bekam keine Luft mehr. Noch ein Knall ließ sie wieder in die Knie sinken. Ihre Hose sog sich mit noch mehr Wasser voll, auch die nasse Erde blieb an ihr haften. Krampfhaft versuchte sie wieder aufzustehen und Luft zu bekommen. Doch ihre Knie waren wie Pudding und ließen nicht zu, dass sie wieder aufstehen könnte.
Mit einer Hand stütze Claire sich ab, mit der anderen fuhr sie sich über die Augen, in denen sich schon Tränen sammelten und nun über ihre Wangen liefen.
Sie vermischten sich mit dem Regen, sodass man es nicht sah. Wobei sie hier sowieso niemand gesehen hätte. Hier draußen lebte keine Menschenseele.

Wieso war sie nur losgelaufen?! Hätte sie nicht einfach noch ein paar Minuten warten können? Vielleicht wäre Hershel schon längst wieder zurückgewesen! Ein paar Mal schluchzte sie leise und drückte sich wieder auf die Beine und ging weiter in die Richtung, in der sie das Auto glaubte.



Letztendlich konnte sie nicht mehr laufen, trieb sich aber trotzdem an, weiterzugehen. Irgendwann hatte sie weit aus der Ferne etwas gehört, aber sie war müde, erschöpft und verzweifelt, um es zu verstehen. Wo sollte sie hin? Sollte sie einfach hier liegen bleiben und im Morast versinken? Es donnerte wieder und es schien, als würde der Regen keine höchste Stufe an Stärke kennen. Wieder hörte sie etwas aus weiter Ferne, konnte es aber wieder nicht deuten. Doch plötzlich spürte sie etwas hinter sich und wie sich Arme von hinten um sie legten. Erst konnte sie gar nichts sehen, aber schließlich erkannte sie Hershel, der sie umgedreht hatte, an den Schultern festhielt und sie nun besorgt anschaute.

„Claire, geht es dir gut? Um Himmels Willen, was machst du hier? Du solltest doch warten!“

„Hershel …“, hauchte sie, nahm keine Notiz davon, was er da sagte. Sie legte eine Hand an seine Wange, stellte sich mit letzter Kraft auf die Zehenspitzen. Mit der anderen Hand hielt sie sich an Hershels ebenfalls völlig durchnässtem Hemd fest. Schließlich küsste sie ihn, bevor ihr auf einmal schwarz vor Augen wurde und sie in seine Arme fiel.

***


Claire spürte eine wollige Wärme um sich und den warmen Schein der Sonnenstrahlen in ihrem Gesicht, als sie wieder aufwachte. Zögernd öffnete sie die Augen und versuchte sich aufzurichten. Obwohl sie immer noch ziemlich entkräftet war, schaffte sie es sich auf die Ellenbogen und Unterarme zu stützen. Diese Umgebung war ihr völlig fremd. Wo war sie denn jetzt gelandet? An der Wand hing eine Uhr, sie kniff die Augen zusammen, um etwas erkennen zu können: Kurz nach neun.

Sie ließ sich wieder auf den Rücken fallen, wandte den Kopf zum Fenster. Wieder strahlend blauer Himmel. Sie schloss die Augen wieder und schluckte. Erst jetzt nahm sie die starken Halsschmerzen wahr. Auf einmal hörte sie leise Schritte und das Herunterdrücken einer Klinke. Jemand trat neben sie und stellte etwas neben ihr, wahrscheinlich auf dem Nachschrank, hin. Die Holzdielen knarrten etwas, jetzt setzte sich jemand zu ihr aufs Bett und streichelte ihr über die Wange. Ihr Bauch begann zu kribbeln bei dieser zärtlichen Berührung. Sie wandte den Kopf wieder, öffnete langsam die Augen und schaute in Hershels Gesicht, auf dem sich nun ein Lächeln ausbreitete.

„Du bist wach.“

„Hershel … was ist passiert?“, ihr Hals kratzte schrecklich und es tat weh beim Sprechen.

„Es hat gewittert, du hast in einem Getreidefeld verlaufen und als ich dich gefunden hatte, warst du pitschnass. Du hast mich geküsst und bist dann ohnmächtig geworden. Ich habe dich zum Auto getragen und bin so schnell wie möglich losgefahren. Unser Zielort war gar nicht weit weg. Wir waren auf einem Feldweg in Christchurch. Jetzt sind wir in einer Pension. Ich habe dir erst mal die nassen Sachen ausgezogen und dich abgetrocknet. Es war ganz schön schwer bei deiner Ordnung durchzusehen. Dann habe ich dir frische, trockene Sachen angezogen und einen Arzt gerufen. Er meinte du hättest noch richtiges Glück, dass du nicht gleich eine Lungenentzündung oder Angina davongetragen hast. Er sagt, du bist gut weggekommen mit einer Grippe. Wie fühlst du dich?“

„Hmmm. Es ging mir schon besser. … Mir ist furchtbar warm.“

Er fasste an ihre Wange und ihre Stirn. Sie glühte und hatte auch kleine Fieberbäckchen.

„Du musst das Fieber ausschwitzen, Claire. Ich habe dir vom Büffet etwas zu Essen besorgt. Hast du Hunger?“

„Ein bisschen.“, sagte sie und schaute zum Nachttisch mit dem Tablett. Frische Brötchen, etwas Marmelade, Wurst, Käse und Orangensaft.

„Kannst du mir das Tablett geben, bitte? Und einen kühlen Waschlappen?“, fragte sie erschöpft, während sie sich aufsetzte.

„Natürlich.“

Er reichte ihr das Tablett und kam kurze Zeit später mit einem Waschlappen zurück.

„Dass ich jemals so senil dastehen muss …“, sagte sie lächelnd und räusperte sich.

„Wenigstens hast du deinen Humor schon wieder.“, schmunzelte er.

Sie biss vom Brötchen ab und trank das Glas Orangensaft leer. Ein halbes Brötchen quälte sie sich hinter und legte das Tablett wieder weg. Sie wischte sich mit dem kalten Lappen übers Gesicht und gab ihn Hershel wieder. Claire drehte sich zur Seite und schloss die Augen. Er wollte gerade das Tablett wieder runter bringen, doch sie hielt ihn auf, kurz bevor er bei der Tür angekommen war.

„Hershel?“

„Hmmm?“

„Komm her.“, bettelte sie, streckte den Arm aus und griff in die Luft. Er lächelte und stellte das Tablett auf die Kommode gleich links neben der Tür. Schließlich setzte er sich wieder zu ihr aufs Bett und sie drehte sich wieder auf den Rücken, um sich aufzustützen. Er drückte sie an sich, damit sie sich nicht gleich wieder ins Kissen sinken ließ. Sie kraulte seinen Haaransatz, kam seinem Gesicht immer näher. Er versuchte seine kurzanhaltende Unbeholfenheit in den Hintergrund zu stellen, was im nun zum ersten Mal gelang, in der Zeit, in der er mit Claire zusammen war. Sein Atem streifte ihr Gesicht und schon wieder war da dieses Kribbeln. Nur dieses Mal stärker. Schließlich trafen sich ihre Lippen und das Kribbeln durchflutete ihren gesamten Körper. Hershel ging es nicht anders. Er begann über ihre Wange zu streicheln und fuhr ihr durch ihre weichen, braunen Haare. Der Kuss wurde immer leidenschaftlicher, er war nicht so wie ein hektischer, flüchtiger Kuss zur Begrüßung oder zum Abschied. Er schien nahezu perfekt, denn auch die Zunge konnte sich über ihren Gebrauch nicht beschweren. Nur die Luft machte ihnen einen Strich durch die Rechnung, denn als sie dünn wurde, lösten sie sich gefühlvoll voneinander. „Danke.“, murmelte Claire, bevor sie sich zufrieden wieder hinlegte.

„Wofür bedankst du dich? Dank mir hast du eine Grippe und musstest bei einem starken Gewitter draußen sein! Es hätte dich ein Blitz treffen können! Das hätte ich mir nie verziehen.“

„Wohin bist du eigentlich gegangen?“

„Auf der anderen Seite des Waldes war eine Tankstelle. Hast du sie nicht gesehen? Ich wollte mich genau nach dem Weg erkundigen. Es war schon dunkler und ich weiß nicht, ob du bei diesem Schaukelweg die Karte richtig lesen konntest. Außerdem hat es geregnet, ich wollte nach einer Unterkunft in der Nähe fragen.“

„Auch wenn ich etwas Angst hatte, als es so oft und laut in ein paar Bäume eingeschlagen hat und ziemlich verzweifelt war, als ich nichts mehr gesehen habe und du nicht da warst, so ist dieser Moment trotzdem schön. Und nächstes Mal, wenn wir etwas übers Wochenende unternehmen, nehmen wir mein Auto.“, lächelte Claire, woraufhin er auch lächelte.

Sie schloss genüsslich die Augen, als Hershel sie nochmals zärtlich auf die Wange küsste und ihren Hals mit süßen Küssen übersäte. Sanft gab er ihr noch einen Kuss auf die Wange und streichelte darüber. Schließlich erhob er sich vom Doppelbett und ging zurück zur Kommode, um das Tablett hinunterzubringen. „Ich liebe dich, Hershel.“, sagte Claire müde und zog die Decke noch ein Stück höher, da ihr nun kalt wurde.

„Ich dich auch, Liebes. Schlaf noch ein bisschen.“, bekam sie zur Antwort und ließ sich mitreißen in das Land der Träume.
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