You look sad, when you think he can't see you

von anyrei
KurzgeschichteRomanze, Angst / P12
04.07.2012
04.07.2012
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You look sad, when you think he can't see you


Dieser eine Satz irritierte Sherlock mehr, als er zugeben wollte. „Du siehst traurig aus, wenn du denkst, dass er dich nicht sieht.“ Mit „er“ hatte Molly Dr. John H. Watson, seinen Mitbewohner, Kollegen und Freund gemeint.
Freund...
Sherlock hatte niemals gedacht, dass er jemals jemanden, als seinen Freund bezeichnen würde. Es gab Leute, die er tolerierte und auch mochte, aber er würde sie nicht als Freunde bezeichnen. Er tolerierte Detective Inspector Lestrade und er mochte Mrs. Hudson, aber John war anders.

Es war eigenartig. Seitdem John bei ihm eingezogen war, hatte er sich perfekt in seinen Alltag integriert. Als Mike ihn damals gefragt hatte, ob es nicht besser wäre, wenn er sich einen Mitbewohner sucht, hatte er ihn noch gefragt, wer ihn denn als seinen Mitbewohner haben wollte. Wer würde es mit ihm aushalten? Sherlock wusste, dass es nicht gerade einfach war, mit ihm zusammen zu leben. Aber John schien damit keine Mühe zu haben. Sie passten perfekt zueinander. Sherlock konnte sich ein Leben ohne John an seiner Seite gar nicht mehr vorstellen. Wann war das passiert?

Sherlock schaute zu John herüber, der damit beschäftigt war eine Probe des Tatorts zu analysieren. Er wirkte konzentriert und schien nichts um ihn herum wahrzunehmen. Sherlock wusste aber, dass dieser Eindruck nicht stimmte. John bekam immer alles in seiner Umgebung mit, etwas dass er durch sein jahrelanges Leben als Soldat nicht mehr ablegen konnte. John hatte ihm gleich bei ihrem ersten Fall schon das Leben gerettet und er verteidigte ihn schon vor Anderson und Donovan, als sich beide noch gar nicht richtig kannten. Der Arzt hatte ihm sein bedingungsloses Vertrauen geschenkt, obwohl Sherlock wusste, dass seine Therapeutin ihm ein Problem mit Vertrauen diagnostiziert hatte.

Da war es wieder. Dieser Anflug von Traurigkeit, den er jetzt bewusst verspürte, seitdem Molly ihn darauf hingewiesen hatte. Sherlock machte sich Sorgen. Er wusste um die Loyalität seines Freundes und er wusste um die Gefährlichkeit Moriartys. Moriarty hatte John schon einmal benutzt, um ihn zu bedrohen. Und John hatte wieder versucht ihn mit seinem Leben zu beschützen. Was wäre, wenn er diesmal nicht mehr davon kommen würde? Wenn Moriarty ihn diesmal töten würde? Sherlock spürte einen schmerzhaften Stich in seinem Herz, bei diesem Gedanken. Er erinnerte sich daran, dass Mycroft ihm einmal gesagt hatte, dass Besorgt sein keinen Nutzen hat. Sherlock hätte ihm zugestimmt, doch jetzt war John in seinem Leben und alles hatte sich geändert. Besorgt sein hatte einen Nutzen. Er würde alles dafür tun, um John Watson zu beschützen. Auch wenn es ihm sein Leben kosten würde. Denn John war mehr als nur ein Freund, dessen war sich Sherlock nun – dank Molly – sehr bewusst.

„Du siehst traurig aus, wenn du denkst, dass er dich nicht sieht.“

Sherlock fasste einen düsteren Plan. Er würde John beschützen, bis er Moriarty besiegt hatte. Und er wusste auch schon wie...