Lipstick, Love, Affair

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
03.07.2012
23.05.2017
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Mitternacht in Seoul. Der Tag startet erst so richtig um die Uhrzeit. Der widerliche Geruch von Zigaretten und Alkohol lag in der Luft und ließ mich laut aufseufzen. Literweise Sekt und Bier schienen sich gerade ekelhaft und miserabel in meinen Magen zu verteilen. Ich versuchte mit meinen Fingern zu zählen, wie viele Gläser es denn nun waren. Meine Sicht jedoch verschwamm allmählich. Ich konnte auf jeden Fall nicht mehr geradeaus laufen oder sinnvoll mein Gehirn einschalten. Besoffen und funktionsunfähig zu sein war schon ziemlich traurig und erbärmlich. Ich war selten so voll wie jetzt. Meine zwei geliebten Freunde Youngbae und Daesung würden mich ab meinem fünften Glas abhalten weiter zu schaufeln jedoch war meine heutige Begleitung Seungri. Ich zog jeden zweiten Tag mit meinem langjährigen Freund durch die Straßen jedoch spornte er mich sogar an mehr zu saufen anstatt Halt zu machen und meine Grenzen in den Kopf zu prügeln. Mein Schädel hörte nicht auf zu brummen und mir war kotzübel. Wenn ich mich nicht in den nächsten zehn Minuten übergebe, dann wäre das ein schönes Spektakel. Ein großes Wunder!
„Seunghyun! Bewege deinen Hintern endlich!“, hörte ich die nervige Stimme von Seungri vor mir.
Er hatte mehr Alkohol in sich und konnte noch normal durch die Straßen gehen? Bei dem jedoch wundert mich das nicht. Er konnte so einiges ab und wenn es um Alkohol ging erst recht. Der kann mehr in sich rein saufen als ich obwohl er drei Jahre jünger und auch um einiges kleiner war. Der nächste Schuppen? Meine Beine zitterten und meine Sicht verschwand allmählich. Moment? Ich sehe pinke Einhörner?! Ich werde verrückt, oder? Schlägt mir der Alkohol endgültig gegen meine Wahrnehmung? Ich blinzelte paar mal damit das Bild von den fliegenden Tieren verschwand. Ich blieb anschließend seufzend stehen und massierte mir die Schläfe. Die Menschen, die an mir vorbei gingen waren selber stockbesoffen. Typisch Itaewon. Die Gegend, die nie schläft. Apropos Schlaf. Ich brauche es gerade dringend. Unbedingt. Am Besten fünfzehn volle Stunden am Stück.
Je länger wir durch die Straßen zogen umso schwächer wurde mir. Seungri muss es wohl an einem besonderen Club abgesehen haben so wie er konzentriert versuchte die Schilder zu identifizieren. Nach fünf Minuten durch die dreckigen Straßen schlendern blieben wir an einer komischen Ecke stehen. Ich seufzte auf und blickte zu meinen Kumpel der sich meinen Arm griff. Hooker Hill? Ist dieser Club nicht sauteuer? Ein Schild auf dem Open stand. Im grellen, grünen Licht. Es tat in den Augen weh. Ich kenne den Club nur vom Hören. Youngbae meinte es soll dort seriös und teuer zugehen aber für den notgeilen Bock Ri war nichts zu viel. Der bekommt auch jeden Scheiß von seinen Eltern in den Arsch geschoben weil er ja der süße, kleine, jüngste Sohn war. Die Straße schien abgeschieden zu sein und die Häuser hier waren auch dreckig und mitgenommen. Doch eigentlich interessierten mich im Moment nur die Frauen. Eine schnelle Nummer und ich bin weg vom Fenster. Ich hoffe sie entsprechen wenigstens ansatzweise meinen Vorlieben denn dann war der Weg bis hier hin komplett umsonst. Ich lasse mich nicht durch die Straßen von Itaewon ziehen um am Ende mit einer nervtötenden Frau den Abend zu beenden. Dafür waren meine Nerven gerade nicht in der Lage.
„Die Frauen hier sind verdammt scharf, das dürfen wir uns nicht entgehen lassen, Hyung“
Wenn du mit Seungri alleine unterwegs bist dann wird er dich in nur einer Stunde in über zehn verschiedene Night Clubs, Bars und Diskotheken ziehen. Er kannte jeden Ort und hatte schon bestimmt mit jeder Frau aus Itaewon Sex. Nicht zu glauben. Bei dem Bock wird es mich nicht wundern. Er war schon immer der größte Frauenheld von uns. Am nächsten Morgen kann es sogar passieren, dass gleich drei Frauen bei ihm aufwachten. Drei Frauen! Das heißt auch gleich drei Ohrfeigen am Stück. Doch nach zwei Tagen Sendepause melden sich die Tussen wieder und die Sache war wieder in Ordnung. Ich frage mich, wie er das immer schafft so unglaublich locker zu bleiben?
Scheiße. Das war so verdammt stickig und roch nach extremen Alkohol! Wir waren gerade an den Türstehern vorbei und sofort sprangen mir grelle Lichter in die Augen und die laute Musik dröhnte schon förmlich in meine Ohren, dass ich dachte sie fangen gleich an zu bluten. Ich kann den Geruch von Wodka langsam nicht mehr ertragen. Ich glaube, ich bin an dem Punkt angelangt, wo ich mich übergeben muss. Ganz ruhig Seunghyun. Du nimmst dir die nächstbeste Frau, verschwindest in einer der Zimmer und dir wird es wieder besser gehen. Viel besser. Denn Sex war die Medizin heute Abend. Wenn ich noch ein Glas trinke dann bin ich weg vom Fenster, wirklich!
„Hyung! Ich bin weg! Hier hast du die Kröten und vergiss nicht. Genießen!“, rief mir der Braunhaarige zu. Ich nahm sein dummes Gesicht nur verschwommen wahr. Eine scharfe Blondine neben ihm in seinem Arm eingehackt. Er drückte mir noch einen Batzen Geld in die Hand, zwinkerte mir zu und verschwand in der Masse. Moment? Seungri? Geliebter Freund? Toll! Ganz toll! Ich stehe hier, fast am Übergeben und der Pisser wagt es zu verschwinden? Wenigstens hat er mir Moneten da gelassen. Seufzend setzte ich mich an einer der runden Tische. Der ganze Club bestand nur aus roten Lichtern. Alles im grellem rot! Jetzt sehe ich wirklich rote Einhörner, die mich auslachten. Ich legte kurz meinen Kopf in die Hände um mich zu beruhigen um nicht gleich alles vollzukotzen. Tief ein und ausatmen, Choi. Die Musik dröhnte heftig in meine Ohren, ich glaube der Sekt kommt in mir hoch. Ich wollte mich gerade umschauen und mir eine Frau suchen, als mir jemand an meine Schulter tippte. Das waren keine normalen Nägeln sondern Krallen die sie da hatte! Ich drehte mich benommen zu ihr: sie hatte blonde, lange Haare, braune Augen und ein breites Grinsen im Gesicht. Okay, die entsprach meinem Standard. Ich konnte zwar nicht viel wahrnehmen aber das was ich sah gefiel mir bis jetzt. Schon angenehm wenn die Frauen selber zu dir kamen und du keinen Finger krumm machen musst.
„Möchtest du einen Drink?“, hörte ich ihre helle Stimme in meinem Ohr flüstern. Ich musste sie erst mal realisieren, der Alkohol Intus machte alles nur noch schwieriger. Ich nickte nur leicht weil ich Angst hatte zu reden bevor mir wirklich der Sekt hoch kommt. Ein Drink. Noch einen Drink. Scheiße, ich werde diese Nacht nicht überleben. Ich hörte sie mit ihren High Heels an die Bar verschwinden. Dieses Geräusch von den Monster Hacken bereitete mir noch mehr Kopfschmerzen. Ich glaube mein Gehirn fliegt gleich aus meinem Kopf. Nach fünf Minuten Ruhe kam sie wieder und setzte sich neben mich hin. Minirock, Netzstrumpfhose und ein enges Tanktop. Typisches Outfit einer Tänzerin oder auch Frau-für-eine-Nacht. Langsam wurde das langweilig.
„Du siehst ziemlich mitgenommen aus“, sagte sie schon fast bemitleidenswert.
Reibe es mir noch unter die Nase. Sie überschlug ihre langen, dünnen Beine und schaute mir mit einem Lächeln in die Augen. Jetzt erkannte ich den leichten Muttermal an der linken Wange. Ob der aufgemalt oder echt war konnte ich nicht entschlüsseln. Dafür war meine Wahrnehmung im Moment völlig am Arsch. Sie reichte mir den Cocktail rüber: Piña Colada. Rum. Ausgerechnet das fehlte in meinem Magen. Rum! Dann sind wirklich alle alkoholischen Getränke in mir versammelt. Gezwungenermaßen nahm ich einen Schluck aus dem Getränk. Lieber Gott, lass mich nicht das Zeug auskotzen. Dann wird diese Braut verschwinden und ich kann mir den Abend endgültig abschminken. Zum Glück schmeckte der cremig-süß, das konnte ich noch einigermaßen aushalten. Einigermaßen.
„Ich habe dich hier noch nie gesehen, zum ersten Mal bei uns?“
Ihre Stimme klang beruhigend und schon fast sanft. Sie schaute mich wieder mit einem Lächeln an. Man konnte wirklich jeden einzelnen Zahn zählen. So ein breites Lächeln hatte sie schon. Doch komischerweise passte es zu ihrem Gesicht. Ich blinzelte paar mal und nickte wieder. Nicht reden nur nicken, Seunghyun.
„Wie es aussieht bist du kein Mann der großen Worte, nicht wahr?”
Während ich noch überlegte, wie ich noch vor dem Sex mich nicht übergebe, spürte ich ihre Hand auf meinem Bein. Sie gab sich verspielt, glitt mit ihren Händen meinen Schenkel hinauf und wieder hinab. Nicht kotzen, Seunghyun. Noch nicht. Erst nach der Nacht mit dieser Frau und dann kannst du dich austoben.
„Willst du jetzt gleich?“ Sie deutete mit dem Kopf zu den Türen im hinterem Ende der Tanzfläche. Oh ja, am besten trägst du mich hin. Diese roten Lichter waren der Horror! Es brannte in meinen Augen. Sie rückt noch näher an mich heran. Ihre Lippen waren wirklich verführerisch, das muss ich zugeben. Knallroter Lippenstift machten sie noch voller als sie es schon sind. Meine Lust steigt langsam ins unermessliche. Ich konnte ihr keine Antwort geben oder eher gesagt, ich wollte nicht. Sie nahm nach kurzer Stille meine Hand und leitete mich zu einer der Türen. Ich wäre eher für das Tragen aber zerren ging natürlich auch.


Mein Gott. Die Räume waren ja auch im knallrotem Licht! Es fühlt sich an, als hätte ich Ecstasy genommen! Die Wärme im Raum lässt meine Körpertemperatur noch weiter aufsteigen. Es war eng und in der Mitte des Raumes ein Bett. Keine Atmosphäre von einem seriösem Night Club. Ich bemerkte noch, wie sie die Tür mit einem Schlüssel verschloss und sich mit langsam Schritten zu mir machte. Mittlerweile saß ich mit immer noch heftigen Kopfschmerzen auf dem Bett. Es war gemütlich. Sie sah mich etwas besänftigt an, kam noch näher zum Bett, stützte ein Knie darauf ab und nahm mein Kopf in ihre Hände. Endlich Kälte. Mein Gesicht brannte wie Feuer.
„Zu viel Alkohol, oder? Armes Ding!“ Sie sah mir direkt in die Augen. Ich nickte stumm und schluckte. Bringen wir es hinter uns, Kleine. Sie gab mir einen leichten Kuss auf die linke Wange.
„Ich muss schon zugeben, du bist der erste Mann, den ich gutaussehend finde“
Sollte das ein Kompliment sein oder nur eine wiederholende Masche? Hier laufen aber auch zwielichtige Gestalten herum. Sie begann mein Hemd aufzuknöpfen. Bei jedem Knopf, den sie öffnete, fuhr sie mit ihren Lippen über meine nackte Haut. Es war wie ein elektrischer Schock bei jeder Berührung. Auf einer komischen Weise war sie mysteriös und unheimlich. Ich schüttelte leicht meinen Kopf. Das liegt definitiv am Alkohol.
„Gefällt es dir nicht?“, fragte sie leicht schmollend und stoppte beim Aufknöpfen. Ihr Kopf senkte sich auf meine Schulter. Ich konnte ihren Atem an meinem Nacken und an meinem Ohr spüren. Mein Blick immer noch stur gerade aus. „Ist okay“, versuchte ich mit gebrochener Stimme aus meiner Kehle zu bringen. Ich war heiser und mein Mund fühlte sich trocken an. Ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit erfüllte mich. Irgendwas war anders an dieser Frau. Nur was? Plötzlich spürte ich eine Hand an meiner Stirn, die mir eine Strähne weg strich. „Ich hoffe danach wird es dir besser gehen“ Ich legte meine Hand an ihr Kinn und hob ihr Gesicht an, und scheiße hatte sie anziehende Augen.
„Irgendwelche feste Vorstellungen?“, fragte sie und ihr Gesicht war ganz dicht vor meinem. Ich schüttelte langsam meinen Kopf. Ihre weichen, roten Lippen legten sich auf meine. Es war ein leichter Kuss. Ihre Lippen waren warm, weich und einfach herrlich. Ich schmeckte ihren Lippenstift und ich kann von Glück reden mich nicht gleich übergeben zu haben. Der Stoff vom Bezug brachte mich noch mehr zum schwitzen. Seide. Ausgerechnet Seide? Ich seufzte innerlich, als sie mich von meinem Hemd befreite. Ihre Hände auf meinen nackten Schultern. Ihre blonden Haaren kitzelten an meinem Ohr. Meine Hand wanderte zu ihren Hüften. Ich hatte Angst, dass sie zerbrechen könnte bei diesem kleinen, dünnen Körper. Immer weiter hoch und warte mal. Einen Moment! Stopp! Meine Hand sollte doch jetzt auf ihren Brüsten sein, oder nicht? Ich öffnete meine Augen und blinzelte wieder paar mal und das was ich sah (oder auch nicht sah) brachte meinen Atem zum stocken. Diese Frau hatte keine Titten! Nichts! Einfach gar nichts. Leer! Ich entfernte sie langsam von mir und blickte sie überrascht an. Wo zur Hölle waren ihre Brüste?!
„Habe ich etwas falsches gemacht?“ Ich lachte kurz auf. Scheiße. Eine Frau ohne Titten ist wie eine Hochzeit ohne Brautpaar. Es funktioniert nichts!
„Nicht unbedingt etwas falsches“, krächzte ich. Meine Stimme wurde immer heiser aber das interessierte mich jetzt nicht und der Alkohol Intus wohl weniger. Ich wollte wissen, wo ihre gottverdammten Brüste waren. Ach du meine Fresse. Nein, nein. Ich Idiot. Ich stand wackelnd auf, worauf sie ein paar Schritte nach hinten machte. „nicht dein ernst, oder? Sind hier irgendwo versteckte Kameras?! Du...“ Ich traute mich nicht weiter zu sprechen denn der Gedanke war schrecklich. Meine Hand fasste ihre Haare an. Perücke?! Ok, ok, ok. „Heilige Mutter Teresa, du bist ein Kerl!?“
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