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Menschenhandel

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Bernie Kuhnt Conny Niedrig Nina Schmeuser Thomas Bossmann
02.07.2012
04.07.2013
8
12.938
 
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02.07.2012 1.115
 
KAPITEL 1

»Du spinnst doch Florian! Bernie und ich?! Eine Affäre?! Wie kannst du nur so etwas von mir denken? 15 Jahre verheiratet und du vertraust mir nicht? Wer ist denn schon zweimal fremdgegangen? « schrie Conny ihren Ehemann an.
Dieser stand, die Hände vor der Brust verschränkt vor ihr und warf ihr vor eine Affäre mit ihrem Arbeitskollegen Bernie Kuhnt zu haben.
»Als Mann macht man sich diese Gedanken nun mal. Du verbringst mehr Zeit mit ihm als mit mir. Weißt du was Conny? Ich habe keine Lust mehr. Immer diese Streitereien. Die jungen Frauen, sind in einer Beziehung nicht so spießig wie du. Mit denen kann man noch ordentlich Spaß haben. Die tanzen alle nach meiner Nase, wenn ich ihnen mal ein Paar neue Schuhe kaufe. Unsere Ehe ist schon lange kaputt. Ich werde die Scheidung einreichen. Bitte unterschreib die Unterlagen einfach. Von dir werde ich garantiert nichts verlangen. « schrie Florian sie an.
Conny war verwirrt. Erst unterstellte er ihr eine Affäre, sodass sie glaubte, dass er eifersüchtig auf Bernie sei und nun wollte er die Scheidung? Das war zu viel für sie. Auch wenn sie nicht mehr dieses Kribbeln in ihrem Bauch verspürte wenn er sie ansah, eine Scheidung wollte sie nicht. Wie würde sie denn vor ihren Kollegen dastehen? Conny wusste nicht mehr was sie sagen sollte und verließ schweigend das Wohnzimmer, nahm ihre Jacke von der Garderobe und machte sich auf den Weg zur Arbeit.
Florian blieb allein im Wohnzimmer zurück. Endlich hatte er ihr das gesagt, was er ihr schon vor 2 Jahren hätte sagen sollen. Mit seiner neuen Freundin war er seit zwei Jahren glücklich zusammen. Er wollte mit ihr eine Familie gründen, heiraten und eventuell noch einmal Vater werden. Triumphierend nahm auch er seine Jacke und fuhr zu seiner Freundin, um ihr die freudige Nachricht zu überbringen. Er erinnerte sich gerne an die Jahre mit Conny zurück, aber nun war es einfach anders geworden. Sie verbrachten kaum noch zeit miteinander und wenn, dann stritten sie sich meistens über Bernie. Florian war keineswegs eifersüchtig und eigentlich hätte er sich gewünscht, dass die beiden etwas miteinander angefangen hätten, denn so hätte er die Schuld für die Scheidung auf seine Noch-Ehefrau schieben können. Doch so würde er für seine Tochter derjenige sein, der ihre Mutter betrogen hatte. Er war froh, dass Niki in Amerika wohnte und studierte und von dem ganzen Stress zu Hause nichts mitbekommen hatte.
Conny war währenddessen im Polizeipräsidium angekommen und schlenderte lustlos und gedankenversunken über den Flur. Den Blick gesenkt öffnete sie die Tür zum Büro und setzte sich an ihren Schreibtisch. Nach circa fünf Minuten völliger Stille vernahm sie ein zaghaftes »Guten morgen« von ihrem Kollegen und zugleich besten Freund Bernie. Conny schaute kurz auf, flüsterte ein »Gute morgen« zurück und starrte dann wieder auf ihren Schlüsselbund, den sie in den Händen hielt. So bemerkte sie auch nicht, dass Bernie von seinem Stuhl aufgestanden war, ihr einen Tasse Kaffee eingoss und zu ihr hinüber kam. Als er sie leicht an der Schulter antippte zuckte Conny leicht zusammen.
»Entschuldigung, ich wollte dich nicht erschrecken. Was ist denn heute Morgen los mit dir? Ist irgendetwas passiert? Hast du die wieder mit Florian gestritten?«, fragte Bernie einfühlsam.
Conny antwortete mit einem zaghaften Nicken.
»Wollen wir eine Runde durch den Park spazieren gehen? Dann kannst du mir alles in Ruhe erzählen, wenn du möchtest«
Conny stand auf, legte ihren Schlüssel auf ihren Schreibtisch und folgte Bernie in den Park vor dem Präsidium. Sie war froh, dass sie Bernie hatte. Er war echt ein klasse Freund, mit dem sie über alles reden konnte. Er verstand sie immer und versuchte ihr zu helfen, wann immer er nur konnte.
Im Park setzten sich die beiden auf eine Parkbank. Conny war wieder einmal in ihren Gedanken versunken und ließ ihren Blick über den See schweifen. Als Bernie sie so dasitzen sah und mit ansehen musste wie sie litt, zerriss es ihn innerlich. Er konnte es einfach nicht haben, wenn seine beste Freundin litt.
»Willst du mir nicht erzählen was los ist, Conny?« fragte er vorsichtig nach.
»Florian und ich haben uns heute Morgen wieder einmal gestritten. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Immer wieder wirft er mir vor, dass ich mit dir eine Affäre hätte. Kannst du dir vorstellen wie es sich anfühlt, wenn der eigene Ehemann einem nicht mehr vertraut? Aber nun ist es ja endgültig vorbei«
Connys Augen fingen an zu glitzern. Bloß nicht weinen, schoss es ihr durch den Kopf, doch als Bernie sie in seine Arme zog und ihr behutsam über die Haare fuhr konnte sie nicht mehr anders. Plötzlich flossen die Tränen wie ein Wasserfall über ihr Gesicht. Zuvorkommend reichte Bernie ihr ein Taschentuch und versuchte Conny zu trösten. Als sie dich wieder einigermaßen gefangen hatte fragte er vorsichtig nach, was sie mit »endgültig aus« gemeint hätte.
»Florian will die Scheidung« antwortete sie und wieder quollen die Tränen aus ihren Augen hervor. Bernie verstand die Welt nicht mehr. Wie konnte ein Mann Conny nur so etwas antun? Einer Frau wie Conny?! Er wusste zwar, dass Florian schon öfters fremdgegangen ist, doch Conny kämpfte immer wieder für ihre Ehe. Zusammen hatten beide es immer wieder geschafft zueinander zu finden. Conny und Florian waren für ihn immer das Traumpaar gewesen. Immer hatte er sich eine Frau an seiner Seite gewünscht, mit der er eine genauso schöne Ehe führen könnte, wie Conny und Florian. Und nun? Florian wollte die Scheidung und Bernie zweifelte nicht daran. Er kannte Florian schon lange. Sein Entschluss stand fest. Würde Conny damit klar kommen? Immerhin hatte sie Bernie bereits erzählt, dass sie mit Florian schon lange nicht mehr glücklich war. Doch nun saß sie hier und weinte.
Die beiden saßen noch eine Weile auf der Parkbank, bis bei Conny die letzte Träne an ihrem Kinn hängen blieb und dann auf den Boden fiel.
»Danke Bernie. Danke, dass du immer für mich da bist, wenn ich dich brauche. Es bedeutet mir wirklich viel, dass du mir zugehört hast. Wir sollten langsam wieder zurück gehen. Vielleicht haben wir einen neuen Fall«
»Conny, ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst. Das verspreche ich dir. Was hältst du davon, wenn du heute Abend mit zu mir kommst? Ich koche und etwas leckeres und dann können wir nochmal in Ruhe über alles reden. Natürlich nur wenn du willst, aber ich glaube, dass dir ein bisschen Abstand von zu Hause ganz gut tun würde«
»Das glaube ich auch. Danke für das Angebot«
Zusammen liefen die beiden zurück zum Präsidium, wo Nina und Thomas bereits auf sie warteten.

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Das war das erste Kapitel. Ich hoffe ihr seit gespannt auf das zweite Kapitel.
Würde mich über erste Eindrücke eurerseits freuen :)
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