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Blüten im Nebel

von -Madara-
KurzgeschichteFantasy, Freundschaft / P16 / Gen
Docksohn Elant Wager Kelsier Marsch Vin Wayne
01.07.2012
03.09.2014
12
5.761
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01.07.2012 420
 
Mohn

Asche fiel auf das Land und Schmerz pochte dumpf in seinem Kopf.
Seine Arme und Beine fühlten sich vom langen regungslosen Sitzen taub an.
Marsch nahm wahr, wie seine Gedanken mehr zu seinen eigenen wurden. Ruin lenkte seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes und so verharrte Marsch weiterhin regungslos, sonst würde Ruin zurückkehren.
Er versuchte seinen Kopf frei von Gedanken zu halten. Versuchte nicht an die Dinge zu denken, die er unter Ruins Kontrolle getan hatte.
Versuchte nicht an das Leid zu denken, das er Fremden zugefügt hatte. Das er seinen Freunden zugefügt hatte.
Wenn er das tat, dann würde er nicht mehr verharren können. Dann würde er eine Hand heben und erneut versuchen nach den Metallstacheln in seinem Rücken zu greifen.
Oft schon hatte er versucht sich umzubringen.
Viel zu oft und immer ohne Erfolg. Manchmal hatte er geglaubt es würde gelingen. Manchmal hatte er unter seinen Fingerkuppen bereits das kalte Metall des Stachels fühlen können.
Doch Ruin hatte es jedes Mal bemerkt und hatte ihn daran gehindert.
Und so war Marsch gezwungen, dieses verfluchte Leben fortzusetzen.
Eingesperrt in seinen Körper, während meistens nicht einmal seine Gedanken seine eigenen waren.
Es war nur ein schwacher Hoffnungsschimmer für die Welt, dass seine Freunde lebten. Dass seine Freunde noch immer gegen Ruin kämpften.
Damit taten sie etwas, was Marsch nicht tun konnte. Wie sehr wünschte er sich, er könnte an ihrer Seite stehen und für ihre Welt kämpfen, statt seinen Teil zu ihrer Vernichtung beizutragen.
Wie sehr wünschte er sich, er könnte es einfach beenden, hier und jetzt, um seinen Freunden weiteres Leid zu ersparen.
Und um ihnen die Verlegenheit zu ersparen, ihn früher oder später töten zu müssen.
Marsch würde ihnen nicht böse sein. Er würde ihnen von ganzen Herzen danken.
Dieses Leben bot ihm keinen Frieden mehr. Nur im Tod würde er diesen noch finden können.

Marsch war sich nicht sicher, ob die Erde bebte oder es nur sein Körper war.
Er fühlte nur, wie sich die Muskeln in seinem Bauch und seiner Brust zusammenzogen, als er Schluchzen wollte. Die Linien, in denen er die Welt sah, gerieten in Bewegung als das Beben seinen Körper schwanken ließ.
Er fühlte, dass Ruins Aufmerksamkeit sich wieder auf ihn richtete.
Die fallende Asche war nicht länger abstoßend und er bewunderte ihre Schönheit.
Bewunderte die Schönheit der untergehenden Welt.

Kampflos ließ Marsch zu, dass Ruin abermals seinen Körper und Geist einnahm und lenkte.
Dass sein selbst sich in dem Ruins verlor.
Bedeutete das Vergessen doch zumindest ein geringes Maß an Trost…
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