Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Patrick und Dominik - Und plötzlich war es Liebe (Gay)

von Piper2677
GeschichteSchmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Dominik Gundlach Patrick Graf
01.07.2012
12.10.2014
158
503.026
 
Alle Kapitel
360 Reviews
Dieses Kapitel
25 Reviews
 
 
01.07.2012 1.306
 
Dominik räumte gedankenverloren die Tassen ins Regal. Warum nur konnte er seit Tagen nicht mehr richtig schlafen und musste auch tagsüber ständig an ein und dasselbe denken? Der Prozess war überstanden, sein Vater Jo Gerner hatte Bajan Linostrami ins Gefängnis gebracht, ebenso wie Dominiks Peiniger Hakan Buran. Eigentlich konnte er ganz zufrieden sein, endlich lag dieser ganze Entführungsmist hinter ihm. Er ging wieder regelmäßig seiner Arbeit im Vereinsheim nach, und außerdem spielte er mit dem Gedanken seinen Plan mit dem Abi zu Ende zu bringen. Tuner, Emily, Jasmin, allen ging es soweit gut. Jo und Katrin hatten sich ebenfalls einigermaßen zusammen gerauft, was auch für Johanna nur von Vorteil sein konnte. Was also brachte ihn seit Tagen aus dem Konzept? Klar wusste er den Grund dafür, wenn er sich diesen richtig eingestand: Patrick war es dem seine Sorge galt. Dabei war er davon ausgegangen, dass es auch diesem gut gehen würde. Immerhin hatte sein Adoptivbruder ihm vor seinem Verschwinden einen Brief geschrieben und mitgeteilt, dass er ein neues Leben beginnen wollte. Er hatte sich freiwillig dazu entschieden Berlin und damit ihm den Rücken zu kehren. Trotzdem wollte es Dominik nicht in den Kopf, dass Patrick jeglichen Kontakt abgebrochen hatte. Egal wo er war, es würde doch Zeitung oder Internet geben. Patrick müsse doch wissen, dass der Prozess vorbei war. Und irgendwie passte es nicht, dass er sich nicht zumindest mit einer SMS meldete. Dominik, ermahnte er sich selbst, er wird sicher in Las Vegas oder sonst wo sitzen, und es wird ihm gut gehen. Wahrscheinlich verschwendet er keinen Gedanken mehr an die Gerners und die Zeit in Berlin.  Patrick war jemand, der die Leute schnell für sich einnehmen und einlullen konnte. Vermutlich hat er sein Geld im Casino vermehrt und lebte in Saus und Braus. Innerlich schüttelte Dominik den Kopf. Das passte nicht mehr zu dem Patrick, den er zuletzt kennengelernt hatte und der sich um ihn so gesorgt und gekümmert hatte. Alles passte nicht, auch nicht sein plötzliches Verschwinden, und dass er sich gar nicht mehr meldete. Zum Patrick von früher ja, aber nicht zu dem, der er zuletzt gewesen war.

Und nun waren da auch noch diese Träume, die er seit einigen Nächten hatte. Obwohl er die Bilder nicht klar erkennen konnte, es waren düstere,  dunkle Bilder, aber er erkannte eindeutig Patrick dem  es gar nicht gut ging und der um Hilfe rief. Du drehst durch. ermahnte Dominik sich selber. Nur, weil Du davon träumst, Du bist doch kein Hellseher. „Na, haste wieder schlecht geschlafen?“ begrüßte Tuner seinen Kumpel.  „Ja, hab ich.“ murrte der andere nur. Doch erzählen wollte er Tuner nichts von seinen Sorgen, der würde sicher wenig Verständnis für seine Gedanken haben, die er an Patrick verschwendete. Dominik wusste, dass Tuner froh war, dass „der Schleimer“ weg war und für ihn und Emily keine Gefahr mehr bedeutete. „Hey, Ihr Beiden. Guten Morgen!“ Jasmin war unbemerkt von ihnen hereingekommen und grüßte freudestrahlend. „Morgen.“ kam es zurück, während Dominik es dahin murmelte, brachte Tuner ein lautes „Morgen“ zustande. Ihr Ex sah sie an, abwartend was sie bestellen wollte. „Ich brauche einen starken Kaffee. Es warten heute noch so einige Entwürfe auf mich, die überarbeitet werden wollen.“ lächelte sie und musterte ihn aufmerksam. Dominik bemerkte das, und während er ihrem Wunsch nachkam, dachte er: Seltsam, dass ihr Anblick gar nichts mehr bei mir auslöst. Ja, sie ist hübsch, das ist nicht zu leugnen. Aber ich empfinde nicht mehr als Freundschaft für sie. Das war noch vor einigen Monaten ganz anders gewesen.

Nach der Schicht traf Dominik im Townhouse auf Jo. Er stand in der Küche und ließ sich einen Espresso durchlaufen. „Möchtest Du auch einen?“ fragte er, als er merkte, dass sein Sohn das Haus betreten hatte. „Nein, danke. Ich bin müde.“ erwiderte Dominik. „Du siehst schlecht aus in den letzten Tagen. Geht´s Dir nicht gut?“ hakte Gerner nach, dem sein Sohn, der so viel mitgemacht hatte, über alles ging. „Ich schlafe in den letzten Tagen nicht so gut.“ antwortete der ausweichend. Auch sein Vater reagierte oft ungehalten wenn er das Thema Patrick anschnitt. „Hast Du wieder Alpträume wegen allem was passiert ist?“ Jo kam auf ihn zu und legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Nein, nein, das mit der Entführung hab ich hinter mir gelassen. Aber Alpträume trifft es trotzdem ganz gut.“ Er zögerte. „Los raus mit der Sprache.“ ermutigte der Vater ihn. „Es geht um Patrick…“ begann Dominik. Gerner rollte mit den Augen. „Ach Dominik, ihm wird´s schon gut gehen. Bestimmt.“ Es klang ein bisschen als wollte er sich selber davon überzeugen. Dominik konnte ja nicht ahnen, dass der Anwalt ein schlechtes Gewissen hatte. Er hatte Patrick verstoßen, ihn Hals über Kopf nachts an der russischen Grenze aus dem Auto geworfen. Weil er gedacht hatte, Patrick würde ihn betrügen und mit Linostrami gemeinsame Sache machen. Nachdem er das Video gesehen hatte, musste er seinen Verdacht revidieren. Patrick stand tatsächlich auf seiner Seite und hatte für die Familie ausgesagt. Aber da war es schon zu spät, der Adoptivsohn war weg, irgendwo in Russland untergetaucht. Jo konnte es nicht mehr ändern und so redete er sich ein, dass Patrick schon irgendwie klar käme. Er wollte diese unangenehme Sache am besten vergessen und schon gar nicht wollte er vor Dominik oder Katrin zugeben, dass er etwas mit dem Verschwinden zu tun hatte. Also sollte sein Sohn nicht schon wieder damit anfangen, warum lag ihm auch so viel an diesem Kerl? „“Aber Dad, das alles passt gar nicht zu Patrick. Und dann träume ich auch noch, dass es ihm nicht gut geht?“ klagte Dominik. „Du träumst davon? Und deswegen sorgst Du Dich?“ Gerner schüttelte den Kopf. „Patrick war noch nie besonders zuverlässig, dass weißt Du doch. Mach Dir keinen Kopf.“ Und damit war das Thema für Jo Gerner erledigt. Er klopfte seinem Sohn erneut auf die Schulter, nahm seine Tasse und stieg die Treppe hinunter Richtung Büro.

Nachdem Dominik eine weitere schlaflose Nacht hinter sich hatte, war er sich am nächsten Tag sicher, dass etwas passieren musste. Kurzentschlossen machte er sich auf den Weg zum Kommissariat und suchte Kommissar Plass auf. Der blickte erstaunt auf. „Herr Gundlach! Was führt sie denn zu mir?“ Kommissar Plass kannte die Familie Gerner seit der Entführungsgeschichte sehr gut und fühlte besonders mit Dominik, der das meiste Leid ertragen musste, sehr mit. „Herr Plass, Sie müssen mir helfen und müssen herausfinden was mit Patrick passiert ist.“ Es klang beinahe flehentlich. „Ich verstehe nicht. Sie haben doch den Brief Ihres Cousins…eh Adoptivbruders… selber gesehen. Sie wissen, dass er von sich aus gegangen ist.“ gab der Polizist zu bedenken. „Aber irgendwas stimmt da nicht. Wieso lag der Brief im Auto meines Vaters? Und wieso verschließt mein Vater sich so was Patrick und sein Verschwinden angeht.“ Dominik konnte sich das einfach nicht erklären. „Aber was sollte Ihr Vater denn davon haben? Ihr Adoptivbruder war ja sogar ein wichtiger Zeuge für den Prozess und er hat für ihn ausgesagt.“ Kommissar Plass war noch nicht überzeugt davon, dass da etwas im Busche war. „Genau, das Video. Patrick hatte Angst und deswegen hat er diese Aussage gemacht. Und kurz darauf war er weg.“ „Ja, weil die Angst übermächtig wurde und er untergetaucht ist.“ meinte Plass. Er sah in Dominiks verzweifeltes Gesicht. „Aber es passt nicht zu Patrick, dass er sich gar nicht mehr bei mir meldet und nicht mal fragt wie es mir nach dem Prozess geht.“ Plass hatte den Eindruck Dominik würde bald in Tränen ausbrechen. „Wissen Sie was,“  schlug er vor, „ich gehe die Akten nochmal durch und schaue ob ich noch irgendwas übersehen habe beziehungsweise noch etwas Wichtiges entdecke.“ „Kann ich mich darauf verlassen?“ Dominik sah ihn durchdringend an. „Ja, das können Sie. Ich melde mich in den nächsten Tagen bei Ihnen.“ Der Besorgte war nun erst mal erleichtert, dass etwas unternommen würde. Es gab wieder Hoffnung…
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast