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Schüler sind auch nur Menschen

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 Slash
30.06.2012
31.08.2014
29
105.059
266
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Dieses Kapitel
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30.06.2012 2.977
 
„Dir ist schon bewusst, dass wir morgen Mathe schreiben oder? MATHE! Bist du irre hier um die Uhrzeit heute anzurufen?" Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es erst 20:00 Uhr war. Ich hatte eine Stunde mit Daniel telefoniert und er hatte mir versprochen mich morgen wieder anzurufen.  Wir hatten uns alle möglichen lustigen Kindheitsepisoden erzählt und ich wusste, dass er es tat um mich aufzuheitern. Ich zählte die Tage bis es endlich Freitag war und ich mein Sommerchen wiedersehen würde. Waren alle frisch Verliebten so schlimm? Oder war nur ich so verzehrend? Nachher war ich ihm vielleicht zu anhänglich und nervig.
„Erde an Benny. Wenn du hier schon anrufst und mich beim Lernen störst, dann rede wenigstens mit mir."
„Entschuldige, ich war kurz in Gedanken."
„Wenn du das Wort „Gedanken" durch „Sommers Arsch" ersetzt, dann sei dir verziehen."
Ich widerstand dem Drang einer Erwiderung.
„Wo waren wir stehen geblieben?"
„Ich habe dich gefragt, ob du irre bist." Marcel hielt sich heute anscheinend wieder für sehr trocken.
„Das fragt mich der, der einen Fair -Trade Rosenstrauch im Briefkasten seiner Angebeteten versenkt, nachdem er den pinkelnden Marmorengel umgenietet hat."
„Es war Ginos Idee. Außerdem habe ich bekommen, was ich wollte. Pia geht mit mir aus. Und ihr Vater spielt Golf. Meiner auch. So haben er und ich ein Gesprächsthema, wenn ich dann bei ihr zu Hause eingeladen bin."

Ich mache mir die Welt, wiehihie sie mir gefällt.
Hey Pippi Langstrumpf, trallali trallala trallahopsasa... .

„Meinst du nicht, dass es du es ein bisschen zu direkt angehst? Die arme Pia kommt gar nicht mehr hinterher. Ich meinte im Mocca, dass du ihr zeigen sollst, dass du sie magst. Nicht, dass du sie dir wie einen Sack Reis über die Schulter werfen, in deinen Höhle schleppen und mit 'ner Keule davor Wache halten sollst, bis sie dir deinen ersten Sohn gebärt."
„Ich würde auch ein Mädchen nehmen."
„Lenk' nicht vom Thema ab."
„Ist ja gut. Man bist du empfindlich heute. Wird Zeit, dass du dich mit deinem Lover wieder in die Horizontale begibst. Ich will halt nicht, dass Jannick mir zuvor kommt. Deswegen trete ich halt ein bisschen aufs Gas." Daher wehte also der Wind.
„Um Pia zu werben ist kein Wettbewerb und sie ist auch nicht euer Pokal. Du hast sie heute auf dem Flur geküsst, Händchen gehalten und hast sie mit italienischer Musik und Blumen bedroht."
„Du hast mit dem Sommer in unserem Zimmer rumgemacht, hast in der Nacht seine Stange gehalten und bist am nächsten Morgen mit weißer Kriegsbemalung zurückgekehrt."
Touché.
„Vielleicht solltest du mal mit Jannick reden. Pia zu liebe. Ich glaube, dass er nicht das Gleiche für sie fühlt, wie du."
„Mit dem Stronzo rede ich bestimmt nicht mehr."
„Nun mach aber mal einen Punkt!" So langsam wurde ich bei soviel Ignoranz sauer.
„Jannick ist dein bester Freund, leugne es nicht. Ich weiß, dass es so ist und es ist ok."
„Ich bleib dabei." Klang das jetzt etwa zickig? Gut, das konnte ich auch. Hach, war das herrlich achtzehn zu sein und somit den Freifahrtschein für spätpubertierendes Gezicke zu haben.
„Bitte, dann werde ich ihn anrufen."
„Benny, wenn du das machst... ." Ich legte einfach auf. Ich wusste selbst nicht, woher ich meinen Mut nahm. Aber was auch immer mich beflügelte nun auch noch Jannicks Nummer zu wählen, ich betete, dass es das nächste Gespräch überdauern würde. Schon seltsam, wie sich manchmal die wichtigen Ereignisse überschlagen konnten. Noch vor einer halben Stunde hätte ich nicht gedacht, dass ich heute Nacht versuchen würde von meiner Clique noch das zu retten, was übrig war.
„Benny, sag mal bist du irre um die Uhrzeit anzurufen? Hast du vergessen, dass wir morgen Mathe schreiben? Wenn du nicht lernen brauchst, ist das sehr schön für dich." Irgendwie kam mir das bekannt vor.
„Quatsch keinen Blödsinn. Du kannst Mathe, aber kein Geschichte und nun Karten auf den Tisch. Solche Spielchen mögen vielleicht bei deinen alten Freunden lustig sein, aber du bist jetzt bei uns und wenn du dir vorgenommen hast, unseren Freundeskreis zu crashen, dann hast du es geschafft!"
„Wow, wow, wow. Ist ja gut! Meine Güte, bist du nun zum Kampfzwerg mutiert? Mir liegt wahnsinnig viel an euch. An euch allen. Ich hatte noch nie solche Freunde, die einen so bedingungslos genommen haben, wie man ist und ich will hier gar nichts crashen. Im Gegenteil. Ich wollte helfen. Marcel ist spitz auf Pia, das sieht ein Blinder und auch Pia hat ihn immer verstohlen gemustert. Aber der Italiener war sich zu sicher und deswegen habe ich gedacht ich bringe die Sache zwischen den beiden ein bisschen ins Rollen. Ich konnte ja nicht ahnen, dass er die Diva raushängen lässt und nun versucht Pia... ."
„Moment mal. Das heißt, dass du das eigentlich nur getan hast, um Marcel eifersüchtig zu machen?"
„Und um ihn endlich mal in den Arsch zu treten. Du hast es erfasst."
So simpel konnte es sein und so scheiße konnte es laufen.
„Willst du nicht mit Marcel reden? Er ist dein bester Freund."
„Was glaubst du, was ich seit Tagen versuche? Er reagiert auf keinen Anruf."
„Dann schick ihm eine SMS. Auch wenn er sauer auf einen ist, die liest er immer. Er kann seine Neugier einfach nicht zügeln. Schreib irgendwas, worauf er reagieren muss."
„Och, das ist kein Problem. Ich drohe ihm einfach, dass ich Pia erzähle, dass er ihren Namen gestöhnt hat, als er in der Blondine steckte. Gott war die Tusse sauer, ich dachte die filetiert seine Eier mit ihren Pumps."
Kopfkino, Kopfkino!
Ich jammerte gequält, was Jannick am anderen Ende zum lachen brachte.
„Entschuldige. Tut mir leid, dass ich dich dort mit reingezogen habe und ich hoffe, dass ich es alles wieder grade biegen kann. Vor allem das zwischen Pia und Marcel. Die Arme war heute völlig fertig.", ich lachte freudlos.
„Nicht mal annähernd so fertig wie ihr Vater."
„Wie meinst du das?"
„Oh, das soll dir unser Italiener selber sagen. Dann habt ihr wenigstens einen Aufhänger."
Jannick schnaubte amüsiert, bevor ich ihm noch viel Erfolg wünschte und wir Beide zeitgleich auflegten. Den Rest mussten die Beiden unter sich klären.
Die Stille in meinem Zimmer erschien mir plötzlich so erdrückend und ich konnte mich nicht dazu aufraffen für morgen zu lernen. Da kam es mir gerade recht, dass es leise an meiner Tür klopfte. Keinen Augenblick später steckte meine Mutter vorsichtig ihren Kopf in mein Zimmer und sah sich nach mir um. Sie tat grade so, als müsste sie befürchten mich bei der Selbstbefriedigung zu erwischen.
„Hallo Benny, ich dachte, dass du vielleicht ein bisschen runter kommen und mit mir zusammen einen Film sehen willst. Es kommt „Brokeback Mountain“ im Fernsehen."
Oh Gott, nicht schon wieder... .
„Ähm, nee Mama, lass mal. Kommt nicht noch was anderes?"
„Herr der Ringe?"
Junge Männer in engen Hosen und Rüstung.
Das war doch mal ein Wort.
„Ich habe auch Chips und Gummibärchen."
Nun hatte sie mich am Haken.
Lächelnd erhob ich mich und ging mit ihr nach unten ins Wohnzimmer.

„Hast du vorhin mit deinem Freund telefoniert? Daniel heißt er, oder?"
Hach, diese endlosen Werbepausen... .
„Ja, und Daniel ist richtig.", ich rutschte auf dem Kissen unter mir herum.
„Wie lange kennst du ihn schon?"
„Seit ca. einem halben Jahr. Er ist zum Halbjahr neu an unsere Schule gekommen."
Was ja nicht gelogen war.
„Und da ist er dir sofort ins Auge gefallen." Bei dem Schmunzeln in ihrer Stimme musste auch ich zärtlich lächeln. Den Moment, als ich meinen Lehrer das erste Mal sah, werde ich wohl nie vergessen.
„Wir sind uns Beide sofort ins Auge gefallen."
„Hach, wie romantisch. Wann seht ihr euch wieder? Durch den ganzen Abitur-Stress habt ihr diese Woche ja gar keine Zeit füreinander. Ist er auch gut in der Schule?"
„Er ist sehr intelligent und in Chemie um einiges besser als ich. Am Freitag sehen wir uns wieder. Er holt mich hier ab und ich fahre übers Wochenende zu ihm." Das Funkeln in den Augen meiner Mama verriet mir, dass ich etwas falsch gemacht hatte.
„Am Freitag sagst du? Das ist aber ein Zufall. Grade am Freitag habe ich früher Feierabend. Dann kann er ja noch kurz reinkommen und wir können uns ein bisschen unterhalten."
Mir wurde heiß und kalt zu gleichen Zeit. Wie kam ich da nur wieder raus?
Meine Mutter würde mir die Ohren lang ziehen, wenn sie ihn sah.
„Ist alles ok? Du bist plötzlich so blass."
„Ja, es ist alles ok. Ich frag ihn wegen Freitag. Aber versprechen kann ich noch nichts. Oh, schau mal, der Film geht weiter." Aus Mangel an Alternativen begann ich meine Lieblingsfarben bei den Gummibärchen 'rauszusuchen, nur um beschäftigt auszusehen, während meine Mutter mich kritisch musterte. Ich wusste, dass alles daraufhin deutete, dass etwas nicht stimmte. Ich schämte mich auch nicht für mein Sommerchen. Im Gegenteil ich war stolz, dass ich sein Herz erobern konnte. Aber ich fürchtete mich vor der Ablehnung meiner Mutter ihm gegenüber. Uns trennten fast elf Jahre und ich stand kurz vor einem sehr zeitintensiven Studium, wo ich nicht wusste, ob unsere Beziehung dies überleben würde. Was würde passieren, wenn wir uns auseinander lebten? Ich würde es nicht verkraften... .

Am nächsten Morgen war ich wie gerädert. Ich hatte in der Nacht noch lange wach gelegen und hatte mich mit Zukunftsängsten 'rumgeplagt. Was würde aus Daniel und mir werden? Was würden aus uns alles werden? Würde ich meine Freunde überhaupt noch sehen können?
Zwei Handflächen schlugen mir synchron auf den Rücken und ließen mich erschrocken stolpern.
„Guten Morgen, Benny!" Die grinsenden Gesichter von Jannick und Marcel schoben sich in mein Blickfeld und vergessen war der Ärger. So wie es aussah waren die Beiden zusammen zur Schule gekommen und hatten sich zumindest ausgesprochen.
„Morgen ihr Beiden. Ist jetzt alles wieder gut?" Neugierig sah ich von einem zum anderen.
Normalerweise war ein Streit in diesem Ausmaß ja nicht so schnell behoben. Aber auf der anderen Seite, waren das Marcel und Jannick.
„Ja, wir haben über alles geredet und nachdem ich Marcel angeboten habe mir in die Eier zu treten war alles wieder bestens." Was hatten die Kerle es immer nur mit ihren Eiern? Im Gesicht tat es zum Beispiel viel mehr weh. Egal. Ich schüttelte mit dem Kopf und beschloss mich einfach nur mal für die Beiden zu freuen.
„Ich habe gestern auch noch bei Pia angerufen und habe ihr gesagt, dass ich nicht mit ihr zum Abiball gehen werde." Oh, oh... .
„Allerdings hat sie da nicht sehr begeistert drauf reagiert."
Ja, warum wohl? War ich hier der Einzige im Umkreis von 200 Meilen mit Feingefühl?
„Ich hatte ihr dann angeboten, doch mit Marcel hinzugehen, aber das wollte sie dann auch nicht. Sie meinte, sie würde mit dir hingehen und mit keinem anderen. Außerdem sollen Marcel und ich uns zum Teufel scheren."
Was mit mir? Ich würde doch gar nicht hingehen. Was für ein Chaos.
„Aber dir keine Sorgen Benny, wir haben auch dafür schon eine Lösung." Na das hoffte ich doch.
„Du gehst mit Pia zwar hin, aber unser Italiener wird sie sich im Laufe des Abends krallen."
Und das sollte die Lösung sein?
Kopfschütteln kam ich mit den beiden Hirnis im Schlepptau an der Schule an und schlagartig kehrte auch die Nervosität wieder. Hoffentlich wird Mathe nicht so schwer. Im letzten Jahr waren viele durchgefallen. Ich war zwar der Beste in Mathe, aber das gab mir noch lange nicht die Gewissheit.

Unser Öko wartete bereits mit dem Mathebuch vor dem Klassenzimmer auf uns und sah offen gestanden nicht sehr begeistert aus. Aber etwas sagte mir, dass das nicht unbedingt was mit unseren Prüfungen heute zutun hatte.
„Guten Morgen, Pia."
„Morgen, Benny."
„Hallo, Pia."
„Jannick."
„Morgen, Süße."
„... ."
Ja, mehr gab es dazu wirklich nicht zusagen.
Das sah der Schwarzhaarige aber nicht so.
„Du siehst heute sehr hübsch aus."
„Ich habe das Gleiche an wie gestern."
„Gestern sahst du auch schon sehr hübsch aus."
Oh bitte ... . Das klang selbst in meinen Ohren lahm. Wo hatte er das her? Von den Simpsons?

Das Mathe-Abitur gestaltete sich wirklich nicht einfach. Es war sehr anspruchsvoll und auch ich musste an ein paar Stellen reichlich überlegen, hatte aber dennoch ein gutes Gefühl.
Mein bester Freund hinter mir stieß ab und an ein paar unfeine Flüche aus. Aber Mathe war noch nie sein bestes Fach... .
Gab es bei ihm überhaupt ein bestes Fach?
Das Getuschel über mich und unseren ehemaligen Lehrer hatte in der Pause zum Glück auch abgenommen. Es schien so, als würde sich jeder auf sich selbst und die nächste Prüfung in Geschichte konzentrieren. Gut so. Mit etwas Glück würden sie es innerhalb weniger Tage vollkommen Ad acta gelegt haben.
Geschichte war im Vergleich zu Mathe ein richtiger Klacks und ich freute mich den schriftlichen Teil nun bald hinter mir zu haben. Schon seltsam. Seit Jahren bereitete man sich auf den Abschluss vor und innerhalb weniger Stunden war alles vorbei. Dabei fühlte man sich, als würde man alles nur von außen erleben.

Man merkte sofort, dass die Stimmung nach Mathe um einiges nach oben gestiegen war.
Es war anscheinend wirklich das gefürchtete Fach. Dabei konnte ich das nicht wirklich nachvollziehen. Chemie empfand ich da um einiges schwerer.
Vor dem Schultor warteten wir auf Jannick, welcher noch immer in Geschichte saß.
Hoffentlich würde er es gut meistern.
Wir hatten heute Morgen beschlossen Pizza essen zu gehen. So zur Feier des Tages.
Nur Pia schien etwas unschlüssig zu sein. Sie hatte Ärger von Dr. Strauß bekommen und wusste anscheinend auch nicht, wie sie nun mit der ganzen Sache überhaupt umgehen sollte. Geschweige denn wie sie mit Marcel umgehen sollte. Der Schwarzhaarige sollte dringend mit ihr reden. Sie musste sonst was von uns allen denken. Zumindest würde es mir so gehen.
Und vor allen Dingen sollte er ihr nicht so auf die Pelle rücken verdammt. Bei ihm war Körpersprache auch alles, oder?
„Ähm, Marcel?"
„Ja?"
Nimm deine Finger aus Pias Haaren.
„Geh doch mit Pia schon mal vor, damit wir noch einen Platz bekommen. Jannick und ich kommen dann später nach." Oder auch nicht.
Pia schaute entsetzt zu mir, während der Italiener begeistert zustimmte und sie mit sich zog.
So, ich hoffte die Beiden würden ihr unfreiwilliges Date nun nutzen und ich betete, dass Pia mich anschließend nicht verstieß. Meine Güte waren das hektische zwei Wochen.
Ich kam ja kaum noch hinterher.
Es dauerte noch ca. eine viertel Stunde bis Jannick aus der Schule gehechtet kam.
„Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Aber der kalte Krieg machte mir echt zu schaffen."
„Oh, glaub mir, das ging den Leuten damals nicht anders.", erwiderte ich trocken.
Jannick lächelte nur vielsagend, bevor er bemerkte, dass zwei aus unserer Truppe fehlten.
„Wo sind denn Marcel und Pia?"
„Die haben ein vorgezogenes Date. Bock auf Chinesisch? Ich hatte lange keinen Glückskeks mehr." Damit war der Braunhaarige einverstanden und gemeinsam liefen wir zum Imbiss zwei Straßen weiter.
Als wir zwei Stunden später auf unser Smartphone sahen, hatten Pia und Marcel noch nicht mal versucht uns anzurufen.
Entweder war das ein gutes Zeichen und die Beiden verstanden sich prächtig oder sie hatte ihn bereits umgebracht und verschacherte ihn neben dem Marmorbrunnen im Garten.

Als ich am späten Nachmittag nach Hause kam, war ich allein und zum ersten Mal fühlte ich mich einsam. Wenn man noch nie zuvor einen Partner hatte, dann kam man gar nicht auf die Idee bestimmte Dinge zu vermissen und man belächelt diejenige mit Geringschätzung, die ständig aufeinander hingen. Aber gerade in diesem Moment wünschte ich mir nichts sehnlicher, als Daniel an meiner Seite und der Wunsch ihn jetzt schon anzurufen wurde übermächtig.
Hoffentlich hielt er mich nicht für eine Klette. Vielleicht vermisste er mich auch gar nicht so.
Vielleicht merkte er jetzt, nachdem er mich hatte, dass er meiner bereits schon wieder überdrüssig war und vielleicht hatte ich auch einfach nur eine Macke.
Ich wählte die Nummer meines Schwarmes und war erleichtert als er nach zweimal Klingeln bereits abnahm. Auch er schien schon auf mich gewartet zu haben.
„Hallo mein Schatz, wie lief es?"
„Oh, ganz gut, war ja schließlich nicht Chemie." Das leise Lachen jagte mir eine Gänsehaut über die Wirbelsäule.
„Wir haben aber ein kleines Problem." Ich wollte gleich direkt auf den Punkt kommen.
„Und das wäre?"
„Ich habe mich verplappert, dass du mich am Freitag abholst und nun will meine Mutter dich unbedingt kennenlernen.", ich hielt den Atem an.
„Und wo liegt da das kleine Problem?" Ich stieß den Atem wieder aus.
„Oh Benny, sei mir nicht böse, aber gerade merkt man dir dein Alter wirklich an, mein Schatz. Deine Mutter und ich werden uns gut verstehen. Mach dir keine Sorgen. Ich komme am Freitag und bringe eine Flasche Wein mit. Die kann sie dann anschließend köpfen oder mir über den Schädel ziehen. Je nachdem."
Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass Zweiteres der Fall sein würde.


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So ihr Lieben,
auch wenn mein Gesülze kaum noch einer liest, weil es vermutlich aufs Ende zu geht und jeder nun weiß, dass Benny und Daniel nun zusammen sind, bringe ich es trotzdem noch zu Ende. :) Ich hoffe, dass dieses Kapitel nicht so langweilig war, da es ja eigentlich nur Gequatsche gab. Die Story wird in ca. drei oder vier Kapiteln beendet sein. So ganz genau kann ich mich da natürlich noch nicht festlegen. Es wird auf jeden Fall noch ein Epilog und eine kurze Ankündigung folgen. Soviel schon einmal vorweg.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und bis nächsten Sonntag. :)
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