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Schüler sind auch nur Menschen

GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 Slash
30.06.2012
31.08.2014
29
105.059
266
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319 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
30.06.2012 3.368
 
Hallo ihr Lieben, ^-^
es ist wieder soweit. Das neue Kapitel ist da.
Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den neuen Reviewschreibern bedanken.
Ich habe mich sehr darüber gefreut. :)
Und nun wünsche ich euch viel Spaß!

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Zu sagen ich war überrumpelt, traf es nicht einmal annähernd.
Ich spürte Daniels Gewicht auf meinen Schenkeln, während er stürmisch meinen Hals liebkoste. Der Alkohol ließ mich bei jedem Kuss vergnügt kichern, während ich nur am Rande wahrnahm, dass er bereits mein Hemd geöffnete hatte. Erst als mein Sommerchen sich - gezwungener Maßen umständlich - die Hose ausgezogen hatte, erwachte ich aus meiner vernebelten Trance.
„Was machst du?"
„Ich will dich, Benny. Keine Angst, es wird dir gefallen. Halt einfach still und genieß' es." Der Braunhaarige zog meinen Gürtel aus der Schnalle und öffnete meine Hose. Ich seufzte befreit, als er mit einem einzigen Griff meine Erektion zu Tage förderte.
„Ah...und wenn ich ... hgn ... es nicht mag?"
„Du wirst es lieben, glaub mir." Jegliche Bedenken wurden hinweg geblasen, als mein Schwarm seine Lippen feurig auf meine presste. Er küsste mich nahezu verzweifelt, als wäre es das letzte mal, dass er die Gelegenheit dazu bekommen würde. Der Tanz seiner Zunge war atemberaubend und als er aus dem Handschuhfach einen Tiegel mit Gleitgel und ein Kondom entnahm, wusste ich im ersten Moment gar nicht, was er von mir wollte.
„Möchtest du mich weiten?" Ich kam fast. Schon allein der Gedanke brachte mich in Wallungen und es konnte mir gar nicht schnell genug mehr gehen. Ich war viel zu neugierig und viel zu ungeduldig. Zappelig begann ich mich unter ihm zu winden, um wenigstens etwas Reibung zu erzeugen. Das Auto war aber auch verdammt eng.
„Ganz ruhig, Benny. Ich glaube es wäre besser, wenn ich mich selbst vorbereite. Dann geht es schneller, ok?", ich nickte nur, während er den Gummi aus der Verpackung nahm und ihn mir vorsichtig überrollte.
„Passt der denn auch?" Lustig an was man so alles noch im angesoffenen Zustand dachte.
„Ja, keine Sorge. Das sind die, die ich für den Bio-Unterricht verwende. Die sind etwas kleiner." Es war komisch ein Kondom zu tragen. So eingezwängt zwischen Latex und ich musste unweigerlich daran denken, dass mein Lümmel nun eine Jacke trug. Hach, war ich witzig.
„Nun schau ihn nicht so entsetzt an, mein Schatz. Du wirst ihn gleich noch brauchen. Außerdem gibt es besseres zu bewundern." Gebannt sah ich dabei zu, wie Daniel sich selbst vorbereitete. Das genussvolle Gesicht. Ich hatte noch nie etwas erotischeres gesehen. Unter Keuchen fragte er mich, ob ich bereit wäre und mit angehaltenem Atem, um auch ja kein  einziges Gefühl zu verpassen, wartete ich darauf, dass er mich in sich aufnahm. Er nahm mein Glied vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger und ließ sich ganz langsam darauf gleiten. Ich wusste, dass ich Augen so groß wie Untertassen hatte und dass mein Mund ein stummes „Oh" formte, aber das Gefühl war mit nichts vergleichbar. Trotz Gummi spürte ich jede einzelne Unebenheit und auch die Hitze in Daniels Innerem. Wenn er sich jetzt bewegen würde, würde ich sofort meinen Höhepunkt erreichen. Der Braunhaarige lachte nervös.
„Vergiss nicht zu atmen, ok?" Wie befohlen entließ ich den angehaltenen Atem aus meinen Lungen.
„Benny, ich verlange jetzt keine Leistung von dir, ok? Wenn du kommen musst, dann tus einfach. Beim ersten Mal, hält der Körper noch nicht so lange durch. Wie fühlt es sich an?"
Ich keuchte ein „fantastisch" heraus, was meinen ehemaligen Lehrer zum schmunzeln brachte.
„Ich liebe dich. Ich möchte dich niemals verlieren."
Verlieren? Hä?
Mein Sommerchen begann sich zu bewegen.
Oh. mein. Gott.
Es dauerte einen kleinen Moment, bevor mein Schwarm einen für uns Beide angenehmen Rhythmus fand. Er schien noch nicht sooft unten gelegen zu haben.
Aber mir war eh grade alles egal. Hauptsache er würde nicht aufhören. Ich habe mich noch nie so männlich gefühlt wie in diesem Moment und nun wusste ich endlich, was Marcel daran so faszinierte. Mutig packte ich Daniels Hüften und ließ mich von ihm reiten.
Ich spürte den feinen Schweißfilm auf seiner Haut, sah die beschlagenen Scheiben seines Autos und merkte im gleichen Moment leider auch, dass ich kurz davor war. Ich ergriff die Erektion meines Liebsten und musste mit Erstaunen feststellen, dass auch er sich ein Kondom übergezogen hatte. Vermutlich wegen den Flecken. Mutig begann ich ihn zu reiben und entlockte ihm ein wunderschönes Keuchen. Immer schneller ließ er sein Becken auf meinen Schoß schnellen und bevor ich ihn warnen konnte, überschwemmte mich mein Orgasmus. Na toll, ein Frühstart. Entschuldigend und mit leuchtend roten Wangen, rieb ich das Glied meines Sommerchens und brachte ihn kurze Zeit darauf auch über die Grenze... .

Was sollte ich sagen?
Ich saß im Auto wie versteinert. Nicht, dass es mir nicht gefallen hätte und es war auch nicht so, dass ich es irgendwie bereute, aber dennoch war ich überrumpelt gewesen. Sein zweites erstes Mal im Auto zu haben, erschien mir doch etwas ungeplant - zumal sich Daniel noch den Kopf gestoßen hatte - aber dennoch kam ich mir unglaublich verrucht vor. Gott, war ich albern. Daniel hatte die Fensterscheiben runter gelassen, damit das Glas nicht mehr beschlagen war und stand nun draußen und rauchte noch schnell eine Zigarette.
Selbst mit verwuschelten Haaren nach dem Sex sah er noch absolut anbetungswürdig aus. In solchen Momente konnte ich nicht fassen, dass er mein Freund war... .

„Das war die erbärmlichste Aktion, die du bringen konntest, alter Mann. Hat es dir wenigstens gefallen, Kleiner?" Geschockt sah ich, wie Sven sich dem Auto vor uns näherte und es entriegelte.
Scheiße! Was sollte ich sagen? Was sollte ich machen? Wieso musste ich wieder rot anlaufen, verdammt? Daniel qualmte seelenruhig weiter. Doch an der Art, wie er seinen Mund verzog, wusste ich, dass er ungehalten war.
„Ich meine, deinen Toyboy auf dem Vordersitz deiner Karre zu entjungfern, nur weil du Angst hast nicht mithalten zu können. So wenig Selbstvertrauen mit 38? Kleiner Tipp am Rande: Wenn du nicht mit umgehen kannst, dann such dir was in deinem Alter." Der machte ihn auch bei jeder Begegnung älter. Vorhin war es noch Mitte- und nicht Ende dreißig.
Mein Sommerchen sagte immer noch nichts und zertrat den Kippenstummel auf dem Boden.
Er war so reif und so entspannt. Etwas wovon sich Sven noch eine Scheibe abschneiden konnte.
„Ein Wunder, dass du dich in dem Alter überhaupt noch so verrenken kannst. Ich hoff' du hast es genossen, Kleiner. Beim nächsten Mal springen ihm vermutlich die Bandscheiben raus. Aber wenn du mal Bock auf einen richtigen Fick hast, dann kommst du zu mir, ok?"
Mein Schwarm stieg ein, startete den Motor und hielt direkt auf Sven zu. Ein paar Zentimeter vor ihm bremste er dann scharf ab und fuhr anschließend aus der Parklücke. Hätte ich mich nicht so erschrocken, wäre das geschockte Gesicht von dem Großmaul Gold wert gewesen. Auch wenn ich sagen musste, dass die Aktion schon sehr leichtsinnig von Daniel war. Ließ er sich denn so leicht von sowas verunsichern? Ich hatte ihm doch nie den Anlass dafür gegeben, dass er Verlustängste wegen mir haben musste, oder?
„Daniel? Ist alles in Ordnung?"
„Ja!", ich zuckte zusammen.
„Nein. Es tut mir leid. Ich wollte dich nicht so anblaffen. Ich bin wütend auf mich und nicht auf dich."
„Aber, warum denn?"
„Weil ich mich dazu habe hinreißen lassen, mich provozieren zu lassen. Ich habe dich hier im Auto überfallen, obwohl du sichtlich angetrunken bist und dass nur, weil ich Angst habe, dass du mich für einen Jüngeren sitzen lässt. Ist das nicht armselig? Es tut mir leid, Benny. Ich habe nicht nachgedacht und ich hätte mir ein besseres erstes Mal für dich vorgestellt."
„Daniel, das ist doch Schwachsinn! Ich liebe dich und mir ist egal wie alt du bist. Außerdem sprichst du grade so, als wärst du ein alter Opa. Du bist grade mal Ende zwanzig und nicht Ende dreißig. Ich bin bei dir, weil ich mir ein Leben ohne dich nicht vorstellen will und nicht, weil ich den Nervenkitzel brauche. Du wirst lernen müssen, dass sowas öfter kommen wird und dass du dich davon nicht reizen lassen darfst. So einfach ist das."
Huck, ich habe gesprochen.
Den ganzen nach-Hause-Weg sagten wir nichts mehr und als ich mich total erledigt ins Bett fallen ließ, ließ ich es zu, dass mich mein Sommerchen die ganze Nacht fest umklammert hielt. In diesem Moment wurde mir klar, dass selbst solche Übermenschen wie Daniel nicht vor Ängsten und Selbstzweifel geschützt waren ... .

Gott, hatte ich Schädelficken... .
Mein Kopf drohte zu platzen. Dabei hatte ich gar nicht soviel getrunken und mit dem Kopf sollte ich morgen mein Abi schreiben? Was sollte ich tun, wenn es nicht mehr weg ging? Wenn ich für den Rest meines Lebens Kopfschmerzen hatte?
Wo war Daniel? Was sollte ich machen? Wie spät hatten wir es überhaupt? Pia musste ich ja auch noch anrufen! Mein Sommerchen betrat leise den Raum.
„Oh, du bist ja schon wach. Ich hätte gedacht, dass du bist Mittag schläfst.", ich zuckte zusammen und schloss gepeinigt die Augen. Konnte er nicht etwas leiser sprechen? So mir zu liebe?
„Oh, oh, oh, oh, da hat aber jemand einen dicken Kopf. Zeig mal her." Liebevoll nahm er meinen tonnenschweren Kopf in seine Hände und massierte mir sanft die Schläfen. Das tat schon mal sehr gut.
„Was mach ich, wenn das nicht mehr aufhört? Ich schreibe doch morgen Prüfungen?" Ach, klang ich wieder schön weinerlich. Von meiner neu entdeckten Männlichkeit von gestern Nacht war also nichts mehr übrig. Daniel lachte leise.
„Du bist so süß. Kein Angst. Morgen ist es wieder weg. Ich hole die Aspirin und heute Nachmittag setzt du dich ein bisschen auf die Terrasse und entspannst. Durch die frische Luft vergeht der Kater von ganz alleine. Außerdem wäre ein Frühstück nicht übel und vielleicht ein Bad. Du müffelst immer noch nach Kneipe." Gespielt empört sah ich meinen Schwarm an, bevor ich wieder gequält das Gesicht verzog. Das konnte ja noch was werden... .
Mein ehemaliger Lehrer sollte im Endeffekt aber Recht behalten. Das Frühstück und das gemeinsame Bad in der riesigen Badewanne hat mir echt gut getan und nach ein zwei Aspirin erschien mir die Welt doch nicht mehr ganz so böse. Ich trug zwar noch eine Sonnenbrille, als ich es mir auf dem Liegestuhl bequem machte, aber auch das würde vergehen. Allerdings konnte es mir nicht die Angst vor morgen nehmen. Hiiiilfee!
„Wolltest du nicht deine Freundin anrufen?" Achso, stimmt ja! Pia hätte ich fast vergessen. Asche über mein Haupt.
„Ich bring dir dein Handy. Du bewegst dich heute nicht vom Fleck. Ich mache in der Zwischenzeit etwas zu Essen. Ich nehme an bei Italienisch bestehen keine Einwende?" Es ist gruselig, wenn man selbst jetzt automatisch das grinsende Gesicht von Marcel vor Augen hatte... .

„Ja?"
„Pia?"
„Oh, Benny, hallo! Tut mir leid, ich habe gerade beim Yoga völlig die Umgebung vergessen. Wie geht es dir? Bist du auch schon so nervös? Ich sag dir, ich habe Hummeln im Hintern. Was machen wir, wenn wir versagen?"
„Du wirst nicht versagen, Pia. Dafür bist du viel zu clever." Und hoffentlich nicht clever genug, um zu durchschauen, was ich hier grade vor hatte.
„Bist du zu Hause? Du hast dich lange nicht mehr gemeldet."
„Nein, ich ,ähm, war die letzten Tage bei Daniel. Wir sind jetzt zusammen und ,ähm, ja... ." Gott, das klang fast wie eine Beichte. Aber Pia war immer so kritisch.
„Und habt ihr auch schon... ?"
„Ja."
„Oh, o.k., war es gut so für dich? Ich meine das ging ja schon ein bisschen schnell und er ist um so vieles älter. Ich will nicht, dass er dich ausnutzt, Benny. Ich meine, ich gönne es dir. Ohne Frage. Aber ich frage mich, ob es auch langfristig eine Zukunft hat. Weißt du, was ich meine? Du fängst gerade erst mit allem an und er ist in dem Alter, wo man etwas ruhiger und sesshafter wird. Ich habe Angst, dass er dich verletzten könnte." Wenn ich ihr von seiner kindischen Aktion von letzter Nacht erzählen würde, würde sie das nicht wiederholen.
„Ich weiß es zu schätzen, dass du dir Sorgen um mich machst. Aber das ist völlig unbegründet. Daniel und ich lieben uns sehr und sollte die Beziehung eines Tages in die Brüche gehen, dann nicht, wegen des Altersunterschiedes. Wenn dann vermutlich eher, weil ich als erfolgreicher Arzt dann den Höhenflug bekomme. Ich meine: Viel Geld, Erfolg, schöne Männer, Autos, Yachten... ." Pias Lachen am anderen Ende klang glockenklar.
„Oh, du Spinner! Als ob du dich irgendwie verändern würdest." Nun war der perfekte Zeitpunkt gekommen. Angriff!
„Apropos verändern. Hast du das Problem mit Marcel nun eigentlich schon geklärt? Hat er sich mal bei dir gemeldet?"
„Nein, und ich wüsste auch nicht, was es da noch groß zu bequatschen gibt. Außerdem müsste er schon zu mir kommen und mit mir reden und nicht umgekehrt." Ok, da hatten wir schon mal Punkt eins auf der Liste.
Ich hörte mir geduldig an, was Marcel denn alles tun musste, damit sie ihm verzeihen würde. Na gut, über glühende Kohlen laufen erschien mir doch etwas unrealistisch. Das würde ich ihm nachher lieber nicht schreiben. Aber ich war beeindruckt von den Rachefantasien einer Frau.
„Naja, hast du vielleicht schon mal drüber nachgedacht, dass Marcel vielleicht gerne mit dir zum Abi-Ball gegangen wäre und sich nicht getraut hat dich zu fragen?" Das spöttische Lachen am anderen Ende schien ewig zu dauern.
„Oh bitte Benny, das ist doch lächerlich. Das ist Marcel! Der hat vor nichts Angst und schon gar nicht davor." Außer vielleicht vor seinen eigenen Gefühlen.
„Außerdem hat er mir in den letzten Jahren mehr als deutlich gezeigt, wie unattraktiv er mich doch findet. Ich hatte auf Klassenfahrt echt gehofft, dass wir uns nun besser verstehen würden. Aber naja... ."
„Findest du Marcel eigentlich attraktiv? So als Mann meine ich?"
„Benny!"
„Nein, mal ganz ehrlich und objektiv."
„Naja also objektiv gesehen - rein objektiv hörst du? - sieht er schon sehr gut aus. Ich kann verstehen, dass die ganzen Mädchen auf ihn fliegen und er es sich erlauben kann, so oberflächlich zu sein. Mir hat er auch schon immer gefallen. Aber sag ihm das bloß nicht hörst du?!"
„Nein, natürlich nicht." Sorry, Pia. Aber es war zu deinem eigenen Wohl.
Wir redeten noch über dies und das, bevor Daniel mich zum Essen rief und ich auflegte. Bevor ich rein ging, schrieb ich Marcel allerdings noch eine lange SMS mit Dingen, die er tun musste, damit sie ihm verzeihen würde. Das ganze schloss ich dann mit den Worten, dass Pia ihn attraktiv fand, ab. Das würde ihn hoffentlich aufheitern.

Oh Gott! Oh Gott! Oh Gott!
Den ganzen Weg von München zu meiner Schule hatte ich Schnappatmung.
„Benny, ist alles in Ordnung? Ganz ruhig, das schaffst du."
„Warum habe ich mich nur von dir überreden lassen auszuspannen, statt wie ein Irrer zu lernen?" Mein Sommerchen musste aufgrund meiner Hysterie schmunzeln.
„Weil du mein kleines Genie bist und es alles kannst. Du hast im Vorfeld genug gelernt. Es war besser sich ein wenig auszuruhen und den Kopf frei zu bekommen."
„Ich werde so versagen. Wirst du mich auch noch lieben, wenn ich bis in alle Ewigkeit die Abschlussklasse wiederholen muss?", Daniel lachte herzhaft.
„Oh, mein kleines Dummchen. Nimm einen Traubenzucker und versuch dich zu beruhigen. Wir sind gleich da." Und tatsächlich. Es dauerte keine fünf Minuten und wir standen vor dem Schultor. Ich wollte da nicht rein. Was glotzt ihr dann alle so blöd?! Achso, stimmt ja, ich saß bei Daniel - oder besser gesagt Herrn Sommer - im Auto. Na klasse. Das würde das Gesprächsthema werden. Wenigstens wartete er noch bis alle weg waren, bevor er mich verlangend küsste.
„So mein Schatz, ich wünsche dir viel Glück und Erfolg. Du packst das. Ruf mich nachher an, wie es war, ok? Die restlichen Prüfungen morgen und übermorgen sind dann gar nicht mehr so schlimm, glaub mir. Am Freitag hole ich dich dann von zu Hause wieder ab. Aber ich muss dich vorwarnen, Markus will eine Party dir zu Ehren schmeißen. Da werden wir nicht drum 'rum kommen, sonst belästigt er wieder meine Nachbarn.", ich nickte wehleidig, bevor ich mich mit einem letzten verzweifelten Kuss zur Schlachtbank begab.
Ich war zwei Meter gekommen, als eine Stimme mich zurückhielt.
„Bennylein!" Marcel. Marcel in einem Hemd. Nicht schlecht.
„Steht mir das? Ich habe es von meinem Cousin ausgeliehen." Von welchem bitte? Du hast Tausende und jedes Jahr wurden es mehr. Ich nickte nur. Der Schwarzhaarige hatte sich wirklich ins Zeug gelegt.
„Ich werde es jetzt gleich noch vor den Prüfungen hinter mich bringen. Pia ist bestimmt schon da." Na ob das so eine gute Idee war? So zwischen Tür und Angel würde sie meinen besten Freund bestimmt nicht mit Handkuss begrüßen. Aber das Schicksal war meinem besten Freund hold. Als wir um die Ecke zu unserem Klassenraum bogen, standen vor eben diesem Jannick und Pia und unterhielten sich. Marcel knirschte hörbar mit den Zähnen. Jetzt bitte keine Eifersuchtsszene. Aber zu meinem Glück blieb der Italiener ganz ruhig, als er meine Freundin ansprach. Jannick grinste nur. Gott, hatte der eine Todessehnsucht.
„Hallo Pia, kann ich kurz mit dir reden? Allein? Es dauert auch nicht lange."
„Ich wüsste nicht, was es zu bereden gibt. Du hast bereits alles gesagt."
„Nein, das habe ich nicht. Ich möchte mich bei dir entschuldigen. Ich will nicht, dass wir unsere Freundschaft einfach so wegwerfen und ich möchte, dass wir unseren Abschluss ohne Belastungen schreiben." Das war ja mal richtig gewählt ausgedrückt. Das schien auch Pia so zu sehen und drehte sich überrascht um. Die Überraschung wuchs auch noch, als sie das Outfit meines besten Freundes entdeckte und oha, sah ich da etwa einen leichten Rotschimmer über ihrer Nase? Auch der Italiener schien es bemerkt zu haben und wurde nun etwas selbstsicherer. „Komm wir gehen da rüber. Damit nicht jeder es mitbekommt.“ Dass er mit "jeder" Jannick meinte, war nicht schwer zu erraten. Apropos... .
„Stört dich das jetzt nicht? Ich meine, du willst doch was von Pia." Jannick grinste mich herausfordernd an.
„Was ich? Mit Nichten. So gerne ich Pia habe, aber ich empfinde nicht so für sie. Aber nun läuft ja eh alles so, wie ich es geplant habe." Häää?
Wie zwei Zinnsoldaten beobachteten Jannick und ich unser ungleiches Paar, welches sich keine fünf Meter weiter unterhielt. Doch leider war Pia anzusehen, dass Marcel wieder irgendwas Dummes rausgehauen hatte. Ein lautstarkes: „Marcel, du kannst mich mal.", bestätigte das nur. Was dann allerdings kam, erschütterte uns alle in den Grundfesten.
Pia hatte sich gerade von dem Italiener abgewandt, um davon zu stampfen, als dieser sie packte, sie mit einer eleganten Drehung in seine Arme legte, sie mit Schwung weit nach hinten beugte und sie leidenschaftlich küsste.
Marcel,
bist
du
irre??!!
Es dauerte einen Moment, bis Pia es erwiderte und es dauerte einen weiteren Moment, bis sie wieder zu sich kam und den Schwarzhaarigen von sich stieß.
„Marcel, bist du irre?!" Meine Rede.
„Willst du dich über mich lustig machen? Du kannst mich mal, Marcel!"
„Pia, warte! Du verstehst das völlig falsch!" Es folgte mal wieder eine Abfolge von schnellen, italienischen Flüchen, als meine beste Freundin plötzlich 'rumfuhr und in
- zugegebenermaßen sehr gebrochenem aber nicht minder lautstarkem - Italienisch zurück fluchte. Nun war auch der Schwarzhaarige, baff.
„Was?! Glaubst du, ich lasse mich länger beleidigen ohne zu verstehen, wovon du sprichst? Ich habe die letzte Woche damit zugebracht italienische Flüche zu lernen und nun, fahr zur Hölle!" Mit diesen Worten eilte Pia in den Klassenraum und ließ einen idiotisch grinsenden Marcel zurück, dem ich mich nun vorsichtig näherte.
„Ist alles in Ordnung mit dir?"
„Sie kann streiten, wie eine echte Italienerin. Ich sag dir, hätte sich mich jetzt noch mit irgendwas beworfen, dann hätte ich einen Ständer bekommen."
Ja, danke sehr.


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So, ich hoffe, dass alle Marcel und Pia-Fans sich nun freuen. :)
Ich wünsche euch allen einen sonnigen Sonntag!
Bis nächste Woche. ^-^
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