Geschichte: Fanfiction / Bücher / Metro 2033 / Verjagt

Verjagt

von Rookie141
KurzgeschichteTragödie / P12
29.06.2012
29.06.2012
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29.06.2012 406
 
Hier sitze ich. Alleine. Gequält von der Einsamkeit, dem Schmerz, der Trostlosigkeit. Mitten in der Moskauer Einöde, zwischen dem Schutt der Metropole, an den Treppen, die runter in die Metro führen. Es wäre so einfach: aufstehen, umdrehen, die Treppen hinunter, auf die Gleise mit den harten Schwellen dazwischen, in die vertrauten und doch fremden Tunnel zurück. Zurück zu meiner Station, meiner Heimat.

Seit einer Stunde gibt mir mein Magen lautstark zu verstehen, dass ich essen muss, Hunger hab. Mein Magen fühlt sich leer an, und doch habe ich nicht das Verlangen zu essen.

Fortgejagt wurde ich, wurde durch die Tunnel gehetzt. Rannte, stolperte, fiel hin, rappelte mich auf, rannte weiter. Erschossen. Ich habe ihn erschossen, den Kommandanten. Das wollte ich nicht, das war ein Versehen, habe ich gerufen. Und obwohl alles leise war, die Schüsse längst verhallt, hörte man mich nicht.

Mein Kopf fühlt sich leer an, und doch ist er voll, ja gerade zu überfüllt von Gedanken.

Ich habe ihn erschossen. Was habe ich getan? Aber es war ein Versehen! Ich wollte das nicht, habe ich geschrien. Wieso hört ihr mich nicht, habe ich gedacht.

Meine Lider sind schwer, doch ich fühle mich, als könne ich noch Stunden laufen.

In die Tunnel haben sie mich gejagt, der Dunkelheit entgegen. Sagten, ich solle verrecken. Verrecken neben den fauligen Leichen der Ratten. Riefen mir hinterher, wenn sie mich einsperren würden, würde ich sie nur Patronen und Essen kosten. Sie drohten, mir Kugeln hinterher zu schicken, wenn ich nicht spurte. Und ich begann zu rennen. Rannte so schnell wie ich konnte, so schnell mich meine Beine vorwärts bringen konnten. Ich flüchtete vor den Leuten, die ich meine Freunde nannte, die meine Heimat bedeuteten. Oder flüchtete ich wirklich vor ihnen? Nein. Ich rannte vor mir selbst weg. Wollte von mir selbst wegkommen, weil ich diese Tat begannen habe.

Und jetzt sitze ich hier, höre nur meinen eigenen schweren Atem, der durch den Filter meiner Gasmaske in Wölkchen in die klirrende Kälte aufsteigt, sich verflüchtigt. Wie gerne würde ich es ihm gleich tun. Ich habe alles verloren und frage mich, ob ich mich nicht doch lieber hätte erschießen lassen sollen. Aber wahrscheinlich wäre ich ihnen nicht mal die Kugel wert gewesen...

Ich muss schlafen, sollte es aber nicht.
Ich muss essen, kann es aber nicht.
Ich will nach Hause, darf es aber nicht...




[Info: Vielleicht folgen weitere KGs. Dann benenne ich die FF auch um ^^ GlG, Rook :B]
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