Kaugummi und andere Katastrophen

GeschichteHumor / P12 Slash
Brad Crawford / Oracle Farfarello / Jay / Berserker Omi Tsukiyono / Mamoru Takatori Ran Fujimiya / Aya / Abyssinian Schuldig / Mastermind Yohji Kudou / Ryo Ito / Balinese
29.06.2012
31.12.2012
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29.06.2012 1.845
 
Disclaimer: Ich verdiene mit dieser Geschichte kein Geld. Alles, was an Orten, Personen, Namen etc. bekannt vorkommt, gehört nicht mir.

Claimer: Text und Idee dieser Geschichte gehören mir.

Kurzbeschreibung: Schwarz ist zu Kritiker übergelaufen, doch das Zusammenleben mit Weiß stellt eine größere Herausforderung dar als angenommen. Richtig rund geht es allerdings erst, seit Kritiker einen Kaugummi entwickelt hat, mit dem Farfarellos Abhängigkeit von den SZ-Medikamenten geheilt werden soll, denn leider hat dem Iren nie jemand erklärt, dass man seine Kaugummis nicht rumliegen lassen darf.

A/N: Bei allgemeinen Fragen und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Gebrauchsinformation im Profil.
Vielen Dank an Enari!
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Kaugummi und andere Katastrophen


Beitrag zum Projekt Sag mal, WAS hast du genommen?!

                                                                                                                                            http://forum.fanfiktion.de/t/16122/1

Liste:
Nr. 1: Aya
Nr. 2: Yohji
Nr. 3: Omi
Nr. 4: Nagi
Nr. 5: Ken
Nr. 6: Farfarello
Nr. 7: Brad
Nr. 8: Schuldig



Aufgabe 1:

Nr. 1 & 8 müssen zusammen kochen/einen Kuchen backen/Pralinen machen.


Schokolade

Im Radio dudelte irgendein aktueller Song aus den Charts. Er nahm ihn gar nicht richtig zur Kenntnis, denn er war zu glatt, zu durchgestylt, um im Ohr zu bleiben. Zufrieden betrachtete er die Schokolade, die sich vor ihm auf dem Küchentisch stapelte.
Die anderen hatten sie ihm nicht nur erfreut überlassen, nein, sie hatten sie ihm quasi hinterhergeschmissen. Kein Wunder! Zum Valentinstag waren sie damit überhäuft worden und wenn nicht einer von ihnen regelmäßig Schokolade aus dem Laden ins Wohnzimmer gebracht hätte, wären sie hinter dem Tresen sehr wahrscheinlich irgendwann am Nachmittag davon erschlagen oder darunter begraben worden.

Die Fangirls hatten zum Glück nicht alle versucht, sich mit der Originalität ihrer Schokoladengeschenke zu übertreffen. Doch vielleicht lag Schokolade mit merkwürdigen Füllungen in diesem Jahr auch einfach nicht im Trend. Ihm war es im Prinzip egal, welcher Schokoladentrend den Valentinstag beherrschte, aber mit ungefüllter Schokolade konnte er im Nachhinein mehr anfangen. Sie ließ sich einfach besser in neue Formen bringen.
Er strich sich eine Strähne roten Haares aus dem Gesicht und griff nach dem Ordner, den er vorhin auf eine Tischecke gelegt hatte. Rezepte sammelte er schon seit ein paar Jahren und heute erwies sich das einmal mehr als sehr, sehr nützlich. Angefangen hatte er, als ihm klargeworden war, dass man unmöglich mit vier Leuten auf Dauer von Fertiggerichten leben konnte. Das ging nicht nur ins Geld, es war obendrein auch nicht besonders gesund.

Was wollte er heute zuerst machen? Die Auswahl war groß. Er hatte eine ganze Reihe an verschiedenen Rezepten mit Schokolade zur Verfügung und war vorhin extra noch einmal einkaufen gegangen, damit er sicher sein konnte, dass ihm nun zwischendurch keine Zutaten ausgingen. An einer Nachspeise blieb er schließlich hängen. Mit etwas Warmem konnte man an einem Regentag kaum was falsch machen und Ken und Omi, die im Laden standen, würde eine kleine Unterbrechung in dieser Form auch nicht ungelegen kommen. Das war zwar nur eine Vermutung, doch die Wahrscheinlichkeit, dass er damit richtig lag, war extrem hoch.

Er legte den an der richtigen Stelle aufgeschlagenen Ordner zurück auf den Tisch und suchte nach zum Rezept passender Schokolade, solcher, die einen Kakaoanteil von mindestens sechzig Prozent hatte. Irgendwo hatte er welche gesehen, das wusste er ganz genau.

Der zweite haushaltseigene Rotschopf trottete mit einem unterdrückten Gähnen in die Küche, ließ ihn die Suche für einen Moment unterbrechen. „Auch schon aufgestanden?“

„Sei bloß still.“ Eine Tasse wurde aus dem Schrank genommen und mit Kaffee gefüllt. „Du musstest die Nacht bei diesem Wetter nicht wach und draußen verbringen.“

Plötzlich entdeckte er die gesuchte Schokolade, griff nach den Tafeln und legte sie neben den Herd. „Wenn du da eh grad rumstehst, kannst du auch die Schokolade schmelzen. Das wird dich nicht groß vom Kaffeetrinken abhalten.“

„Meinetwegen.“ Begeisterung hörte sich zwar anders an, aber er wollte sich nicht beklagen. Es hätte auch mit einem „Nein“ enden können. Zufrieden wandte er sich dem Rest des Rezeptes zu, während hinter ihm erst ein Topf auf den Herd gestellt und dann das Papier von der Schokolade gerissen wurde.

Was brauchte er noch? Um die Schokolade wurde sich gekümmert. Fehlten noch Mehl, Zucker, Eier, gemahlene Haselnüsse und Rum. Nur ein bisschen Rum für den Geschmack. Und natürlich Butter, laktosefreie Butter. Die hätte er beinahe vergessen! Er ging zum Kühlschrank, holte ein Stück heraus und warf einen Blick zum Herd, denn laut dem Rezept sollte die Butter mit der Schokolade zusammen im Wasserbad geschmolzen werden. Doch was er da sah, sorgte dafür, dass er die Butter ins Spülbecken fallen ließ und den Topf mit der Schokolade herunterriss.

„Verdammt, Aya! So geht das nicht! Du kannst die Schokolade doch nicht einfach so auf den Herd stellen.“

„Wie denn dann?“, kam es prompt und mit einem Funkeln in den violetten Augen zurück.

Schuldig widerstand dem Drang, sich mit einer Hand durchs Haar zu fahren. „Schokolade schmilzt man im Wasserbad.“, brachte er stattdessen hervor.

„Aha. Und wie trennst du sie wieder vom Wasser, wenn sie flüssig ist?“ Die Arme wurden beinahe trotzig vor der Brust verschränkt.

Er hatte große Lust, sich den Kopf an einem der Hängeschränke einzuschlagen, aber er riss sich zusammen. „Man stellt den Topf mit der Schokolade in einen Topf mit Wasser und das dann auf den Herd.“

„Und warum sagst du mir das nicht gleich?“ Missmutig griff der Weißleader wieder nach seiner Kaffeetasse.

„Woher soll ich denn wissen, dass du keine Ahnung hast, wie das geht?“ Er nahm einen zweiten Topf aus dem Schrank, füllte Wasser hinein und setzte ihn auf, bevor er den Topf mit der Schokolade vorsichtig hineinstellte.

„Ich dachte, du bist Telepath.“

„Das heißt aber noch lange nicht, dass ich dauernd in den Köpfen anderer Leute herumwühle.“ Er fügte Butter zur Schokolade hinzu.

„Schön, dann motz mich jetzt auch nicht an.“, gab Aya gepresst zurück.

„Sag du nächstes Mal halt gleich, dass du keine Ahnung hast. Ich bin jedenfalls davon ausgegangen, dass du kochen und backen kannst. Ihr werdet hier ja wohl kaum nur von Fertigfraß gelebt haben.“ Schuldig rührte die Schokoladenbuttermischung um und klatschte den Löffel auf die Spüle. „Aber wenn’s so gewesen wäre, würde das natürlich eure miserablen Leistungen erklären.“

Die Kaffeetasse wurde hart abgestellt, ein Teil der dunkelbraunen Flüssigkeit schwappte über den Rand. „Es gibt eben noch Leute, die für ihr Geld auch wir- Igitt! Was ist das denn?!“ Aya starrte auf seine Hand, insbesondere auf die Finger, über die sich klebrige himmelblaue Kaugummifäden zogen. „Könnt ihr Farfarello nicht endlich klarmachen, dass er die Dinger nicht überall hinkleben darf?!“

„Wieso? Das haben wir längst, aber es ist seine Sache, ob er sich daran hält oder nicht. Wenn wir uns nicht drüber aufregen, wird er demnächst den Spaß dran verlieren.“ Der Telepath zuckte gelassen mit den Schultern, holte eine Schüssel und schüttete Mehl hinein. „Gibst du mir bitte mal die gemahlenen Nüsse?“

„Befreist du meine Hand von diesem widerlichen Zeug?“

„Klar. Gib her.“ Allerdings wartete Schuldig gar nicht ab, sondern packte Aya am Handgelenk, zog ihn zur Spüle und zupfte dort den Kaugummi ab. Ekel verspürte er keinen. Warum auch? Er würde sich gleich mit Seife die Hände waschen und damit hatte sich das. Man konnte es mit dem Ekeln schließlich auch gehörig übertreiben. Und wer bei ein wenig Spucke schon schauderte, der durfte eigentlich niemals einen anderen Menschen küssen – der Speichelaustausch konnte dabei ja durchaus enorm sein.
Und weil es so praktisch war, wusch er Ayas Hand gleich mit. Den Ausdruck auf dessen Gesicht ignorierte er geflissentlich. Natürlich tat man sowas eigentlich nicht, das war ihm auch klar, aber Aya hatte selbst gefragt, ob er seine Hand vom Kaugummi befreien würde und da gehörte das Waschen nun mal dazu.

„So, fertig. Alles wieder sauber.“, verkündete er schließlich, ließ es sich nicht nehmen, die Hand des Weißleaders auch noch abzutrocknen. „Aber dafür hilfst du mir jetzt beim Backen.“

„Ich hab echt Besseres zu -“

„Eine Hand wäscht die andere, Aya.“, flötete er und begann, nachdem er sich selbst die Hände abgetrocknet hatte, Mehl und Nüsse zu vermischen.

„Gibst du dann Ruhe?“ Der andere Rothaarige gab sich keine Mühe, seinen Unmut zu verbergen, doch Schuldig störte sich nicht daran. „Wenn du mal die Schokolade mit Nussstückchen aussortierst, immer.“

Für ein paar Minuten herrschte Schweigen zwischen ihnen. Im Radio dudelten weiterhin die Charts, sodass es gar nicht richtig still wurde. Außerdem zeugte der Lärm aus dem Laden davon, dass die ersten Fangirls eingefallen waren.

„Willst du die ganze Schokolade zum Backen verwenden?“

Erstaunt wandte Schuldig sich von den Förmchen ab, in die er gerade den fertigen Schokoladenteig füllte. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Aya den Mund innerhalb der kommenden Stunden noch mal aufkriegen würde. „Ja. Zwar nicht heute, aber in den nächsten Tagen bestimmt.“, antwortete er. „Ich hab gestern extra gefragt, wer noch Schokolade loswerden will.“

„Und statt Schokolade sollen wir dann wochenlang Kuchen essen? Das ist nicht grade gesünder als Fertiggerichte.“

„Nein, Blödsinn. Nachher machen wir noch Muffins und die können wir morgen an die Fangirls verschenken. Die kommen sonst bald nicht mehr, weil sie sich alle erkältet haben. Es kann ja nicht gesund sein, wenn du sie dauernd raus in den Regen scheuchst.“

„Ansonsten wären wir am Ende der Woche auch taub.“

Wieder Schweigen. Dem war auch nichts hinzuzufügen. Diese Mädchen verfügten zum Teil über äußerst penetrante Stimmen, die jedes noch so strapazierfähige Trommelfell früher oder später an seine Grenzen brachten.

„Gibst du mir bitte die Schokobonbons? Die müssten irgendwo neben den Rezepten liegen.“

„Was willst du denn mit denen?“

Schuldig grinste. „Die kommen jetzt in den Teig und werden mitgebacken.“

„Wie soll das denn schmecken?“ Aya verzog das Gesicht, griff aber nach der Tüte und warf sie ihm zu.

„Lecker. Die schmelzen nämlich und dann hat man innendrin eine warme und flüssige Schokokaramellfüllung.“

„Ihr Europäer habt einen seltsamen Geschmack.“

„Gar nicht! Du kannst dich in ein paar Minuten selbst davon überzeugen.“

„Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt will.“

„Sag doch gleich, dass du dich nicht traust.“ Er schob das Blech mit den Förmchen in den vorgeheizten Backofen und lehnte sich daneben gegen die Küchenzeile.

Aya schnaubte. „Das hat doch damit nichts zu tun.“

„Hat es wohl.“

„Hat es nicht!“

„Dann mach ich morgen noch mal welche, wenn du heute nicht probieren willst. Du kannst dich nicht ewig drücken, wenn du nicht zugibst, dass du nicht traust.“

„Na gut, dann bleib ich hier und probiere eben.“ Ein Todesblick traf Schuldig, doch er prallte einfach an ihm ab, als würde sein Grinsen ihn resistent gegen Blicke dieser Art machen. „Und bis es soweit ist, sei doch so gut und setz die Nussschokolade zum Schmelzen auf, ja?“

„Aber nur, weil du sonst keine Ruhe geben würdest.“, knurrte Aya.

Schuldig kicherte, während er zum zweiten Mal an diesem Nachmittag Zucker abwog.

„Sei still!“

„Wieso?“ Er schenkte Aya ein breites Lächeln.

„Weil es nervt.“

„Du hast schlecht geschlafen.“, stellte Schuldig trocken fest.

„Ja! Und viel zu kurz und jetzt zwingst du mich auch noch, dir bei deinem dämlichen Backvorhaben zu helfen. Kannst du mich überhaupt bezahlen?“

Schuldig legte die Stirn in Falten, grübelte und nickte dann begeistert. „Natürlich. Hab ich doch heute Morgen schon getan, nachdem du wieder da warst.“
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