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Pokerface (Folge 4)

von lizzy1813
GeschichteDrama, Krimi / P16 / Gen
Eva Mayerhofer Jan Brenner Klaus Frings Kriminaldirektor Ritter Leonie Bongartz
28.06.2012
12.09.2012
4
4.283
 
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28.06.2012 807
 
“Na dann machen wir mal an die Arbeit”, brummte Frings, in Gedanken bei seinem angebissenem Crossaint auf seinem Schreibtisch, und Leo folgte ihm mit murrend. Normalerweise wäre das Evas Job gewesen: Recherchen am PC durchzuführen. Sie hätte lieber mit dem Verhör der Nachbarn begonnen, aber so -
Wo sie nur so lange blieb?

Wieder warf sie einen Blick auf den Uhr und begann sich Sorgen zu machen. Nicht dass noch etwas passiert war?












Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten Eva und Martin zu Brenner zurück aufs Zimmer. Der lag fröhlich grinsend auf dem Bett und erwartete bereits seinen Besuch.

“Da seid ihr ja endlich; und ich dachte ich wäre grad etwas lahm unterwegs”


“Dass du in dieser Situation Witze reißen kannst sollte mich eigentlich nicht wundern”
Eva verdrehte Augen; typisch Brenner eben.



“Hey, ich hab gute Neuigkeiten vom Doc, also bitte” Brenner zog eine gespielt gekränkte Schnute. “Der Heilungsprozess verläuft wunderbar, in wenigen Wochen bin ich hier wieder raus”



“Wenige Wochen??? Und das nennst du eine gute Nachricht?? Jetzt sag doch auch mal was!”
Verärgert knuffte Eva Martin in die Seite, doch er blieb wohlweislich ruhig; sich zwischen die Fronten zu stellen war in seinen Augen keine gute Idee.



“Eva, bitte; nur die paar Wochen, dann klärt sich alles von selbst, ok? Bitte!” Er fasste ihren Unterarm und sah sie mit seinem Hundeblick an. Warum konnte sie ihm nur nichts ausschlagen?


“Na gut - “, gab sie sich schließlich geschlagen. “Zwei Wochen, ab genau jetzt; sonst sag ich es ihr”


“Du bist ein Schatz”, grinste Brenner. “Aber jetzt solltet ihr zur Arbeit, sonst reißen euch die Kollegen noch den Kopf ab”


“Wie - ach du Scheiße!”, entfuhr es Eva als sie auf die Uhr sah. So spät schon?!
“Bis dann!”, rief sie noch, dann nahm sie die Beine in die Hand, und sogar Martin hatte Mühe mit ihr Schritt zu halten. Wie befürchtet bretterte sie wenig später über die Autobahn als wäre der Teufel persönlich hinter ihnen her.















Inzwischen hatte Leo begonnen, mit Frings die ersten Ergebnisse zusammenzutragen:
“Klaus Berger schien ziemlich große Schulden zu haben, und das obwohl er als Bankangestellter mit Geld umgehen können müsste; beraten lassen würd ich mich jedenfalls nicht bei ihm. Und vor allem die Summen!”


“Lass mal sehen” Leo zog die Unterlagen zu sich. “Juwelier, Nobelhotel, Wellnesswochenende, … Moment, das passt irgendwie nicht” Sie kramte in ihren eigenen Unterlagen. “Seine Verlobte, Susi Hamann, ist Grundschullehrerin; außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Tafel.”


“Eine Geliebte?”


“Möglich wärs - aber da ist noch etwas seltsam; obwohl er chronisch im Minus war hatte er regelmäßig einen Betrag von 2000€ auf ein Konto überwiesen. Der Inhaber müsste schnell herauszufinden sein”



“Du hast eine Verlobte erwähnt; gibt es sonst noch Personen mit denen er regelmäßig Kontakt hatte?”



“Auf jeden Fall sollten wir Robert Titze genauer unter die Lupe nehmen”, fuhr Leo fort.
“Er hatte vor mit Berger ein Geschäft aufzuziehen - wenn man der Ankündigung der Webseite trauen darf. Und die Nachbarn natürlich - vielleicht ist denen etwas aufgefallen, oder sie kannten den ein oder anderen Teilnehmer der Pokerrunde”



In diesem Moment öffnete sich die Tür und einen Herzschlag lang hoffte Leo, dass Brenner hereinkommen würde.

Doch es war nicht Brenner.


Eva stürzte keuchend herein, und Martin stolperte wild fluchend hinterher. “Wir sind doch nicht auf der Flucht!”, schimpfte er als er sich nach Luft schnappend an Kaffeetheke wie an einem Rettungsring festhielt.


“Aber zu spät”, entgegnete Eva vorwurfsvoll während sie ihren PC hochfuhr. “Gibt’s was Neues?”


“Allerdings; und wenn wir uns nicht beeilen könnten wir eine weitere Neuigkeit an der Backe haben”, antwortete Leo sichtlich gereizt. Frings hob fragend eine Braue - was war denn nun schon wieder mit Leo los?
Keiner ahnte, mit welcher Enttäuschung sie erneut zu kämpfen hatte. Wieder wurde ein winziger Hoffnungsschimmer herzlos zertrampelt. Und natürlich konnten ihre Kollegen nichts dafür - der Schmerz blieb trotzdem derselbe.


“Martin, mitkommen; ich erzähl dir auf der Fahrt von den bisherigen Ergebnissen. Uns bleibt nicht viel Zeit, und wir müssen noch …” Noch während sie sprach verließ sie stapfend das Büro.



Martin zuckte nur verwundert mit den Achseln. `Frauenprobleme` dachte er nur, nahm schnell einen Schluck Kaffee und folgte seiner heute äußerst gereizten Kollegin.












“Wo ward ihr überhaupt solange?”, fragte Frings nach einigen Minuten neugierig. Instinktiv duckte sich Eva ein wenig, dass ihr Kollege ihr Gesicht hinter dem Bildschirm nicht erkennen konnte.


“Stau”, lautete ihre kurze Antwort.


“Und deshalb seid ihr so außer Atem? Ach komm schon, mir kannst du doch verraten wenn ihr eine Überraschung für Leos Geburtstag morgen plant”



Leos Geburtstag! Eva fuhr vor Schreck auf. Stimmt, da war doch etwas! Das konnte nur ein Desaster werden.

“Ach ja - genau - Leos Geburtstagsgeschenk”, stotterte sie nervös. “Ich sags dir später; wir sollten lieber arbeiten, bei der Laune die Leo heute hat.” Sie warf ihm ein verlegenes Lächeln zu, dann hackte sie hektisch auf ihre Tastatur ein.

Hoffentlich hatte Frings nichts gemerkt.
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