Wig City

von classic
GeschichteAllgemein / P6
Jackson Rod Stewart Miley Ray Stewart alias Hannah Montana Robby Ray Stewart Roxy
27.06.2012
27.06.2012
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Disclaimer: Alle Charaktere gehören Disney. Selbst der Handlungsort. (=

Hannah Montana ist in den Startlöchern. Es fehlen einzig zwei Dinge: Eine Perücke und…was noch?

Wig City

„Ich weiß nicht.“ Miley blieb im Eingang des riesigen, auf rustikal getrimmten Ladens stehen und blickte zu den hoch gelegenen Fenstern hinauf. Jedes Fenster versprach ein Stockwerk. Wie viele würden es sein? Mindestens fünf. Ein rechteckiges, knallbuntes Schild über dem Eingang verriet vielversprechend „Wig City“.

„Spätzchen, du hast es soweit geschafft, jetzt kannst du deinen Traum verwirklichen.“ Robby hielt neben ihr an und legte seiner Tochter leitend eine Hand auf den Arm.

„Vielleicht gibt es sogar Verkäuferinnen, entsprungen aus meinen unerfüllten Träumen.“ Jackson drängte sich an beiden vorbei und betrat schwungvoll das überdimensionale Haus.

„Dad“, jammerte Miley mit einem Blick auf ihren Bruder.

„In der Tat, er ist schlimmer als ich in seinem Alter.“ Robby strich sich dabei andächtig über seine Haare. „Was für eine Frisur!“

„Träum weiter.“ Angetrieben von den sicherlich folgenden Jugenderinnerungen ihres Vaters eilte Miley schließlich ihrem Bruder nach.

Von der Eingangshalle her konnte sie mehrere Stockwerke hinauf sehen. Alle zogen sich wie Ringe an den Wänden entlang, sorgfältig übereinander gereiht, ähnlich Perlen an einer Kette. Die verspiegelte Decke ließ das Gebäude noch höher, voller und damit imposanter wirken. Und überall Perücken, nur Perücken. In allen erdenklichen Farben; von schwarz bis weiß, orange bis blau, lila bis gelb und grün bis rot.  Mit Silber, Glitzerfäden oder gar goldenen eingenähten Strähnen.  Dreadlocks, Igelschnitt, Punker, Rocker, ja sogar ein Rapunzel Modell mischte sich unter die Vielfalt der falschen Frisuren.

„Un-glaub-lich“, zog Miley die Silben auseinander. „Fantastisch. Wunderbar.“ Sie wirbelte zu ihrem Vater herum. „Dad! Wir werden nie eine Perücke für Hannah finden.“

„Es wird eine aus einer Million sein und wir werden sie finden.“ Mit einem „Booja!“ Setzte Robby seinen Schlapphut auf und ließ seine Tochter allein zurück.

Diese stürzte ihm sofort nach. „Moment Cowboy, das sind mehrere Millionen.“

„Dann hast du auch mehrere zur Auswahl.“

Gemeinsam suchten sie sich einen Weg durch die vielen Perücken, vorbei an allen Imitaten der bisherigen Präsidenten der Vereinigten Staaten, einer Indianerabteilung mit Federschmuck, und den gängigen Trendfrisuren diverser Modezeitschriften.

Sie hatten gerade ein ruhiges Plätzchen ohne Verkäufer und anderen Käufern gefunden, als Jackson auf sie zulief, jedoch beide Hände hinter seinem Rücken hielt.

„Ich hab‘ sie! Ich hab‘ sie!“, rief er. „Ich habe sie gefunden.“

„Deine Traumverkäuferin?“, fragte Miley sarkastisch.

„Nein, die absolute, ultimative, perfekte, Hannah-Perücke!“ Stolz hob er seine rechte Hand.

„Jackson?“, erkundigte Robby sich bei seinem Sohn.

„Gefällt sie euch nicht?“ Enttäuscht ließ er das grob geflochtene, hellgraue Teil fallen.

„Das ist ein Wischmobb“, erklärte Robby ihm.

„Oh…nein. Ich meinte die!“ Diesmal hob er seinen linken Arm.

„Also, um ehrlich zu sein…“, Miley legte ihren Kopf schief und blickte ihren Bruder nachdenklich an. „Wenn ich mir die anderen betrachte…“ Sie ließ ihren Blick über die Perücken neben ihr gleiten. Es könnte eine Kollektion aus den 80er Jahren sein. „Nein!“

„Warum? Ich musste sofort an dich denken, als ich sie gesehen habe.“ Verständnislos warf er einen Blick auf seine mit großer Sorgfalt ausgesuchte Perücke.

Robby nahm seinen Sohn beiseite. „Die Sache ist die, Jackson. Wir brauchen eine Perücke, die deine Schwester verändert und keine, die ihr bis aufs Haar gleicht.“

Seine Augen leuchteten auf. „Ah, ich werde sie dennoch finden. Vertraut mir, Jack-ssan wird nicht ohne Beute zurückkehren.“ Ausgerüstet mit Wischmobb und Miley-Perücke verschwand er wieder zwischen den unzähligen Regalen.

„Das letzte Mal, als ich ihm vertraut habe“, sinnierte Miley und brach mitten im Satz ab. „Halt, ich habe ihm noch nie vertraut. Aber wenn Jackson schon einen Wischmobb anbringt, dann werden wir nie eine geeignete Perücke finden.“

„Du willst doch dein Leben normal weiterleben können und von allen normal behandelt werden, nicht wahr?“

„Natürlich, Dad. Sonst wären wir nicht hier. Setz‘ deine grauen Zellen ein.“ Sie schüttelte leicht irritiert den Kopf und bemerkte eine etwas kleinere, stämmigere Frau in einem mehrteiligen grau gefärbten Aufseheranzug neben ihnen. Sie hörte unverblümt zu und gab sich nicht einmal die Mühe ihr Interesse zu verbergen.

„Hast du ein Problem, junge Dame?“, wollte diese wissen — nun, da sie bemerkt wurde —, richtete sich auf und platzierte sich breit vor ihnen.

„Wir suchen eine Perücke“, sagte Robby.

„Ihre Tochter hat recht, Cowboy. Sonst wären Sie nicht hier. Setzen Sie Ihre grauen Zellen ein. Sie möchte ein normales Leben führen, wer hindert dich daran, Süße?“

„Äh…“ Miley überlegte. „Können Sie ein Geheimnis für sich behalten?“

„Sicher doch, nur kann ich nicht versprechen den Übeltäter frei umherlaufen zu lassen. Ich bin ein Puma.“ Dazu verzog sie ihr Gesicht zu einer Grimasse und hob ihre Arme an, die Hände nach vorn gerichtet, so, als hätte sie Tatzen und Klauen. „Ich sehe alles.“ Mit Zeigefinger und Mittelfinger deutete sie erst auf ihre Augen, dann auf Mileys, wieder auf ihre und danach Robbys und nickte letztendlich.

„Okay.“ Miley versuchte Verwirrtheit zu unterdrücken. „Ich will berühmt werden, aber unter einem Künstlernamen, eine zweite Identität, ein Doppelleben.“

„Mutig, Kindchen, mutig“, meinte die Frau anerkennend. „Das ist ein besonderer Fall.“

Sie drehte sich um und begann in eine unbestimmte Richtung zu marschieren. „Folgt mir. Für einen besonderen Fall brauchen wir etwas Besonderes.“

Hinter ihrem Rücken blickte Miley zu ihrem Dad hoch, wobei ihr Gesicht strahlte. „Daaddddddy?“, fragte sie in einem flüsternden, dennoch flehenden Tonfall.

„Frag nicht mich, Spätzchen“, lenkte Robby die Entscheidung von sich ab. „Du entscheidest.“

Sie waren an den breiten, gläsernen Fahrstühlen am gegenüberliegenden Punkt der Halle angekommen und die Frau ließ Miley und Robby einsteigen als Jackson ihnen wieder entgegen hetzte. „Dieses Mal habe ich sie. Wirklich!“, schrie er. „Wirklich.“

Er wollte ebenfalls in den Aufzug springen, doch die Frau hob einen Arm, sodass Jackson ungestüm und mit seinem gesamten Schwung dagegen rauschte und prompt nach hinten umkippte.

„Schmerz lass nach“, bat er auf dem Rücken liegend. Er glaubte sogar, sich in dem Spiegel an der Decke sehen zu können. „Hey, da bin ich.“ Und winkte sich zu.

„Roxy ist ein Puma“, sagte die Frau wieder, machte ihre komischen Bewegungen und hielt Jackson schließlich helfend eine Hand hin.

Vorsichtig griff er danach und wurde mit Schwung auf die Beine gezogen.

„Schleich‘ dich nie wieder an, Junge“, warnte sie.

Anschleichen, dachte er verächtlich. Ich habe geschrien. „Kommt nicht wieder vor.“ Er warf ihr noch einen misstrauischen Blick zu, bevor er langsam in den Fahrstuhl stieg.

Robby räusperte sich. „Also, Roxy, meine Tochter hat da einen verrückten Plan. Wenn Sie eine geeignete Perücke für Miley finden, damit sie auf der Bühne auftreten kann, würde sie Sie gern behalten.“

„Ja?“, fragten Roxy und Jackson gleichzeitig. Roxy erstaunt und froh, Jackson wehmütig und niedergeschlagen. Er dachte schon an die Verletzungen, unter denen er zu leiden haben würde.

„Als Bodyguard? Ich würde mich freuen“, ergänzte Miley. „Bitte.“

„Ich muss nachdenken.“ Roxy verfiel in einen tranceartigen Zustand.

„Eh...“, unterbrach Jackson.

„Tsch!“, zischte sie ihn an.

„Ich will nur…“

„Scht-Scht!“, machte sie um möglichst jede  seiner Silben zu übertönen. Kurz darauf wurde ihr Blick wieder klar. „Wann geht’s los?“