Love, Death & Demons

GeschichteAllgemein / P16
Benjamin Barker Mrs. Lovett
26.06.2012
08.07.2012
11
31996
 
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Es war wie jeden Tag. Jeden Tag das Selbe. Jeden Tag der selbe Trott. Es zermürbte sie, es betrübte sie. Nie passierte etwas Neues. Einerseits gut, andererseits schrecklich. Sie gab sich solche Mühe... für was? Für nichts... Keine Veränderung, keine Verbesserung, nichts, was ihre Mühen lohnte.

Und trotzdem... Trotzdem machte sie Tag für Tag weiter, obwohl sie doch sah, dass es nichts brachte. Obwohl sie vergeblich darauf hoffte, etwas verändern zu können. Und warum? Ja, diese Frage hatte sie sich oft gestellt. Und hatte sie eine Antwort darauf gefunden? Oh ja, das hatte sie. Aber diese Antwort machte es auch nicht besser, im Gegenteil durch diese Antwort wurde alles nur noch schwerer.

Und doch war sie der Grund, warum sie jeden Tag aufs Neue aufstand und ihren Beschäftigungen nachging. Der Grund ihrer Mühen, ihrer Aufopferungen und irgendwie auch ihrer Hoffnungen... Hoffungen, die sich nicht erfüllten, obwohl sie es so sehr versuchte.
Und so umgab sie ein Kreis. Sie versuchte, etwas für sich und den Grund ihrer Mühen zu ändern, doch nichts änderte sich und so bemühte sie sich noch mehr. Es war wohl Naivität. Sie konnte nicht aufhören, daran zu denken, dass es irgendwann vielleicht doch etwas bringen würde. All ihre Hoffungen und alles, wofür sie im Moment lebte, waren darauf gestützt.

Natürlich konnte sie nicht aufhören, sich darum zu bemühen. Denn wenn sie aufhörte, für was könnte sie dann noch hoffen, für was könnte sie dann noch leben? Auch wenn jeder Tag Enttäuschungen brachte, es war doch der einzige Weg, weiter zu machen. Und vielleicht würden ihre Mühen irgendwann Früchte tragen, vielleicht, wenn sie sich noch etwas mehr mühte... Vielleicht würde sie dann eines Tages wirklich das Ersehnte erlangen. Und möge es auch Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern, in denen sie sich jeden Tag im selben Trott abmühte, sie würde niemals aufhören, sich darum zu bemühen, damit sie irgendwann in den Armen ihres Geliebten liegen konnte...

                                                                                      **********************

Es war wie jeden Tag. Jeden Tag das Selbe. Jeden Tag der selbe Trott. Es zermürbte ihn, es betrübte ihn. Jeder Tag lief gleich ab. Er hatte gedacht, dass es genau so sein sollte, dass es genau das war, was er brauchte.

Aber er hatte sich getäuscht. Er hatte gedacht, Alltäglichkeit könnten ihn vergessen lassen, aber er konnte nicht vergessen. Und jeder Tag war genauso gespickt mit Trauer, Schmerz und Hass wie der Vorherige ohne jemals irgendetwas zu vergessen. Sogar diese Empfindungen wurden zur Alltäglichkeit und dennoch waren sie noch genauso schrecklich wie am Anfang.
Und in noch etwas hatte er sich getäuscht. Nämlich, dass seine Rache ihn befreien würde und dass seine Morde ihn befriedigen würden. Aber das taten sie nicht. Auch der Mord war zum Alltäglichen geworden. Etwas, das man nebenbei erledigte, etwas, worüber man nicht groß nachdachte.

Aber wie alles Alltägliche kam man doch nicht ohne aus. Er würde nicht aufhören zu morden, nur weil es ihm keine Befriedigung verschaffte. Es war alltäglich, es gehörte dazu, es war Bestandteil seines Lebens und seiner Selbst. Und in gewisser Weise brauchte er es, um seine Wut und seinen Hass irgendwie loszuwerden, denn sonst würde er darunter ersticken.
Aber wenn doch alles alltäglich war und zu keinem Ergebnis führte, warum machte er dann weiter? Warum? Ja, diese Frage hatte er sich oft gestellt. Und hatte er eine Antwort darauf gefunden? Oh ja, das hatte er. Es war eine einfache und zugleich komplizierte Antwort. Er machte weiter, er mordete weiter, er lebte weiter, nur um ein Ziel zu erreichen, auch wenn es im Moment noch in weiter Ferne lag. Dennoch gab er nicht auf und ging den eingeschlagenen Weg weiter.
Auch wenn jeder Tag Enttäuschungen brachte, er würde weiter machen, um das Ersehnte zu erlangen. Und möge es auch Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre dauern, in denen er jeden Tag im selben Trott lebte, er würde niemals aufhören, sich zu bemühen, damit er eines Tages das Rasiermesser an die Kehle des Richters setzen konnte.
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