Edda Loka Laufeyjarsonar - Die Edda des Loki Laufeyjarson (Die neuen Götterlieder)

von Enari
KurzgeschichteAllgemein / P6
24.06.2012
13.04.2013
20
17943
 
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Titel: Edda Loka Laufeyjarsonar - Die neuen Götterlieder
Autorin: Enary
Fandom: Detektiv Loki
Altersfreigabe: P6
Warnungen: Kommt aufs jeweilige Kapitel an.
Nicht meins: Ich erhebe keinen Anspruch auf die Rechte an den Figuren aus Detektiv Loki. Zumindest nicht denen, die nachweislich Sakura Kinoshita gehören.
Da Loki, Thor, usw. allerdings Allgemeingut sind, erhebe ich bei ihnen nur keinen Anspruch auf die Darstellungsweise im Manga/Anime. Eventuelle in der Götterwelt/vor Beginn des Mangas stattfindende Ereignisse gehören mir, soweit ich nicht anderweitige Quellen (die Ältere/Jüngere Edda z.B.) genutzt habe. In diesem Fall habe ich das angemerkt.
Meins: Die Ideen, die Texte.
Kommentar: Beitrag zum Projekt Sag mal, WAS hast du genommen?! http://forum.fanfiktion.de/t/16122/1
Kurzbeschreibung: Wer sich schon immer gefragt hat, wie es nach dem Untergang des Heidentums im Norden mit den Göttern weitergegangen ist, erhält hier seine Antwort! Loki Laufeyjarson, Gott der List und Streiche höchstpersönlich, hat seine ganz persönliche „Geschichte der nordischen Götter in der modernen Welt“ aufgezeichnet und hier zur Verfügung gestellt. Viel Spaß damit!

Nummerierte Liste:
1. Loki
2. Heimdall/Higashiyama Kazumi
3. Yamino/Miðgarðsormr/die Midgardschlange
4. Mayura
5. Fenrir
6. Freya/Reiya
7. Freyr/Kaito Freyr
8. Thor/Narukami

Aufgabe 8: Nr. 4 (Mayura) & 8 (Thor/Narukami) sind auf der AIDAcara (dem originalen Clubschiff). Nr. 8 wird kurz vor der norwegischen Küste seekrank und Nr. 4 bekommt es als einziges mit. Was tut er/sie?


Ägir opfern


„Oh Gott, Narukami-kun, geht’s? Geht’s?“

Stöhnend öffnete der kreidebleiche Gott seine Augen und versuchte, schwach mit Mjöllnir wedelnd, Mayura vor seinem Gesicht zu vertreiben. Dieses Pink ließ ihn noch mehr bunte Punkte vor Augen sehen, als er sowieso schon sah...

„Nein!“, stöhnte er. „Mir geht es nicht gut, aber das geht dich nichts an! Geh schon!“

Empört blies Mayura ihre Backen auf und stemmte ihre Hände in die Seiten. Das Krankenschwesternoutfit, das sie trug und das in einem hübschen, farblich zum Haar abgestimmten Lila gehalten war, ließ in Thor den Wunsch aufsteigen, das Bullauge öffnen und sich ins Meer stürzen zu können. Er fragte erst gar nicht, woher sie das Ding hatte. Bei Mayura fragte man sowieso besser nie nach.

„Ich hole einen von den Scouts, ja? In Ordnung? Die können dir bestimmt helfen, Narukami-kun!“

„Nein!“, röchelte Thor und richtete sich mit letzter verbleibender Kraft auf. „Nein, bring mich einfach an Deck, dann geht’s mir sicher gleich besser!“

Mayura stutzte, hörte sich auf einmal gar nicht mehr so entschlossen an. „Aber – draußen ist Sturm. Und du hast doch auch gehört, was der Kapitän über die Stürme vor der norwegischen Küste gesagt hat, wenn die so heftig werden, ist es gefährlich, draußen zu sein. Deshalb bist du doch überhaupt see-“

„Ich bin NICHT seekrank!“, brüllte der Gott und schwenkte Mjöllnir – die nächste Welle haute ihn wieder von den Füßen und zurück aufs Bett, wo er vergeblich versuchte, seinen Mageninhalt bei sich zu behalten. Mayura schaute diskret weg. „Uuuh... das klingt sogar eklig...“

„Mayura.“ Thor setzte sich wieder auf, wischte sich mit der Hand über den Mund. „Hilf mir einfach an Deck, ja? Einfach nur das. Du musst nicht mitgehen, du musst mich nur hinbringen.“

Zögernd nickte sie und half ihm. Auf dem Weg nach oben ächzte Narukami bei jedem Schritt und jeder Bewegung, die das Schiff machte, er schimpfte und fluchte (auf einer Sprache, die Mayura nicht einmal geographisch lokalisieren konnte) über Klassenfahrten auf Kreuzfahrtschiffen, die ja nur noch überdimensionierte Blechpötte waren und mit einem richtigen Schiff mal so rein gar nichts mehr gemeinsam hatten und machte erst Halt, als sie die Tür erreicht hatten, die aufs Oberdeck führte. Mayura blieb zwei Schritte davon entfernt stehen. Narukami hingegen straffte sich, schulterte Mjöllnir und stieß todesmutig die Tür auf.

Von drinnen beobachtete Mayura, wie er sich bis an die Reling begab, sich erstmal darüberbeugte und dann die Faust in Richtung Himmel schüttelte.

Als nächstes tanzte er mit Mjöllnir etwas, das sie spontan als indianischen Regentanz bezeichnet hätte, hätte es nicht sowieso schon geschüttet wie aus Eimern.

Endlich verharrte er still, reckte nur noch den Kopf den fallenden (oder auch waagrecht fliegenden...) Tropfen entgegen und schloss genüsslich die Augen.

Mayura sagte nichts. Sie schaute zu. Auch, als Narukami endlich wieder nach drinnen kam, klitschnass und mit strahlendem Gesicht, sagte sie nichts. Stattdessen ging sie in ihre eigene Kabine, um sich zum Abendessen umzuziehen. Schließlich war heute Abend ja Kapitänsdinner und auch auf den kleinen Schiffen wie der Cara hatten die Leute da anständig angezogen zu erscheinen...

Ihr Lehrer blickte sich mit einem Grinsen am Tisch um, musterte seine teilweise etwas appetitlos wirkende Schülerschaft und konnte sich das Sticheln nicht verkneifen: „Und, meine Damen und Herren, wer von ihnen hat heute Abend schon die Fische gefüttert?“

„Narukami! Ups.“ Mayura schlug sich die Hand vor den Mund, als der Gott ihr einen bösen Blick zukommen ließ. Dann wandte er sich mit aller Würde, die er aufbringen konnte, in einer Schuluniform und weit weg von Asgard, an den Lehrer.

„Mayura irrt sich.“, erklärte er gelassen. „‚Fische füttern‘ ist etwas, das Schwächlinge tun. Landratten. Ich für meinen Teil habe lediglich dem Meeresgott Ägir geopfert.“

 ****   ****   ****   ****
Fragen, Wünsche, Anmerkungen, Kritik? Alles willkommen :-)
Review schreiben