Meine Drehbuchversion zu Urmel aus dem Eis

von Veggie07
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
König Pomponel Prof. Habakuk Tibatong Sami Tim Tintenklecks Urmel Wutz
19.06.2012
19.06.2012
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19.06.2012 8.157
 
Zuerst ein paar einleitende Worte:

Ich habe diese Drehbuch version bereits vor längerer Zeit geschrieben. (s.Datum). Ich hatte mir damals gedacht, wie würde wohl das Drehbuch für einen Realfilm von Urmel aus dem Eis aussehen.(teilweise mit Computeranimationen der Tiere und Urmel, wie in Jurassic Park), das mich dazu anregte.
Es handelt sich hier um eine Fanfic Drehbuchversion meines Lieblingskinderbuches „Urmel aus dem Eis“, das ja auch bereits als Trickfilm produziert wurde.

Das heißt: (Disclaimer)
Alle Rechte, Originalzitate oder eventuelle Liedertexte gehören dem Originalautor Max Kruse, ich verdiene kein Geld mit dieser Fanfiktion.

Ich habe mir außerdem damals vorgestellt, welche Schauspieler die Rollen übernehmen könnten. Als Tibatong könnte ich mir gut Sam Neill vorstellen, als König Pumponell Robin Williams. Als Wunschrolle für Pumponells Diener Sammy könnte ich mir Michael „Bully“ Herbig vorstellen. Aber das nur am Rande.

Ich wünsche nun viel Spaß beim ersten Teil und hoffe, Ihr könnt euch ein bischen vorstellen, was ich als Handlung beschreibe.
Ich hoffe, der Text wird nicht zu unübersichtlich, da die Formatierungen hier nicht übernommen werden.





URMEL AUS DEM EIS
                          in Drehbuchversion                                                               1. 1 96
                                                                                                           
Erklärungen:                                                                  
                                                                                   
                                                                                                         
off: aus dem Hintergrund                                            
on: die Person spricht offen im Vordergrund              
und ist sichtbar                                                            
                                                                                                         


Teil 1

Einleitung: Tibatong off
Es begann vor Millionen von Jahren in der Kreidezeit.Damals bevölkerten noch Dinosaurier
das Land. Es gab Große und Kleine,Intelligente und weniger Intelligente Saurier. Aber ein
besonderes Tier war das Urmel.

Dichte Wolken geben nach und nach den Blick auf eine zerklüftete Gebirgskette frei, ein
Flugsaurier kreist krächzend über den Gipfeln. Ein Berg kommt immer näher,bis in der
Felswand eine Höhle sichtbar wird. Totale auf die dunkle Öffnung. Aus der dunklen Öffnung
tritt dann das Urmel. Ein Etwa 2.30 Meter großer, aufrecht gehender Saurier raptorähnlich,
aber mit Ohrmuscheln und zusammengelegten Flügeln auf dem Rücken.Es breitet seine
riesigen, ledernen Schwingen aus , wirft den Kopf hoch und stößt einen schrillen Schrei aus.
Dann stößt es sich mit seinen kräftigen Hinterbeinen ab und startet zu seinem Flug.
Titelmusik. Der Flug des Urmels über die Berge bis hin zur Küste wird vom Vorspann
begleitet. Das Urmel landet auf einem endlosen Sandstrand, im Hintergrund  rechts ein
prähistorischer Wald,links die Meeresküste. (Vorspann endet.)

Tibatong off Damals, als dieses Tier also lebte, legte es sein Ei in den warmen Sand an der
Küste des großen Meeres, so wie es die Urmelmütter schon immer getan hatten.

Man sieht das Muttertier neben dem 40 cm großen Ei hocken.

Tibatong off Plötzlich aber fing es an zu schneien, was in diesem warmen, tropischen Gebiet
eigentlich nicht passieren dürfte. Mutter Urmel hob Ihre Nase zum Himmel und
schnüffelte.Sie verstand nicht , warum es auf einmal immer kälter wurde und dachte,schade
um das schöne Ei. Denn Urmeleier brauchen die Wärme der Sonne und des Sandes, um
ausgebrütet zu werden.
Am Waldrand fand Sie eine kleine Höhle in den Felsen ,wohin sie sich zurückzog. Von hier
aus konnte sie den Strand mit ihrem abgelegten Ei sehen, dem langsam eine Haube aus
Schnee wuchs.Bald war es ganz mit weißen Flocken bedeckt. Und nicht nur das Ei, sondern
auch der Strand und das ganze Land. Das Urmel-Muttertier rollte sich zitternd in seiner
Höhle zusammen und dachte: "O weh! Jetzt hört der Spaß aber auf!"
Und das war das letzte, was man von Ihr gesehen hat, denn die Eiszeit hatte in dieser
Region begonnen, eine gewaltige, katastrophale Klimaveränderung.

Bild von zusammen gekauerten Urmel verschwimmt und verschwindet ganz.Mann sieht nur
noch dicht fallenden Schnee und hört das Heulen des Schneesturms.

Tibatong off Sie veränderte das Leben grundlegend, schloß alles in einem eisigen Mantel
ein, auch das Urmelei.Und da läge es wohl heute noch, wenn nicht....-

Bild wechselt zu einem Mann an einem Schreibtisch, in einem einfach eingerichteten
Arbeitszimmer. Der Mann ist 38, braunhaarig,einfach gekleidet.

Tibatong off ....-aber ich will der Reihe nach erzählen. Mein Name ist Dr. Habakuk Tibatong.
Ich bin Professor für Zoologie und Paläontologie. Damals lebte Ich noch in Pumpolonien,
einem kleinen Land, das erst vor kurzem erst die Monarchie abgeschaft hatte und zur
Demokratie geworden war. Der abgesetzte König, Pumponell der LV (der fünfundfünfzigste),
lebte zwar weiter im Schloß seiner Ahnen, hatte aber keine Macht mehr.So nutzte er die neu
gewonnene freie Zeit um seinem Hobby nachzugehen, der Großwildjagd, was ich
persöhnlich verabscheute, da ich auch Tierschützer war. Da sein Thron für Ihn damit "futsch"
war, nannte er sich selber ironisch König "Futsch, der Erste".

Schnitt auf eine Europakarte, mit eingezeichnetem Pumpolonien,ein kleines Land zwischen
Frankreich und Italien an der Mittelmeerküste. Langsames heranzoomen auf einen roten
Punkt in pumpolonischen Gebiet. Der rote Punkt markiert die Hauptstadt Pumpolon.

Tibatong off Ich hatte einen Posten als Dozent an der Universität von Pumpolon, der
Hauptstadt Pumpoloniens.

Schnitt auf die Altstadt von Pumpolonien, alle öffentlichen Gebäude sind im barocken Stil
gehalten, das Schloß, die Universität.

Tibatong off In den Jahren meiner Forschungen hatte Ich anhand von Knochenfunden und
Fossilien entdeckt, das es ein bis dahin unbekanntes Bindeglied gab zwischen den
Dinosauriern und den Vögeln: Das Urmel, wie Ich es genannt hatte. Ein leicht gebautes
Reptil mit Flügeln und der einzige Saurier,der warscheinlich Ohrmuscheln gehabt hatte.
Bestimmte Formen um die Gehöröffnung am Schädel wiesen darauf hin. Und ich hatte in
Norwegen eine sehr alte, fast verwitterte Felszeichnung entdeckt, die dieses bisher
unbekannte Urtier darstellte. Warscheinlich starb es erst mit Beginn der Eiszeit vor ca. 600 000 Jahren aus. Leider blieb es bei dieser bruchstückhaften Zeichnung und den wenigen Knochenfragmenten, die der Fachwelt nicht ausreichten, um meine Theorien zu belegen.

Proffessor Tibatong sitzt über einen Stapel von Zeichnungen, besieht sich Fossilien. Dann
hebt er eine große Zeichnung hoch, die eine Rekonstruktion des Urmels zeigt.Totale auf die
Zeichnung.

Tibatong off Leider waren meine Kollegen mehr als skeptisch über meine Theorien und
Behauptungen, Ihrer Meinung nach hatte Ich zu wenig fundierte Beweise. Sie lachten mich
sogar aus und nannten mich einen überdehten Spinner!

Tibatong diskutiert erregt mit seinen Kollegen im Professorenzimmer.

Tibatong off Besonders mein kollegialer Rivale Dr. Zwengelmann machte mir das Leben und
meine Arbeit schwehr, er setzte alles daran, das meine Theorien nicht anerkannt wurden.

Schwenk auf Dr. Zwengelmann, ein wohlbeleibter Mann Mitte Vierzig, mit dunkelbraunem
Haar und Schnauzbart. Er wift Tibatong höhnische Blicke zu.

Tibatong off Desweiteren beschäftigte Ich mich mit der Entwicklung eines Mittels, mit dem
man Tieren die menschliche Sprache lehren konnte. Dieses Experiment hielt ich streng
geheim, da es in falschen Händen leicht mißbraucht werden könnte,doch vor allem, damit
man mich nicht für vollkommen verrückt hielt und ich am Ende noch im Irrenhaus landete.
Ich hatte diese "Tiersprech - medizin" bereits fertiggestellt und suchte nun nach einem
geeigneten Tier für meinen Versuch. Es würde das Mittel in sein Futter bekommen und dann
mit der richtigen Mund - und Zungenübung würde ich ihm die menschliche Sprache
lehren.Diese Medizin würde auch die Intelligenz des Tieres steigern, eine wichtige
Vorraussetzung zum lernen der menschlichen Sprache. Und das Schicksal sandte mir eines
Tages dieses Tier, mit dem alles anfing......

Hauptstadt Pumpolon, Zentrum, Nachmittag.

Schnitt auf einen Herbsttag in der Innenstadt von Pumpolon,nachmittags in einer engen
kopfsteingepflasterten Nebenstraße. Tibatong kommt ins Bild, läuft die Straße entlang.

Stimme Tibatong off Es war ein trüber Herbsttag. Ich war gerade auf dem Rückweg von der
Universität zu meiner Wohnung, als ein lautstarkes Quieken und Grunzen meine
Aufmerksamkeit erregte.
Vor einer Metzgerei waren gerade zwei Männer damit beschäftigt, ein Schwein aus dem
Anhänger eines Autos zu zerren. Das arme Tier, das offensichtlich wußte, was ihm
bevorstand, stemmte alle Viere in den Boden und weigerte sich, herauszukommen.
Mir tat das Tier leid,denn ich selbst war Vegetarier. Ich konnte nicht das essen, was vorher
einmal gelebt hatte.

Vor dem Metzgerladen, Nachmittag.

Tibatong sieht, wie die beiden Männer das Schwein versuchen, aus dem Anhänger zu zerren.
Das halbwüchsige Ferkel, eine Mischung aus Hausschwein und Wildschwein mit langen,
weißen Borsten wehrt sich, stemmt alle Viere in den Boden und schüttelt den Kopf. Um den
Hals hat es ein Seil gebunden, an dem ein Mann zerrt, der Zweite packt das Tier an den
Vorderbeinen, um es herauszubekommen. Tibatong wendet traurig seinen Blick ab, er leidet
mit dem Tier.

Mann am Seil (gereizt): Komm schon, Du Mistvieh! Das Sträuben nützt dir gar nichts! Du
kommst so oder so unters Messer!

Das Schwein fängt an sich wie wild zu gebärden, reißt sich plötzlich los, die Männer werden
zu Boden geworfen. Der Mann am Seil läßt los und das schwein ergreift die Flucht nach
vorne. Es stürzt aus dem Anhänger und gallopiert los, genau auf Tibatong zu!

Zweiter Mann: Vorsicht! Das Schwein geht durch! Passen Sie auf, Mann!

Aber Tibatong reagiert zu spät und das Schwein rennt ihn um. Der Professor wird von den
Beinen gerissen und landet unsanft auf seinem Hinterteil. Das Schwein rennt weiter und
verkriecht sich unter einem Stapel Holzkisten.

Tibatong: Aua, verdammt! Das war hart!

Langsam und etwas steif richtet er sich wieder auf, die beiden Männer eilen Ihm zu Hilfe.

Erster Mann: Haben sie sich wehgetan? Tut uns leid aber dieses Mistvieh hat sich
losgerisen!
Zweiter Mann: Also so etwas habe ich noch nie erlebt! Schon beim Einladen hat sich das
Vieh so verrückt gebärdet! Als hätte ihm jemand erzählt,was ihm blüht!
Erster Mann: Und jetzt hat es sich dort unten dem Stapel Kisten versteckt! Wird n`hartes
Stück Arbeit, die Sau da wieder hervorzukriegen! Alles okay mit Ihnen?
Tibatong: Danke, es ist nichts passiert.
Zweiter Mann: Dann entschuldigen sie uns bitte, wir müssen unser 'Schwein wieder
einfangen, bevor es sich davonmacht!

Tibatong sieht den beiden Männern nach und überlegt. Da hat er eine Idee und geht den
Männern nach. Der Erste kniet vor dem Kistenstapel und späht in die Öffnung in Bodenhöhe,
wohinein sich das Schwein geflüchtet hat.

Tibatong: Einen Moment bitte, meine Herren. Ich möchte ihnen ein Geschäft vorschlagen.
Erster Mann : Was für ein Geschäft ?
Tibatong: Ich werde ihnen dieses Schwein abkaufen.
Zweiter Mann: Wie bitte? Was wollen sie denn mit einem lebendigen Schwein?
Tibatong: Ich brauche so ein Tier für meine wissenschaftlichen Studien. Wieviel wollen sie
für das Schwein?
Erster Mann: Nun... sagen wir, hundertfünfzig pumpolonische Taler. So viel hätte ich auch
vom Metzger gekriegt.Das hier ist eine ganz neue Zucht, ein Hausschwein,eingekreuzt mit
Wildschweinen zur Blutauffrischung. Also besser, als diese überzüchteten Fabrikschweine.
Tibatong: Abgemacht. Zieht seine Brieftasche und entnimmt ihr das Geld.
Hundert...Hundertfünfzig. Bittesehr.
Erster Mann: Danke  sehr. Damit ist für uns der Fall erledigt, das Schwein gehört jetzt ihnen.
Viel Spaß noch damit! grinst.

Beide Männer entfernen sich und kehren zu ihrem Wagen zurück.Sie reden miteinander über
den seltsamen Kauz, der ihnen das Problem so einfach abgenommen hatte. Tibatong hockt
sich vor dem Kistenstapel nieder, er kann das verängstigte Tier an Boden kauern sehen.


Stimme Tibatong off Und so wechselte dieses Schwein in meinen Besitz für hundertfünfzig
pumpolonische Taler.Das Problem war nur, ich mußte zuerst sein Vertrauen gewinnen.

Tibatong: on, zu dem Schwein Du brauchst keine Angst mehr zu haben, die Männer sind weg. Und ich will dich nicht zum Metzger bringen.Hörst Du? Ich bin ein Freund. Ich bin Vegetarier und esse kein Fleisch. Ich tu keinem Tier etwas zuleide.

Tibatong streckt die Hand aus und hält sie vor die Öffnung im Kistenstapel. Plötzlich nähert
sich ein schnüffelnder Schweinerüssel seiner Hand, das Tier nimmt seine Witterung auf.
Dann stupst es schnüffeld und grunzend die Hand des Professors.

Tibatong: Ja, gut so ! Lerne nur meinen Geruch kennen. Du kannst mir vertrauen,
Schweinchen.Ich will dich nicht essen, ich will dein Freund sein. Warte, ich hab hier was
feines für dich. Mmmmm..... ein Stück von meinem Pausensandwich.
Tibatong greift in seine Mappe, in der er seine Unterlagen aufbewahrt und holt ein in
Papier gewickeltes, angebissenes Käsebrot heraus . Er wickelt es aus und hält es dem
Schweinerüssel entgegen. Der Rüssel schiebt sich noch weiter aus dem Loch, jetzt wird auch
nochein Stück des Maules sichtbar, das hungrig schmatzt. Tibatong zieht den Köder langsam
immer weiter nach vorne, um das Schwein hervorzulocken, dabei läßt er es immer wieder
von dem Brot abbeißen.
So ist es gut. Komm, Schwein! Komm raus aus deinem Versteck. Es wird Zeit, das wir nach
Hause kommen.
Das Schwein kann dem verlockenden Köder nicht widerstehen und kommt immer weiter
heraus. Tibatong streichelt es vorsichtig und spricht weiter beruhigend auf das Tier ein.
Schließlich ist es ganz aus seinem Versteck gekommen und Läßt sich den Rest des
Sandwiches schmecken.
Na also. Du bist schon ganz schön groß. Fast schon kein Ferkel mehr. Bin gespannt, wie
groß du noch wachsen wirst.Du siehst, du brauchst vor mir keine Angst zu haben.
Tibatong ergreift das Seil und erhebt sich. Dann dreht er seinen Kopf zur seite und sieht
lächelnd auf das Schwein herab. Dieses hebt den Kopf und sieht widerum zu Tibatong auf.
Komm, Schwein.
Als der Professor losgeht, folgt das Tier ihm brav auf den Fuß.
Hmmm....ich sollte dir einen Namen geben. Schließlich kann ich dich nicht immer nur
"Schwein" rufen, zumal das bei uns ein Schimpfwort ist und falsch verstanden werden kann.
Also... Du bist ein Weibchen, dann glaube Ich....ja - Wutz wäre nett. Also, mein Mädchen,von
nun an heißt du Wutz.
Das Tier sieht Tibatong an und grunzt.
Stimme Tibatong off Und so bekam Wutz ihren Namen. Sie wurde quasi mein erstes
Haustier.

Tibatongs Haus, außen, Nachmittag.

Tibatongs Haus kommt in Sicht. Es liegt in der Altstadt, im Stadtteil Winkelberg,nicht weit vom
Zentrum und der Universität in einer schmalen Gasseund hat einen Innenhof, der von einer
Steinmauer umgeben ist.Viele Häuser in dieser Straße sind so gebaut. Das Gebäude sieht
von außen gepflegt aus ,der Außenverputz ist weißgrau und mit Stuckarbeiten im Barockstil
verziert. In diesem einstöckigen Haus hat Tibatong seine Wohnung. Er wohnt in Miete und
alleine, ein stoischer Junggeselle. Ein doppeltes Eisentor in der  roten Backsteinmauer bildet
den Eingang zum Innenhof.

Tibatong: So, da wären wir, Wutz. Das ist mein Zuhause, hier lebe und arbeite ich.
Er zieht den Schlüsselbund aus seiner Hosentasche und schließt das Tor auf. Dann öffnet er
den rechten Torflügel und der Professor und Wutz treten ein. Tibatong schließt wieder die
Tür hinter sich.
Der Hof ist groß und hat auch einen Garten, der aber unbestellt ist. Nur ein Beet sieht aus,
als ob diesen Sommer etwas darauf gewachsen wäre.
Rechts vom Tor steht ein Auto, ein blau lakierter VW - Bus , Baujahr 1965 mit
Dachgepäckträger.
Und das ist mein Auto. Ich habe ihn noch aus meiner Studentenzeit. Damals bin ich mit
meinen Freunden in der Freizeit viel herumgefahren.Vor allem hinunter ans Meer, es war die
Zeit der Hippiebewegung.....
Überblendung: Tibatong erinnert sich und sieht sich als jungen Mann im Hippie-Look mit
seinen Freunden am Steuer sitzen. Totale auf das Führerhaus des VW- Busses, Tibatong
sitzt am Lenkrad und fährt, Hinter ihm sitzen seine Hippiekumpel, der Mann neben Ihm auf
dem Beifahrersitz hält eine Gitarre in Händen und spielt, die Übrigen singen.Man sieht
schaukelnde Fahrbewegungen.(Rückblende in Schwarzweiß) Das Bild verblaßt langsam, die
Stimmen verklingen in der Ferne- Wieder überblendung ,zurück in die Gegenwart
Du liebe Zeit, wie lange ist das schon her....jedenfalls läuft mein VW noch immer wie eine
Eins, ich gebe gut auf ihn acht.Sooo..und hier nun wohne ich.
Tibatong geht auf die Haustür zu und schließt auf.
Hmmmm....aber ein Schwein gehört normalerweise nicht ins Haus und einen Stall habe ich
nicht für dich. Doch ich glaube, es geht auch anders.
An der Hauswand steht eine große Holztonne. Tibatong holt sie und rollt sie bis neben seine
Haustür. Hier gibt es eine windgeschützte Ecke, wo er die Tonne abstellt und mit Steinen
festkeilt, damit sie nicht hin und herkollert.
Und schon haben wir ein Häuschen für dich, groß genug, um sich ganz darin zu verkriechen.
Aber das ist noch nicht alles. Warte einen Augenblick. Er verschwindet in seiner Wohnung
und kommt bald darauf mit einer Matratze und einer Decke zurück. Diese Matratze habe ich
oben auf dem Dachboden gefunden, sie hat zu einem alten Kinderbett gehört,sieht aber
noch gut aus. Und dazu bekommst du diese warme, mollige Decke, damit du nicht frierst.
Tibatong legt die Matratze in das Faß und die Decke darauf. Fertig. Du kannst einziehen.
Ansonsten hast du den ganzen Garten und Hof für dich allein. Nur, zerwühle bitte nicht die
ganzen Beete, meine Vermieterin sieht das nicht gerne, wenn sie vorbeikommt, um nach
dem Rechten zu sehen. Wutz steckt ihren Kopf in die Tonne und schnüffelt, dann kriecht sie
hinein und legt sich darin nieder, ihr Kopf schaut heraus und den Professor an. Aha, wie ich
sehe, gefällt dir dein neues Zuhause.Schön. Ich lasse dich jetzt alleine und nachher kriegst
du noch etwas zum Abendessen. off/erzählend Später schraubte ich noch einen eisernen
Tragegriff  obere Seitenwand der Tonne, damit ich sie leichter herumtragen konnte.

Tibatongs Haus, innen, Nachmittag.

Tiabatong geht ins Haus und läßt Wutz alleine, die sich daran macht, den Hof zu
untersuchen.Schnitt auf  den Professor im Haus.
Man sieht ihn das Futter für Wutz herrichten. Es besteht aus verschiedenem Gemüse, das er
kleinschneidet und in einem Napf füllt. Dann geht er in einem Nebenraum; hier stehern viele
Glaskolben und -zylinder herum, sein  Labor. In einer anderen Ecke des Raumes stapeln sich
fossile Knochen, Zeichnungen und Plakate von Sauriern, besonders von dem Urmel, sind an
die Wände gepinnt. Tibatong geht zu einem verschlossenen Wandschränkchen ,zieht einen
Schlüssel aus der Tasche und schließt es auf. Dann entnimmt er ein kleines verkorktes
Fläschchen und schließt das Schränkchen wieder  sorgfältig ab. Er verläßt wieder den Raum
und steckt im Gehen den Schlüssel in seine Hosentasche. Vor dem Tisch in der Küche bleibt
Tibatong stehen, besieht sich noch einmal kurz das Fläschchen.
Tibatong: Na dann... starten wir das erste Experiment " Menschensprache für Tiere". Jetzt wird sich
zeigen, ob das Mittel tatsächlich wirkt.....wenn ich Wutz jeden Tag drei Tropfen davon in ihr
Fressen gebe,Müßte ich in ca. sieben Wochen mit den ersten Sprechübungen beginnen
können.
Er entkorkt das Fläschchen und gibt drei Tropfen auf das Futter, das im Napf auf dem
Küchentisch steht. Dann verschließt er es wieder und stellt es an einen speziellen Platz in der
Küche. Tibatong nimmt nun den Futternapf und begiebt sich vor die Haustür.
Hier Wutz, dein Abendessen. Ich hoffe, Du magst es.
Er stellt den Napf neben  die Tonne. Das Schwein kommt sofort neugierig angetrabt und
schnüffelt an dem Fressen. Ohne zu zögern fängt es dann an zu mampfen.
Sehr schön. Friß nur, ich mache mir jetzt auch einen Happen und dann gehe Ich wíeder an
meine Arbeit.Du hast jetzt eine Schlummertonne und einen  schönen Garten. Gut, das Du bei
mir gelandet bist, sonst wärest Du jetzt schon geschlachtet.
Tibatong steichelt Wutz und kehrt dann wieder ins Haus zurück.

off/erzählend Die Zeit verging. Jeden Tag bekam Wutz einmal die drei Tropfen meines
Tiersprechelexiers in ihr Fressen. Sie war ein artiges Tier, machte keine Dummheiten,
während ich auf der Universität war. Jeden Abend setzte ich mich ein Weilchen in den Hof
und beobachtete mein Versuchstier, machte mir Notizen. An seinem Verhalten hatte sich bis
jetzt nichts verändert,Wutz benahm sich wie ein normales Schwein. Ich wollte noch zwei
Wochen warten, ehe ich mit den ersten Sprechübungen beginnen wollte.
Wenn das Wetter schön war, lud ich Wutz hinten in meinen VW- Bus und fuhr mit ihr aus der
Stadt ins Grüne. Dort ließ ich sie laufen und herumstöbern. Ich wählte immer abgelegene
Plätze aus, wo keine Leute uns störten. Rief ich nach Wutz, kam sie sofort gehorsam
angetrabt.
Man sieht Tibatong im Hof sitzen und das Schwein beobachten,er macht sich hin und wieder
Notizen. Schnitt auf  Ihn und Wutz, wie sie über eine Wiese spazieren. Wutz wühlt mit ihrer
Schnauze im Herbstlaub.
Nach fünf Wochen bemerkte ich erste Verhaltensveränderungen an meinem Versuchstier. Es
begann nun nicht mehr wahllos im Hof seine Häufchen zu hinterlassen, nein, Wutz hatte sich
eine Ecke im Garten ausgewählt, wo sie ihre Geschäftchen verrichtete und vergrub. Auch
wälzte sie sich nicht mehr im Dreck und lag im Hof irgendwo größerer Schmutz herum, so
schob sie ihn mit ihrer Schnauze zusammen. Einmal brachte sie mir sogar meinen Stift
zurück, den ich im Hof verloren hatte. Es war ein sicheres Zeichen dafür, das sich bei Wutz
die Intelligenz erhöht hatte.
Dann, eines Abends war es soweit. Draussen fiel der erste Schnee, im Kamin prasselte ein
gemütliches Feuer. Wutz kauerte vor mir auf dem Teppich vor dem Kamin und ich Ihr
gegenüber. Sie war noch ein gutes Stück gewachsen in den letzten sechs Wochen, doch ich
hatte darauf geachtet, das sie nicht zu fett wurde. Sie war ja nicht zur Mast gedacht.
Ich und Wutz sahen uns also an und nun war es an der Zeit, mit den Sprechübungen zu
beginnen.
Tibatong und Wutz kauern sich gegenüber auf dem Wohnzimmerteppich. Der Professor hebt
die rechte Hand .
Tibatong: Also, Wutz, jetzt hör´mir gut zu und sprich mir dann nach. Ö-ö-ö!
Das Schwein legt den Kopf etwas schief und grunzt.
Komm, versuch, es Mädchen! Ö-ö-ö! Ö-ö-ö!
Wutz grunzt nur.
Ö-ö-ö! Na komm, tu´es mir zuliebe. Ö-ö-ö!
Auf einmal verzieht Wutz die Schnauze und versucht, Tibatongs Laute nachzuahmen.
Wutz: Höö-gröö-hr-ö!
Tibatong: Ja, nicht schlecht! Versuche es nocheinmal! Ö-ö-ö! Ö-ö-ö!
Wutz: Hö-ö-rööö! niest und grunzt kopfschüttelnd.
Tibatong: Ich weiß, aller Anfang ist schwehr,aber Übung macht den Meister. Wir werden
jeden Tag üben und lernen. Also nochmal: Ö-ö-ö!
Wutz: Hrö- krö- öörr! -ÖÖÖöögg! Als letztes bringt  Wutz eín lautes Rülpsen hervor, eine
Wolke von schlechtem Atem weht Habakuk mitten ins Gesicht
Tibatong: erhebt sich und wedelt mit der Hand vor seinem Gesicht Puuah! Mädchen, Du
darfst dein Futter nicht so herunterschlingen! Du schluckst dabei vielzuviel Luft. Na, machen
wir weiter. Ö-ö-ö!
Wutz: Rkrö-hö-ööhhh!
Ein Räuspern schreckt Tibatong auf. Der Ableser vom E-Werk seht in der Zimmertür.
Stromableser: Verzeihung, Dr. Tibatong, das ich so einfach hier eindringe, aber die Tür war
offen....ich komme von den Pumpolonischen Stadtwerken.....
Tibatong: verlegen Ach so... ich und meine Vergeßlichkeit....sie wollen sicher den Zähler im
Flur ablesen....
Stromableser: Richtig. - Darf ich fragen, was sie da eigentlich machen, Professor?
Tibatong: erhebt sich auf die Füße Ein...wissenschaftliches
Experiment....Verhaltensforschung an Tieren.....ja, Verhaltensforschung... Wutz trabt um die
Füße des E-Werkmannes herum und beschnüffelt seine Beine.
Stromableser: belustigt und verwundert Mit einem Schwein in der Wohnung?
Tibatong: Ja. Es dient alles zum Zweck der Wissenschaft. Gehalten wird das Tier natürlich
draußen.
Stromableser: Natürlich. Begibt sich kopfschüttelnd in den Flur zum Zähler
Tibatong: off /erzählend Der Mann vom E-Werk glaubte sicher, ich hätte nicht mehr alle
beisammen, als er mich mit Wutz da so am Boden kauern gesehen hatte. Damals ahnte ich
noch nicht, was díese Begegnung noch für Wellen schlagen würde......
Zwei Tage später hatte mein Versuchstier es dann geschafft. Das erste reine Ö-ö-ö! kam ihm
über die Lippen. Es hatte erst seinen Gaumen und die Zunge an die neuen Laute gewöhnen
müssen. Vor allem mußte es jetzt auch die Schnauze anders bewegen. Nun sollte es auch
die anderen Buchstaben des Alphabets lernen. So verstrichen weitere Wochen und ich weiß
es genau, es war der 15. Januar, als Wutz ihr erstes ganzes Wort sprach! Und zwar war das
ihr eigener Name. Deutlich verständlich kam er über ihre Lippen.

Wutz: Wu-Wutt-Www...Wutz! Wutz,Wutz,Wutz, öfföff!
´Tibatong: Jaa, Du hast es geschafft! Du hast dein erstes Wort gesprochen! Habakuk, alter
Junge, Du bist der Größte! Dein Sprechelexier bringt den gewünschten Erfolg! Aber....ich
fürchte, die Menschheit ist noch nicht reif für diese Errungenschaft. Sie könnte ín falsche
Hände geraten! Deshalb hör´mir gut zu, Wutz! Wenn Du jetzt sprechen können wirst, darfst
Du das zu niemand andern als zu mir! Mit keinem anderen Menschen darfst Du in meiner
Sprache reden! Sonst nehmen sie dich mir noch weg und stellen wer weiß was mit Dir an!
Hast Du mich verstanden,mein Mädchen?
Wutz:grunzt und nickt mit dem Kopf.
Tibatong: Sehr schön. Du bist ein kluges Mädchen!

off/erzählend Weitere Wochen verstrichen,es war Februar geworden. Außer einigen Wörtern
hatte Wutz inzwischen eine Menge anderer Dinge gelernt. Sie war sehr neugerig und
beobachtete oft mein Tun. Bald konnte sie alleine mit ihrer Schnauze jede nicht
abgeschlossene Tür öffnen.So machte sie es sich bald zur Aufgabe, jeden Morgen in die
Wohnung zu kommen,die Tür zu meinem Schlafzimmer aufzustoßen, Ihre Vorderläufe auf
die Bettkannte zu stellen und mich mit einigen Stupsern ihrer feuchten Schnauze zu wecken.

Tibatongs Haus. Außen/ Innen. Morgen.

Mann sieht Wutz die Haustür öffnen, dazu stellt sie sich auf die Hinterbeine und drückt mit
einem Vorderlauf die Türklinke herunter. Die Haustür geht auf  und Wutz trabt in die
Wohnung  durch das Wohnzimmer bis zur Schlafzimmertür, stößt diese mit der Schnauze
auf. Sie geht in das Zimmer an Tibatongs Bett, stellt ihre Vorderläufe auf die Bettkante, zieht
etwas die Zudecke weg und beugt sich über den Schlafenden. Stupst ihn sacht mit ihrem
Rüssel.

Tibatong: Mmmmmhhhh.......ach, guten Morgen, Wutz.gähnt, guckt verschlafen um sich.
Wutz: Guu...ten Morgen, Habakuk.
Tibatong: schreckt plötzlich hoch, setzt sich aufrecht ins Bett und starrt Wutz entgeistert an.
Was? Was hast Du gerade gesagt?
Wutz: Guten Morgen, Habakuk,öfföff.
Tibatong:Du hast deinen ersten vollständigen Satz gesprochen! Jetzt haben wir es wirklich
geschafft, Mädchen! Mit Hilfe meines Elexiers kann man den Tieren das Sprechen
beibringen,es geht! Lachend umarmt er Wutz.

off/erzählend Wutz' Intelligenz und Sprachschatz steigerten sich von Tag zu Tag schneller.
Längst gab ich ihr nicht mehr von der Sprechmedizin, sie hatte sie nicht mehr nötig. Eines
Tages bat sie mich um blauen Vorhangstoff für ihre "Schlummertonne", wie Wutz ihr
Häuschen nannte. Sie hatte Vorhänge in meiner Wohnung gesehen und wollte nun ebenfalls
welche. Ich erfüllte ihr selbstverständlich diesen Wunsch und brachte ihr auch immer wieder
einen Stapel Zeitschriften mit. Wutz konnte zwar nicht lesen, doch sie sah sich gerne die
vielen, bunten Bilder darin an und lernte so auch etwas von der Welt. Oft zeigte sie mir ein
Bild und fragte, was darauf zu sehen war, wenn sie es nicht verstand.
Wutz hielt sich jetzt auch immer öfters in meiner Wohnung auf,sie war völlig stubenrein und
benahm sich immer mehr menschlich. Ich mußte ihr viele Dinge im Haus erklären, besonders
interressierten sie die Küchengeräte.
Im Mai fing sie an, die Beete im Gasrten mit ihrem Rüssel umzupflügen. Zuerst dachte ich sie
wolle ihrer allen Schweien eigenen Wühlleidenschaft nachkommen, doch dann bemerkte ich
dahinter ein System! Sie begann mit ihrem Vorderlauf Rillen in den gelockerten Boden zu
ziehen und bat mich dann um Samen und Setzlinge, von denen ich ihr erzählt hatte. Wie
gesagt, Wutz nahm immer mehr menschliche Verhaltensweisen an.
Ich half  Wutz beim Anbringen der Vorhänge an ihrer Schlummertonne, die damit gemütlicher
wirkte.

Eines Tages erwischte mich eine schlimme Grippe und ich mußte das Bett hüten. Der Arzt
kam und verschrieb mir Medikamente,die ich nehmen mußte.Man sieht Tibatong im Bett
liegen, er wirkt matt und fiebrig. Der Doktor steht neben dem Bett.
Doktor:  Wie gesagt: Sie nehmen diese Tabletten drei Mal täglich.
Tibatong: matt Ja, Herr Doktor.
Doktor: Haben Sie jemanden, der nach ihnen schaut?
Tibatong: Ja,meine Nachbarin. Wenn ich was brauche, das Telefon steht auf meinem
Nachttisch. Zeigt auf den drahtlosen Hörer  auf dem Nachttisch nebendem Bett.
Doktor: packt seine schwarze Arzttasche. Denken Sie daran, falls es mit dem Fieber
schlimmer wird, rufen sie mich sofort wieder an.
Tibatong: Verstanden. hustet und putzt sich die laufende Nase.Wiedersehen, Doktor.
Doktor: Wiedersehen und gute Besserung. verläßt Zimmer und die Wohnung. Wutz, in ihrer
Schlummertonne liegend, beobachtet ihn, wie er zum Tor hinausgeht und es hinter sich
schließt. Dann kriecht sie aus der Tonne öffnet die Haustür  und trabt in die Wohnung,
Richtung Küche.....

Derweil klingelt in Tibatongs Schlafzimmer das Telefon. Der Kranke greift danach und Drückt
den Ein- Knopf.
Tibatong: mit verstopfter Nase Ja..?
Schnitt auf Dr. Alexander Vogelbauer, einen Kollegen  im Dozentenzimmer der Universität mit
Telefonhörer in der Hand. Das Bild teilt sich, man sieht Tibatong und Vogelbauer.
Vogelbauer: Hallo, alter Junge! Du liebe Zeit, dich hats ja ganz schön erwischt! Unsere
Sekretärin hats mir erzählt. Asiatische Grippe?
Tibatong: Ach, Du bist's, Alexander. Ja, ich wede wohl für die nächsten Tage flachliegen.
Hoffe, ich versäume nicht's wichtiges.
Vogelbauer: Nein, hier läuft's wie immer. Ich mache deine Vertretung, kurier dich nur gut
aus, mit so einer Grippe ist nicht zu Spaßen! Aber Du bist ja noch jung und widerstandsfähig!
Brauchst Du noch irgendetwas oder soll ich am Abend mal vorbeikommen?
Tibatong: Lieber nicht! Sonst steckst Du dich noch bei mir an und es erwischt am Ende die
ganze Uni!
Vogelbauer: Verstehe. Dann will ich dich nicht länger nerven, schlaf dich aus und erhole
dich bald wieder. Gute Besserung!
Tibatong: Danke, Alexander.
Vogelbauer legt auf, seine Bildhälfte verschwindet wieder, man sieht nur den kranken
Tibatong sich zurücklegen,das Telefon legt er zurück  auf den Nachttisch.Er schließt die
Augen.
Die einen Spalt offene Schlafzimmertür wird aufgestoßen,Perspektive aus der Sicht des
Eintretenden. Tibatongs schlafendes Gesicht rückt näher und näher. Wutz's Rüssel kommt
ins Bild, hält einen feuchten Lappen im Maul. Legt den Lappen auf Tibatongs Stirn und bringt
mit einem Vorderlauf das Tuch in die richtige Position. Tibatong erwacht,öffnet die Augen und
sieht Wutz' Gesicht vor sich.
Tibatong: Wutz!
Wutz: Ganz ruhig, Professor, öfföff. Der feuchte Lappen wird etwas Erleichterung schaffen.
Ich habe außerdem einen Pfefferminztee für sie gekocht, sie müssen ja viel trinken, hat der
Arzt gesagt.
Tibatong: Du hast Tee gekocht? Hattest Du keine Schwierigkeiten mit deinen Klauenfüßen?
Wutz: Schon. Aber wenn ich weiter übe, wird es sicher besser. Ich muß nur das Richtige
Gefühl dafür kriegen. Schließlich brauchen sie jemanden, der sich um sie kümmert.
Tibatong: Willst du etwa als Haushälterin bei mir anfangen?
Wutz: Warum nicht'? Dann habe ich auch eine Aufgabe und sie haben mehr Zeit für ihre
Arbeit. Außerdem sind sie in Punkto Hausarbeit nicht gerade ein Profi.
Tibatong: Das stimmt. Meine Arbeit nimmt eben viel Zeit in Anspruch. Wutz, von nun an
bitte ich dich, meinen Haushalt zu versorgen. Wenn ich wieder gesund bin, werde ich Dir
alles beibringen, was Du noch wissen mußt .Und nenn mich nicht Professor. Für dich bin ich
Habakuk, okay?
Wutz: In Ordnung, Habakuk, öfföff. Jetzt hole ich Dir aber deinen Pfefferminztee.  geht ab.

Tibatong: off/erzählend  Wutz sprach jetzt inzwischen fließend unsere Sprache, nach
manchen Sätzen grunzte sie oft ein "öfföff", wie zur Bestätigung.Und sie war erstaunlich klug
geworden und wißbegierig.Und nun hatte ich sogar noch obendrein eine Haushälterin
bekommen. Die erste Schweinedame-Haushälterin. Wutz versorgte mich während meiner
Grippe prächtig und nach zehn Tagen konnte ich wieder aufstehen und ein wenig arbeiten.
Ich fing vor allem an, meine Wohnung "schweinefreundlicher" zu gestalten. Der Doktor war
noch einmal dagewesen und hatte mich untersucht. Er schrieb mich nochmal für vier Tage
krank und erklärte mir, ich solle erst wieder unterrichten,wenn ich vollständig fieberfrei sei.
Wutz lernte sehr schnell die Haushaltsgeräte in meiner Küche kennen. Bald konnte sie die
Kaffeemaschine allein bedienen, nur mit dem Filtereinlegen und Befüllen tat sie sich noch
schwehr. Gespaltene, hufartige Klauen waren eben kein Fingerersatz. Doch sie übte
verbissen, um ihrer Rolle als Haushälterin gerecht zu werden.Sie war in dieser Hinsicht
entsetzlich stur.

Die Küche. Innen. Tag.

Wutz arbeitet in der Küche, man sieht, wie sie die Kaffeemaschine mit der Spitze ihrer Klaue
einschaltet,dann mit ihrem Maul eine Schranktür am Knauf öffnet, mit demselben einen Topf
am Henkel packt und ihn herausholt. Mit einem Rüsselstüber schubst sie die Schranktür
wieder zu.

Das Wohnzimmer. Innen. Tag.

Schnitt auf Tibatong und Wutz, der Professor hockt an seinem Arbeitstisch im Wohnzimmer
und schreibt an einer Abhandlung, das Schwein, es trägt jetzt eine Kittelschürze
umgebunden,hockt neben ihm auf dem Teppich. Von Zeit zu Zeit nippt Tibatong an seinem
Kaffee.
Wutz: Sag mal, Habakuk, fühlst Du dich manchmal nicht einsam, so alleine?
Tibatong: sieht auf und zu Wutz herab Nein. Meine Arbeit kostet mich viel Zeit, da bleibt für
anderes kein Platz. Aber ich bin nicht allein, ich habe ja Dich!
Wutz: Hast Du nicht einmal daran gedacht, zu heiraten?
Tibatong: Ich mache mir nichts aus Mädchen, das war schon immer so. Ich bin ein
Einzelgänger, ein "Single", wie man das heute nennt. Das Einzige, womit ich verheiratet bin,
sind meine Forschungen.
Wutz: Und was ist mit deinen Eltern und deinen Verwandten?
Tibatong: Ich habe keine Angehörigen mehr. Mein Vater verließ meine Mutter, als ich
gerade mal vier Jahre alt war, seitdem habe ich nie wieder etwas von ihm gehört. Meine
Mutter hat mich ganz alleine aufgezogen und nicht mehr geheiratet, vor sieben Jahren ist Sie
an einer schwehren Krankheit gestorben.
Wutz: Das tut mir leid, Du hattest es wohl nicht leicht.
Tibatong: nickt Aber meine Mutter hat es mir trotzdem ermöglicht, das ich studieren und
meinen Doktor machen konnte. Während meines Studiums habe ich auch noch gearbeitet,
besonders in den Semesterferien, um mir einiges zum Leben dazuzuverdienen.
Wutz: Dann ist es gut, das wir uns getroffen haben.
Tibatong: Ja, das ist es. lächelt
off/erzählend Einmal im Jahr, jedesmal, wenn die großen Semesterferien begannen, gaben
wir Professoren untereinander Vorlesungen über unsere Forschungen und tauschten
Erfahrungen aus. Mein Vortag handelte wie immer von meiner Urmel-Forschung,der
allerdings  jedes Jahr den gleichen Unmut bei meinen Kollegen erregte, besonders bei
meinem Kollegen Dr. Zwengelmann.

Die Universitätsaula. Innen. Tag.

Schnitt auf die Aula der Universität, Tibatong am Redenerpult, neben ihm, an einer Tafel sind
die Urmel-Skizzen gepinnt. Die übrigen Professoren sitzen auf den Zuhörerplätzen und
murmeln erregt durcheinander.
Zwengelmann: erhebt sich in der vordersten Sitzreihe Haben Sie immer noch nicht diese
unsinnigen Forschungen aufgegeben, Herr Kollege? Jedes Jahr beehren Sie uns mit dem
gleichen an den Haaren herbeigezogenen Unsinn über dieses Urmel, das es nie gegeben
hat und eindeutige Beweise konnten sie bis heute nicht liefern! Nur einige Schädel-  und
Knochenbruchstücke, die genausogut von einem antikem Nashorn stammen könnten!
Gelächter unter den Versammelten, nur einer blickt ernst und traurig: Dr. Vogelbauer.
Vogelbauer glaubt auch nicht an Tibatongs Theorien, macht sich aber nicht darüber lustig.
Tibatong:Und ich sage es ihnen nocheinmal, werte Kollegen, das Urmel hat existiert und als
einziger Saurier die Katastrophe, die das Aussterben der Urechsen eingeleitet hat, überlebt
und sich bis zur Eiszeit weiterentwickelt als Bindeglied zwischen den Vögeln und den
heutigen Echsen!
Zwengelmann: So ein Unsinn! Kein Dinosaurier hat das Aussterben vor 65 Millionen Jahren
überlebt! Ihr Theorien sind glatter Mumpitz, Dr. Tibatong!
Tibatong: Meine Theorien sind kein Mumpitz, Herr Kollege! 'Es gab diese Saurierart und sie
ist erst ausgestorben, als die Eiszeit begann! Sie lebte in den nördlichen Gefilden Europas,
vielleicht auch in Kanada, wo es damals noch viel milderes Klima gab!
Die ersten Zuhörer verlassen den Saal, weitere folgen.Tibatong sieht ihnen verwundert nach.
Was ist los? Hat es schon zu Mittag geläutet?
Zwengelmann: Und wo sind ihre fundierten Beweise, die sie schon vor Zwei Jahren
vorlegen wollten?
Tibatong: Äh- Ich habe leider noch nicht die entscheidenden Fossilien entdeckt, aber ich
bin sicher, das ich diesmal Erfolg haben werde.Aber diese alten, verwitterten
Felszeichnungen, die sie auf dem Foto gesehen haben.....
Zwengelmann: unterbricht ihn ärgerlich ....sind so undeutlich, es könnten auch Kritzeleien
von Kindern sein! Gelächter, weitere verlassen kopfschüttelnd den Saal. Jetzt behaupten sie nur noch, diese Zeichnung stamme von Urmenschen!
Tibatong: Es könnte ja sein, vielleicht ein bisher unbekannter, intelligenter Zweig unserer Vorfahren....
Zwengelmann: So ein Blödsinn! Die ersten intelligenten menschenähnlichen Wesen gab es erst vor ca. 25 000 Jahren! Die Eiszeit begann bereits vor einer halben Million Jahren! Sie widersprechen sich doch! Kommen sie, Dr.Tibatong, widmen sie sich endlich realen Themen! Denken sie vor allem an den Ruf unserer Universität! Als Zwengelmann ebenfalls geht, schließen sich ihm alle restlichen,noch anwesenden Professoren an, der Saal leert sich schnell, nur Vogelbauer bleibt zurück und kommt auf das Rednerpult zu.
Vogelbauer: Habakuk, Du machst Dich noch zum Gespött der ganzen Uni! Du kannst deine
Kollegen nicht umstimmen, sie stehen alle hinter Zwengelmann!
Tibatong: kommt auf seinen Freund zu Ich bin bereits das schwarze Schaf hier auf dem
Campus! Keiner nimmt meine Arbeit ernst! Dabei ist sie nicht anders als die meiner
Kollegen! seufzt. Aber es gab viele verkannte Genies zu allen Zeiten.
Vogelbauer: Ich mach´mir nur Sorgen um deinen Lehrstuhl! Wenn Du so weitermachst, wird
Zwengelmann dafür sorgen, das Du noch von der Uni fliegst!
Tibatong: klaubt sein Anschauungsmaterial zusammen und verstaut es in einer Mappe
Das wird er nicht wagen! Ich habe mir noch nie etwas zu Schulden kommen lassen!
Vogelbauer: Sei Dir da nicht so sicher! Zwengelmann ist hinterhältig!
Tibatong: Ich pass Schon auf.
Vogelbauer: Fährst Du dieses Jahr wieder nach Schweden?
Tibatong:Nein, dieses Jahr will ich meine Ausgrabungen in Norwegen fortsetzen. Vielleicht
habe ich dort mehr Erfolg.
Vogelbauer: Und nimmst Du auch dein Hausschwein mit?
Tibatong: Selbstredent! Ich kann sie doch nicht allein lassen!
Vogelbauer: Na, dann viel Erfolg und gute Reise!

Tibatong: off/erzählend Nun, meine Reise mit Wutz nach Norwegen verlief doch nicht so
erfolgreich, wie ich gehofft hatte. Ich war nicht fündig geworden,mein Glück schien mich
verlassen zu haben. Alles, was ich zu Tage förderte, waren fossile Einschlüsse von
bekannten Ammoniten im Schiefergestein. Sehr schöne Exemplare zwar, doch für mich ohne
Bedeutung. Urmel-Knochenfunde blieben aus. Natürlich lästerten meine Kollegen über
meinen Mißerfolg, als sie mich am Beginn des neuen Semesters ausfragten. Ich bin ein
ehrlicher Mensch und kann nicht lügen.
Die Zeit verging, Wutz wurde immer geschickter im Umgang mit Hausgeräten. Bald
fuhrwerkte sie wie eine echte Putzfrau mit Eimer, Schrubber und Besen in der Wohnung
herum, bediente den Staubsauger, und die Waschmaschine. Sie bügelte sogar meine
Wäsche, mit ihren zweifingrigen Klauenfüßen konnte sie erstaunliches vollbringen. Oder sie
benutzte ihr Maul, z. B, wenn sie ein Tablett trug. Damit sie es einfacher hatte, kaufte ich ihr
einen Servierwagen, den sie nur einfach vor sich herzuschieben brauchte, was sie mit ihrer
Schnauze tat. Aufrecht auf zwei Beinen würde sie nie gehen können, ein Schwein ist dafür
anatomisch nicht gebaut.
Wutz war außerdem sehr fürsorglich und achtete stets darauf, das ich korrekt gekleidet zur
Arbeit ging und nichts vergaß, denn ich muß gestehen, ich bin oft etwas zerstreut und meine
Kollegen spotten auch darüber. Manchmal vergesse ich vor lauter Arbeit schlafen zu gehen
und früher habe ich so manche Nacht an meinem Schreibtisch verbracht und bin an ihm
eingeschlafen. Aber nun sorgte Wutz dafür, das ich rechtzeitig ins Bett kam und auch die
anderen kleinen Dinge nicht vergaß.
Wutz war auch sehr reinlich. Sie ließ sich gerne in der Badewanne von mir abschrubben, wie
mancher Hund und dann abtrocknen. Als Gegenleistung schrubbte sie mir den Rücken ab,
wenn ich in der Wanne saß, weil ich da so schlecht hinkam.
Es wurde Herbst und wieder Winter, früh fiel der erste Schnee.Und an einem dieser Abende
trat etwas Neues in mein Leben- oder besser: jemand, den ich heute nicht mehr missen
möchte. Es geschah am Heiligabend.......

Tibationgs Haus. Außen/Innen. Abend.

Schnitt auf Tibatongs Haus, dicke Schneeflocken fallen vom Himmel, es ist später Abend. In
seiner Wohnung sitzt Tibatong in seinem bequemen Ohrensessel neben dem prasselnden
Kaminfeuer und ließt in einem Buch, Wutz liegt zu seinen Füßen auf ´dem Teppich und döst.
In einer Ecke des Zimmers steht ein kleiner geschmücker Weihnachtsbaum. Da  klingelt es.
Tibatong: Nanu? Wer mag das so spät noch sein? Er steht auf und geht zur  Haustür. Dort
hängt ein Bord, von dem er einen Schlüsselbund abhängt. Der Professor öffnet die
Haustür,tritt hinaus in den verschneiten Hof und geht auf das Tor an der Mauer zu. Er
schließt es auf und öffnet es. Der Türflügel schwingt auf und ein etwa zehnjähriger Junge
steht frierend vor Tibatong im Schnee. Er trägt dünne, abgenutzte Kleider und nur leichte
Halbschuhe. Seine braunen , lockigen Haare sind nass, ebenso seine dünne Jacke.Bibbernd
hat er die Arme um seinen dünnen Körper geschlungen.
Ach, du liebe Zeit! Du armer Junge bist ja ganz durchfroren! Was machst Du nur so spät hier
draußen? Wo sind deine Eltern?
Junge:schlotternd Ich habe keine Eltern.
Tibatong: Was? Na, komm ersteinmal mit hinein, hier draußen holst Du Dir ja noch den
Tod! Er  geleitet den Jungen an der Schulter in den Hof und ins Haus, nachdem er wieder
das Tor abgeschlossen hat. Wutz hebt den Kopf und erhebt sich, als Tibatong mit dem
Jungen das Wohnzimmer betritt. Sofort hockt sich  dieser vor dem Feuer nieder und wärmt
seine steifen Glieder.

Das Wohnzimmer. Innen. Abend.

Tibatong: Schau Wutz, wen uns der Weihnachtsmann da ins Haus gebracht hat! - Keine
Angst, mein Junge. Wutz ist mein Haustier . Wie heißt Du eigentlich?
Junge: Tim. Tim Tintenklecks. Sie haben ein Schwein als Haustier?
Tibatong: Nun, ich bin Biologe und Paläontologe und Wutz ist eines meiner Versuchstiere.
Mein Name ist übrigends Dr. Habakuk Tibatong. Aber nun verrate mir doch einmal, woher Du
kommst. Bist Du von irgendwo ausgerissen?
Tim: kleinlaut Ja, aus dem Waisenhaus. Ich bin dort schon seit meinem sechsten
Lebensjahr. Meine Eltern kamen bei einem Autounfall ums Leben und Verwandten habe ich
keine mehr.lebhafter  Ich habe es dort nicht mehr ausgehalten, keiner wollte mich haben,
weil ich schon zu groß sei, haben mir die anderen Kinder gesagt. Eltern, die ein Kind
adoptieren wollen, suchen sich lieber ein ganz Kleines oder ein Baby aus. Ich bin fast elf,
also habe ich keine Chance mehr. Es sei denn, ich versuche es auf eigene Faust, irgendwo
unterzukommen.
Tibatong: So ist das also. Nun, ich hatte ein ähnliches Schicksal, ich war Halbwaise. Mein
Vater hatte mich und meine Mutter verlassen. Oh- Du bist aber ein ganz schöner
Schmutzfink!
Tim: Ich habe die erste Nacht in einer alten, stillgelegten Fabrikhalle verbracht.Damit mir
nicht kalt war, habe ich mich dort mit dem alten Verpackungsmaterialresten zugedeckt. Die
waren halt etwas staubig.
Tibatong: Dann schlage ich vor,Du wanderst ersteinmal unter die Dusche, junger Mann,
inzwischen mache ich Dir den Rest von unserem Abendessen warm.
Tim: "Unserem" Abendessen?
Tibatong: Äh- ja. Wutz ißt immer mit mir mit. Natürlich neben dem Tisch.
Tim: Ach so. lächelt und läßt sich dann von Tibatong in das Badezimmer führen. Wutz trabt
in die Küche und schiebt dort mit ihrer Schnauze einen Topf von der Ablage auf den Herd
und schaltet ihn mit einer ihrer vorderen Klauenfüßen ein.
Wenig später sitzt der Junge, in einen von Tibatongs Pyjamas am Eßtisch im Wohnzimmer
und löffelt hungrig den ihm aufgetischten Eintopf in sich hinein. Hey, das schmeckt echt gut!
Der Eintopf bei uns im Waisenhaus ist nichts dagegen.
Tibatong: raunt Wutz zu Siehst Du, dein Essen schmeckt Ihm. Du bist eine prima Köchin.
wendet sich dann zu Tim Du weißt, daß Du nicht bei mir bleiben kannst. Ich muß morgen im
Waisenhaus Meldung machen, sonst kriege Ich noch Ärger mit der Jugendbehörde.
Tim: Tun Sie nur, was Sie tun müssen, Professor. Mir ist das egal, in ein paar Tagen bin ich
da wieder raus.
Tibatong: Das ist aber nicht gerade vernünftiges Verhalten, Tim. Aber ich kann dich auch
verstehen. Du sehnst dich nach einer Familie, das ist normal.
Tim: Im Waisenhaus haben sie kaum für dich richtig Zeit, bei so vielen Kindern und wir
Großen müssen uns meist auch um die Kleineren kümmern.
Tibatong: Das ist klar. Die Erzieherinnen haben es nicht leicht. Ich weiß das von meiner
Mutter. Alleinerziehung ist auch nicht immer einfach.
Tim: Sagen Sie , was für Versuche machen Sie eigentlich,Professor?
Tibatong: Nun....ich versuche gerade die Existenz eines Urtieres zu beweisen, das vor
einigen Millonen Jahren ausgestorben ist. Und ich studiere Wutz´ Verhaltensweisen in
verschiedenen Umgebungen. Was machst Du eigentlich am liebsten?
Tim: Ich baue und zimmere sehr gerne. Im Waisenhaus habe ich für die anderen Kinder
schon Baumhäuser und Hütten zum Spielen gebaut. Und Spielzeug.
Tibatong: Du hast dort also eine sinnvolle Aufgabe.
Tim: hat inzwischen sein Mahl beendet Das war sehr gut. gähnt
Tibatong:Du solltest schlafen gehen, es ist schon spät. Ich mache Dir auf dem Sofa dort ein
Bett für die Nacht und morgen sehen wir dann weiter.
Tim: Ist gut.
Tibatong:holt aus dem Schlafzimmer Laken und Kissen, Wutz bringt eine dicke Zudecke auf
Ihrem Rücken in das Wohnzimmer. Der Professor richtet Tim auf dem Sofa ein Nachtlager
her.  So...dein Bett für die Nacht ist bereit. Tim schlüpft unter die Decke und legt sich hin.
Schaut Tibatong ins Gesicht.
Tim: Sie sind sehr nett, Professor. Ich wünschte, ich hätte einen Vater...wie sie.
Tibatong: wird verlegen Aber...äh..Du kennst mich ja erst seit drei Stunden, Junge!
Tim: Das macht nichts. Ich fühle, das man ihnen voll vertrauen kann. Sie sind vielleicht ein
bischen seltsam...aber gerade das macht Sie so sympatisch.
Tibatong: wird noch mehr verlegen Das....das hat bisher noch niemand zu mir gesagt. er
findet keine weiteren Worte, spielt nervös an  Bindegürtel seines Morgenmantels herum
Äh...ich denke, du solltest jetzt schlafen, ja.....das solltest Du.
Tim: lächelt Alles klar.Gute Nacht.
Tibatong:Nacht Tim.

Der Professor wartet, bis Tim eingeschlafen ist. Er sitzt mit Wutz auf dem zweiten Sofa im
Wohnzimmer, das neben dem Kamin steht.
Wutz: Der Junge schläft tief und fest.
Tibatong: Gut. Ich glaube, wir sollten uns auch hinlegen.
Wutz: Habakuk, willst Du Tim morgen wirklich ins Waisenhaus zurückbringen?
Tibatong: Was soll ich sonst tun? Sich um ein Kind kümmern bedeutet große Verantwortung
,Wutz! Und Ich fürchte, ich wäre ein ziemlich schlechter Vater.
Wutz: Glaubst Du das wirklich? Der Junge ist da anderer Meinung. Er mag dich und Du Ihn
sicher auch, habe Ich recht?
Tibatong: Kannst Du hellsehen? Wie hast Du das bemerkt?
Wutz: Hast´Du das schon vergessen, Herr Biologe? Wir Tiere haben nun mal unsere
besonderen Instinkte und ein Gespür für bestimmte Dinge! Ich habe Dich in den
vergangenen Monaten gut kennengelernt, Habakuk.
Tibatong: seufzt Du hast recht, meine Gute. Schon als Ich Ihn das erstemal sah, begann ich
Sympatie für Tim zu hegen. Ein seltsames Gefühl hat sich in mir breit gemacht, etwas, das
ich noch nie zuvor gefühlt habe..... Ich fürchte, ich werde Ihn nicht wieder wegschicken
können. Ich dachte immer, Ich könnte alleine bleiben, Wutz, doch jetzt weiß Ich, das kein
Mensch, nicht einmal ein so eigenbrötlerischer und sonderbarer Kerl wie Ich auf Dauer allein
bleiben kann. Dieser Junge hat mein Herz erobert.streichelt Wutz über den Kopf.
Wutz: Es ist nicht immer leicht, alleine zu sein, Doktor. Jeder braucht irgendwann einen
Partner oder einen lieben Freund.
Tibatong: Wutz, mir scheint, mein Tiersprechpräparat hat Dir nicht nur Klugheit, sondern
auch Weisheit verliehen. Ich werde morgen ins Waisenhaus fahren und mit der Leiterin über
Tim reden und was Sie von einer Adoption hält.
Wutz: Wichtig ist , das Du es willst, Professor.
Tibatong: lächelt und sieht zu dem schlafenden Jungen hinüber Mehr als Du denkst.

Ende des ersten Teils