Sambal und Alecona

KurzgeschichteRomanze / P6
Jemima Pouncival
18.06.2012
18.06.2012
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Auch wenn nicht jeder unbedingt gleich viel mit dem OS anfangen kann, könnt ihr ja vielleicht den ein oder anderen "Tipp" von Mutter Theresa... äh ich meine von Jemima mitnehmen.
Viel Spaß







„Und du glaubst wirklich, dass alles gut wird?“, fragte Alecona nervös und blickte zu Jemima, doch die kleinere Katze nickte nur zuversichtlich.
„Ganz bestimmt.“
„Wie kannst du bloß so sicher sein? Vielleicht werde ich doch was falsch machen! Oder was sollten wir tun, wenn... wenn ich plötzlich stolpere oder irgendwo gegen laufe oder...“ Sie unterbrach sich, als sie das Grinsen auf Jemimas jungem Gesicht sah. „Was?“
„Mach dir nicht so viele Sorgen“, antwortete diese nur. „Vertraue einfach auf dich selber und darauf, dass letztlich alles gut wird.“
„Ja, aber wenn ein Fehler passiert?“, fragte die dunkelbraune Katze unglücklich zurück.
Jemima zuckte die Schultern. „Dann passiert er eben. Aber Fehler gehören doch zu uns dazu. Wir wären nicht komplett, wenn wir keine Fehler hätten.“
Nachdenklich betrachtete Alecona ihre Freundin. „Ja, vielleicht... ich glaube, du hast recht. Wie kannst du nur immer so ruhig bleiben?“
Die rote Katze lächelte. „Immer? Erinnerst du dich nicht mehr, wie sehr ich ausgeflippt bin, als ich Pouncival treffen wollte?“
Jetzt lächelte auch die braune Katze. „Ja, stimmt.“
„Al, du solltest los, sonst kommst du noch zu spät.“
Alecona zuckte zusammen. „Natürlich! Ja, ja, Drück mir die Pfoten!“
„Aber sicher.“
Mit zitternden Knien setzte sich die braune Katze in Bewegung, zu dem vereinbarten Treffpunkt. Ihr kleines Katzenherz pochte wie wild immer wieder gegen ihren Brustkorb, als wollte es vor lauter Aufregung herausspringen.
Viel zu schnell erreichte sie das Schrottplatztor, doch zu ihrer kleinen Erleichterung war Sambal noch nicht da.
Also gab es noch genug Zeit, sich zu sammeln. Sie atmete tief durch, machte kurz einen Buckel, schüttelte sich und putzte sich noch rasch hinter den Ohren.
„Halli hallo“, rief plötzlich eine neckische Stimme hinter ihr. Sie wirbelte herum, doch anstatt einen hellbraunen Kater zu sehen, blickte sie in die frechen Augen eines gefleckten Weißen.
„Hallo, Pounce“, grinste sie.
„Na“, fragte er. „Was machst du? Wartest du?“
„Öh... warten... ich... jaaa...“
„Auf Sambal?“
Alecona nickte. „Hast du ihn gesehen?“
„Da ist er!!“, rief Pouncival aufgeregt und deutete in eine Richtung. Sofort wirbelte die Katze herum, doch konnte ihn nirgendwo erkennen. „Wo? Wo denn?“
Doch das schelmische Lachen des jungen Katers war ihr Antwort genug. „Wirklich witzig“, meinte sie sarkastisch.
„Na, geht’s euch gut, Mädels?“, fragte auf einmal eine weitere Stimme und zwischen den Müllbergen blickte das hellbraune Gesicht Sambals hervor. Sein weißes Ohr strahlte geradezu im Licht der untergehenden Sonne, während er sich langsam seinen Weg freikämpfte.
Unwillkürlich musste Alecona auflachen, während Pouncival nur das Gesicht verzog. „Ha ha. Wie lustig.“
„Tut mir leid, Kumpel“, grinste Sambal, als er sie erreicht hatte. „Aber wer Al ärgert muss mit meiner grausamen Rache rechnen.“
„Was macht ihr jetzt?“, fragte Pouncival naseweiß.
„Dass was du machst, wenn du mit Jemima allein bist“, gab Alecona zurück. „Willst du nicht zu ihr gehen?“
„Wollt ihr mich loswerden?“
„Äh“, Sambal und Alecona wechselten einen Blick, ehe sie wie aus einem Munde antworteten: „Jap.“
„Verhext!“, freute sich Pouncival. „Ihr dürft erst wieder reden, wenn ich euch erlöse.“
Sambal verdrehte die Augen. „Pouuncivaal...“
„Okay, okay ich hau ja schon ab. Ihr Turteltäubchen.“
Mit diesen Worten lief der junge Kater davon, allerdings nicht, ohne ihnen noch ein freches Grinsen über die Schulter zuzuwerfen.
„Endlich Ruhe“, seufzte Sambal.
„Und was machen wir jetzt?“, fragte Alecona und sie musste sich beherrschen, ihre Stimme ruhig klingen zu lassen.
„Komm mit“, sagte er. „Ich möchte dir was zeigen.“
Und mit diesen Worten bedeutete er ihr voraus zu gehen. „Ich weiß doch nicht wohin“, meinte sie.
„Ich führe dich“, antwortete er nur liebevoll. „Erstmal runter vom Schrottplatz.“
„Und nun?“, fragte sie, als sie auf der Straße standen.
„Nach links. Bis ans Ende der Straße.“
Sie ging weiter voran, aber gleichzeitig spürte sie seine Präsenz hinter sich und konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Dieses Viertel Londons war bereits wie leer gefegt und demenstprechend leise.
Um diese Ruhe nicht zu stören, flüsterte Alecona unbewusst: „Sind wir gleich da?“
„Geduld“, antwortete Sambal ebenso ruhig und dann brauchte er nichts mehr zu sagen, denn als sie den Ort sah, wusste sie von ganz allein, dass sie angekommen waren.
Der Mond schien hell und klar auf den kleinen Springbrunnen, der inmitten dieses Platzes der Großstadt stand. Sanft plätscherte das Wasser selbst zu dieser späten Stunde noch, doch der Platz war menschenleer.
„Es ist so schön...“, murmelte Alecona ehrfürchtig, doch Sambal grinste. „Zumindest schöner als ein paar Müllberge.“
Er setzte sich an den Brunnen und sah hinein.
Alecona beobachtete ihn dabei und es war als würde sie lauter Atmen, als jedes Geräusch, das um sie herum entstehen konnte. Sie bemühte sich, ihre Atmung flach zu halten.
„Al“, begann Sambal dann langsam. „Ich weiß, du verstehst dich mit Pouncival super...“
Sie nickte lächelnd. Der etwas jüngere Kater war ihr sehr ans Herz gewachsen.
„Und ich will da nirgends zwischenfunken“, fuhr der hellbraune Kater fort. „Aber... ich... ich kann nicht unterdrücken, was ich für dich empfinde... und...“
Alecona konnte sehen, wie sehr der starke Kater in diesem Moment um Worte rang und ihr Herz machte einen kleinen Hüpfer. „Meinst du...?“, fragte sie ein wenig hoch.
Er rang sich ein nervöses Lächeln ab und sie sprang zu ihm hinauf auf den Brunnenrand.
„Dann brauchst du nichts zu sagen“, meinte sie leise und schmiegte ihren Kopf an seiner Brust entlang. Er erwiderte die Berührung schnurrend und legte sich dann flach auf den Bauch und auch die Katze folgte seinem Beispiel, während sie die Kopf aneinander strichen. Sie konnte seine Atmung hinter ihrem Ohr spüren und fühlte, wie es kribbelte, ehe seine raue Zunge über ihre Nase leckte.
Sie stupste ihn an und bewegte ihn dazu, sich auf den Rücken zu rollen. Erfreut, wie ein Kind, vergrub sie gleich ihren Kopf in seinem plüschig- weichen Fell am Bauch.
Sein Schnurren beruhigte sie immer mehr und beinahe wäre sie so eingeschlafen. Leise hörte sie sein Herz klopfen und maunzte freudig.
Dann wurde sie durch eine Bewegung gestört, als er sich einmal streckte und dann entspannt seufzte.
Einige Zeit, vielleicht war es auch eine Stunde, lagen sie einfach nur leise schnurrend beieinander. In solchen Situationen brauchte es keine Worte.
Doch dann riss sie ein Flattern aus ihrer Ruhe. Erschrocken machte Alecona einen Satz und konnte gerade noch eine Taube landen sehen, als sie auch schon das Gleichgewicht verlor.
Verzweifelt versuchte sie sie sich noch an Sambal festzukrallen, doch selbst sein starker Körper konnte das Unglücklich nicht verhindern und verlor den Kampf gegen die Schwerkraft, als schließlich zwei Katzenkörper ins Wasser platschten.
Angewidert tauchte Alecona wieder auf und paddelte zum Rand zurück, wo sie sich zitternd und keuchend aus dem Wasser zog.
Auch der Kater war mittlerweile wieder aufgetaucht. „Tut mir leid“, rief sie ihm entgegen. „Tut mir leid!“
Er antwortete nicht, sondern schwamm stumm an den Rand, bis er sich daran festhalten konnte. Mit undeutbarem Blick sah er zu ihr hoch.
Sie blinzelte: „Tut mir leid. Das wollte ich wirklich nicht. Komm ich helfe dir raus.“
Sie streckte ihre Pfoten nach ihm aus, doch anstatt sich daran hinauszuziehen, riss er sie kräftig nach unten, bis sie kreischend zurück im Wasser war und neben ihm auftauchte.
Da grinste er. „Das musste einfach sein.“
„Gemeinheit“, schmollte sie, doch als sie ihn ansah, konnte sie ihm unmöglich böse sein. Um ihr Lächeln zu unterdrücken, schnappte sie nach seinem weißen Ohr. Er ließ sich unter Wasser sinken und tauchte kurz, um sich vor der Attacke in Sicherheit zu bringen.
Sie holte ebenfalls tief Luft und wollte gerade einen Blick unter Wasser werfen, als sie etwas hellbraunes auf sich zuschießen sah. Jauchzend wollte sie fllüchten, doch er war zu schnell für sie und katapultierte sie mit einem kräftigen Stoß aus dem Wasser an Land.
Sie landete sicher auf dem asphaltierten Grund und schüttelte sich. Dann drehte sie sich zum Wasser um und sah gerade noch, wie Sambal ebenfalls an Land geklettert war und sich nun schüttelte.
Sie ging zu ihm hin und begann dann sein Fell zu putzen. Er tat es ihr gleich und so standen sie sich schweigend gegenüber.
Unvermittelt brach Sambal in Lachen aus.
„Was ist los?“, fragte Alecona grinsend.
„Sieh uns doch an“, kicherte der Kater. „Wir stehen uns gegenüber und... und sehen aus wie begossene Pudel!“
Er musste so heftig Lachen, dass er sie mitriss und schließlich kugelten sie sich über den Asphalt, während ein Lachanfall nach dem anderen ihre Körper schüttelte. Schließlich rollten sie sich wieder auf ihre Bäuche und sahen sich keuchend an.
„Morgen wieder?“, fragte Sambal mit spitzbübischen Funkeln in seinen Augen. Sie grinste breit: „Jederzeit wieder.“








Edit: Zufrieden, Mina?
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