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Du hast mir mein Leben gerettet - (Sweet Amoris)

von Fly19
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Castiel OC (Own Character)
15.06.2012
31.12.2020
15
64.196
 
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25 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.06.2012 5.847
 
Hey Leute!

Hier ist endlich das neue Kapitel!

Viel Spaß beim lesen. :)

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Am Morgen ging ich gleich zu unserem werten Herr Schülersprecher. Ich wollte ihn darüber informieren, das ich über seine, ach so tollen offenen Fenster und Schatten von Bäumen, Bescheid wusste. Geradeals ich nach der Türklinke greifen wollte, hörte ich laute Stimmen aus dem Raum. Nun ja, eher gesagt eine laute und eine in normaler Lautstärke. Erstere gehörte eindeutig unserer alles geliebten Direktorin. Die andere war Nathaniel. Da Neugierde zu meiner Natur gehörte, konnte ich es mir einfach nicht verkneifen. Vorsichtig öffnete ich die Tür des Schülersprechers einen kleinen Spalt breit und lugte hinein. Ich bekam nur noch mit, das Pinkie ihre anscheinend längere Schimpftirade beendete. Nath sah nämlich überhaupt nicht gut aus und von ein paar verärgerten Sätzen lässt er sich ja nicht so schnell unterkriegen. Deshalb nahm ich an, das es länger gedauert haben musste. Pinkie drehte sich um und kam mit knallrotem Kopf wütend auf die Tür zu. Hastig ging ich ein paar Schritte zurück, lehnte mich an die Spinde und wühlte unschuldig in meiner Tasche herum. Nachdem die Frau weg war trat ich an die offen stehen gelassene Tür und sah Nathaniel in dem Raum nervös hin und her laufen. „Nathaniel? Was ist passiert?“, begann ich vorsichtig. Er schreckte hoch: „Sakura. Ähm…nichts. Alles in Ordnung.“ Skeptisch schaute ich ihn an. „Du hast das eben mitbekommen, oder?“, mit fragendem Blick sah er mich an. Ich nickte nur. Kurz überlegte Nath, dann seufzte er ergeben. „Der Schlüssel von Lehrerzimmer ist verschwunden.“, ließ er mich wissen. „Und warum bekommst du dann ärger deswegen?“, fragte ich. Nathaniel erklärte mir: „Ich, als Schülersprecher, komme an den Schlüssel heran. Deshalb werde ich verdächtigt ihn gestohlen zu haben. Aber ich war es nicht.“ „Das glaube ich dir ja auch.“, versuchte ich den nervösen Jungen vor mir zu beruhigen, „Weißt du was? Ich helfe dir bei der Suche. Ich werde mich mal umhören. Vielleicht weiß jemand was, oder hat ihn sogar gefunden. Es wäre ja auch möglich, das einer der Lehrer den Schlüssel verloren oder einfach verlegt hat.“ „Wirklich? Vielen Dank, Sakura.“, bedankte sich der blonde bei mir. „Kein Problem.“, winkte ich ab, „Bis dann.“ Auf dem Weg zur Tür viel mir aber wieder der Grund ein, weshalb ich eigentlich zu unserem Schülersprecher wollte. Ich drehte mich wieder um und sagte: „Ach, übrigens, ich weiß Bescheid.“ „Über was?“, fragte er verständnislos. „Über dein offenes Fenster und so.“, half ich ihm auf die Sprünge. Sein fragender Blick blieb aber. „Ich meine den Proberaum im Keller.“, klärte ich Nathaniel auf. Jetzt verstand er was ich meinte: „Ach so. Ja, ich weiß. Lysander hat´s mir schon erzählt. Danke, das du nichts verrätst. „Ah. Ok. Dann ist ja gut.“, entgegnete ich, „Kein Problem. Von mir erfährt keiner was.“



Also machte ich mich auf den Weg um die anderen nach dem Schlüssel zu fragen. Als erstes lief ich Lysander über den Weg. „Hey, Lys.“, fing ich an, „Hast du schon gehört das der Schlüssel von Lehrerzimmer verschwunden ist?“ Hey, Silent. Nein, da wusste ich nichts von. Interessiert mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich. Ich habe nichts damit zu tun.“, antwortete er mir. „Ja, stimmt schon. Aber Nathaniel hat von der Direktorin mächtig Ärger bekommen. Ich versuche ihm halt ein bisschen zu helfen, und frage mal rum.“, entgegnete ich. „Ach so. Da hast du Recht, das ist dann nicht so toll.“, stimmte er mir zu, „Nett von dir ihm zu helfen.“ „Ist doch klar.“, winkte ich ab, „Ok. Dann werde ich mal weiter fragen. Wir sehen uns nachher sicher noch.“ Lys verabschiedete sich auch: „Bestimmt. Bis dann.“ Lächelnd gingen wir auseinander. Vielleicht ist ja wer im Klassenzimmer, den ich fragen könnte? Ich schau mal dort nach.
Im Raum am Fenster stand ein Mädchen mit hellbraunen schulterlangen Haaren. „Hey, ich heiße Carla.“, stellte sie sich vor, nachdem sie mich bemerkt hatte. „Hey, ich bin Sakura.“, tat ich es ihr gleich. „Sakura, ja?“, etwas herablassend blickte sie mich an, „Amber hat mir schon von dir erzählt.“ Blondchen hatte ihr was über mich erzählt? Das hört sich irgendwie nicht gut an. Etwas misstrauisch fragte ich: „Und was hat sie dir erzählt?“ „Ach, das ist doch jetzt nicht wichtig. Wolltest du eigentlich etwas von mir?“, stellte sie eine Gegenfrage. Na gut, dann halt nicht. Vielleicht auch besser, wenn ich nicht weiß was Amber gesagt hat. „Also, der Schlüssel zum Lehrerzimmer ist verschwunden. Weißt du zufällig etwas?“, erklärte ich. „Nein. Darüber weiß ich nichts.“, meinte Carla. „Ok. Danke.“, sagte ich. Jetzt wollte ich auf dem Schulhof nachsehen. Doch schon im Hauptflur traf ich das nächste Mädchen. Sie hatte kinnlange lila-schwarze Haare und ein tragbares Aufnahmegerät mit Mikrofon um die Schulter hängen. „Entschuldigung? Darf ich dich kurz etwas fragen?“, sprach ich sie an. Als sie mich bemerkte, drehte sie ich von ihrem Spind an dem sie stand, zu mir und sah mich neugierig an. „Nur wenn ich dich zuerst etwas fragen darf?“, erwiderte sie. Ich nickte freundlich. „Du bist doch Sakura, die Neue, oder?“, startete sie. Wieder nickte ich. Das Mädchen vor mir fuhr fort: „Gut. Ich bin Peggy. Ich kümmere mich um die Schülerzeitung. Wenn du mal etwas interessantes erfährst, erzähle es mir bitte. Ich bin immer auf der Suche nach was spannendem für einen Artikel.“ „Aha. Freut mich, dich kennen zulernen.“, sagte ich höflich. Man weiß ja nie. Nicht das sie am Ende irgendetwas fieses über mich schreibt. Lächelnd schaute sie mich an: „Dann wäre das ja geklärt. Was wolltest du mich fragen?“, wollte Peggy wissen.  „Der Schlüssel zum Lehrerzimmer ist verschwunden. Weißt du zufällig etwas darüber?“, wiederholte ich meine Frage. „Was?! Wirklich?, sagte sie überrascht und begeistert, „Nein, davon weiß ich nichts. Erzähle mir doch mehr darüber.“ Was? Auf einmal klang sie sehr interessiert. Wahrscheinlich würde sie gerne darüber etwas in der Schülerzeitung schreiben. Ob das so einen gute Idee wäre ihr dann näheres zu erzählen? Kurz überlegte ich noch. „Tut mir leid. Ich weiß auch nichts genaueres.“, log ich. Na ja, ganz gelogen war es ja nicht. Ich hatte ihr nur verschwiegen, das Nathaniel deswegen Ärger mir der Direktorin hatte und verdächtigt wird. Aber daraus würde sie sicher irgendeine Geschichte machen. Ich wollte nicht, das Nath noch mehr Probleme bekam, also hielt ich meinen Mund. Jetzt konnte ich nur hoffen, das sie aus dieser einen Sache schon etwas schreiben würde. „Ah…ok.“, kam es nur etwas skeptisch von ihr. „Ich muss dann auch mal wieder los. Bye.“, verabschiedete ich mich schnell.

Auf dem Schulhof kam mir ein dunkelhäutiges Mädchen mit schwarzen Haaren, die ihr knapp über die Ohren gingen entgegen. Jeweils rechts und links hatte sie vorne eine längere Strähne die Schulterlang war. „Hey. Könnte ich kurz mit dir reden?“, frage ich sie freundlich. „Hey, Kleine. Was gibt’s?“, antwortete sie freundlich, „Aber bitte machs kurz. Ich habs eilig.“ Eigentlich fand ich sie ganz sympathisch, aber eines musste ich gleich klar stellen. „Nenn mich bitte nicht ´Kleine´. Ich heiße Sakura.“, teilte ich ihr mit. Es reichte wenn Castiel mich so nannte, wobei ich mich bei ihm bereits daran gewöhnt hatte. Ihn dazu zu bringen, das er es lässt, würde ich eh nicht schaffen. Aber anderen konnte ich das ja gleich austreiben. Das Mädchen riss mich aus meinen Gedanken: „Ok, kein Problem. Freut mich, Sakura. Ich bin Kim.“ „Freut mich gleichfalls, Kim.“, entgegnete ich. Sie hielt mir die Hand hin: „Schlag ein.“ Das ließ ich mir doch nicht zweimal sagen. Ich schlug ein und aus einem mir unbekannten Grund fingen wir beide an zu lachen. Ich mochte Kim. „Also, Sakura. Wie kann ich dir helfen?“, wollte Kim schließlich wissen. Ach so, ja. Ich wollte sie ja etwas fragen. So stellte ich, mal wieder, meine Frage: „Der Schlüssel zum Lehrerzimmer ist verschwunden. Weißt du vielleicht etwas darüber?“ „Nein, tut mir leid. Aber falls ich was höre, sage ich dir Bescheid.“, sagte sie lächelnd. „Danke, Kim.“, bedankte ich mich, „Ich will dich dann auch nicht länger aufhalten. Du hattest ja gesagt, du hast es eilig.“ „Ja, richtig. Bis dann, Sakura.“, verabschiedete sich die schwarzhaarige und schwand dann.
Nach einer Weile hatte ich auch noch mit Viola, Melody und Castiel gesprochen. Keiner hatte eine Ahnung. Und von dem Rotschopf hatte ich eine, tja, eine halt typische Castiel-Antwort gekommen. Zuerst hatte er natürlich wieder überreagiert und gedacht, ich verdächtigte ihn den Schlüssel geklaut zu haben. Nachdem ich ihn endlich beruhigt und mehrmals versichert hatte, dass es nicht so war, konnte ich etwas normaler mit ihm sprechen. Dann meinte er nur, es sei ihm egal. Cas war noch von selbst drauf gekommen, das Nathaniel dadurch in Schwierigkeiten kam. Dies war ihm natürlich erst recht, herzlich egal.
Am Ende War ich also immer noch nicht schlauer. Ich überlegte, denn ich hatte von den anderen Schülern das Getuschel mitbekommen. Manche hatten gehört das der Schlüssel weg war und alle waren sich sicher, das er gestohlen wurde. Nun rätselten sie, wer es gewesen sein könnte. Vielleicht hatte Carla was erzählt? Wenn sie mit Amber befreundet war, hatte sie es ihr bestimmt gesteckt. Oder Peggy? Sie schien mir etwas zu neugierig zu sein.
Am Schluss vermutete ich, das Amber den Schlüssel genommen haben könnte. Mir fiel zwar kein Grund ein, weshalb sie das tun sollte, aber zutrauen würde ich es ihr allemal.

In der nächsten Pause lief ich etwas auf dem Schulgelände herum, und überlegte wie ich Nath helfen könnte. Im Schulgarten schaute ich mir die Blumenbeete an. Hier konnte man gut abschalten und nachdenken. Plötzlich sah ich bei einer kleinen kahlen Stelle unter der Hecke etwas aufblitzen. Wolken zogen am Himmel vorbei, verdeckten die Sonne und das glitzern verschwand. Vielleicht hatte ich es mir auch nur eingebildet. Aber um ganz sicher zu gehen, wartete ich bis die Wolken die Sonne wieder frei gaben. Und tatsächlich, es glitzerte wieder etwas. Ich ging näher an die Hecke ran und hockte mich herunter. „Das kann doch nicht war sein.“, flüsterte ich ungläubig. Dort unter der Hecke lag der gesuchte Schlüssel. An ihm war nämlich ein keines Schildchen mit der Aufschrift ´Lehrerzimmer´ gebunden. Schnell schnappte ich mir den Schlüssel und lief zu Nathaniel. Ich fand ihn seltsamerweise auf dem Schulhof. Dort sah man ihn wirklich selten. „Nathaniel! Nath!“, rief ich ihm aufgeregt entgegen. „Schau mal was ich im Schulgarten gefunden habe.“, sagte ich fröhlich und hielt ihm den Schlüssel vor die Nase. Zuerst starrte der Schülersprecher mit und dann den Schlüssel an, bis er kapierte. „Das ist ja super. Danke, Sakura.“, entgegnete er glücklich. Ich lächelte ihn an: „Jetzt ist alles wieder in Ordnung.“ „Nein, nicht ganz.“, begann er, „Wir wissen immer noch nicht wer den Schlüssel genommen hat und die Direktorin verdächtigt mich doch.“ Da hatte er Recht. Das Problem war leider noch nicht komplett gelöst. Nur wie sollten wir herausfinden wer den Schlüssel genommen hatte? „Hm…vielleicht finden wir ja irgendwas im Lehrerzimmer heraus?“, dachte ich laut. „Schon möglich.“, stimmte der blonde Junge mir zu, „Aber die Direktorin hat mir verboten die Schule zu betreten, bis das alles aufgeklärt ist.“ Mit Pinkie stimmte echt was nicht. Ich fand das unfair. Vor allem das sie das Nathaniel zutraute. Er wäre sicher der letzte, der so was machen würde. „Dann geh ich halt alleine nachsehen.“, schlug ich vor. Nath schien von der Idee nicht besonders begeistert.
„Das geht nicht, Sakura.“
„Warum nicht?“
„Normale Schüler dürfen nicht einfach so ins Lehrerzimmer.“
„Fällt dir etwa was anderes ein?“
„Nein.“
„Na also.“
„Du könntest mächtig Ärger bekommen.“
„Nur wenn ich erwischt werde.“
„Aber…“
„Kein ´Aber´, Nath. Ich schaffe das schon. Ich passe auf das mich keiner sieht.“
Damit nahm ich ihm den Schlüssel aus der Hand und machte mich auf zum Lehrerzimmer.



Jetzt musste ich erstmal warten bis die Luft rein war, denn die Direktorin lief andauernd über den Flur. Als ich ca. drei Mal zwischen Schulhof und Hauptflur hin- und her gelaufen bin, war sie endlich weg. Vorsichtig öffnete ich die Tür des Lehrerzimmers einen Spalt und spähte hinein. Keiner da. Leise schlich ich hinein und begann mit der Suche. Was ich allerdings suchte, wusste ich selbst nicht. Halt irgendetwas, was hier nicht hingehört.
Nach ein paar Minuten fand ich unter dem Sofa dann ein türkises Armband. Für meinen Geschmack, recht hässlich. Wer trägt denn so was?
Ich verließ den Raum wieder und ging zu unserem Schülersprecher um ihm meinen Fund zu zeigen. Ich traf ihn wieder auf dem Schulhof. „Hey, Nath! Sie mal, was ich gefunden habe.“, sagte ich noch ihm gehen. Er bemerkte mich und kam mir entgegen. Als ich ihm das Armband zeigte zogen sich seine Augenbrauen zusammen. „Stimmt etwas nicht?“, fragte ich nach. „Das Armband kommt mir bekannt vor.“, antwortete er. Eine Weile überlegte Nathaniel, woher er es kannte. Dann fiel es ihm ein: „Das gehört Amber.“ Der Junge vor mir wurde etwas bleich im Gesicht. „Was? Das gehört Amber?““, rief ich entgeistert, „Warum sollte Amber den Schlüssel klauen?“ „Naja, es gibt da etwas, was ich dir noch nicht erzählt habe. Ein Umschlag mit Arbeiten wurde geklaut.“, beichtete der blonde. Perplex sah ich ihn an. „Und das sagst du mir erst jetzt!“, meinte ich verärgert, „Was will Amber denn mit den Arbeiten?“ Der Schülersprecher seufzte und wirkte erschöpft: „Woher soll ich das denn wissen? Ich habe meine Schwester noch nie wirklich verstanden.“ Genervt holte ich tief Luft. Dann sprach ich: „Weißt du was? Ich frage sie einfach mal.“ „Du willst sie darauf ansprechen?“, fragte er ungläubig. „Ja, will ich. Ich habe langsam keine Lust mehr.“, entgegnete ich und ging zurück ins Schulgebäude.

Im Klassenzimmer fand ich sie. Blondchen war gerade dabei sich die Fingernägel türkis zu lackieren. „Hey, Amber. Sag mal, vermisst du zufällig was?“, sprach ich sie an. Sie hob den Blick von ihren Nägeln und sah mich giftig an. „Was willst du…?“, zickte sie sogleich. Es hörte sich an, alls wollte sie noch etwas sagen, aber anscheinend fiel ihr nicht mal eine Beleidigung für mich ein. Ich sah sie weiterhin einfach nur fragend an. „Nein, ich vermisse nichts, und jetzt hau ab.“, somit wandte sie sich wieder ihren Nägeln zu. „Sicher? Vermisst du das hier vielleicht nicht?“, hielt ich ihr das Armband hin. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck und sie griff nach dem Armband, das ich aber rechtzeitig weg zog. „Woher hast du das?“, wollte sie wissen. „Wo hast du es denn verloren?“, stellte ich eine Gegenfrage. Das Mädchen schien einen Moment zu überlegen.
„Auf dem Schulhof.“
„Falsch.“
„Ähm…im Schulgarten.“
„Klar doch. Du im Schulgarten. Mit wie viel Flaschen Insektenspray?“
„Ach ja. Ich muss es wohl beim Sportunterricht verloren haben.“
„Soweit ich mich erinnere habe ich dich erst einmal im Sportunterricht gesehen.“
„Ist doch egal, wo ich es verloren habe. Gib es mir endlich zurück.“
„Nein, es ist nicht egal. Du hast den Schlüssel aus dem Lehrerzimmer genommen und dann den Umschlag mit den Arbeiten gestohlen, oder?“
Amber wurde etwas bleich und ihre Augen wurden größer. Sie wollte etwas sagen, schloss ihren Mund dann aber doch wieder. „Warum tust du deinem Bruder das an?“, fragte er verärgert. Nun wurde sie wütend: „Warum? Warum denn nicht? Er war in der letzten Zeit gar nicht für mich da. Er hat seine Strafe verdient.“ „Nathaniel kann nichts für den Mist, den du baust. Dafür brauchst du ihn nicht zu bestrafen.“, langsam wurde ich lauter. Der Tuschkasten wurde rot im Gesicht und immer wütender. Hoffentlich kam sie nicht auf die Idee mir ihren Nagellack über den Kopf zu schütten. Das kleine Fläschchen, welches sie noch in den Händen hielt, war nämlich offen. „Na gut. Ich gebs zu. Ich habe die Arbeiten geklaut.“, gab sie endlich zu, „Und? Was willst du jetzt machen? Ich werde dir garantiert nicht sagen, wo der Umschlag ist.“ Das kann doch nicht war sein. Jetzt gibt sie es schon zu und will trotzdem nichts gut machen. Da muss ich wohl oder übel selber suchen. „Du wirst dich nie bessern, oder?“, fragte ich noch, als ich mich schon zur Tür drehte. „Hey! Mein Armband!“, rief sie mir hinterher. Meine Frage überging sie einfach. Ich warf das Armband hoch in ihre Richtung. Als ich stand schon in der Tür als ich einen Schrei hörte. „Ahhh!“, kam es von Blondchen. Ich fuhr herum und lachte los. Sie hatte türkise Strähnchen bekommen. Anscheinend hatte sie sich irgendwie den Nagellack übergossen, als sie das Armband fangen wollte. Lachend ließ ich sie stehen und machte mich auf die Suche nach dem Umschlag mit den Arbeiten.

Nach einer halben Stunde ging ich auf den Schulhof um frische Luft zu schnappen. Lysander kam mir entgegen und fragte: „Hast du vielleicht mein Notizbuch gesehen?“ Nee, oder? Er hatte es schon wieder verloren? Wie kann man etwas, was einem so wichtig ist, so oft verlieren? „Nein, habe ich nicht. Falls ich es finde, sage ich dir Bescheid.“, antwortete ich. Der Junge nickte nur dankbar. Da tauchte Castiel hinter ihm auf. „Mensch. Warum musst du das auch immer verlegen?“, meinte er genervt. „Tut mir leid. Das mache ich doch nicht mit Absicht.“, erwiderte der weißhaarige. „Jungs. Ich muss weiter. Bis später.“, verabschiedete ich mich. Schließlich musste ich immer noch die Arbeiten finden. Plötzlich fiel mir etwas ein. Schnell drehte ich mich im gehen noch einmal zu den beiden um. „Wir treffen uns nach der Schule am Schultor. Ihr kommt heute mir zu mir.“, informierte ich sie und lief dann ins Gebäude. Nur kurz sah ich noch, wie sie mir verdutzt nachsahen.

In der Pause vor der letzten Unterrichtsstunde fand ich den Umschlag mit den Arbeiten dann im Treppenhaus auf den Spinden. Na endlich. Ich ging auf den Schulhof wo ich Nathaniel vermutete. Er saß auf einer Bank und beobachtete die Schüler. „Hier. Ich habe sie gefunden.“, ich hielt ihm den Umschlag hin, „Amber hat übrigens zugegeben das sie das alles war.“ Der blonde Junge sah auf und nahm mir den Umschlag aus der Hand. Als er registrierte, was ich da gesagt habe und was er in den Händen hielt, sprang er mir leuchtenden Augen auf und umarmte mich freudig. „Danke, Sakura. Vielen Dank. Du hast mir wirklich geholfen.“, bedankte er sich fröhlich. Ich erwiderte die Umarmung kurz, dann ließ er mich wieder los. „Schon ok.“, winkte ich ab. Da sah ich im Augenwinkel etwas auf der Bank liegen. Ich schaute genauer hin und erkannte Lysanders Notizbuch. „Ist das deins?“, wollte Nath wissen, als er sah, das ich es in die Hand genommen hatte. „Nein. Das gehört Lysander.“ Er nickte. Dann erklärte er: „Ich geh jetzt zur Direktorin und kläre alles auf. Danke noch mal.“ Damit verschwand er. Ich machte mir auf den Weg ins Klassenzimmer, da sie letzte Stunde bald beginnen würde.

Der Unterricht war seit ein paar Minuten vorbei und ich stand am Schultor. Lange musste ich nicht auf die beiden Jungs warten, denn ich sah sie schon aus der Schule kommen. Nachdem sie bei mir angekommen waren, gab ich Lys sein Notizbuch zurück. „Hier. Du hast es auf einer Bank liegen lassen.“, teilte ich ihm mit. „Dankeschön.“, sagte er nur glücklich und steckte das Buch in seine Schultasche. „Also, warum sollen wir heute mit zu dir?“, meldete sich der Rotschopf zu Wort. Ich grinste sie an. „Das wird eine Überraschung.“, sagte ich geheimnisvoll. Die beiden Freunde sahen sich nur kurz an, dann machten wir uns auf den Weg.



Bei mir Zuhause angekommen, begrüßte uns sogleich Cookie indem er jeden einmal ansprang und fröhlich bellte. „Hey, Sakura. Lysander. Castiel.“, begrüßte uns mein Bruder als er um die Ecke kam. „Hey, Mako.“, umarmte ich ihn und streichelte dann Cookie ausgiebig. „Hey.“, sagte Cas nur. „Hey, Makoto.“, auch Lys umarmte ihn kurz. Wann hatten die sich so gut angefreundet? Fragend sah ich sie an. „Wir telefonieren ab und zu.“, beantwortete mein Bruder meine stumme Frage. Aha. Ab und zu, ja? Anscheinend oft ab und zu. Leicht grinste ich. Na ja, ich freu mich, wenn Mako sich gut mit meinen Freunden versteht. „Sagt mal Jungs, was macht ihr eigentlich hier, wenn ich fragen darf?“, wendete Makoto sich an die beiden. Der rothaarige antwortete: „Das wüssten wir auch gerne.“ Nun sahen mich alle drei an. „Ich habe doch gesagt, das wird eine Überraschung. Jetzt essen wir erstmal was.“, teilte ich ihnen mit. „Saku, ich müsste noch mal kurz mit dir sprechen.“, meinte mein Bruder dann. Dieser Unterton in seiner Stimme gefiel mir nicht. Der bedeutete nie etwas gutes. „Ok.“, sagte ich, „Jungs. Geht doch schon mal in die Küche und überlegt euch was ihr essen wollt.“ Die beiden verschwanden in der Küche, gefolgt von Cookie, der hoffte ein, zwei Leckerlis ergattern zu können. Makoto und ich gingen ins Wohnzimmer. Misstrauisch sah ich ihn an. „Deinem Blick nach zu folge, hast du schon gemerkt das was nicht stimmt.“, stellte er fest. Ich nickte nur. „Ok, aber zuerst was anderes. Was ist die Überraschung?“, fragte er neugierig. „Ich will den beiden das Studio zeigen und ihnen vorschlagen, hier manchmal zu üben.“, erklärte ich ihm. „Cool. Die Gesichter würde ich gern sehen.“, erwiderte er. Wieso würde? Er kann es doch sehen. Fragend blickte ich ihn an. „Ja, nun…ok.“, brachte der  schwarzhaarige Junge hervor. Er holte tief Luft und begann: „Also, die Jungs holen mich gleich ab. Sie haben ein paar Auftritte und hätten mich gern dabei.“ Er machte eine Pause und wartete auf meine Reaktion. Ich nickte aber nur wieder. Bis jetzt wusste ich noch nicht, wo da die schlechte Nachricht war. Mit den ´Jungs´ wusste ich, meinte er seine Freunde. Sie hatten eine Band gegründet und mein Bruder trat manchmal mit ihnen auf. Es kam auch mal vor, das sie seine Vorgruppe waren. Oder andersrum. Makoto merkte das ich bisher nichts einzuwenden hatte und fuhr fort: „Die Fahrt dauert fünf Stunden mit dem Auto. Und…wir werden erst in drei Wochen wieder kommen. Ich kann nächste Woche also leider nicht hier sein. Ich weiß, wir haben diesen Tag immer zusammen verbracht. Es tut mir leid.“ Zum Ende hin hatte ich angefangen zu weinen und mein Bruder schloss mich in seine Arme. „Aber…ich…ich schaff das nicht alleine.“, stotterte ich schniefend. „Du kannst doch zu Suzu gehen.“, schlug er nach kurzer Zeit vor. Ich schüttelte den Kopf. „Nein. Die hat sich auch schon entschuldig. Sie muss zu irgendeiner Messe wegen ihrem Laden.“, informierte ich ihn. Mako drückte mich fester an sich. „Es tut mir so leid, Kleines.“, entschuldigte er sich, „Ich kann die Jungs auch schnell anrufen und absagen. Sie verstehen das.“ Er war schon dabei sein Handy aus der Hosentasche zu kramen. Wieder schüttelte ich den Kopf und rückte ein Stück von ihm weg. „Ich weiß das sie es verstehen. Du hast  deswegen schon mal abgesagt und sie wären fast selbst auch hier geblieben. Und genau deshalb wirst du diesmal auch mitfahren.“ „Sakura…“, begann er. „Nein.“, unterbrach ich ihn, „Du wirst mitfahren. Keine Widerrede. Die Jungs kommen bestimmt gleich. Ich werde mich einfach mit Lou aufs Sofa kuscheln und fernsehen. Ganz alleine bin ich ja dann doch nicht.“ Er seufzte. „Sicher?“, fragte er vorsichtig nach. „Sicher.“, bestätigte ich. Er schien zu überlegen: „Du wirst eh nicht nachgeben, oder?“ „Nein.“, grinste ich.  Dann wischte ich mir die letzten Tränen weg und stand auf. „Willst du noch mit essen?“, wollte ich von ihm wissen. „Nein. Ich habe vorhin schon was gegessen. Danke.“, sprach der Junge.

In der Küche saßen die Jungs wartend am Tisch. Castiel hatte Cookie auf dem Schoß und gab ihm Leckerlis. „Cas!“, schimpfte ich, „Setz sofort Cookie wieder runter. Er sitzt nicht am Küchentisch und bekommt an ihm auch nichts zu fressen. Mach das auf dem Boden oder in einem anderen Raum, aber nicht in der Küche. Sonst will er immer was haben, wenn ich hier was esse.“ Der Rotschopf setzte den Hund ab und schaute mich genervt an. „Beruhig dich. Ist ja gut. Was ist denn daran so schlimm?“, kam es von ihm. „Das schlimme daran ist, das er sein Futter dann meistens schon hatte. Und wenn ich ihm dann immer wieder noch was gebe wird er zu fett. Dann darfst du es ihm wieder abtrainieren.“, teilte ich ihm mit. Schlagartig legte er die Leckerlis weg. Das hatte ich mir schon gedacht. Dazu hat er dann natürlich keine Lust. Innerlich musste ich lachen. „Also, was wollen wir essen?“, wechselte ich das Thema. Cookie hatte sich in sein Körbchen gelegt und beobachtete uns. „Wir haben keine Ahnung.“, sagte Lysander, „Was möchtest du denn gerne essen?“ Ich überlegte kurz, dann ging ich in den Vorratsraum und kam mit Mehl, einer Dose Mais, Tomatensauce uns sonstigem wieder heraus. „Ok. Dann machen wir jetzt Pizza.“, entschied ich. Die zwei waren einverstanden.

Die Pizza war fertig und ich deckte den Tisch. „Silent? Warum deckst du für vier Personen? Wir sind doch nur drei.“, fragte Lys. „Das siehst du gleich.“, antwortete ich lächelnd. Schon ein paar Sekunden nachdem der rothaarige Junge die Pizza aus dem Ofen geholt hatte, kam Makoto, von ihrem Geruch angelockt, in die Küche. „Habt ihr vielleicht noch ein Stück für mich übrig?“, wollte mein Bruder wissen. Klar. Für dich doch immer.“, an Lys gewandt sagte ich, „Siehst du, deshalb der vierte Teller.“ Auch wenn mein Bruder schon was gegessen hatte, sobald er eine Pizza roch, konnte er nicht widerstehen. Ein Stück Pizza passt immer noch rein.
Eine halbe Stunde später kam dann die Band um Makoto abzuholen. Wir waren gerade damit fertig geworden, das Geschirr in die Spülmaschine zu räumen. Mako lud seine Sachen in den Bus, während die Jungs und ich die anderen begrüßten.

Zum Abschied drückte mein Bruder mich fest. Dann sagte er zu meinen Freunden: „Passt gut auf meine Schwester auf.“, dabei warf er Castiel einen Blick zu, der wohl so viel heißen sollte wie ´Besonders du´. Ich blickte Makoto kurz böse an, dann umarmte ich ihn noch einmal. „Tut mir leid.“, flüsterte er. „Schon gut.“, wisperte ich zurück. Er schaute mich entschuldigend an, dann lächelte er leicht und machte sich mit seinen Kumpels auf den Weg. Ich winkte ihnen noch nach, als sie nicht mehr zu sehen waren schloss ich die Tür. Dann drehte ich mich schwungvoll zu den zwei Jungs um und lächelte sie an. „So, und jetzt gibt es die Überraschung.“, teilte ich ihnen mit.



Oben, vor der Studiotür, blieben wir stehen. Ich nahm die Klinke in die Hand und schaute die Tür an. Dann sah ich zu den Jungs, die rechts und links von mir standen: „Trommelwirbel, bitte.“ Abwartend und genervt blickten sie mich nur von der Seite an. „Na gut. Dann halt keinen Trommelwirbel.“, gab ich klein bei. Mit einem gespielt traurigem Blick schielte ich zu den beiden und versuchte es trotzdem noch einmal. Ihre Gesichtsausdrücke veränderten sich aber nicht. Sie blieben hart. „Ja. Ich ja schon gut.“, seufzte ich und öffnete endlich die Tür.
Wir traten ein, und als ich zu Cas und Lys schaute, um ihre Reaktionen zu sehen, konnte ich nicht anders als zu lachen. Sie sahen sich ungläubig im Raum um, mit rießigen Augen und runter geklappter Kinnlade. Gerade diese beiden so zu sehen, fand ich sehr amüsant, weil man sich bei ihnen so einen Gesichtsausdruck nur schwer vorstellen konnte, oder gar erwartet hätte. „Das glaube ich jetzt nicht. Ich muss träumen.“, meinte Lysander. Der Rotschopf stimmte ihm zu: „Ich auch. Zwick mich mal.“ Ich widerstand dem Drang, Cas zu in den Arm zu zwicken und beobachtete die beiden. Sie gingen weiter in den Raum und blickten sich ungläubig an. „Gehört das dir?“, wollte Castiel wissen. Ich verdrehte die Augen. „Nein, natürlich nicht. Das gehört irgendeinem Typen der manchmal in mein Haus kommt.“, sagte ich ironisch. Der weißhaarige lachte über meine Antwort, Cas hingegen sah mich etwas beleidigt an. „Ohh. Nicht beleidigt sein, Rotkäppchen.“, tätschelte ich seinen Arm und lachte. Er ignorierte das und fragte bissig: „Was sollen wir eigentlich hier? Willst du dich über uns lustig machen, weil du ein…Profi-Studio hast und wir nur einen kleinen Raum im Schulkeller?“ Wie kam er denn nun wieder auf so einen Quatsch? Was der sich immer ausdenkt. Gedanklich schüttelte ich den Kopf. „Nein! Ich mach mich nicht über auch lustig! Wie kommst du auf so was?“, stellte ich klar. „Und was sollen wir dann hier?“, fragte der rothaarige wieder, noch immer etwas bissig. Hm…soll ich es ihnen jetzt schon verraten oder sie noch ein bisschen zappeln lassen? Nach kurzem Überlegen entschied ich mir für letzteres. Strafe muss sein. „Ich habe gerade beschlossen die Überraschung in zwei Teile aufzuteilen. Teil 2 kommt später.“, informierte ich sie und grinste wissend. Die beiden sahen sich nur an und begutachteten dann die Instrumente. Nach ein paar Minuten wollte ich wissen: „Also, was ist? Wollt ihr sie nicht ausprobieren und eine Runde Musik machen?“ Eine ganze Zeit sahen die beiden immer wieder abwechselnd zu mir und dann sich an. Und ein weiteres Mal schauten sie sehr ungläubig aus. Der Anblick war einfach herrlich. Am liebsten hätte ich ein Foto gemacht. „Was ist jetzt? Wollt ihr oder nicht?“, fragte ich nach. Lys fand als erster seine Stimme wieder: „Wir…dürfen wirklich?“ „Sonst würde ich es ja wohl nicht sagen, oder?“, lächelte ich freundlich. Mal ehrlich, wenn ich auf keinen Fall wollen würde, das sie die Sachen benutzen, hätte ich ihnen das Studio doch erst gar nicht gezeigt. Aber noch immer standen die Jungs nur da und starrten durch den Raum. Ich seufzte. Keine Ahnung wie lange das noch dauern würde. So lange hier rum zu stehen hatte ich aber keine Lust. „Wisst ihr was? Während ihr wieder zu euch kommt, geh ich runter und kümmere mich etwas um Cookie. Falls ihr etwas braucht, sagt einfach Bescheid.“, teilte ich ihnen mit.

Mein Beagle kam mir unten schon fröhlich entgegen, als ich das Wohnzimmer betrat. „Na, mein Kleiner. Du bist die letzte Zeit etwas kurz gekommen, oder? Tut mir leid.“, entschuldigte ich mich, „Aber das holen wir jetzt nach.“ Ich holte seinen kleinen gelben Ball aus seinem Korb und ging mit meinem vierbeinigen Freund in den Garten.
Ungefähr eine Stunde warf ich den Ball immer wieder weg und Cookie brachte ihn mir wieder. Dann hatte er keine Lust mehr und war erschöpft. So trank er erstmal seinen Wassernapf leer. Trotzdem liebte der Kleine dieses Spiel. Als nächstes kuschelten wir ein bisschen, bis ich beschloss nach den Jungs zu sehen. Von unten hörte ich schon die Musik.



Als ich das Studio betrat, sang Lysander gerade ´Jason Derulo´ mit ´In My Head´. Castiel begleitete ihn mit der Gitarre. Ich setzte mich auf das Sofa in der Ecke und hörte zu. Der weißhaarige entdeckte mich, nachdem er den Aufnahmeraum verlassen hatte und fragte mich: „Willst du auch was singen, Sakura?“ „Nein, danke. Ich habe gerade nicht so die Lust.“, antwortete ich ihm, „Du warst echt super. Lys.“ Begeisterte lächelte ich ihn an. „Danke. Aber dieses Studio ist auch echt spitze. Da macht es gleich noch mal so viel Spaß.“, meinte er. „Das freut mich.“, lächelte ich noch immer. „Wenn du so ein Studio hast, musst du auch singen können.“, sprach nun der Rotschopf. „Nein, muss ich nicht.“, erwiderte ich, „Außerdem habe ich nicht gesagt, das ich es nicht kann, sondern nur, das ich gerade keine Lust habe.“ Da kam Lys plötzlich auf mich zu, zog mich hoch und schob mich in die Kabine. „Trotzdem singst du jetzt was. Wir wollen dich hören.“, stellte er klar und ließ keine Widerrede mehr zu. Ich entschied mich für ´The Last Unicorn´ von ´America´.
Das Lied war zu Ende und zum ersten Mal sah ich wieder die Jungs an. Den ganzen Song über hatte ich nämlich nicht auf sie geachtet. Sie hatten große Augen und blickten mich ungläubig an, mal wieder. Hoffentlich wurde das nicht zur Tradition und sie sahen mich bald jeden Tag so an. Dann verließ ich den Raum und ließ mich wieder auf´s Sofa sinken. Ich betrachtete die zwei Musiker vor mir, und wartete darauf, dass sie etwas sagten. Sie starrten mich aber einfach nur an und bewegten sich kein Stück. „Jungs? Hallo?!“, wedelte ich mit meiner Hand vor ihren Gesichtern herum, „Noch jemand da?“ Waren die festgefroren? „Äh…ja.“, kam es langsam von Castiel. Lysander nickte nur. „Seit wann kannst du so singen?“, fragte er dann aber doch. Kurz überlegte ich, dann sagte ich: „Keine Ahnung. Ich glaube schon immer.“
Nach einer Weile des Schweigens forderte ich die Jungs dann dazu auf, weiter zu machen. Daraufhin spielten sie Songs von ´Winged Skull´. Ein paar Lieder später bekam ich Langeweile und sah mich in meinem Studio um. Da entdeckte ich Castiels MP3-Player auf dem Tisch vor mir liegen. Ich schnappte ihn mir und verschwand aus dem Studio. Die beiden bemerkten es nicht, das sie in ihre Musik vertieft waren. Ich wollte einfach mal wissen, was das Rotkäppchen sonst noch so für Lieder hört.

Im Wohnzimmer setzte ich mich auf´s Sofa, steckte mir die Kopfhörer in die Ohren und schaltete das Gerät ein. Als die ersten Töne erklangen erschrak ich, und schaltete auf eine normale Lautstärke. Cas hatte sie nämlich fast komplett voll aufgedreht. Das ihm noch nicht das Trommelfell geplatzt war? Beim Musikhören beobachtete ich Cookie, der auf dem Boden vor seinem Korb lag und an einem Gummiknochen kaute.

Nach ungefähr einer halben Stunde schaltete ich den Player wieder ab. Es hielt sich recht im Gleichgewicht. Die Hälfte der Lieder mochte ich, die andere nicht. Nachdenklich betrachtete ich das Musikgerät in meiner Hand. Die Jungs spielten noch immer, denn ich konnte sie von oben hören. Eine Weile später beschloss ich schlussendlich Castiel ein paar meiner Lieblingslieder, bei denen ich dachte das sie ihm auch gefallen könnten, auf seinen MP3-Player zu laden.

Ein paar Minuten später stöpselte ich das Kabel vom Player raus und fuhr den PC runter. Cas hatte zufälligerweise, zum Glück, den selben MP3-Player wie ich, sodass mein USB-Kabel natürlich passte. Dann ging ich mit dem Gerät nach oben ins Studio, legte den Player wieder an seinen Platz auf dem Tisch und setzte mich auf das Sofa. Die Jungs hatten nach wie vor nichts mitbekommen.

Als zwei weitere Lieder beendet waren, setzten sich meine beiden Freunde zu mir und tranken etwas. Ich hatte in der Zwischenzeit Gläser und eine Wasserflasche geholt. „Also, Kleine. Was sollen wir denn nun eigentlich hier?“, wollte der Rotschopf wissen. „Stimmt. Du hattest doch was von einem 2. Teil der Überraschung erzählt.“, fügte Lysander hinzu. Sie hatten Recht. So langsam könnte ich es ihnen ja mal sagen. „Also…“, begann ich, „Ich hätte da einen Vorschlag für euch. Wie würdet ihr es finden, hier ab und zu, zu proben?“ „Was?!“, kam es gleichzeitig von den zweien. Und schon wieder sahen sie mich ungläubig an. Teilweise fing es an mich zu nerven. „Na ja, ich dachte hier könnt ihr besser proben als im Schulkeller. Aber halt nicht immer.“, erklärte ich ihnen. Ich glaube, wenn sie immer hier proben würden und ich sie ständig um mich hätte, könnte ich die beiden irgendwann nicht mehr sehen. Die Jungs schauten sich an und schienen zu überlegen. „Meinst du das wirklich ernst?“, hakte Castiel vorsichtshalber nach. Ich lächelte die zwei an: „Ja. Ich meine das wirklich ernst.“ Sie blickten sich im Raum um, sahen sich an und begriffen anscheinend erst dann richtig. Plötzlich sprangen sie auf und umarmten mich. Ich war von dieser unerwarteten Reaktion so erschrocken, das ich zuerst wie erstarrt da saß, bis ich die Umarmung lächelnd erwiderte.


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So, das wars erstmal wieder.

Bis zum nächsten Mal. :)

LG, eure Fly
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