Eisblaue Träne

KurzgeschichteAllgemein / P12
15.06.2012
15.06.2012
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Ein kleiner One-shot, der mir komischerweise bei meiner Fahrstunde mir eingefallen ist. (Jetzt weiß ich auch, warum sie so schlecht lief xD)

Danke nochmal an meine liebe Becks (BecksDarcy)!!!

So und jetzt noch viel Spaß. *Erdbeeren hinstell*

P.S. Keiner dieser Personen gehört mir, zudem verdiene ich kein Geld hier mit und diese Geschichte ist auch nicht so passiert, wie ich es schreibe!!! Es entspringt allles meiner irren Phantasie!!!


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POV Laila

Ich sitze im Auto mit meiner Freundin Jackie und höre ihr nur teilweise zu. „Weißt du, dass ich mich total freue? Dad ist echt mein persönlicher Held. So ein tolles Geburtstagsgeschenk werde ich nie wieder bekommen! Freust du dich auch so?“, erzählt sie mir schon seit zwei Stunden. <<Wieso habe ich mich dazu überreden lassen? Das wird mein persönlicher Tod! >>, denke ich mir und rutsche auf dem Fahrersitz meines alten Ford Fiesta unruhig umher. Währenddessen schaut mich Jackie von der Seite schief an: „Du freust dich nicht, oder? Dabei hattest du letztes Jahr nichts dagegen, dass wir zum Formel 1-Rennen gefahren sind.“ „Nein, ich habe auch diesmal nichts dagegen. Ich muss mich nur konzentrieren, sonst kommen wir gar nicht mehr an.“ Ich lächele sie an.


Wir gehen zur Einlasskontrolle. Während ich mir immer mehr auf die Lippe beiße, hüpft die schwarzhaarige Jackie neben mir her wie ein Flummi auf Koks. „Sie dürfen hier nicht rein“, teilt uns ein Schrank von einem Mann mit. Jackie guckt mich erschrocken an. Ich reiche dem Securitymann die Backstagekarten. Er schaut sich diese genau an… und lässt uns in die Boxengasse eintreten. Jackie quiekt einmal laut auf und ich schaue mich ängstlich um.

„Paska!“, („Scheiße!“) sage ich. „Was hast du gesagt?“ „Nichts. Guck mal. Lass uns mal da hinten hingehen“, probiere ich sie abzulenken. Aber zu spät! „Nein. Da hinten steht nämlich Kimi Raikkönen! Mit dem will ich unbedingt ein Foto machen“, erklärt mir eine total begeisterte Jackie und zieht mich schon am Arm zu ihrem großen Held. „Excuse me. But can I take a picture with you, Mr. Raikkönen?” , fragt sie den jungen Fahrer. “Of course. Odotatko kertaa lyhyesti, kultaseni?”, (Wartest du mal bitte, mein Schatz?“) fragt der Herr eine braunhaarige Frau neben ihm. Aber diese ist nicht wirklich an ihm interessiert, sondern schaut mich an.

„Immi? Oletko se sinä? En voi uskoa sitä!“, („Immi? Bist du das wirklich? Ich kann es kaum glauben!“) ruft diese aus. Kimi schaut mich total erschrocken an und geht einen Schritt auf mich zu: „Immi?“ Er hebt seine Hände, während ich anfange zu zittern und schiebt mir meine Sonnenbrille in meine dunkelblonden Haare. Ich schaue ihm direkt in seine so berühmten eisblauen Augen und ich merke, wie die ganzen Gefühle von vor 10 Jahren wieder hoch kommen. Dann fasse ich seine rechte Hand, welche immer noch in meinen Haaren liegt und nehme sie ganz langsam runter. Ich drehe mich um und gehe. Aus dem Gehen wurde ein Rennen und aus diesem wurde wiederum ein Sprint…


POV Kimi:

Ich stehe neben meiner geliebten Frau Jenni. „Hast du ein gutes Gefühl heute hier zu sein?“, fragt sie mich auf Finnisch. „Ich weiß nicht. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass heute noch etwas passiert.“ Sie lächelt mich an. Doch komischerweise habe ich das Gefühl, dass sie etwas hinter meinem Rücken mehr fesselt. „Excuse me. But can I take a picture with you, Mr. Raikkönen?”, höre ich eine schüchterne Stimme hinter mir. “Of course. Wartest du mal bitte, mein Schatz?”, bitte ich Jenni auf Finnisch.

Doch sie schaut mich gar nicht an und zeigt auch sonst keinerlei Reaktion. Sie schaut total erschrocken als sie anfängt zu sprechen: „Immi? Bist du das wirklich? Ich kann es kaum glauben!“ Immi! Das kann nicht sein! Immi. Sie war doch verschwunden. Ganz langsam drehe ich mich um und erschrecke mich im ersten Moment. Vor mir steht eine gerade mal 1,65 m große Frau mit schulterlangen, dunkelblonden Haaren. Sie trägt eine große Sonnenbrille, hinter der sich ihre Augen verstecken. Eigentlich weiß ich schon, welche Augenfarbe hinter den dunklen Gläsern sich versteckt. Aber ich kann es einfach nicht glauben. Also gehe ich zögerlich ein Schritt vorwärts und nehme dabei langsam meine Hände hoch. Ich merke gar nicht das ein wahres Blitzlichtgewitter über uns ergeht, als ich die dunkle Brille in das blonde Haar der jungen 23-jährigen Frau schiebe und da sind sie.

Ihre Augen. Meine Augen. Es schauen mir genau die gleichen eisblauen Augen entgegen wie meine eigenen. Der einzige Unterschied ist der, dass die Augen von ihr voller Schmerz sind als sie mich anschauen. Ihre rechte Hand fährt hoch zu meiner linken, welche auf ihrer linken Wange liegt. Sie fasst sie und nimmt meine Hand in ihre. Zusammen lässt sie sich unsere Hände herunter sinken. Doch dann dreht sie sich um und geht. Erst ganz langsam, doch als ich „IMMI!“ rufe, fängt sie an zu laufen und zum Schluss sprintet sie noch. Ich schaue ihr hinterher als Jenni mich anspricht. „Ich gehe ihr jetzt hinterher!“ Und weg ist auch meine Ehefrau. Sie ist ihr hinterher gegangen und nun stehe ich mit der jungen Frau, mit der Immi anscheinend hier ist, ganz alleine da. Sie guckt mich erschrocken und argwöhnisch an. Doch das ist mir egal. Denn meine Eisfassade schmilzt…


POV Laila:

Ich laufe wieder aus dem gleichen Ausgang raus, in dem wir auch herein kamen. Ich biege rechts ab und bleibe stehen. Langsam lasse ich mich an der Mauer herunter gleiten. Ich merke wie kalt diese Steinmauer ist, aber das ist mir egal. Wieso brachte er mich immer noch durcheinander? „Immi? Darf ich mich zu dir setzten?“, fragt mich Jenni auf Finnisch. Ich schaue nicht mal auf als ich nicke. „Weißt du, wie sehr du ihn gerade durcheinander gebracht hast? Er hat dich total vermisst. Er denkt jeden Tag an dich und widmet dir eigentlich jedes seiner Rennen. Es tut ihm total leid, was damals passiert ist. Das kannst du mir wirklich glauben“, erzählt mir die dunkelhaarige Frau. Auch ich fange an zu erzählen: „Weißt du, es tat einfach damals so weh. Es war als würde ich nicht existieren.  Alle durften sich mit ihm zeigen nur ich nicht. Und dann hat er auch noch sein Versprechen gebrochen. Das war der berühmte Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte.“ „Komm doch bitte mit. Probiere es nochmal mit ihm. Ich wünsche es mir so sehr. Ich wünsche mir so sehr, dass ihr beide wieder glücklich seid. Wenn du es nicht für mich oder ihn tust, dann tue es bitte für dich. Du bist todunglücklich. Man sieht es dir immer noch nach diesen 10 Jahren an.“

Schon zieht sie mich an meinem Ärmel hoch und hinter sich her. Ich habe einfach nicht mehr die Kraft mich zu wehren. Also trotte ich ihr hinterher. Bevor ich mich versehe, stehe ich wieder vor ihm und bevor ich irgendetwas machen oder sagen kann, nimmt er mich ihn Arm und flüstert mir zu: „Es tut mir unendlich leid, Immi Laila Raikkönen! Es tut mir unendlich leid. Bitte verzeih mir.“ Ich spüre seine Körperwärme und antworte nun auf unserer Muttersprache: „Mach sowas nie wieder, Kimi Matias Raikkönen! Hörst du? Nie wieder!“ Ich spüre einen einzigen Tropfen auf meinem Kopf und weiß, dass diese einzige Träne von meinem großen Bruder mehr bedeutet, als alles andere…
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