Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The bittersweet tone of love

von Sue Rose
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Lichtenstein Österreich Schweiz Ungarn
15.06.2012
28.03.2013
39
32.539
2
Alle Kapitel
45 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
15.06.2012 954
 
33. Eine Entscheidung muss her

Erst gegen Mittag hatte sich Roderich wieder aus seinem Zimmer gewagt. Er hatte einige Stunden lang vergebens versucht, wieder Schlaf zu finden, doch hatten ihm seine Gedanken dies nicht gegönnt. Immer wieder hatte er daran gedacht, wie gut es sich angefühlt hatte, Vash zu küssen, dass er das nun niemals wieder tun könnte, wenn er wollte, dass sein Kindheitsfreund glücklich würde. Denn man küsste niemanden, der bereits vergeben war! Das war selbst Roderich, der sich in diesen Dingen gar nicht auskannte, klar. Deshalb würde er in Zukunft darauf verzichten! Auch, wenn ein Ziehen in seiner Brust ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, dass er auch die körperliche Nähe zu Vash vermissen würde. Auch, wenn er sie bisher nur ein einziges Mal gespürt hatte.
Aber er wollte, dass sein Freund glücklich würde! Und das konnte er nur mit Elizaveta!

Als er nun sein Zimmer verließ, machte er sich direkt auf, ins Speisezimmer. Dort saßen schon Lilly und Elizaveta. Sie schienen auf ihn zu warten. Von seiner Gewohnheit abweichend, setzte er sich nicht auf seinen Stammplatz, der neben der Brünette gewesen wäre, sondern nahm neben der Jüngeren Platz.
„Guten Mittag, wünsche ich“, begrüßte er die Damen freundlich und versuchte, zu lächeln. Doch die Tatsache, dass Vash schon wieder nicht zum Essen erschienen war, bereitete ihm Sorge. Wieso? Er hatte ihm doch gesagt, dass alles gut würde. Oder hatte er nicht klar genug ausgedrückt, dass er hinter ihm stand?
Ansonsten schweigend und mit wenig guter Laune nahm er sein Mahl zu sich und ignorierte dabei Elizaveta, die mehrfach versuchte, Blickkontakt zu ihm aufzunehmen.

Nachdem er fertig war, legte er etwas von dem Brot, welches es zu der Suppe gab auf ein Tablett, füllte etwas von der Suppe auf einen Teller und verließ die Frauen.
„Was hast du vor?“, rief Elizaveta ihm nach, doch er reagierte nicht. Vash musste etwas essen.
„Er bringt meinem Bruder etwas zu essen. Das ist sehr nett“, hörte er Lilly erklären.
Dann machte er sich auf die Suche nach dem Schweizer und fand ihn auch wenig später in seinem Arbeitszimmer. Zumindest konnte er nicht umhin, zu vermuten, dass er sich dort aufhielt, denn die Tür war verschlossen. Also klopfte er einige Male, doch bekam er keine Antwort.

„Vash, mach die Tür auf, ich bin es! Ich habe dir etwas mitgebracht!“, rief er durch die verschlossene Tür. Und tatsächlich hörte er Schritte. Ein Schlüssel wurde im Schloss gedreht und die Tür einen Spalt geöffnet.
„Was willst du?“, fragte der Blonde, grimmiger denn je.
„Du bist ganz blass. Ich habe dir etwas zum Essen mitgebracht, nicht, dass du mir noch umkippst...“, erklärte Roderich sein Anliegen.
„Was geht dich das an? Geh doch Elizaveta bemuttern!“, mit diesen Worten wollte der Hausherr ihm die Tür vor der Nase zu schlagen, doch stellte der Österreicher geistesgegenwärtig den Fuß in den Türspalt und schaffte es so sogar, sich in den Raum zu drängen. Vash hatte wirklich an Kraft verloren. Er musste einfach mehr essen!

„Ich WILL sie aber nicht bemuttern, Vash! Ich will keine Zeit mit ihr verbringen und vor allem möchte ich sie nicht noch einmal heiraten!“, erklärte er entschieden und stellte das Tablett auf den Schreibtisch.
„Willst du nicht?“
„Nein. Ich bin nicht in sie verliebt. Sie ist eine Freundin, nicht mehr. Ich habe niemals Liebe für sie empfunden. Deshalb hatte ich auch nie das Bedürfnis, mit ihr das Bett zu teilen. Ich hätte sie niemals heiraten dürfen, verstehst du? Sie ist nur eine Freundin“, redete er auf sein Gegenüber ein, während er sich fragte, warum er ihm das alles erzählte. War es so wichtig, ob er mit ihr geschlafen hatte? Es war ihm einfach herausgerutscht.

„Du liebst sie also wirklich nicht?“, fragte der Blonde zögernd.
„Nein. Das ist eine einseitige Sache. Aber sie wird sicher bald darüber hinweg sein. Und dann ist sie bereit, sich neu zu verlieben. Es ist also alles gar kein Problem...“
„Du wirst sie also nicht wieder heiraten?“
„Nein, ich hätte sie niemals heiraten sollen. Ich meine, sie ist eine tolle Frau, aber nicht für mich, verstehst du?“
„Liebst du denn jemand anderes?“, hauchte Vash. Er war näher gekommen, stand nun direkt vor ihm. Und auch, wenn er etwas kleiner war, schaffte er es unbewusst, Roderich ein wenig einzuschüchtern. Dessen Herz begann nämlich mit einem Mal, schneller zu schlagen. Und er konnte es sich nicht anders erklären.

„Ich...Ob ich jemanden liebe?“, wiederholte er die Frage. Darüber hatte er noch gar nicht so genau nachgedacht. Wenn er Lillys Definition glauben schenken konnte, dann war er verliebt, doch konnte das stimmen? Das war doch absolut schwach....
Weiter konnte er diesen Gedanken nicht denken, denn in diesem Moment packte Vash ihn am Kragen, zog ihn zu sich und küsste ihn. Intuitiv erwiderte er den Kuss. Und wieder gefiel es ihm. Ja, wenn Lilly Recht hatte, dann war er wirklich verliebt. Aber das durfte nicht sein! Schließlich liebte der Schweizer doch Elizaveta! Da konnte er sich doch nicht in ihn verlieben! Und überhaupt war Vash doch ein Mann. Zwei Männer konnten sich nicht lieben...Oder? Aber zwei Männer konnten doch auch Sex haben. Was empfand er also für Vash? Ihm brummte der Kopf. Er musste eine Entscheidung treffen! Und das tat er.

Er löste sich von ihm. „Ich werde dich um acht im Salon treffen, Vash. Ich muss etwas mit dir klären...“, murmelte er mit roten Wangen. Dann wandte er sich um. „Bitte sei da...“
Das hoffte er zutiefst, denn sollte Vash nicht erscheinen, wäre sein Plan zum scheitern verurteilt und sein Entschluss würde ins Wanken geraten. Er musste einfach kommen! Noch einmal würde er sich nicht überwinden können.
Er schrieb einen Zettel und schob ihn unter Elizavetas Tür hindurch. Sein Entschluss stand fest. Und alles hing von Vash ab!
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast