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The bittersweet tone of love

von Sue Rose
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Lichtenstein Österreich Schweiz Ungarn
15.06.2012
28.03.2013
39
32.539
2
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15.06.2012 805
 
18. Eine Aussage mit schmerzhaften Folgen

Na toll, war Vashs erster Gedanke, als er Roderichs Stimme vernahm.
„...du spielst Geige?“, hörte er den Aristokraten verdattert fragen. Der Blonde zog kurz scharf die Luft ein.
„Ja … hättest du wohl nicht von mir erwartet, was?“, fragte er trocken und drehte sich demonstrativ nicht zu ihm um. Stadtessen machte er sich daran, die Geige wieder in ihrem Kasten zu verstauen.
„Nein, hab ich auch nicht...“ gab der Österreicher leise zu.
Vash, der immer noch damit beschäftigt war die Geige wieder weg zu packen, schnaufte nur kurz und schüttelte wissend den Kopf.
Dann schwiegen sie sich eine Weile an.

„Vash, das hätte ich wirklich nicht von dir erwartet. Wirklich“, durchbrach der Österreicher anerkennend und verwundert das Schweigen. Es schien ihn ja wirklich zu beschäftigen, stellte der Blonde verwundert fest.
„Tja, noch etwas was du nie von mir erwartet hättest und ich trotzdem getan habe, was?“, erwiderte Vash kühl ohne noch mal über seine Worte nachzudenken. Verdammt! Was machte er denn jetzt schon wieder? Oder besser, was erzählte er da schon wieder? Am liebten hätte er dafür den Kopf gegen die Wand geschlagen, doch in der Realität, zuckte es lediglich leicht um seine Mundwinkel herum.
Er hörte quasi wie Roderich stockte, um dann nach einer kurzen pause noch mal nachzuhaken.
„Wie meinst du das?“ Fragte der Brünette ungewohnt ernst.

Ohne es groß zu bemerken lies Vash seine Schultern etwas hängen, schnappte sich den Geigenkasten und ging in Richtung Regal.
„Ach... nicht so wichtig...“, brachte er schließlich leise hinter zusammengepressten Lippen hervor.
Er würde sicherlich nicht über die vergangene Nacht reden. Soviel stand schon mal fest.
Er hatte gerade die Schublade geöffnet und die Geige samt Kasten hinein gelegt, als Roderichs Antwort kam.
„Wenn es dir um die letzte Nacht geht, die hat für mich nie statt gefunden... Ja, ich habe Trost gesucht, und ich hab ihn mir von dir genommen, doch mehr war das auch nicht. Mehr wir da auch niemals sein.“

Autsch. Das hatte gesessen. Vash stoppte in seiner Bewegung, er spürte wie sich etwas in ihm schmerzhaft zu verkrampfen schien. Er blinzelte ein paarMal, ehe er sich wieder gefangen hatte und betont ruhig die Schublade zuschob ehe er sich langsam erhob. Einen Augenblick stand er dort noch, ihm den Rücken halb zugewannt, den Blick auf den Boden gerichtet.
„Gut... dann haben wir uns ja nichts mehr zu sagen“, brachte er schließlich trocken heraus ehe er mit ruhigen, aber bestimmten Schritten an Roderich vorbei und durch die offene Tür trat.

Er hatte es nicht mehr ausgehalten, mit ihm in einem Raum zu sein, nachdem er ihm eine so klare Abfuhr gegeben hatte. Es machte ihn fertig, der kalte Tonfall von Roderich brannte sich tief in seine Seele. Verdammt! Vash hatte sich von vornherein nie große Hoffnungen gemacht, trotzdem war die Tatsache, es ins Gesicht gesagt zu bekommen so... so brutal. So zumindest fühlte es sich für Vash momentan an. Er war nun schon ein ganzes Stück vom Musikzimmer entfernt. Und sein Poker Face, an dem er so viele Jahre gearbeitet hatte begann wiedereinmal zu bröckeln. Doch es war ihm egal. Selbst als er eine einsame Träne seine Wange hinunter laufen spürte, war sie ihm egal und er wischte sie lediglich schnell mit seinem Handrücken weg. Warum taten seine Worte so weh? Warum mache es ihn so fertig? Vash kannte die Antwort, schon lange, doch... er wollte es nicht verstehen. Nicht jetzt, jetzt wünschte er sich er könnte so reagieren wie der normale Vash reagiert hätte. Mit einer kühlen, provozierenden Bemerkung nach der er noch mal demonstrativ seine Waffe gezückt hätte. Doch er konnte nicht, nicht bei ihm. Er merkte wie sein Puls sich beschleunigte und sein Atem unregelmäßig wurde, er biss sich auf die nun bebende Unterlippe, um die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken.

Zum Glück hatte er nun sein Zimmer erreicht, betrat es schnell und schloss hinter sich die Tür ab.
Dann lehnte er sich erschöpft gegen die Selbige und rutschte an ihr herab. Schließlich auf dem Boden sitzend überkamen ihn dann doch die Tränen. Verdammte Scheiße ist das, dachte er und schlang die Arme um seine Knie. Er wollte nicht weinen. Nicht hier, nicht jetzt, überhaupt nicht. Er hasste es, zu weinen. Es war ein Zeichen der Schwäche, es zeigte das man verwundbar war.
Eine Welle der Verzweiflung überkam ihn und damit auch ein neuerlicher Weinkrampf.
Er weinte wirklich, und das nur wegen dieses Österreichers. Fassungslos strich sich Vash kurz die Haare aus dem Gesicht. Niemand hatte ihn bisher weinen gesehen, nicht mal Roderich und Lilly und das sollte auch so bleiben.

Wieder liefen ihm Tränen die nassen Wangen hinunter. Sie durchnässten schon den Kragen seines Hemdes. Doch Vash war es gerade total egal, alles war ihm egal, er wollte nur allein sein.
Er blieb den ganzen Abend in seinem Zimmer und rührte sich nicht vom Fleck.
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