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The bittersweet tone of love

von Sue Rose
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Lichtenstein Österreich Schweiz Ungarn
15.06.2012
28.03.2013
39
32.539
2
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15.06.2012 1.001
 
1. Die schweizer Neutralität

„Vash...Ich bitte dich....“, flüsterte der Brünette. Er hatte in dem unbequemeren der Beiden Sessel, die im Salon des Hauses standen, Platz genommen.
„Warum sollte ich das tolerieren?“, war die wenig enthusiastische Antwort.
„Ich flehe dich an, bitte rette mein Leben“, der Österreicher hatte die Hände in den Schoß gelegt und knetete ungeduldig seine Finger. „Der alten Zeiten wegen, bitte“
„Was wärst du denn bereit, zu tun, damit ich dich hier dulde?“, fragte der Blonde und blickte ihn an. Dabei schob er sich ein Stück Schokolade in den Mund.
„Alles, nur bitte....Es geht um mein Leben“
„Ach, tut es das?....Nun, du darfst bleiben, aber du spielst nach meinen Regeln. Ein falsches Wort und die schweizer Neutralität wird dir für immer verwehrt...UND ich werde dich als Ziel für meine Schießübungen benutzen...“, stellte der Grünäugige klar.
„J-ja...Wenn es denn sein muss....“, sagte sein Gegenüber ergeben und erhob sich, um sich angemessen zu verbeugen. „Ich danke dir, Vash“

Set diesem Gespräch waren zwei Tage vergangen. Der Österreicher hatte keine Zeit verloren und war umgehend mit einem Großteil seines Hausstandes eingezogen, sehr zum Missfallen des Gastgebers.
„Was willst du mit dem ganzen Krempel?“, hatte dieser ihn angeblafft, als ein Klavier samt Hocker an ihm vorbei getragen worden war.
„Ein Aristokrat lebt selbst in Zeiten größter Entbehrung stets wie ein König“, war die Antwort gewesen, die einen wenig freundlichen Gesichtsausdruck zur Antwort gehabt hatte.

Sie waren so verschieden, das war ihnen beiden klar, doch in diesem Moment war Roderich von dem Mann abhängig, er verstand sich nicht gut mit ihm, doch er hatte keine Wahl. Die Welt war ihm auf den Fersen und nur der neutrale Boden der Schweiz konnte ihm Schutz bieten.
„Was hast du eigentlich angestellt?“, fragte der Blonde, als sie am Abend beim gemeinsamen Essen saßen. Es gab Käsefondue.
„Ach, ich habe in der Vergangenheit einige kleine Unachtsamkeiten begangen, was mir im Nachhinein übel genommen wird“, erklärte Roderich milde lächelnd. Die Wahrheit war, dass bei ihrer letzten Weltkonferenz die vergangenen Weltkriege zur Sprache gekommen waren. Zunächst hatte man Ludwig verantwortlich gemacht, doch dieser hatte, nach einem bissigen Kommentar Gilberts, die Verantwortung von sich gewiesen und auf historische Tatsachen hingewiesen. Daraufhin hatte sich ein gewisser Groll gegen ihn, Roderich entwickelt, dem er nun zu entgehen suchte.

„So nennt man das also...“, murmelte der Schweizer feixend. Er schien zu ahnen, was in Wahrheit geschehen war, auch wenn er bei der Konferenz nicht anwesend gewesen war.
„Ich bitte dich, Vash, glaubst du mir etwa nicht?“
„Halt die Klappe und geh mir nicht auf die Nerven, sonst schmeiß ich dich raus!“
Der Österreicher hatte keine Ahnung, was er nun wieder gesagt hatte, um ihn zu verärgern, doch kleinlaut nickte er und zog es vor, zu schweigen. Er hasste es, auf andere Leute angewiesen zu sein. Vor allem dann nicht, wenn diese Person ein eingebildeter,  schießwütiger Schweizer war. Doch er hatte keine Wahl! Er wollte nicht hier bleiben, sein Stolz verbot es ihm, sich so erniedrigen zu lassen, doch konnte er nichts tun. Er musste bleiben. Es ging um sein Leben!

„Bist du fertig?“, fragte Vash nach einer Weile, in der der Angesprochene seinen Teller nicht mehr angerührt hatte.
„Ja, verzeih, mir ist der Appetit vergangen....“
„Gib schon her!“, verlange der Schweizer und ließ sich den Teller reichen. Mit einem Blick voller Verachtung schließlich, begann er, die Reste zu essen. „So eine Verschwendung! Du lernst es wohl nie! Benimm dich wenigstens, wenn du in anderer Leute Haus bist und verschwände nichts!“, wurde der Brünette angeblafft.
In Wahrheit fand dieser es nicht minder schade um das schöne Essen, doch er wollte sich nichts anmerken lassen. Es gehörte sich schließlich für einen Aristokraten, auf großem Fuß zu leben. Doch selbstverständlich würde er dies seinem Gegenüber niemals mitteilen. Er hatte noch immer seinen Stolz.

„Bruder, wo bist du?“, rief eine vertraute Stimme, als Roderich gerade auf dem Weg in den Garten war. Es war der nächste Morgen, nach einer Nacht, in der ihm ständig der Gedanke durch den Kopf gespukt war, ob es nicht besser wäre, einfach zu verschwinden. Er drehte sich um und war nicht überrascht, ein blondes Mädchen auf ihn zugehen zu sehen.
„Oh, Lilli, wie schön, dich zu sehen. Wie geht es dir?“, erkundigte er sich und lächelte es sanft an. Es deutete einen Knicks an und begrüßte ihn ebenfalls.
„Mir geht es gut. Aber was machst du denn hier, Roderich?“
„Naja, einige unglückliche Umstände zwingen mich, deinem Bruder für einige Zeit Gesellschaft zu leisten“, lächelte er.

„Oh, wirklich? Wo ist denn mein Bruder?“
„Ich habe keine Ahnung...Such doch auf dem Schießplatz...“, schlug er vor. Er hatte schließlich schon damals erlebt, wie dieser Waffennarr Tage und Wochen mit seinen Lieblingen zugebracht hatte. Dies war einer der Gründe, warum er die Neutralität der Schweiz zu schätzen wusste, denn zum Feind wollte er Vash nun wirklich nicht haben. Dieser konnte einem richtig Angst machen, zog man sich seinen heiligen Zorn zu.
„Ja, das werde ich machen. Einen schönen Tag noch“, lächelte Lilli und drehte sich um. Sie lief raschen Schrittes zur Tür.

Roderich sah ihr kopfschüttelnd nach. Wie konnte sie diesen Idioten nur so gern haben? Er war gemein, brutal, geldgierig, unzivilisiert und ungehobelt. Wie konnte ihn überhaupt jemand mögen? Der Braunhaarige besann sich. Es gab Zeiten, da waren sie miteinander ausgekommen. Da hatte er ihn sogar beinah gemocht. Doch nun fiel es ihm schwer, ihn zu ertragen. Und es fiel ihm noch viel schwerer,m von ihm abhängig zu sein, sich seinem Willen fügen zu müssen.
Kopfschüttelnd warf der Österreicher seine Pläne, den herrlichen Nachmittag draußen zu verbringen, über den Haufen. Die Schüsse, die im Garten gut zu hören waren, verdarben sowieso die Stimmung. Er beschloss, ein wenig zu spielen. Nachdem er sich so über Vash aufgeregt hatte, musste er sich am Klavier abreagieren.







Diese Geschichte ist eine Cooperation!
Die bezaubernde Coautorin, die aus Sicht von Vash schreibt, ist meine bezaubernde Freundin "visu-Muffin"
Ich selbst schreine aus Roderichs Sicht
Wir beide hoffen, es gefällt euch!
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