Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The epic diary of Hetalia

GeschichteHumor / P12 / Gen
Amerika Deutschland England Italien Japan Russland
14.06.2012
01.10.2012
46
38.860
1
Alle Kapitel
143 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
14.06.2012 1.076
 
Ungarn

Ob mich hier noch irgendwer finden wird? Wohl kaum. Ich bin hier schon viel zu lange, als dass mich noch jemand findet. Wie lange genau? Ich weiß es nicht. Es könnten nur ein paar Tage sein oder Wochen oder ein halbes Jahr. Ohne Licht verschmilzt der ganze Tag zu einer einheitlichen grauen Masse. Allein durch einen kleinen Spalt drängt sich ab und zu ein kleiner Lichtschimmer in die Dunkelheit. Aber dies ist auch der einzige Hinweis darauf, wo ich mich befinde. Wahrscheinlich ein Keller oder Burgverlies, so lächerlich es sich auch anhört.
Zunächst dachte ich auch, dass ich hier vollkommen allein bin. Die Stille schien mich zu erdrücken, jedoch bemerkte ich nach einiger Zeit (ich weiß nicht, ob Stunde, Tage oder Wochen) regelmäßig dumpfe Schritte. Ich hatte angst, kauerte mich in eine Ecke und hoffte, dass die Schritte bald verklingen würden. Normalerweise würde ich mich niemals so verhalten, aber es hätte die Person sein können, die mich hierher gebracht hat.
Wer sie sein könnte? Ich weiß es nicht. Warum sie das getan hatte? Auch auf diese Frage fand ich, so oft ich mir auch deswegen das Hirn zermarterte, keine Antwort. Ich habe doch nichts getan. Ich bin doch unschuldig…oder?
Ich sollte doch nur einen Brief von Österreich an England überbringen. Nachdem er diesen hatte, lud er mich zum Tee und auch zum Alliiertentreffen ein. Ich war total aufgeregt, schließlich war ich noch nie bei so einem Ereignis dabei. Aber irgendwie hatte ich es mir anders vorgestellt, irgendwie produktiver, doch dies gilt es jetzt hier nicht zu debattieren. Frankreich schlug nach zwei Stunden vor, dass eine kurze Pause angebracht wäre und da alle einverstanden waren, wurde das Treffen unterbrochen. Ich beschloss, dass es Zeit wäre wieder zurück zu Österreich zu gehen, er machte sich sicher schon Sorgen. Die Alliierten verabschiedeten sich und ich machte mich auf den Rückweg.
Die Vögel sangen, als ich den Wald betrat. Das Rauschen der Bäume beruhigte mich schon immer und ich ließ mich treiben im sommerlichen Duft des Unterholzes. Ich sog den süßlichen Geruch der bunten Blumen durch die Nase ein. Wahrscheinlich war ich zu geblendet von der Schönheit der Natur, als dass ich meinen Verfolger hätte bemerken können. Als ich zu einer Wegbiegung kam, setzte ich mich kurz auf den Boden. Ich schloss die Augen und genoss das schöne Wetter.
Plötzlich drückte jemand ein Tuch vor mein Gesicht. Panisch riss ich die Augen auf, versuchte mich zu wehren, scheiterte kläglich. Wer auch immer mich festhielt war stark, viel zu stark für mich. Der schwere süßliche Geruch von Chlorophorm legte bleierne Schwere auf meinen Verstand. Wie Watte dämpfte das Betäubungsmittel die Geräusche, das Licht wurde weicher. Das Letzte, was ich sah, waren aschblonde Haare und dunkelblauer Stoff.
Gefühlte Stunden später wachte ich in diesem Raum auf, gefesselt und geknebelt. Zuerst versuchte ich zu schreien, aber das Tuch in meinem Mund hinderte mich daran. Immer wieder versuchte ich mich los zu machen, die Stricke um meine Hände und Füße zu lösen. Nach einiger Zeit schaffte ich die Fesseln zu lockern und mit etwas Geschick auch diese zu lösen. Meine Handgelenke waren aber schon wundgerieben und bluteten. Noch schmerzhafter wurde es jedoch, als sie sich wenige (ich vermute) Tage später entzündeten und seit dem empfindlich sind. Nachdem ich die Fesseln gelöst und den Knebel entfernt hatte, fing die, so denke ich, schlimmere Zeit an.
Wie ein Tiger in einem Käfig, lief ich durch den dunklen Raum. Anfangs vorsichtig, erkundend, später schneller, ungeduldig. Meine Hände tasteten über den groben Stein der Wand. Ich suchte nach Fenstern, Türen oder auch nur Ritzen in der Mauer. Nichts.
Doch dann, irgendwann fand ich etwas. Holz, ein Fenster! Klein, aber groß genug, damit ich hätte durchkriechen können. Ich begann zu klopfen, an dem Holz zu kratzen, kleine Stücke aus der Platte herauszulösen, doch schnell gab ich diesen Versuch auf. Die Verkleidung des Fensters war zu massiv, als dass ich sie durch diese Weise hätte aus dem Weg schaffen können. Ich überlegte, wie ich aus dem Raum gelangen könnte. Mir fiel das wahrscheinlich Vernünftigste ein, was man machen konnte: schreien. Ewigkeiten schrie ich, doch es brachte mir nichts, denn gehört hat mich niemand. Aber es muss doch jemand hier sein. Was sollte sonst die Schritte erzeugen? Wenn es jemand ist, der mich kennt oder weiß, dass ich hier bin, dann ignoriert er mich.
Mittlerweile habe ich das Schreien aufgegeben. Es ist sowieso hoffnungslos und hinderlich noch dazu, denn das Schreien macht meine Kehle trocken. Einzig und allein eine Plastikflasche mit Wasser wurde mir geschenkt, wahrscheinlich nur aus Hohn. Die letzten Tropfen habe ich vor einer Ewigkeit getrunken und dies macht sich bemerkbar.
Mein Verstand vernebelt, die Dunkelheit streckt lockend ihr Finger nach mir aus. Ich möchte mich wehren, aber bin zu schwach. Zittrig lege ich mich auf den kalten Stein und kühle meine fiebrig heiße Stirn. Ein leises Flüstern ertönt. Die Stimme meint, ich solle keine Angst haben, alles würde gut werden, wenn ich jetzt mit ihr mit gehe. Ich schüttele wie von Sinnen den Kopf, obwohl es so verlockend scheint, diesen grausamen Ort zu verlassen. Sie flüstert mir weiter süße Versprechungen zu und mein Widerstand zerbricht wie ein Spiegel in abertausende von Scherben. Die Finsternis umhüllt mich, ein riesiges dunkles Tuch, doch das hat irgendwie etwas Tröstendes.
Ob ich meine Freunde wiedersehen werde? Ich weiß es nicht. Ob mich jemand vermissen wird? Ich hoffe es.
Die dumpfen Schritte über meinem Kopf werden leiser und entfernen sich. Watte umhüllt meine Ohren. Mein gesamter Körper entspannt sich. Ich falle.

___________________________________________________
Lilas Kapitel (:
Lila: Heute mal etwas anderes :D
Der melancholische und depressive Teil meines kranken Hirnes hat bei diesem Chap die Überhand gewonnen, doch ich hoffe, dass euch das nicht stört[auch, dass ich nur 914 Wörter habe. Ernsthaft Lily, du treibst mich noch in den Wahnsinn].
Jetzt nochmal kurz der Aufruf: Wenn ihr irgendeinen Chara habt, zu dem wir noch nichts geschrieben haben, dann schreibt uns einfach ne Mail und wir werden euch was Schönes draus basteln ^^
[Jetzt hab ich aber ganz schön viel gelabert :D]

Lily: *muhahaha* mal eben reinquetsch^^ [hab dich auch lieb Lila :3]
Noch ein kleiner Hinweis: Morgen wird es wahrscheinlich kein Kapitel geben, da Lila und ich morgen einen vollen Terminkalender haben und ich nicht zum Schreiben kommen... dafür geht es aber am Mittwoch weiter :D


Liebe Grüße Lila und Lily :>

P.S.: Ach ja und Danke, Danke, Dankeschön für die 67 Reviews und 32 Favoeinträge. Ihr seid wundervolle Fans :3
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast