Can't stop thinking about you

GeschichteRomanze, Angst / P16
Maria deLuca Michael Guerin
12.06.2012
12.06.2012
3
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Disclaimer: Roswell und deren Charaktere gehören The WB, Jason Katims und Melinda Metz!

Spoiler: 285 South
Anmerkung: 285 South/Marathon Texas, völlig anders als man erwartet...

Erstveröffentlichung: 01. August 2007



Can't stop thinking about you


"Das ist ja wie die Pornoversion von Aladin", entfuhr es Maria, als sie das kleine Motelzimmer sah, dass sie mit Michael gerade betrat. Michael, der das gar nicht so sah, legte sich auf das weiche Bett.

"Es ist wenigstens warm", meinte Michael locker. "Ich denke gar nicht darüber nach, was ich mir hier alles einfangen kann", plapperte Maria vor sich hin und verzog ein wenig das Gesicht.

Michael richtete sich wieder auf und sah zu ihr. "Hör doch mal auf, immer die Prinzessin zu spielen", maulte Michael und sah sie dabei mehr als nur genervt an.

"Prinzessin? Also, ich finde, ich bin bisher keine Spielverderberin gewesen, aber mir ist kalt und ich habe Hunger und ich bin in einem abgelegenen Motel mit einem Jungen, den ich so gut wie gar nicht kenne!"

"Ich will eigentlich nur nach Hause", entgegnete Maria und wurde dabei immer leiser. Verständnislos sah Michael sie an und stand schließlich vom Bett auf.

Langsam ging er auf sie zu, denn sie stand noch immer bei der Tür und suchte die richtigen Worte. "Du wartest hier, ich habe draußen ein paar Automaten gesehen, ich hole uns etwas zu essen!"

Maria nickte nur stumm und sah ihm kurz hinter her. "Schließ die Tür bitte ab!", sagte Michael und verschwand. Maria verschloss die Tür und setzte sich seufzend auf das Bett.

*******

Maria hatte sich in dem kleinen Bad etwas frisch gemacht, da sie sich absolut nicht wohlfühlte in ihrer Haut, als es auf einmal an der Tür schepperte.

Total erstarrt sah sie auf die Tür und hielt die Luft an, wer das jetzt sein könnte? Doch als die Tür auf ging, sah sie nur Michael mit jeder Menge Süßigkeiten im Arm.

"Was ist?", fragte er unfreundlich und musterte sie. "Nichts", entgegnete Maria und folgte ihm zum Tisch, wo er sämtliche Schokoriegel und Kekse hatte fallen lassen.

"Ihr bekommt also auch Hunger, wie wir Menschen?", fragte Maria und blickte über seine Schulter. "Ja, natürlich bekomme ich Hunger!", antwortete Michael kauend.

Er hatte sich inzwischen einen Schokoriegel mit reichlich Tabasco in den Mund geschoben und kaute genüsslich darauf herum. Maria sah zuerst ihn an und danach zu dem großen Bett hinüber.

"Welche anderen menschlichen Bedürfnisse habt ihr noch?", fragte Maria vorsichtig. Ohne die Miene zu verziehen blickte Michael zum Bett, stellte sich dicht vor Maria und blickte auf sie hinab.

"Nicht, wenn du die letzte Frau auf Erden wärst!", flüsterte Michael und sah in ihre grünen Augen, die nur so funkelten. "Dito!", entgegnete Maria genauso flüsternd.

"Ach und nur, dass du es weißt, ich will für diese Hausaufgabe keine sechs bekommen, beantworte mir jetzt lieber mal ein paar Fragen, mein Freund!", plapperte Maria weiter.

Michael setzte sich gelangweilt in einen der Couchsesseln und sah zu Maria, die in ihrer Tasche kramte und die Zettel aus der Schule herausnahm, samt einem Stift.

"Also, deine Lieblingseissorte?", fragte Maria. "Pistazie", entgegnete Michael noch mehr gelangweilt. "Pistazie, Lieblingsfernsehsendung?", fuhr Maria fort und sah ihn.

"Die Vermögensberatung", antwortete Michael. Maria hob den Kopf und sah ihn mit ihrem "Muss-das-sein-Blick" an. Ohne, dass sie es bemerkte zuckte er mit den Schultern.

"Okay, Lieblingsbuch?", fragte Maria weiter. "James Joyce, Heulysses", antwortete Michael wahrheitsgerecht. "Das hast du doch nicht gelesen!", entgegnete Maria sauer.

"Was ihn am meisten aufbrachte, waren die Spaßvögel, die so taten als würden sie alles verstehen, aber in Wirklichkeit nichts davon kapierten! Seite sechshundertfünfundfünfzig", zitierte Michael.

Maria sah ihn sprachlos an, sie hatte zwar nichts verstanden, aber sie wusste, dass dieser Satz aus dem Buch stammte, ob die Seite stimmt konnte sie aber nicht beurteilen.

"Also, wenn du so schlau bist, warum versagst du dann so in der Schule?", fragte Maria. "Welche Nummer ist das?", entgegnete Michael. "Das ist meine Persönliche Frage, okay!", konterte Maria.

"Ich beantworte persönliche Fragen nicht, okay?!", meinte Michael patzig und sah sie herausfordernd an. "Na schön, das ist vielleicht die Antwort auf Fragen Nummer sechzehn, wovor hast du Angst?", fragte Maria.

"Ich hasse das, es ist blöd!", entgegnete Michael sauer. "Na schön, wie wäre es dann mit nur dieser persönlichen Frage, dafür, dass ich dich vorhin nicht verraten habe!", schlug Maria vor.

Michael antwortete nicht, also fuhr sie fort. "Warum ist es so wichtig für dich, herauszufinden, wo du herkommst?" Er sah sie etwas verwundert an, mit der Frage hatte er nicht gerechnet.

"Weil es für mich noch etwas Besseres geben muss, als Roswell, New Mexico", antwortete er ehrlich. Maria lächelte leicht und sah ihn dabei an. "Das findest du komisch, hm?", fragte Michael.

"Nein! Es ist nur... als ich klein war, lag ich nachts oft wach und erfand Geschichten über meinen Vater. Du weißt schon, wer er war und was er beruflich machte und diese Geschichten hatten alle denselben Schluss!"

"Er kam mit einer großen Limousine, um mich und meine Mom abzuholen und uns in ein exotisches Paradies mitzunehmen, wo wir wie die Könige lebten, jeder Traum hat so geendet."

"Weil, weißt du, ich dachte mir nämlich, dass es doch noch was Besseres für mich geben musste als Roswell, New Mexico", beendet Maria ihre winzig kleine Rede.

"Nimm anstatt der Limousine ein Raumschiff und du weißt, was ich meine", entgegnete Michael müde und rieb sich leicht lächelnd die Augen. Auch Maria lächelte bei dem Gedanken.

*******

"Ich bin jetzt ganz schön müde geworden", sagte Maria leise und legte ihre Tasche auf den Boden. "War ein auch langer Tag", meinte Michael genauso leise.

"Ja", kam es kurz und knapp von Maria. "Ich nehme an, wir können das nicht teilen?", fragte Michael und zeigte auf das große, flauschige Bett. Maria stand auf und stellte sich dicht vor ihn.

"Auch nicht, wenn du der letzte Außerirdische auf Erden wärst", sagte Maria leise und blickte ihn aus ihren grünen Augen an. Michael erwiderte den Blick und nickte.

"Hast du einen Schlafsack im Auto?", fragte Michael.

"Sehe ich so aus als wäre ich Hobbycamperin?", entgegnete Maria. Darauf erwiderte Michael lieber nichts, breitete seine Jacke neben dem Bett aus und legte sich hin.

Maria schlüpfte unter die Decke und seufzte leise. Müde schloss sie die Augen und war schon am Einschlafen, als Michael die kleine Nachttischlampe abdrehte.

"Lass sie an", sagte Maria, die die Augen wieder geöffnet hatte. "Ich kann nicht bei Licht schlafen", entgegnete Michael. "Ich kann nur mit Licht schlafen und nun lass sie an", giftete Maria zurück.

Michael setzte sich auf und sah in ihre grünen Augen. "Du wirst es heute Nacht aushalten, also schlaf jetzt und zwar ohne Licht!", erwiderte Michael.

"Du Arsch!", rief Maria erbost und stieg aus dem Bett.

Sie lief ins Bad und sperrte sich ein. Michael blickte ihr verwundert hinterher und schüttelte den Kopf. Was war nur mit diesem Mädchen los? Er wurde aus ihr nicht schlau!

Er rappelte sich auf und klopfte gegen die Badezimmertür. "Mach auf", sagte er leise. "Hau ab und lass mich in Ruhe!", rief Maria von drinnen, die auf dem Badewannenrand saß.

"Du weißt aber schon, dass ich mit Leichtigkeit ins Bad kann?", meinte Michael von draußen. "Sehe ich aus als wäre ich eine Idiotin?", entgegnete Maria wütend.

"Komm raus, Maria, du kannst das Licht anlassen!", versuchte es Michael nun mit der Masche, da er nicht wollte, dass sie in der Badewanne übernachtete, die wirklich sehr ungemütlich aussah.

Nach wenigen Sekunden hörte er leise Schritte und dann drehte sich auch schon der Schlüssel im Schloss. Maria öffnete die Tür und schlüpfe an ihm vorbei.

Michael hielt sie am Arm fest und sah in ihre grünen Augen. "Du brauchst vor mir keine Angst haben, ich werde dir nichts tun", sagte Michael leise und er meinte es total ehrlich.

Wortlos wollte sich Maria aus seinem Griff befreien, doch er ließ sie nicht los. "Lass los, Michael!", sagte Maria und blickte in seine braunen Augen, die sie musterten.

Er ließ ihren Arm los und sie legte sich wieder auf das Bett. Michael setzte sich neben das Bett und sah sie an. "Gute Nacht, Maria!", sagte er leise.

"Gute Nacht", entgegnete Maria genauso leise und schloss müde die Augen. Michael sah sie an und konnte seine Augen nicht von ihr lassen, sie sah so friedlich aus.

Michael zog die Decke höher, damit ihr nicht kalt wurde, streifte dabei ihren Arm und bekam auf einmal eine Vision, eine ziemlich starke sogar und er blieb wie erstarrt sitzen.

*******

Michael sah sich selbst mit Maria in der Küche des Crashdown Cafés heftig streiten wegen irgendetwas belanglosem, aber es brachte beide so sehr in Rage, dass sie nicht aufhören konnten.

Jedoch wurde es Michael zu viel und ohne groß darüber nach zu denken, packte er sie, drückte sie an sich und küsste sie ganz einfach, so dass sie ihre Klappe halten musste.

Doch dieser Kuss war nicht irgendein Kuss, es war ihr erster Kuss und als sie sich voneinander lösten, war für beide klar, dass sich für immer alles geändert hatte.


*******

Plötzlich fand Michael sich im Schleifraum wieder und noch einmal sah er sich selbst, wie er Maria leidenschaftlich küsste und sie fest an sich drückte, als wäre er am Ertrinken.

Maria plapperte zwischen den Küssen fröhlich und erwiderte seine Küsse genauso leidenschaftlich. Sie fragte ihn nach der alten Seifenfabrik, wo eine Party steigen würde.

Doch er gab ihr keine richtige Antwort, sondern küsste sie noch einmal, damit sie wieder den Mund hielt. Maria ergab sich seinen Küssen und dachte nicht mehr daran.


*******

Nach dieser Szene fand er sich an einer abgelegenen Stelle der Seifenfabrik wieder. "Ich gehe mal raus, frische Luft schnappen", hörte er Maria sagen und er konnte auf einmal fühlen, was sie fühlte.

Die Worte, die er zu ihr gesagt hatte, waren ihr sehr nahe gegangen und taten ihr weh. Maria war wütend und traurig zu gleich, denn sie verstand ihre Gefühle nicht.

Michael hatte sie total verwirrt, spielte mit ihr und sie wusste nicht mehr wo oben und wo unten war. Wenn sie ihn sah, dann raste ihr Herz förmlich, aber, wenn er so etwas sagte, dann zerriss es sie innerlich fast.


*******

"Michael, Michael, Michael! Was ist los?", fragte Maria panisch, als sie den Alien einfach nur starr neben sich sitzen sah. Sie hatte bemerkt, dass er ihren Arm berührte und war aus dem Halbschlaf aufgewacht.

Nun saß Michael schon einige Minuten einfach so da und starrte auf ihren Arm. "Michael, was ist denn?", fragte Maria noch einmal und immer mehr Panik stieg in ihr hoch.

Was war denn nur passiert, vor wenigen Minuten hatten sie sich noch gestritten und nun saß er total erstarrt da und blickte auf ihren Arm, der nichts Außergewöhnliches war.

Vorsichtig tippte sie mit dem Finger gegen seine Schulter, doch nichts passierte, er blieb starr sitzen. "Komm schon, Guerin, mach keinen Scheiß", sagte Maria verzweifelt.

Maria wusste nicht, ob Michael sie verarschte oder ob er wirklich etwas Ernsthaftes hatte. Wenn er sie gerade verarschte, dann würde er sie so richtig kennen lernen, sie ließ sich nichts gefallen.

"Hör auf damit, bitte, Michael!", flehte Maria, die den Tränen nahe war. Die Panik in ihr stieg immer Höher und ihr Herz raste wie verrückt, sie wusste nicht, was sie tun sollte.

Noch einmal stieß Maria mit dem Finger gegen Michaels Schulter und wieder geschah äußerlich nichts. Michael dagegen hatte noch einmal eine Vision von Maria und sich selbst.

*******

Michael sah sich noch einmal selbst, wie er vor Marias Fenster stand und hinein wollte, doch sie wollte ihn nicht hineinlassen. Jedoch siegte Herz über Verstand.

Völlig durchnässt hatte sie ihn in ihr Zimmer gelassen und rubbelte seine Haare trocken. Maria quasselte ununterbrochen und erst als sie Michaels Tränen sah, schwieg sie.

Sie führte ihn zum Bett, wo sie sich beide hinlegten. Michael weinte leise, während Maria über seinen Arm strich und ihm sagte, dass er nichts sagen musste, wenn er nicht wollte.


*******

Wieder spürte Michael die Gefühle, die sie beide hatten. In dieser Nacht würde er sich so sicher wie noch nie zuvor fühlen. Diese eine Nacht veränderte seine ganze Beziehung zu Maria.

Michael spürte tiefes Vertrauen zu Maria, die ihn nie im Stich lassen würde und das sie mehr als nur ein wenig Herzflattern für ihn verspürte, es waren tiefe und starke Gefühle.

Er selbst spürte dasselbe bei sich, er vertraute ihr mehr, als allen anderen Personen, die er kannte. Sie stand über Max und Isabel und das machte ihm Angst.


*******

Nur Sekunden später sah er verschiedene Szenen, die sie beide zeigten, wie sie sich stritten und wieder versöhnten. Es war die reinste Achterbahnfahrt und er spürte immer mehr, wie verzweifelt Maria war.

Sie kam damit nicht so recht klar und weinte sich Nächtelang in den Schlaf, was keiner wusste, nicht einmal Liz. Maria fühlte sich einsam und im Stich gelassen.

Augenblicke später fand sich Michael im UFO-Center wieder und beobachtete sich selbst, wie er gerade wieder einmal mit Maria Schluss machte, nachdem er Agent Pierce getötet hatte.

"Es ist nicht sicher!", sagte Michael durch zusammengebissene Zähne und ging zum Ausgang des UFO-Museums. "Es war nie sicher, welchen Unterschied macht das jetzt?", fragte Maria.

Michael drehte sich zu ihr und blickte in ihre Augen. "Nein, ich bin nicht sicher! Klar, ich meine, ich kann diese Dinge tun, die ich nicht kontrollieren kann!"

"Sieh an, was ich mit Pierce gemacht habe, ich werde diese Möglichkeit nicht bei dir nutzen. Ich möchte dich nicht dabei haben, bei dem was passieren wird!"

"Warte, tu mir das nicht an, Michael, bitte, du brauchst mich jetzt, mehr als je zuvor, klar?", entgegnete Maria aufgebracht, sie konnte es nicht fassen, er wollte Schluss machen.

"Nein, ich brauche niemanden!", fuhr Michael sie an. "Tja, vielleicht brauche ich jemanden, hast du schon einmal daran gedacht?", fragte Maria schnippisch.

"Ich meine, sieh dir Max und Liz an, sie können es nicht aushalten getrennt zu sein, aber du, du kannst mich einfach bei Seite schieben, einfach so, warum Michael, warum?", fragte Maria den Tränen nahe.

"Vielleicht, weil ich dich zu sehr liebe, auf Wiedersehen", antwortete Michael knapp und verließ so schnell es nur ging das Gebäude. Maria blieb am Absatz der Treppen stehen und sah Michael traurig hinterher.


*******

"Verdammt, Michael komm zu dir!", rief Maria immer panischer. Er kam einfach nicht zu sich und inzwischen wusste sie, dass er nicht simulierte, denn ihm stand ein leichter Schweißfilm auf der Stirn.

Maria fuhr sich durch die blonden Haare und wusste nicht mehr, was sie tun sollte. Sie konnte niemanden anrufen oder jemanden von dieser Motelvermietung holen, denn sonst würden die einen Krankenwagen holen.

Plötzlich fiel ihr ein, was sie noch tun konnte, damit er wieder zu sich kam. Sie lief ins Badezimmer füllte einen Becher mit kaltem Wasser und ging zurück zu Michael.

"Tut mir leid, Guerin!", sagte Maria und schüttete ihm das Wasser ins Gesicht. Nur Sekunden später kam Michael in die Realität zurück und sah sich verwirrt um.

Michael wischte sich das Wasser aus dem Gesicht und suchte nach Maria, die noch immer neben ihm stand. "Was ist passiert?", fragte Michael verwundert und sah Maria an.

"Das wüsste ich auch gerne, du warst für mehr als zwanzig Minuten völlig weggetreten und erst als ich dir Wasser ins Gesicht geschüttet habe, kamst du wieder zu dir!", antwortete Maria.

Michael war inzwischen aufgestanden und sah Maria noch immer an, was er gerade gesehen hatte, das war eindeutig die Zukunft gewesen. Er hatte zwar nicht oft Visionen, aber sie stimmten immer.

"Was ist mit dir passiert?", fragte Maria und man merkte, dass sie wirklich besorgt um ihn war. "Ich weiß es nicht, ich kann mich an nichts erinnern", log Michael.

"Wenn du willst, kannst du das Bett haben", sagte Maria, die sich inzwischen auf einen Couchsessel gesetzt hatte. "Nein, schon gut nimm du es, das ist in Ordnung", antwortete Michael.

"Bist du dir wirklich ganz sicher?", fragte Maria noch einmal nach. Michael nickte und setzte sich wieder auf den Boden neben dem Bett. Maria legte sich zurück ins Bett und schloss müde die Augen.

"Gute Nacht, Michael", sagte sie leise und schlief ein.

"Gute Nacht, Maria", entgegnete er genauso leise und stand vom Boden auf. Michael setzte sich in den Couchsessel von vorhin und blickte zu Maria, die friedlich schlief.

*******

Michael wusste nicht, wie lange er Maria angesehen hatte, aber auf einmal schlug sie die Augen auf und blickte zu ihm. "Michael, wieso schläfst du nicht?", fragte Maria leise.

Er schüttelte den Kopf und fuhr sich mit der flachen Hand über das Gesicht, er war Todmüde. "Ich... können wir das wirklich nicht teilen?", fragte Michael verwirrt.

"Du bleibst auf deiner Seite, sonst machst du Bekanntschaft mit meiner Faust", entgegnete Maria und zeigte auf die rechte Bettseite. Michael nickte und ging zum Bett.

Er legte sich auf seine Seite und sah zu Maria, die ihn beobachtete, was er tat. "Keine Angst, ich komm dir schon nicht zu nahe", sagte er leise und schloss die Augen.

Maria war zufrieden und dämmerte ebenfalls wieder weg, als sie Michael leises Schnarchen hörte. Aber da es ziemlich leise war störte es Maria nicht weiter und sie fiel in einen Tiefschlaf.

*******

Später in dieser Nacht wachte Michael noch einmal auf und sah zu Marias Betthälfte, doch die war leer. Besorgt sprang er auf und sah sich in dem kleinen Zimmer um, als er einen Lichtstrahl vom Badezimmer sah.

Nur Augenblicke später öffnete sich die Tür und Maria kam etwas verschlafen heraus. "Michael, was ist denn?", fragte Maria, die sich die Augen rieb und dabei herzhaft gähnte.

"Du warst nicht da", sagte Michael.

"Ja, da ich auf der Toilette war, leg dich wieder hin", entgegnete Maria und streifte ihn leicht beim Vorbeigehen am Arm. Michael wollte etwas darauf antworten, als ihn wieder ein Vision durchzuckte.

*******

In nur ein paar Bildern rauschte Michaels vorletztes High-School-Jahr an ihm vorbei und er konnte genau fühlen, was in Maria und in ihm selbst dabei vorging.

Ihre Beziehung war die reinste Achterbahnfahrt, noch mehr als das vorige Jahr und das Maria ihm immer und immer wieder verzieh, hatte er ihrer Loyalität zu verdanken.

Michael fühlte, wie sehr sie ihn oft hasste und am liebsten so richtig abserviert hätte, aber sie konnte es nicht, er war ihr ein alles und sie liebte ihn so sehr.


*******

Plötzlich stoppten die Bilder und Michael fand sich auf einer Beerdigung wieder. Er hörte Maria singen und er sah, dass sie an dem Verlust ihres besten Freundes fast zerbrach.

Das Einzige was, Maria aufrecht hielt, war er selbst, der nicht von ihrer Seite wich, seit Alex diesen schrecklichen Unfall hatte. Ihr Leben war an einem Punkt angelangt, wo sie nicht mehr weiter wusste.

Als dann auch noch Liz anfing die Aliens zu beschuldigen Alex getötet zu haben, war Maria noch mehr am Boden, als sie so und so schon war, für sie brach die Welt noch einmal zusammen.


*******

Einen Augenblick später änderte sich alles und er fand sich in seinem Appartement wieder. Überall standen Kerzen und es roch nach Italienischem Essen.

Er selbst und auch Maria saßen auf der Couch und er sprach mit ihr über seine Gefühle. Michael sagte ihr, dass er immer in ihren Augen sehen konnte, was sie fühlte.

Aber, dass sie nicht immer wusste, was in ihm vorging und dass ihr das sehr wehtat und dass er es nun ändern wollte. Maria legte ihre Hände in die seinen und bekam eine Vision von ihm.

Als es vorbei war, wollte er ihr etwas sagen, doch sie ließ es nicht zu, sie wollte nichts hören, sie wollte ihm nur nahe sein. So kam es, dass sie miteinander schliefen.


*******

"Ich glaube, wir haben gerade einen großen Schritt für die Mensch-Alien-Beziehung getan", sagte Maria lächelnd und verhakte ihre Finger mit denen von Michael.

"Ich liebe dich, Michael", lächelte Maria und wartete seine Antwort ab, die erst nach wenigen Sekunden kam. "Ich liebe dich auch, aber ich muss gehen. Max, Isabel, Tess und ich gehen heim!"

"Ja, ich weiß, eventuell vielleicht, stimmt's?", fragte Maria, die sich zu ihm gedreht hatte. "Wir gehen in ein paar Stunden, wir müssen, ich habe keine Wahl!", entgegnete Michael.

"Ich will dich nicht verlassen, aber wir beide wussten, dass hier würde eines Tages passieren", fuhr Michael leise fort. "Wie viel Zeit haben wir?", fragte Maria.

"Etwas mehr als eine Stunde", antwortete Michael. Maria hatte Tränen in den Augen und kuschelte sich fest an ihn. Sie wollte so lange wie es ging in seinen Armen liegen.

Michael drückte sie fest an sich und hielt sie fest. Er wollte das genauso wenig wie sie, aber er hatte nun mal keine andere Wahl und das wussten sie beide seit zwei Jahren.


*******

"Du hast die Tür geöffnet und kamst raus, wieso?", fragte Maria und klammerte sich an Michael. Es dämmerte ihr warum er es getan hatte. "Du bist wegen mir geblieben!"

Michael sah sie nur an und drückte sie an sich. Ja, er war wegen ihr auf der Erde geblieben, er hatte für Maria Antar aufgegeben. Denn sie war sein Zuhause.


*******

Michael wurde aus der Vision herausgerissen und stolperte einige Schritte zurück, bis er mit dem Rücken an die Badezimmertür knallte und dort stehen blieb.

"Was hast du denn?", fragte Maria, die das Verhalten von ihm immer merkwürdiger fand. "Nichts", log Michael sie an und sah dabei überall hin, nur nicht in ihre Augen.

"Guerin, du lügst, was ist los?", fragte Maria noch einmal nach und sah ihn abwartend an. "Ich habe dir doch gesagt nichts und nun sollten wir wieder schlafen gehen", antwortete Michael.

Maria schüttelte den Kopf und ging zum Bett. Irgendetwas war mit ihm passiert und sie hatte sich Sorgen um ihn gemacht, denn noch nie in den letzten Wochen hatte sie ihn so gesehen.

Michael legte sich neben Maria auf das Bett und schloss müde die Augen. Er wollte endlich zur Ruhe kommen, doch diese letzte Vision ließ ihn nicht los, er war darin wegen ihr auf der Erde geblieben.

Er wusste, dass dies die Zukunft war und gerade eben vorhin hatte er gesagt, dass er unbedingt nach Hause will und jetzt musste er feststellen, dass sie sein Zuhause war oder sein würde.

Michael war total verwirrt und wollte nur noch schlafen und diese Visionen vergessen, er wollte nicht sehen, was mit ihnen beiden passierte, wollte nicht solche Gefühle haben.

Total müde drehte Michael sich auf die rechte Seite des Bettes wobei sein Arm an den von Maria streifte. Sie schlug die Augen auf und sah ihm im halbdunkeln an.

"Guerin, was ist?", fragte Maria sauer, die Hundemüde war und eigentlich nur schlafen wollte, aber wegen ihm nicht konnte. "Nichts, schlaf endlich, DeLuca", entgegnete Michael.

Ihre grünen Augen funkelten gefährlich auf und sie schob seinen Arme von sich weg. Nur Sekunden später durchfuhr Michael an diesem Abend die letzte starke Vision.

*******

"Du wolltest mit mir reden, was möglicherweise bedeuten soll, dass du mir in den Hintern treten willst, also habe ich Freunde mitgebracht", sagte Michael und streckte ihr den Blumenstrauß entgegen.

"Danke, gut gedacht", antwortete Maria leicht lächelnd und nahm den Strauß an sich. "Ha, ist er jetzt weg?", fragte Michael. "Ja", entgegnete Maria leise.

"Gut", sagte Michael erleichtert.

"Fühlst du dich nun besser?", fragte Maria, die zu ihm blickte. "Viel besser, über was wolltest du mit mir reden?", fragte Michael, der sich um einiges leichter fühlte.

"Ich möchte Schluss machen, ich möchte raus, da ich dich zu sehr liebe, ich liebe dich mehr, als du dir vielleicht vorstellen kannst", sagte Maria leise.

"Ich bin verloren!", entgegnete Michael.

"Nein, ich bin verloren, ich war am Ende und du warst die ganze Zeit hier, um mir da hindurch zu helfen", sagte Maria und blickte in seine braunen Augen.

"Durch was?", fragte Michael verständnislos. "Diese ganze Sache, diese Alien, Menschen, gruselige Sachen, schlimme Sachen!", antwortete Maria leicht aufgebracht.

"Es gab auch gute Sachen", hielt Michael dagegen. Es gab für ihn sehr gute Sachen in den letzten Jahren. "Ja, aber ich war nie wirklich ehrlich dabei", versuchte Maria ihm zu erklären.

"Hör zu, wenn du versuchst mir zu sagen, dass du bisexuell bist oder so was, ich, ich sehe das ganz locker, ich bin... warum willst du das nicht mehr?", fragte Michael verzweifelt.

"Weil ich denke, Michael, ich war nie richtig dabei, ich meine, dass Mädchen, dass du die letzten Jahre gesehen hast, Maria, das bin nicht ich", antwortete sie ihm.

"Natürlich bist du das", hielt Michael dagegen, er verstand nicht warum sie so etwas sagte. "Nein, das bin nicht ich, wie ich sein möchte", entgegnete Maria.

"Dinge verändern sich", sagte Michael leise und registrierte das nun alles, was sie ihm sagte. "Ja, Dinge verändern sich", bestätigte Maria ihm genauso leise.

"Wie das hier, wirst du zu mir zurückkommen?", fragte Michael.

Maria schüttelte mit traurigen Augen den Kopf. "Ich weiß es nicht!", sagte sie leise und gab ihm die Blumen zurück, bevor sie den Park verließ. Michael sah ihr mit gebrochenem Herzen hinterher.


*******

Maria ging auf Michael zu, der auf seiner Maschine saß und zu ihr sah. "Ich dachte du willst gehen?", fragte Maria. "Ich will auch, aber...", setze Michael an, hörte aber mitten im Satz auf.

"Auf Wiedersehen sagen?", fragte Maria.

"Ich wollte sagen von Anfang an, dass mit dir und mir, uns, diese lange blöde Geschichte...", fing Michael an und wusste nicht so recht, was er sagen sollte.

"Danke!", antwortete Maria sarkastisch. Sie wusste doch, dass er irgendetwas Dummes sagen würde, so wie er es immer tat. Aus ihm war einfach nichts Gescheites heraus zu holen.

"Aber, dass alles hat mir sehr viel bedeutet, von dem Tag an, als ich dein Auto gestohlen und dich entführt habe... da wusste ich du bist die Einzige für mich, ich will nichts davon vermissen", sprach Michael weiter.

"Michael", flüsterte Maria und ihr standen Tränen in den Augen.

"Wo immer ich auch sein werde, was auch immer ich tun werde, ich werde dich immer lieben, Maria!", sagte Michael, setzte sich seinen Helm auf und startete die Maschine.

Maria konnte gar nicht schnell genug reagieren, fuhr er die Straße hinunter. "Warte, nein... warte. Du kannst doch nicht so etwas sagen und dann...", Maria brach ab und ließ die Hände sinken.

Wieso sagte er immer so etwas und haute dann ab? Das war ja nicht zu fassen, das war so typisch Michael! Maria war gleichzeitig gerührt von seinen Worten und auch wütend.


*******

"Ich frage dich jetzt zum letzten Mal, was ist los mit dir?", grummelte Maria immer wütender und sah zu Michael. Dieser hatte sich gerade von seiner letzten Vision erholt und sah sie an.

"Nichts, schlaf jetzt", antwortete er und drehte sich weg von ihr, er wollte auch nur noch schlafen, denn er wusste instinktiv, dass dies die letzte Vision gewesen war.

Seufzend drehte sich auch Maria in die andere Richtung und schloss müde die Augen. Sie wurde einfach nicht aus ihm schlau, was hatte er für ein Geheimnis, dass er nicht preisgeben wollte?

Es konnte doch nicht so schwierig sein, zu sagen, was einem gerade durch den Kopf ging. Sie sagte doch auch ständig, was sie dachte und hatte auch kein Problem damit.

Vielleicht lag es auch daran, dass er ein Alien war und dass er eben kein Mensch war sondern Hybrid, genau daran musste es liegen. Maria beschloss in Zukunft immer daran zu denken, wenn Michael einen Scheiß machte.

Michael hatte sich leise wieder in die andere Richtung gedreht und sah auf ihren schmalen Rücken. Sie war so zierlich und so zerbrechlich, man wollte sie einfach nur beschützen.

Das würde er übernehmen, er würde sie vor allem beschützten, was ihr zu gefährlich wurde. Michael dachte über diese Vision nach, er dachte über Maria nach und er fasste einen Entschluss.
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