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KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12
Maria deLuca Michael Guerin
12.06.2012
12.06.2012
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Disclaimer: Roswell und deren Charaktere gehören The WB, Jason Katims und Melinda Metz!

Spoiler: nach dem letzten Buch, aus der blauen Roswell Reihe

Anmerkung: Die Idee kam mir, als ich die blaue Buchreihe gelesen hatte. "Akino" - so nennt Melinda Metz eine höhere Bewusstseinsebene, wie in dieser Story beschrieben. Alle Aliens, die erwachsen werden, müssen dies durchleben. In diesen Phasen werden ihre Sinne aufs Äußerste angestrengt, bis sie sich eben in der letzten Phase mit dem höheren Bewusstsein verbinden. In der blauen Buchreihe tut dies Max und ist deswegen nicht mehr er selbst. Isabel wiedersetzt sich dem und durchlebt ihr Akino so und überlebt auch. Für Michaels Akino war in der blauen Buchreihe wohl kein Platz mehr. Deswegen dachte ich mir damals, ich schreib mein eigenes und ein weiterer Grund war, dass Michael und Maria viel zu kurz kamen.

Erstveröffentlichung: 11. Oktober 2006



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Liz, Max, Isabel und Alex verabschiedeten sich von Michael und Maria, die ein wenig Zweisamkeit brauchten. Michael sperrte das Museum zu und ging in sein Apartment, wo Maria in der Küche den Eiskasten inspizierte.

Er lehnte sich an sie und sah in seinen Eiskasten. Maria drehte ihren Kopf zu ihm und gab ihm einen Kuss auf die Wange. "Hast du Pizza?", fragte sie lächelnd.

Michael öffnete das Gefrierfach und holte Marias Lieblingspizza heraus. Er packte diese aus, legte sie auf einen Teller und ließ ein wenig seine Kräfte spielen.

Sie setzte sich auf seinen Schoß und nahm sich ein Stück vegetarische Pizza. "Tut mir Leid, dass du so leiden musstest", sagte Michael. Maria sah ihn verwundert an.

"Ich meine, dass ich dir in letzter Zeit so sehr die kalte Schulter gezeigt habe und dass ich so lange gebraucht habe um zu erkennen, dass ich dich brauche", sagte Michael leise.

"Du brauchst halt länger, bist du deine Gefühle zeigen kannst und ich verstehe dich, ich liebe dich und ich werde immer zu dir halten!", sagte Maria sanft.

"Ich liebe dich, Maria", flüsterte Michael und küsste sie.

In aller Ruhe aßen sie die Pizza und genossen die Zweisamkeit, die so entspannend war. Maria hatte ihren Kopf an Michaels Schulter gelegt und die Augen geschlossen.

Als Michael etwas sagen wollte, bemerkte er, dass sie vor lauter Anstrengung an diesem Tag eingeschlafen war. Vorsichtig, um seine Freundin nicht zu wecken, stand Michael auf.

*******

Ungefähr zehn Minuten später parkte Michael in der Auffahrt der DeLucas. Der Jetta stand nicht da, also war Amy nicht zu Hause. Michael nahm Maria hoch und trug sie ins Haus.

Sanft legte er Maria ins Bett, zog ihr die Schuhe aus, deckte sie zu und gab ihr einen Kuss auf die Lippen. Es klopfte an der Tür, Michael drehte sich um und erblickte Kevin.

"Hey, wo ist eure Mom?", fragte Michael leise.

"Sie ist aus, kannst du mir vielleicht etwas zum Essen machen?", fragte Marias kleiner Bruder. "Was willst du haben?", stellte Michael eine Gegenfrage und ging mit ihm in die Küche.

*******

Kurz darauf saßen die Beiden in der Küche, aßen Sandwichs und tranken dazu Milch. Kevin erzählte Michael freudig von seinem neusten Gameboy Spiel, welches er bekommen hatte.

Da sich Michael mit solchen Sachen auskannte, war er zu Kevins bestem Freund geworden. Sie waren so in das Thema vertieft, dass sie Amy zuerst gar nicht hörten, als sie in die Küche kam.

"Hallo", sagte Amy freundlich.

"Hi, Mom", antwortete Kevin. Michael nickte ihr freundlich zu. "Wo ist Maria?", fragte Amy. "Sie schläft schon", entgegnete Michael. Amy nickte ebenfalls und setzte sich kurz an den Tisch.

"Ich werde auch gleich schlafen gehen. Kevin, du auch bitte, es ist schon spät", sagte Amy liebevoll und strich über seinen Kopf. "Okay, ich mach mit Michael nur noch sauber", antwortete ihr Sohn.

"Okay, gute Nacht", lächelte Amy und ging in ihr Schlafzimmer. Michael und Kevin räumten das Geschirr in den Geschirrspüler und Michael ging zur Hintertür.

"Gute Nacht, Kleiner", sagte Michael.

"Nacht, Mike", gähnte Kevin und ging in sein Zimmer, wo er sich nur noch schnell umzog und in sein Bett fiel. Sofort war er eingeschlafen und träumte von seinem Gameboyspiel.

Michael sah auf die Uhr, es war erst kurz nach Mitternacht und er wollte nicht nach Hause fahren. Also schloss er die Küchentür der DeLucas noch einmal auf und ging zu Maria ins Zimmer.

Leise setzte er sich neben ihr Bett und drehte den Fernseher auf. Seine Zeit zum Schlafen war erst in einer Stunde, bis dahin wollte er sich die Wiederholung des Basketballspiels ansehen.

*******

Amy sah auf ihre Uhr, es war schon zwei Uhr nachmittags, doch Maria schlief noch immer und in eineinhalb Stunden fing ihre Schicht an. Sie betrat leise das Zimmer ihrer Tochter.

Michael saß neben dem Bett und sein Kopf ruhte darauf, Maria schlief quer darüber. Amy strich ihr über die blonden Locken. "Maria, Schatz, aufwachen", sagte Amy leise.

Maria drehte sich um und sah zu ihrer Mom. "Es ist schon fast nach zwei Uhr nachmittags!", sagte Amy leise. Maria nickte und blickte zu ihr, die wieder ging.

"Danke", gähnte Maria verschlafen. Maria kuschelte sich wieder in die Decke und kroch zu Michael. Sanft strich sie ihm durch die braunen Haare und gab ihm einen Kuss auf die Stirn.

Michael drehte seinen Kopf und lächelte. "Hey", sagte Michael. "Selber hey", lächelte Maria, beugte sich nach vorne und gab ihm einen sanften Kuss.

"Ich muss mich fertig machen, meine Schicht fängt bald an", sagte Maria, als sie sich von ihm löste. Rasch stand sie auf und ging zu ihrem Schrank, um ein paar Klamotten heraus zu holen.

"Ich mache Frühstück", antwortete Michael und ging in die Küche. Dort lag ein Zettel von Amy, dass sie erst spät abends zurückkommen würde und dass sich Maria und Kevin nicht streiten sollten.

Michael lächelte, als er es las und blickte ins Wohnzimmer, wo Kevin Play Station spielte und Musik hörte. Der Kleine hatte wohl nichts anderes im Sinn als solche Spiele zu spielen.

Maria kam kurz darauf frisch umgezogen in die Küche. "Du kommst genau richtig, Pfannkuchen sind fertig", sagte Michael grinsend. Maria sah ihn etwas skeptisch an und verzog den Mund.

Michael fing an zu lachen, als er ihr Gesicht sah. Hinter seinem Rücken zauberte er eine Schüssel Müsli hervor und hielt es ihr unter die Nase. Maria grinste und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

Kevin gesellte sich zu den beiden und aß mit.

"Was machst du heute?", fragte Michael. "Nichts, nur rumhängen", antwortete Kevin gelangweilt. "Das machst du heute nicht, du kannst mir helfen", meinte Michael.

Maria blickte verwunderte auf. Was hatte Michael vor?

"Vertrau mir", sagte Michael, der ihren Blick sah. "Okay, aber bringe ihn heil wieder nach Hause", antwortete Maria und stellte die Schüssel ins Abwaschbecken.

*******

Michael hatte Maria vor dem Crashdown Café raus gelassen und fuhr mit Kevin auf die andere Straßenseite wo, das UFO–Museum war. Dort waren noch einige Aufräumarbeiten zu erledigen.

"Hey!", rief Maria, als sie ins Hinterzimmer kam. "Hey, wie war's gestern, ich will alles wissen!", sagte Liz sogleich und grinste ihre beste Freundin breit an.

"Wir haben Pizza gegessen, ich bin eingeschlafen und Michael hat mich nach Hause gebracht", erzählte Maria. "Das nenne ich romantisch", grinste Liz schelmisch.

"Hör auf, er ist halt nicht Max. Er versucht es echt, aber er weiß nicht immer, was er machen soll. Michael braucht etwas Zeit, um sich an alles zu gewöhnen", erklärte Maria.

Liz nickte, denn sie verstand Maria und Michael. Die Beiden gingen nach vorne, wo absolut nichts los war. Nur vereinzelt saßen ein paar Leute, die versorgt waren, an den Tischen.

Maria holte Zucker und Servietten, um diese wieder aufzufüllen. Als sie wieder nach vorne kam traten gerade Max, Isabel und Alex ins Café und setzten sich an die Theke.

"Hey, was wollt ihr bestellen?", fragte Liz freundlich. "Drei Cherry Cola und drei Men in black Menü", sagte Max während er die Speisekarte studierte.

"Wieso liest du die Karte, wenn du sowieso immer das Gleiche nimmst?", fragte Maria, als sie die Zuckerstreuer nachfüllte. Isabel und Alex kicherten, Max sah sie verwundert an.

"Na ja, ich war so lange weggetreten, dass ich mal sehen wollte ob es etwas Neues gibt", antwortete Max. Maria schmunzelte und verwuschelte seine Haare.

Liz, Isabel und Alex lachten. "Wo hast du Michael gelassen?", fragte Isabel. "Der ist mit Kevin im UFO–Museum, er braucht ihn für etwas", sagte Maria.

"Was glaubt ihr, haben wir in nächster Zeit ein wenig Ruhe?", fragte Alex. "Keine Ahnung, aber ich hoffe es doch", meinte Max. Kaum hatte er ausgesprochen, wurde die Tür aufgerissen und Kevin stürzte herein.

Maria war sofort in Alarmbereitschaft, als sie ihren kleinen Bruder mit großen, verzweifelten Augen sah. "Was ist los?", fragte Liz sofort. "Michael... er... ist zusammen... ge... gebrochen!", stotterte Kevin.

Maria ließ alles liegen und stehen und stürmte aus dem Café zum Museum. Dabei hätte sie fast ein Auto überfahren und der Fahrer hupte laut, doch es war Maria völlig egal, sie musste zu Michael.

*******

"MICHAEL!", rief Maria, als sie die Treppen zum Appartement mehr hinauf stolperte als lief. Michael lag in seinem Wohnzimmer auf dem Boden und rührte sich nicht.

Maria kniete sich neben ihn und strich ihm über die Wange. "Michael, kannst du mich hören, Michael?", fragte Maria sanft. Er hustete und kam langsam wieder zu sich.

Schließlich öffnete er die Augen und sah eine besorgte Maria neben sich sitzen. Ihre hellblaue Aura, die sonst so strahlte, hatte dunkle Flecken bekommen, die Angst und Besorgnis zeigten.

"Michael, alles in Ordnung?", fragte Maria und strich ihm sanft über die Wange. "Ich denke schon, ich glaube mein Akino fängt an", antwortete Michael leise.

Sofort wurde Marias Aura noch dunkler. "Mach dir keine Sorgen, Schatz, ich werde wie Max und Isabel gesund", flüsterte Michael und zog Maria in seine Arme.

Liz, Isabel, Max, Alex und Kevin standen in der Tür. "Lasst uns wieder gehen, sie kommen alleine klar", flüsterte Liz und zog die Anderen wieder aus der Wohnung.

*******

Noch immer sehr besorgt saß Maria mit Michael auf dem Boden und hielt ihn fest im Arm. Maria strich durch seine braunen Haare und drückte ihm einen Kuss auf den Kopf.

"Erschreck mich nicht noch einmal so", flüsterte Maria und zog ihn noch etwas fester in ihre Arme. "Ich werde es versuchen, aber nur wenn du mich los lässt, ich bekomme keine Luft mehr", antwortete Michael.

Maria schüttelte den Kopf. "Nein, ich lasse dich nie wieder los", entgegnete sie wispernd. Michael lachte leise und drückte ihr einen Kuss auf die Schulter.

"Okay, besser du schnürst mir die Luft ab, als das Akino", meinte Michael grinsend. Maria nickte nur und atmete tief durch. Sie wollte ihn wirklich nie wieder los lassen.

Noch lange saßen sie fest umarmt auf dem Wohnzimmerboden und genossen die Stille um sich herum. Erst als es Abend wurde löste sich Maria ein Stück von ihm und gab ihm einen Kuss.

*******

Maria stand mit Liz an ihrem Spint und suchte ihr Biologiebuch. "Hast du es zu Hause vergessen?", fragte Liz. "Nein, es muss hier sein", meinte Maria und warf alles zurück in den Spint.

Sie knallte genervt die Tür zu, hängte das Schloss daran und ging drei Schränke weiter. Maria drehte am Schloss, öffnete den Spint und kramte darin rum.

"Na bitte, wer sagt es denn, hier haben wir es ja schon", stolz präsentierte Maria ihr Biologiebuch. Nun war sie nicht mehr so genervt, dafür aber nach wie vor von Bio gelangweilt.

"Jupp und das in Michaels Spint", stellte Liz belustigend fest. Maria zog die Augenbraue hoch und drohte ihr mit dem Finger. Liz lachte nun erst richtig los.

Isabel, Max und Alex kamen auf die Beiden zu. "Morgen Leute, wo ist Michael?", begrüßte Isabel sie. Beide zuckten mit den Schultern, kaum zwei Sekunden später, trabte Michael um die Ecke.

"Morgen", nuschelte Michael müde und beförderte ein paar Bücher in seinen Spint, der noch offen stand. Es klingelte zur Stunde und die Schüler liefen in ihre Klassen.

Auch Liz, Max, Isabel und Alex taten das, nachdem sie Michael ebenfalls begrüßt hatten. Maria, die noch eine Freistunde hatte und nur wegen Liz schon so früh hier war, blieb bei Michael stehen und sah ihn an.

Er hätte eigentlich Sport, doch er fühlte sich nicht sonderlich gut. Er schloss seinen Spint und hielt sich an Marias Schulter fest. Sie sah zu ihm auf und erschrak.

Er war ziemlich blass im Gesicht und er war irgendwie kalt. Maria blickte sich um, ob noch jemand in der Nähe war, als sie niemanden sah, packte sie Michael an den Hüften und zog ihn in den Schleifraum.

Dort angekommen ließ sich Michael an der Wand neben der Tür hinabgleiten und schnaufte. Maria setzte sich neben ihn und strich sanft über seinen Arm.

"Soll ich dich nach Hause fahren?", fragte Maria mehr als nur besorgt, sie hatte richtig Angst um ihn. "Nein, halte mich nur fest", flüsterte Michael schwach.

Sie rutschte näher an ihn und umarmte ihn liebevoll.

"Ich liebe dich", flüsterte Maria und drückte ihm einen sanften Kuss auf die Wange. "Dito", kam es ganz leise von ihm zurück und er schlang seine Arme um sie.

Eigentlich hätte er ins Bett gehört, doch er war wie immer stur und wollte nicht, da blieb er lieber im stickigen Schleifraum sitzen. Maria strich ihm etwas abwesend durch die Haare und lehnte ihre Stirn gegen seine.

"Ist dir auch so kalt?", fragte Michael nach einer ganzen Weile, die sie auf dem Boden gesessen hatten. Sie löste sich leicht von ihm und sah in seine braunen Augen.

Maria strich sanft ein paar Haarsträhnen aus seiner Stirn und gab ihm einen Kuss darauf. "Das ist das Akino, deswegen ist dir kalt", antwortete Maria und sah ihn etwas gequält an.

"Bring mich bitte nach Hause", bat er sie. Maria war erleichtert darüber, dass er es eingesehen hatte und richtete sich auf, schulterte ihren Rucksack und half Michael auf die Beine.

Langsam verließen sie den Schleifraum und gingen den Schulflur entlang. Maria seufzte leise, als sie den Direktor sah, der sie verwundert aber auch streng ansah.

"Miss DeLuca, Mr. Guerin was machen Sie hier draußen?", fragte der Direktor streng, der vor ihnen stehen blieb. "Es geht ihm nicht gut, deswegen wollte ich ihn zum Arzt bringen", antwortete Maria.

"Ist in Ordnung, Sie können heute der Schule fernbleiben, Maria, aber morgen sind sie wieder da", sagte der Direktor. Maria bedankte sich freundlich bei ihm und ging mit Michael zum Auto.

*******

Währenddessen saßen Liz und Max in Biologie und versuchten einen Frosch zu sezieren. Doch Liz konnte sich nicht konzentrieren, sie dachte die ganze Zeit an Maria und Michael.

Würden die Beiden das schaffen, denn sie kannte Maria und auch Michael hatte sie im letzten Jahr gut kennen gelernt. Sie konnten beide unheimlich kompliziert sein und dann noch Michaels Akino, ob sie das durchstanden?

"Mache dir keine Sorgen", sagte Max leise.

"Woher weißt du?", fragte sie ihn verwundert. "Deine Aura hat ziemlich viele Sorgeflecken. Die Beiden werden das durchstehen", sagte Max und legte eine Hand auf ihre.

"Danke", flüsterte Liz und lächelte ein wenig. Er hatte bestimmt Recht, sie würden das schaffen, sie musste positiv denken und an das Gute glauben, so wie sie es auch sonst tat.

*******

Auch Isabel machte sich Sorgen, Michael hatte heute früh absolut nicht gut ausgesehen, seine Augen wirkten sehr müde und er war ziemlich blass im Gesicht gewesen.

Als er um die Ecke gekommen war, hätte er übers ganze Gesicht strahlen müssen, schließlich war er jetzt mit Maria zusammen, aber er war nur zu seinem Spint gegangen.

"Keine Angst, Michael schafft das, genauso wie Maria", sagte Alex leise. Er kannte Isabel schon so gut, dass er ihr genau ansah, wenn sie sich Sorgen machte.

"Ich weiß, aber als ich ihn heute sah wurde mir ziemlich mulmig. Ich weiß wie Michael ist und ich weiß auch wie Maria ist. Ob die beiden das wirklich durchhalten?", antwortete Isabel.

"Wir machen uns alle Sorgen, aber du hast es überlebt und auch Max ist wieder der Alte. Die Beiden sind stark, sie schaffen das ganz sicher", tröstete Alex sie.

*******

Maria zog Michael mehr mit sich, als das sie ihn stützte, aber das war auch kein Wunder, immerhin wog Michael mehr und war auch um einiges größer als sie selbst.

Schließlich und endlich hatte sie ihn aber doch ins Schlafzimmer geschafft und legte ihn aufs Bett. Vorsichtig zog sie ihm die Schuhe aus und deckte ihn zu.

"Schön liegen bleiben, ich komme gleich wieder!", sagte Maria liebevoll und verließ für einen kurzen Moment das Zimmer. In der kleinen Küche setzte sie sich kurz auf einen Sessel und verschnaufte.

Nach einigen Minuten hatte sie wieder Kraft in Händen und Beinen und holte eine Wasserflasche aus dem Eiskasten, damit ging sie wieder zu Michaels ins Schlafzimmer.

Vorsichtig setzte sie sich auf das Bett und strich über seine rote Wange. Müde schlug er die Augen auf und blickte sie an. "Hey", flüsterte Maria und lächelte.

"Wo bin ich?", fragte Michael verwirrt. "In deinem Schlafzimmer, hier trink etwas und ruhe dich aus", antwortete Maria und half ihm dabei die Flasche zu halten.

"Bleibst du bei mir?", fragte er schläfrig und schloss die Augen.

"Natürlich, Spaceboy", entgegnete Maria liebevoll und strich noch einmal über seine Wange. Doch Michael hatte es nicht mehr gehört, er war schon eingeschlafen.

Maria zog ebenfalls ihre Schuhe aus und legte sich neben Michael auf die andere Bettseite. Sie würde so lange bei ihm bleiben, bis er sein Akino überstanden hatte.

*******

In der Mittagspause saßen Liz, Isabel, Max und Alex unter der großen Eiche und überlegten, was sie in den Sommerferien alles machen wollten. "Wir sollten Campen fahren", schlug Alex vor.

"Weißt du, das wäre ein gutes Thema für eine deiner Listen, die Top-Ten der übelsten Urlaubsziele von Alex Withmann", grinste Isabel. "Danke, Eisprinzessin, hast du sonst noch ein paar Vorschläge?", stichelte Alex.

Isabel klimperte mit den Augen und fing an zu lachen.

Da konnte sich auch Alex nicht mehr halten und lachte mit ihr. Sie war einfach zu komisch, die Eisprinzessin, die eigentlich gar nicht so war, wie sie vorgab.

Ein Handy piepste und Liz kramte in ihrem Rucksack. Es war eine SMS von Maria. "Es geht Michael etwas besser, wir sollen uns keine Sorgen machen", berichtete Liz.

"Ich habe eine ganz tolle Idee, es ist doch bald Abschlussball", fing Isabel an. Ihre Freunde sahen erwartungsvoll an. Was hatte Isabel nun schon wieder vor?

"Wir sollten den beiden eine Überraschung bereiten. Max und ich gehen in die Träume unserer Mitschüler und manipulieren sie so, dass sie Maria und Michael zum Königspaar wählen", sagte Isabel.

"Das ist zwar mehr als nur unfair, fies, betrügerisch und was weiß ich noch alles, aber ich bin voll dabei!", sagte Liz. Auch Alex und Max waren damit einverstanden.

Außerdem hatten es Michael und Alex schon einmal getan, so das Liz und Max zum Königspaar gewählt wurde. Ein zweites Mal würde nicht also auch nicht schaden.

*******

Michael ging es besser, aber er wusste, dass es ihm von einer Sekunde auf die andere wieder schlecht gehen konnte. Jetzt saß er mit Maria auf der Couch im Wohnzimmer und strich durch ihre Haare.

Sie war vor ein paar Minuten endlich eingeschlafen. Den Schlaf brauchte sie auch ganz dringend, das letzte Jahr war sogar für eine Maria DeLuca zu chaotisch gewesen.

Dazu kam noch die Tatsache, dass er viel zu spät gemerkt oder besser sich eingestanden hatte, dass er sich in Maria verliebt hatte. Fast wäre er nach Hause gegangen und hätte damit Marias und sein Herz gebrochen.

In letzter Sekunde hatte er doch noch auf sein Herz gehört. Michael zog Maria noch näher an sich, ließ sich mit ihr im Arm auf die Couch nieder und zog die Decke über sie beide.

Er drehte den Fernseher ab, gab Maria einen Kuss auf die Stirn und schloss die Augen. Nicht nur Maria brauchte Schlaf, auch er, obwohl er normalerweise nur zwei Stunden davon pro Tag brauchte.

Das Akino wirkte sich wohl auch auf seine Schlafgewohnheiten aus, er war ständig müde. Aber es machte ihn wenig aus, wenn Maria bei ihm war, war ihm alles egal, Hauptsache sie war da.

*******

Nachmittags kamen Max und Isabel vorbei. Michael und Maria lagen noch immer auf der Couch und schliefen friedlich. "Seit wann schläft Michael Nachmittags?", fragte Isabel verwundert.

Max zuckte mit den Schultern. "Ich habe keine Ahnung oder warte, vielleicht liegt es an dem Akino", sagte Max nachdenklich. Er machte sich ein wenig Sorgen um Michael.

"Da könntest du recht haben, wir wissen ja, dass unsere Akinos völlig unterschiedlich sind, es gehört wahrscheinlich zu seinem dazu", stimmte Isabel zu.

"Lass uns wieder gehen, wir können hier im Moment nichts machen", sagte Max leise und ging die Treppen wieder hinunter. Isabel sah noch einmal kurz zu den beiden und folgte Max schließlich.

Stimmt, jetzt konnten sie nichts machen, erst, wenn Michaels Akino weiter vorangeschritten war, so wie bei ihnen, da konnten sie ihm helfen, indem sie ihn mit ihren Kräften unterstützten.

*******

Maria wachte wenig später auf und blinzelte gegen die Abendsonne, die ins Zimmer schien. Langsam richtete sie sich auf und blickte zu Michael, der unter ihr lag und schlief.

Sie strich ihm sanft über die Wange, die wie bei Max und Isabel leicht grau wurde. Maria stand auf und ging in die Küche, denn ihr Magen knurrte wie verrückt.

Sie öffnete den Eiskasten und schluckte, außer Fast Food nur Fast Food, das Michael nicht schon längst an Übergewicht litt grenzte wohl an ein Wunder oder an seinen außerirdischen Genen.

Maria stöberte noch ein paar Minuten herum, bevor sie endlich eine Banane fand, die sie essen konnte. Sie hockte sich auf den Küchensessel, aß ihre Banane und griff zum Telefon, um ihre Mom anzurufen.

Nach ein paar Mal Klingeln ging ihr kleiner Bruder ran. "DeLuca", sagte er fröhlich. "Hier ist auch DeLuca, gib mir bitte Mom", sagte Maria freundlich.

"Mom, Maria ist dran!", rief Kevin nach ihrer gemeinsamen Mutter. Kurz darauf hatte Maria, ihre Mom am Telefon. "Maria, wo bist du?", fragte ihre Mom besorgt.

"Mach dir bitte keine Sorgen, ich bin bei Michael, mir geht es gut. Michael ist krank und ich durfte vom Direktor aus mit ihm nach Hause fahren", erzählte Maria.

"Steckst du dich auch nicht an?", fragte Amy.

"Nein, Mom, so schlimm ist es nicht. Ich gehe morgen wieder zur Schule, aber ich schlafe heute bei ihm. Keine Panik wir schlafen nicht miteinander", beruhigte Maria sie.

"Okay", antwortete Amy vage.

"Mom, versprochen, wir stellen nichts an!", sagte Maria nachdrücklich. Ihr kam so einiges in den Sinn, was mit Michael zu tun hatte, aber im Moment nicht Sex.

"Ich vertraue dir", entgegnete Amy schließlich und seufzte leise. "Ich habe dich lieb, Mom, bis morgen", verabschiedete sich Maria und hängte auf. Amy seufzte noch einmal und legte ebenfalls auf.

Maria ging zurück ins Wohnzimmer, wo Michael gerade langsam wach wurde und sich umsah. "Hi, Spaceboy", lächelte Maria und setzte sich neben ihn auf die Couch.

"Hey, Blondchen", neckte Michael sie spitzbübisch und zog sie an sich. "Wie fühlst du dich?", fragte Maria besorgt. "Schon besser, ich habe schließlich die beste Krankenschwester im Universum", grinste Michael.

Maria war etwas beruhigter, dass es ihm schon besser ging und gab ihm einen Kuss auf die Lippen. "Ich liebe dich", sagte sie sanft und kuschelte sich an seine Brust.

"Ich liebe dich", entgegnete Michael leise und schlang dabei seine Arme um ihre zierlichen Hüften. "Lust auf einen Horrorfilm?" Maria sah zu ihm auf und schüttelte nur den Kopf.

"Nein, heute nicht, ich will nur hier mit dir liegen", antwortete Maria. Michael nickte und gab ihr einen Kuss, damit war er natürlich auch einverstanden.

*******

Ein paar Wochen später wurden Michaels Symptome immer stärker, ihm wurde abwechselnd eiskalt, brennendheiß, hörte absolut nichts oder es war so laut, dass er dachte sein Trommelfell Platz jede Sekunde.

Oft hatte er auch das Gefühl, wenn ihn jemand nur leicht an der Schulter berührte, sterben zu müssen, solche Schmerzen hatte er. Es war einfach unerträglich und er ging kaum noch außer Haus.

Doch das war alles noch gar nichts gegen den Schmerz, den er in seinem Inneren fühlte. Denn nicht nur er litt unter diesem Akino, auch Maria tat es und es tat ihm sehr weh, dass sie es miterleben musste.

Da Michael nicht wusste, ob sich dieses Akino auch auf normale Menschen auswirken konnte, hielt er Sicherheitsabstand zu ihr. Was sie beide noch mehr schmerzte.

Sie vermissten sich sehr und am liebsten würde Michael sie jedes Mal in den Arm nehmen, wenn er sie sah und sie nie wieder los lassen, doch es ging nun mal nicht.

Michael wusste, dass es ihr vielleicht noch mehr weh tat als ihm, aber er konnte es nun mal nicht ändern, er wollte kein Risiko eingehen. Erst, wenn dieses Akino vorbei war, konnten sie sich wieder nähern.

Heute war wieder so ein Tag gewesen, in der Schule saßen sie in Physik nebeneinander. Michael hätte sie gerne in den Arm genommen, doch er durfte es einfach nicht.

Als er Marias Augen gesehen hatte, hatte es ihm einen Stich ins Herz gegeben. Ihm war zum ersten Mal in seinem Leben wirklich zum Weinen zu Mute, denn er sah sie nicht gerne leiden.

Während der Lehrer langweiliges Zeug redete, schrieb er Maria einen kleinen Zettel. Heimlich schob er ihn rüber und darauf war zu lesen: 'Ich liebe dich, Maria, halte durch - Spaceboy!'

Daraufhin hatte sie ihn angelächelt, es war das ehrlichste Lächeln, das er seit langem gesehen hatte. Michael hatte zurück gelächelt, denn er hatte gesehen, dass einige Sorgenflecken aus ihrer Aura verschwunden waren.

*******

Maria saß auf ihrem Bett und versuchte die Physikaufgaben in ihrem Buch zu lösen, doch es war schier unmöglich. Sie klopfte mit dem Stift auf ihrem Buch herum, als jemand an die Zimmertür klopfte.

Sie sah auf und war verwundert, vor ihr stand Kevin. "Du klopfst, ist das eine neue fiese Masche?", fragte Maria. "Nein, ich wollte dich nur fragen, wann Michael wieder mal kommt", sagte Kevin.

"Das kann noch eine Weile dauern, tut mir leid", antwortete Maria, die bei den Gedanken an Michael wieder Tränen in den Augen hatte. "Okay, dann komm ich demnächst wieder", meinte Kevin und verließ ihr Zimmer.

Maria sah ihm kurz nach und versuchte wieder ihre Gedanken auf Physik zur richten, doch es ging nicht. Sie war so vertieft, dass sie fast vom Bett gefallen wäre, als es noch einmal an der Tür klopfte.

Dieses Mal war es ihre Mom. "Schatz, ganz ruhig ich bin es nur", lächelte Amy und setzte sich zu ihrer Tochter, die in die Luft starrte. "Was ist los?", fragte Amy besorgt.

"Es ist Michael, er hat ein Problem, aber keiner kann ihm helfen, es sind keine Drogen oder Alkohol. Es geht ihm halt nicht gut, er braucht Zeit für sich und lässt keinen an sich heran."

"Nicht mal mich, obwohl er weiß, dass es uns beiden sehr wehtut. Ich weiß auch, dass er das nicht will, aber nicht anders kann", erzählte Maria leise.

"Das tut mir leid, aber ich glaube Michael wird bald darüber weg sein, Männer sind so", sagte Amy. "Ach ja, ich gehe heute noch weg, macht euch etwas zu Essen und bitte streitet nicht!"

"Okay, Mom, ich habe dich lieb", sagte Maria leise und lächelte. Amy wischte Maria die Tränen aus dem Gesicht, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und verließ das Haus.

*******

Mitten in der Nacht wachte Michael von einem Albtraum auf und sah sich im Zimmer um. Er war alleine, doch das wollte er auf gar keinen Fall, heute Nacht wollte er nicht alleine sein.

Sein Akino hatte das Endstadion schon fast erreicht, doch er wollte es nicht alleine durchstehen, er konnte nicht. Mühevoll richtete er sich auf und zog sich seine Schuhe an.

Danach schleppte er sich unter größter Körperanstrengung zu Marias Haus, um bei ihr zu sein. Beim DeLuca-Haus angekommen, hievte er sich mit letzter Kraft durch das Fenster in ihr Zimmer.

Michael plumpste auf den Boden und kroch auf allen Vieren zu ihrem Bett, das nur etwa zwei Meter entfernt war. Mit seiner allerletzten Kraft zog er sich aufs Bett.

Maria wurde durch das zusätzliche Gewicht von Michael wach und knipste die kleine Lampe in ihrem Zimmer an. "Michael", sagte sie verschlafen und strich ihm durch die braunen Haare.

"Maria", flüsterte Michael unter größter Anstrengung und blickte sie aus seinen braunen Augen an. Sanft strich sie ihm über die Wange und lächelte ihn an.

"Ich bin hier, ich werde nirgendwo hingehen. Ich bleibe bei dir, Spaceboy!", antwortete Maria und half ihm dabei sich richtig ins Bett zu legen, damit er es halbwegs bequem hatte.

Sie wusste instinktiv, dass das Endstadion schon fast erreicht war und er sich mehr als nur überanstrengt hatte. Maria zog ihm die Schuhe aus, deckte ihn zu und wachte die ganze restliche Nacht neben ihm.

In den frühen Morgenstunden aber schlief sie dann doch ein. Maria war einfach zu müde, um noch weiter wach zu bleiben. Die letzten Tage hatten sie sehr mitgenommen und sie brauchte Schlaf.

Amy wollte ihre Tochter eine Stunde später wecken, doch als sie die Beiden sah, rief sie Liz an und sagte ihr, dass die Beiden nicht zur Schule kommen würden.

Besorgt stand Amy im Türrahmen und blickte zu ihrer schlafenden Tochter und deren Freund. Michael sah sehr mitgenommen und ziemlich blass aus, was Amy beunruhigte, denn sonst war er eigentlich immer gutgelaunt.

Marias Gesicht sah sogar im Schlaf ziemlich gequält aus, was Amy ebenfalls Sorgen machte. Noch nie hatte sie ihre Tochter so gesehen, es tat ihr sehr weh.

Amy hatte keine Ahnung, was mit den beiden los war, aber sie ahnte, dass sie sich zurzeit sehr brauchten und ließ sie deswegen in Ruhe schlafen. Maria und Michael würden das überstehen, was auch immer es war.

*******

Maria schlug verschlafen die Augen auf, da Michael ihre Hand ziemlich fest drückte. Sanft strich sie durch seine Haare und blickte in sein gequältes Gesicht, das Endstadium war erreicht.

"Ich liebe dich, Michael!", flüsterte Maria sanft und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. Michael hörte es, aber er konnte ihr nicht antworten, denn das Akino fing nun erst richtig an.

Menschen, Emotionen, Gerüche, Geräusche und vieles mehr kreisten in seinem Kopf herum, doch den einzigen Gedanken, den er hatte, war Maria und wie sie sein Leben bereichert hatte.

Maria hielt seine Hand in ihrer und strich mit der anderen durch seine Haare. Stille Tränen liefen über ihre Wangen und sie hoffte, dass es wirklich bald zu Ende war.

*******

Michael sah sich selbst, wie er Maria liebevoll über die blonden Locken strich. Sie um den Finger wickelte und wieder los gelassen hatte. Er liebte ihre Locken, die ihren Charakter widerspiegelten.

Sehr biegsam, wirklich unerwartend Voluminös, wenn man sie öffnete, aber doch immer in sich eingerollt und dabei hüpften sie auf und ab, wie ein Flummi.

Maria war zwar nicht wirklich sprunghaft, aber sehr leicht zu begeistern, doch gerade das war das Tolle an ihr, sie freute sich über alles im Leben und würde sogar Tote aufwecken.

In den letzten Wochen hatte er sich oft gefragt, warum er so dumm war, sie beinahe aufzugeben, für immer von ihr getrennt zu sein? Jetzt konnte er sich nicht mehr vorstellen ohne sie zu leben, denn sie war sein Leben.

Damals als Max seine Besessenheit gegenüber Liz hatte, da hatte er ihn einfach nur ausgelacht, er konnte nicht nachvollziehen wie es war. Nie hätte er gedacht, dass ihm das Gleiche passieren würde.

Aber damals wusste er nicht, dass es nicht nur mit Schönheit und körperliche Anziehung zu tun hatte. Okay, er hatte auch unanständige Gedanken, was sie betraf, aber das war nur Nebensache, jetzt zu mindest.

Michael liebte einfach alles an Maria!

Ihren Hals, wo sie so empfindlich war, ihre Lippen, die ihn immer wieder um den Verstand brachten und ihn schon mehr als nur einmal in schwierige Situationen gebracht hatten.

Jedoch gehörte das alles zu dem Gesamtpaket Maria DeLuca, sogar ihre ganzen komischen Sachen, ihr nervigen Eigenschaften, die sie zu dem machten, was er so sehr liebte.

Zum Beispiel, die Art wie sie ihm sagte, dass er ihrer Meinung nach viel zu taktlos gewesen war, ihn in aller Öffentlichkeit in Verlegenheit zu bringen, als sie mit ihm die Zwei-Mann-Laolla-Welle machte.

Dazu kam noch, ihr süßes Entsetzen, wenn sie sich gemeinsam die billigsten Horrorstreifen ansahen, die die Welt zu bieten hatte. Nie hatte sie bei den Filmen ihre Gefühle zurück gehalten und immer ausgelebt.

Mehr als nur einmal hatte er Kratzer davon getragen. Der Geruch ihrer Tränen vermischt mit dem Parfum, das sie trug und das sie sich selbst zusammenstellte.

Ihre Entschlossenheit, jemandem, den sie liebte, zu sagen, was sie für ihn empfand, auch auf die Gefahr hin, verletzt zu werden. Das schätze er wohl am meisten an ihr.

Die Besessenheit von gesunder und natürlicher Ernährung und wie sie sich immer wand, wenn man ihr Konservierungsstoffe mit chemischen Zusätzen geben wollten, das war einfach zum Liebhaben.

Dann war da noch der Esoterik-Tick, mit dem sie jeden auf die Nerven ging, aber sie war eben Maria und jeder verzieh ihr, vor allem er selbst tat es, er liebte sie.

Ihre vielen Heulattacken, wenn sie sich einen romantischen Film ansahen und ihr Lachen, wenn sie sich eine Komödie sahen. Ihr Lachen brachte auch ihn immer wieder dazu.

Maria war eben Maria und in Maria hatte er sich verliebt, nicht mit einem Mal, nicht in einem rauschenden Feuerwerk der Gefühle. Zunächst hatte er es selbst nicht gemerkt.

Sie war zuerst ein Freund gewesen, dann erst etwas Anderes. Aber als er mit seinem Bruder durch das Wurmloch auf einen anderen Planeten gehen wollte, hatte er sich umgesehen.

Er hatte sie gesehen und alles, was er mit ihr im letzten Jahr erlebt hatte. Wäre er wirklich nach Antar gegangen, dann wären sie beide verlorene Seelen gewesen und das wollte er nicht.

Michael wusste, dass Maria die Frau seines Lebens war, ihn immer bereichern, immer zu ihm halten und ihn immer lieben würde. Genau das Gleiche fühlte er, es war mehr als nur Liebe, es war sein Leben!

Zum Heiraten waren sie noch zu jung, das war ihm klar und Amy würde es auch nie zulassen, aber eines Tages da würde er sie heiraten und dann würden sie eine glücklich Familie werden.


*******

Maria hielt noch immer Michaels Hand und betete, dass er bald aufwachte, denn es schien ihr schon so lange zu sein. Seit Minuten hatte er sich schon nicht bewegt und es schien, als würde er im Koma liegen.

Sanft strich sie ihm durch die Haare, als er plötzlich mit den Augen blinzelte. Michael öffnete sie langsam und blickte direkt in Marias. Er rappelte sich auf und nahm sie fest in den Arm.

"Ich liebe dich so sehr!", sagte Michael leise und vergrub seinen Kopf in ihrem Hals. "Ich liebe dich", flüsterte Maria und Tränen liefen über ihre Wangen.

Sie war so froh, dass er zurückgekommen war. Michael löste sich ein Stück von ihr, nahm ihr Gesicht in seine Hände und küsste Maria leidenschaftlich, auf diese unwiderstehlichen Lippen.

Plötzlich durchzuckte Maria eine Vision und sie sah alles, was in dem Akino in ihm vorgegangen war. Lächelnd löste sie sich von ihm und blickte ihn mit verweinten grünen Augen an.

Michael strich über ihre Wange und lächelte sie ebenfalls an. "Nie wieder brauchen wir das durchmachen, nie wieder!", flüsterte Michael und drückte sie wieder an sich.

Maria kuschelte sich an ihn und war froh, dass es nun endlich vorbei war, sie hatte sich solche Sorgen um ihn gemacht. "Ich liebe dich", flüsterte Maria.

Michael löste sich ein Stück von ihr, sah wieder in ihre Augen, die ihn anstrahlten und küsste sie sanft. Maria erwiderte den Kuss und drückte ihn in die Kissen.

Er ließ es geschehen und zog sie auf sich, um seine Arme fest um ihren zierlichen Körper zu schlingen. "Meine Mom und Kevin kommen erst in einigen Stunden zurück!", flüsterte Maria in sein Ohr.

Michael rollte Maria unter sich und blickte auf sie hinab. "Dann würde ich sagen, nutzen wir das aus", entgegnete Michael genauso flüsternd und strich mit der Hand unter ihr Pyjamaoberteil.

Lächelnd zog Maria sein Gesicht wieder zu ihrem und küsste ihn noch einmal leidenschaftlich, sie hatte überhaupt nichts dagegen. Ihre Hand streifte genauso unter sein T-Shirt...


-The End-
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