Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / Roswell / Long Way

Long Way

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Liz Parker Michael Guerin
12.06.2012
12.06.2012
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Disclaimer: Roswell und deren Charaktere gehören The WB, Jason Katims und Melinda Metz! McLeods Töchter und deren Charaktere sind Eigentum von Nine Network, The South Australian Film Corporation and Millenium Television!

Spoiler: Alternatives Universum, Spin-Off mit McLeods Töchter

Erstveröffentlichung: 27. September 2006



Long way


"Meine Damen und Herren, wir wollen heute eine junge Kollegin ehren, die großen Mut bewiesen hat, um einen Kollegen aus einer sehr gefährlichen Situation zu retten."

"Applaus für Miss Maria DeLuca!"

Das Publikum klatschte und Maria ging auf die Bühne. Ihr Vorgesetzter gab ihr die Hand und lächelte. Der oberste Chef vom FBI legte ihr die Medaille um den Hals und schüttelte ebenfalls ihre Hand.

Maria lächelte und trat an das Rednerpult. Sie sah ins Publikum und erblickte ihre Mom, Jim, Kyle, Alex, Liz, Isabel und Max. Maria freute sich, dass alle ihre Lieben heute hier waren.

Doch als sie sah, dass der Platz neben ihrer Mom frei war, überkam sie Traurigkeit. "Danke Agent Miller, ich denke alle Kollegen hätten in meiner Situation das Gleiche getan", sagte Maria und verließ die Bühne wieder.

Traurig setzte sie sich auf ihren Stuhl und lächelte nur noch gequält, denn es tat ihr sehr weh, dass er nicht gekommen war. Doch die Traurigkeit hielt nicht lange an, sie wurde wahnsinnig wütend.

*******

Wütend donnerte Maria die Wohnungstür zu und zog ihre Jacke aus. Sie war so wütend, dass sie kaum zu bremsen war. Das würde sie ihm nie im Leben verzeihen.

"Hey, habe ich doch richtig gehört, was gibt es zum Essen, Luca?", fragte Michael Guerin, der aus dem Badezimmer kam. Maria verschränkte die Arme vor der Brust und blickte ihn bitterböse an.

Von wegen Essen, das konnte er sich aufzeichnen! "Was ist?", fragte Michael verwirrt und kratzte sich an der rechten Augenbraue. Wortlos verließ Maria die Küche und ging ins Schlafzimmer.

Dabei flog die Tür fast aus den Angeln, so sehr knallte sie diese zu. Noch immer total verwirrt ging Michael ihr nach. So war sie schon lange nicht drauf gewesen.

Vorsichtig öffnete Michael die Tür und steckte den Kopf hinein. "Was ist denn los, Luca?", fragte er und trat ein. Maria, die auf dem Bett saß blickte ihn mit Tränen in den Augen an.

"Du hast vielleicht Nerven das zu fragen!", zischte Maria und Michael konnte genau hören, dass sie mehr als nur wütend auf ihn war. "Denk mal haarscharf nach, welchen Tag wir heute haben, Guerin!"

"Valentinstag?", fragte Michael leise. Sekunden später flog ein Polster in sein Gesicht. "Das war wohl nix, dein Geburtstag?", fragte er vorsichtig weiter.

"Hör auf so dämlich zu Fragen und denke einmal nach, Idiot!", schrie Maria ihn unter Tränen an. Michael setzte sich aufs Bett und wollte nach ihrer Hand greifen, doch sie zog sie weg.

"Was auch immer ich getan habe, wie kann ich es gut machen, denn es tut mir sehr leid", sagte Michael leise und sah in ihre Augen. Maria schüttelte den Kopf und ging ins Badezimmer.
Michael folgte ihr und klopfte an die Tür.

"Bitte mach die Tür auf", sagte Michael und klopfte noch einmal. "Lass mich in Ruhe, einfach nur in Ruhe!", rief Maria von drinnen. Er hörte die Enttäuschung in ihrer Stimme und das brach ihm das Herz.

"Okay!", flüsterte Michael und ging ins Wohnzimmer. Er setzte sich auf die Couch und zappte durch das Abendprogramm. Auf der Suche nach dem Fernsehprogramm, entdeckte er eine schwarze Schatulle.

Neugierig, wie er nun mal war, griff er danach und öffnete sie. Zum Vorschein kam Marias Ehrenmedaille, die sie heute Abend bekommen hatte. Michael schlug sich mit der flachen Hand auf die Stirn.

Er war der größte Idiot von New York City! Michael ging zum Badezimmer und klopfte leise. "Luca, bitte mach die Tür auf, ich muss mit dir reden", sagte Michael.

"Nicht heute, okay, nicht heute", hörte er Maria antworten.

Michael ließ den Kopf hängen und schlurfte zurück ins Wohnzimmer. In Gedanken versunken blickte er auf den Fernseher, doch er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als das Telefon läutete.

"Bei DeLuca und Guerin!", meldete er sich hundemüde. "Guerin, ab in die Halle, SOFORT!", war am anderen Ende sein strenger Coach zu hören, der keine Widerrede zuließ.

*******

Maria stoppte das Klingeln ihres Weckers und schlug die Decke weg. Wieder ein Tag, den sie ohne Michael verbrachte, da kam ja direkt Freude auf. Müde schlurfte sie in die Küche, um sich Kaffee zu machen.

Während sie darauf wartete, dass der Kaffee durchlief, blätterte sie in ihrem Terminplan und stellte fest, dass sie den ganzen nächsten Monat Urlaub hatte.

Sie hatte schon darauf vergessen gehabt.

Den hatte sie sich auch verdient und schon war der Tag etwas gerettet. Gutgelaunt nahm sie ihren Kaffee und setzte sich vor den Fernseher, das hatte sie schon ewig nicht getan und sie genoss es.

Das Telefon riss sie schließlich aus ihren Gedanken. "DeLuca", sagte Maria fröhlich. "Hallo, mein Schatz, vergisst du nicht, dass wir uns heute Nachmittag treffen wollten?", fragte Amy DeLuca.

"Nein, nein, ich bin um drei im Café, mach dir keine Sorgen, also bis später", meinte Maria und hängte wieder auf. Danach drehte sie den Fernseher wieder ab und ging erst mal duschen.

*******

"Na komm schon, Guerin, schneller, besser, ich will alles von dir sehen!", rief der Coach durch die Halle und pfiff immer wieder durch seine Trillerpfeife.

Michael lief durch die Halle und trippelte den Ball vor sich her, um ihn danach in den Korb zu werfen. Doch er traf nicht und der Coach rastete völlig aus.

"Was soll das? Du musst treffen, es steht ein verdammt hartes Spiel vor dir, also musst du jedes einzelne Mal treffen!", schrie ihn der Coach wütend an.

Michael, der schon völlig erschöpft war, nickte und probierte es noch einmal, doch wieder traf er nicht. Der Coach wurde noch wütender und knallte sein Brett mit dem Spielplan auf den Boden.

"Wenn ich in einer halben Stunde zurück bin, dann hast du dich verbessert oder du spielst nicht!", schrie er und verließ die Halle. Stumm sah ihm Michael nach und versuchte noch einmal den Korb zu treffen.

Doch er traf wieder nicht und brach schließlich erschöpft zusammen. Er war mit seinen Kräften am Ende und wollte nur noch nach Hause und schlafen, er konnte einfach nicht mehr.

Langsam versuchte er wieder aufzustehen, doch es klappte nicht, sein Körper machte schlapp, nicht einmal mehr kriechen konnte er, er konnte sich nicht mehr bewegen.

"MICHAEL!", rief Maria geschockt, als sie einige Augenblicke später in die Halle kam. So schnell sie konnte lief sie auf ihren Freund zu und kniete sich neben ihn.

"Michael, hörst du mich?", fragte Maria besorgt. Mühevoll schlug er die Augen auf und sah sie an. Er nuschelte etwas vor sich hin, doch sie verstand ihn nicht.

"Shhh, ganz ruhig, ich bin ja da", sagte Maria sanft und holte aus ihrer Tasche eine Wasserflasche. Vorsichtig hob sie seinen Kopf an und er trank einen großen Schluck.

"Warst du die ganze Nacht hier?", fragte Maria besorgt.

"Ja", kam es ganz leise von Michael zurück und er schloss völlig fertig die Augen. Verzweifelt fuhr sich Maria durch die Haare und holte ihr Handy heraus.

"Ja, hier spricht DeLuca, ich brauche sofort einen Krankenwagen in die Trainingshalle der New York Knights", sagte Maria und strich Michael ein paar Strähnen aus dem Gesicht.

"Danke, wir warten!"

*******

"Wie geht es ihm?", fragte Maria besorgt, als der Arzt zu ihr kam. "Nicht sehr gut, er ist völlig ausgelaugt und braucht sehr viel Flüssigkeit. Ma'm, hatte er so etwas schon einmal?", fragte der Arzt.

"Nein, er hat sich immer gesund ernährt und normal trainiert", antwortete Maria verzweifelt. "Wird er wieder gesund?" Der Arzt sah sie an und legte eine Hand auf ihre Schulter.

"Ja, er braucht nur sehr viel Ruhe und in den nächsten Wochen kein Spiel!", entgegnete der Arzt. Maria nickte registrierend, das hatte sie sich schon gedacht.

"Sie können jetzt ruhig zu ihm gehen, morgen werden wir noch einige Tests mit ihm machen und dann kann er wieder nach Hause", erklärte ihr der Arzt freundlich.

"Danke, Doctor", lächelte Maria und gab ihm die Hand, bevor sie zu Michael ging. Der Arzt sah ihr kurz nach und widmete sich danach wieder seinen anderen Patienten.

*******

Leise öffnete Maria die Zimmertür und trat ein.

Das Zimmer war abgedunkelt und Michael schien in dem weißen Spitalsbett zu schlafen. Noch immer sehr besorgt setzte sie sich auf den Sessel und nahm seine Hand.

Er schlug die Augen auf und blickte sie an. Michael wollte etwas sagen, doch Maria legte ihren Finger auf seinen Mund. "Morgen reden wir, nicht heute, ruhe dich aus!", sagte Maria.

Michael nickte und schloss wieder die Augen. Maria strich durch seine Haare und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. "Ich liebe dich", flüsterte sie und betrachtete ihn beim Schlafen.

*******

Wenig später wurde die Tür aufgerissen und sein Coach kam herein gestürmt, hinter ihm war sein behandelnder Arzt. "Was soll das? Er soll aufstehen und hier nicht faul rum liegen!", schrie der Coach verärgert.

Maria war geschockt von ihrem Sessel aufgestanden und sah den Arzt an. "Hören Sie, Sie müssen wieder gehen, Mr. Guerin braucht jetzt viel Ruhe", sagte der Arzt.

"Was er braucht ist Sport, sonst nichts!", entgegnete der Coach. "Wollen Sie ihn umbringen oder was?!", schrie Maria den Coach nun an, denn ihr war der Kragen geplatzt.

"Ach halt doch die Klappe, Blondchen", antwortete der Coach.

"Sir, ich muss Sie bitten sofort dieses Zimmer zu verlassen oder ich hole den Sicherheitsdienst", forderte der Arzt den Coach auf und ließ keine Widerrede zu.

Er ging seiner Forderung nach und verließ nicht gerade leise Michaels Zimmer. Mit einem kurzen Blick zu Michael folgte Maria dem Arzt und diesem Trottel von Coach.

"Wann wird er entlassen?", fragte der Coach. "Morgen, aber er muss sich ausruhen, er kann in den nächsten Wochen nicht spielen", entgegnete der Arzt.

"Nein, er muss morgen wieder in der Halle sein!", entgegnete der Couch wütend. Maria, die neben dem Arzt stand, sah den Coach fassungslos an. "Sie haben ja einen Knall!", sagte Maria aufgebracht.

"Halt dich da raus, du kennst dich sowieso nicht aus", zischte der Coach und stupste sie an der Schulter. "Das reicht, verlassen Sie sofort das Krankenhaus!", ging der Arzt dazwischen und stellte sich vor Maria.

Wortlos drehte sich der Coach um und verließ das Krankenhaus. Besorgt sah der Arzt zu Maria an. "Alles in Ordnung, Mrs. DeLuca?", fragte er freundlich.

"Ja, mir ist nichts passiert, danke!", antwortete Maria.

"Kann ich Ihnen irgendwas bringen?", fragte der Arzt weiter und war besorgt. Maria schüttelte müde den Kopf. "Nein, danke, ich werde wieder zu Michael gehen!"

Der Arzt nickte und versicherte ihr, dass der Coach hier nicht mehr auftauchen würde. Maria nickte danken und zückte ihr Handy, sie würde ebenfalls dafür sorgen, dass er nicht mehr herein kam.

Des Weiteren würde sie dafür sorgen, dass dieser Coach aus dem Verkehr gezogen wurde. "Greg, hier ist Maria. Ich habe eine Bitte an dich", sagte sie, als am anderen Ende ihr Kollege abhob.

*******

Max und Kyle halfen Michael in die Wohnung und brachten ihn sogleich ins Bett. Hinter ihnen ging Maria und beobachtete alles. "So geschafft, Mann, ruhe dich aus", sagte Max und klopfte ihm auf die Schulter.

"Okay!", antwortete Michael matt und schloss müde die Augen.

"Danke, Jungs", lächelte Maria und wurde von fest beiden umarmt. "Ruf an, wenn du etwas brauchst, bis bald!", verabschiedeten sie sich und verließen leise die Wohnung.

Maria sah ihnen kurz lächelnd hinterher und ging wieder ins Schlafzimmer, wo sie sich leise aufs Bett setzte. Sie sah auf Michael hinab, der die Augen geschlossen hatte.

Sanft strich sie über seine Wange und machte sich noch immer Sorgen um ihn, noch nie hatte sie ihn so gesehen. "Ich werde schon wieder", flüsterte Michael und öffnete langsam die Augen.

Maria nickte und beugte sich zu ihm. "Ich weiß, schlaf weiter, ich gehe einkaufen und bin in etwa einer Stunde zurück", sagte Maria leise und küsste ihn kurz.

"Kannst du mir die Schuhe ausziehen?", fragte Michael. Lächelnd nickte sie und zog ihm die Basketballschuhe aus. Schließlich deckte sie ihn zu und küsste ihn noch einmal.

"Ich liebe dich, bis später!"

*******

Mit einem halben Dutzend Sackerl kam Maria nach Hause und stellte alles auf die Arbeitsfläche in der Küche. Kurz sah sie nach Michael und als sie sah dass er noch schlief, ging sie zurück.

Maria räumte die Einkäufe weg und bestellte eine große Pizza für Michael und sich selbst. Sie hatte keine Lust zu kochen und Maria wusste, dass Michael immer Lust auf Pizza hatte.

Während sie auf den Lieferanten wartete, setzte sie sich an den Laptop, der im Wohnzimmer stand. Zuerst sah sie ihre E-Mails durch und surfte durch belanglose Seiten.

Eine Werbung am Rande einer Seite über Australien erweckte aber schließlich doch ihre Aufmerksamkeit. Sie klickte darauf und kam auf eine kleine Homepage.

*******

Das Läuten an der Tür riss Maria aus ihren Gedanken und sie lief schnell zur Tür, um den wartenden Lieferanten zu öffnen. "Einmal Riesen-Pizza mit Schicken, Mais, Champignon und extra Käse", sagte dieser freundlich.

"Danke, der Rest ist für Sie", entgegnete Maria, die ihm ein paar Dollarscheine in die Hand drückte. "Schönen Tag noch, M'am", antwortete er und war auch schon weg.

Mit der Pizza in der Hand ging sie in die Küche und lud den Pappkarton auf dem Theke ab. Nachdem sie zwei Teller genommen und Pizza darauf gelegt hatte, ging sie ins Schlafzimmer.

Maria stellte die Teller auf Michaels Nachttisch und setzte sich zu ihm aufs Bett. "Schatz, wach auf", sagte Maria sanft und strich über seine Wange.

Michael grummelte etwas und drehte sich auf die andere Seite.

Sie lächelte und legte sich dicht an seinen Rücken. "Es gibt deine Lieblingspizza und du darfst sie sogar im Bett essen", flüsterte Maria an seinem Ohr.

Langsam drehte sich Michael und schlang seine Arme um sie. Sie strich ihm über die Wange und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn. "Es tut mir leid", flüsterte Michael.

"Ich weiß, Schatz, ich weiß", antwortete Maria und umarmte ihn.

Michael vergrub seinen Kopf in ihrem Nacken und drückte sie fest an sich, als er ihren wunderbaren Duft in seine Lungen zog. Er fühlte sich so schuldig, dass er gar nicht wusste, was er tun sollte.

"Die Pizza wird kalt und du hast sicher Hunger", sagte Maria und löste sich von ihm. Michael blickte in ihre Augen und nickte, bevor er sich langsam mit ihr aufsetzte.

"Hier bitte, lass sie dir schmecken", lächelte Maria und gab ihm den Teller. "Danke", entgegnete Michael noch immer ziemlich erschöpft und biss in seine Pizza.

Maria tat es ihm gleich und nahm seine Hand in ihre. "Du kannst nichts dafür, das weiß ich, also mach dir keinen Kopf", sagte Maria leise und sah ihn an.

*******

*Australisches Outback, zwei Stunden von der nächsten Stadt entfernt*
"Tess, wann hast du gesagt, kommen die Gäste?", fragte Claire McLeod ihre Schwester. "Sie müssten eigentlich gleich hier sein", antwortete Tess und lächelte.

"Ah ja, na gut, dann werde ich jetzt nach den Rindern sehen", entgegente Claire und ging schon von der Terrasse. "Hey, warte doch, Claire!", rief Tess und lief ihr hinterher.

"Du weißt doch, wir haben nicht Zeit, also bitte mach du das alleine, ich muss wirklich zu den Rindern", sagte Claire und schwang sich schon auf ihr Pferd, Eagle.

"Okay, aber komm bald wieder!", antwortete Tess mit Nachdruck.

Doch Claire hatte es nicht mehr gehört, sie war schon über alle Berge mit Eagle. "Wo will sie denn hin, es gibt doch gleich Mittagessen", sagte Meg Fountain, eine der drei Mitarbeiterinnen.

"Wenn sie nicht bei ihren Rindern sein kann, dann ist sie nicht Claire", lächelte Tess. Meg legte einen Arm um sie und lächelte ebenfalls, ja so war Claire nun mal, eine wahre Vollblutfarmerin.

*******

"Was machen wir hier gleich noch mal?", fragte Michael.

"Urlaub und nun halte bitte den Mund, ich muss mich wirklich konzentrieren, wir fahren hier auf der linken Straßenseite und nicht rechts", antwortete Maria.

Er blickte zu ihr, schüttelte den Kopf und starrte danach wieder aus dem Fenster, so wie schon die letzten Stunden. Maria schielte aus dem Augenwinkel zu ihm und musste schmunzeln.

Er war doch so ein Grummelpeter.

"So, wir sind da, da ist ihre Einfahrt 'Drover's Run', meinte Maria nach ein paar Minuten. Michael sah das Schild ebenfalls, aber so begeistert wie sie war er nicht.

"Juhu", entgegnete Michael sarkastisch. Maria schlug ihm leicht auf den Oberschenkel. Michael grummelte etwas Unverständliches vor sich hin und erkannte von der Ferne aus ein Haus.

"Dort vorne, das Haus, sieht schön aus", meinte er und zeigte in die Richtung. Maria blieb auf dem kleinen Hügel stehen, sah es ebenfalls und sie gab ihm Recht, es war ein sehr schönes Haus.

Lächelnd blickte sie zu ihm und gab ihm einen Kuss. "Für, was war der?", fragte Michael. "Einfach so", antwortete Maria lächelnd und fuhr weiter zum Haus.

Minuten später parkte Maria in der Hauseinfahrt und wurde von zwei Frauen empfangen. Die eine war etwas älter und hatte kurz blonde Haare, die andere war etwa in ihrem Alter und hatte lange blonde Haare.

"Hallo, ich bin Tess McLeod, das ist Meg Fountain, ihr seid bestimmt unsere Gäste", lächelte Tess und reichte ihr freudig die Hand. Maria streckte ihr ihre entgegen.

"Maria DeLuca und das ist Michael Guerin, heute etwas griesgrämig", lächelte Maria fröhlich. Michael, der neben seine Freundin stand nickte leicht und sah sich in der Gegend um.

"Willkommen auf Drover's Run, wir hoffen, euch gefällt das Landleben, denn hier liegt die nächste Stadt weit weg", meinte Meg freundlich und schüttelte ebenfalls Marias Hand.

"Och, wir sind beide aus Roswell, New Mexico, da gibt es nur Wüste drum rum, wir können uns das alles vorstellen", antwortete Maria, die fröhlich lachte.

"Roswell? Ist das nicht die Stadt, wo ein Ufo abgestürzt sein soll?", fragte Tess neugierig und auch total begeistert. Sie liebte solche Stories über alles.

"Alles nur Geschichte, da glaubt keiner daran", antwortete Michael und hatte seine Hände tief in den Hosensäcken vergraben. "Da hat er allerdings Recht, die Leute sind etwas verrückt", meinte Maria.

"Lasst uns ins Haus gehen, wir essen gleich zu Mittag und dann können wir uns etwas besser kennen lernen", schlug Meg vor und stapfte schon zur Terrasse.

Tess, Maria und Michael folgten ihr.

*******

"Mom, was gibt es zum Essen?", fragte Jodi, als sie mit Becky Howard kurz darauf zur Terrasse kam. "Wie wäre es einmal, wenn du unsere Gäste begrüßt!", sagte Meg und sah ihr Tochter streng an.

"Tschuldigung, hey, ich bin Jodi", stellte sie sich vor und gab den beiden die Hand. "Maria und Michael", stellte Maria sich und Michael vor. "Becky", lächelte die nächste blonde Frau und setzte sich neben Jodi.

"Zu deiner Frage, Kind, es gibt heute mal Hamburger und Pommes, für unsere Gäste, die aus den USA kommen", sagte Meg. "Cool!", entgegnete Jodi, die immer schon davon träumte einmal um die Welt zu reisen.

"Meg, kannst du später nach den Tränken sehen, ich bin nicht mehr dazu gekommen!", rief auf einmal eine dunkelhaarige Frau und kam auf die Terrasse gelaufen, hinter ihr war ein kleiner Hund.

"Claire, schön, dass du auch kommst, sag hallo zu unseren Gästen", meinte Tess und sah ihre Schwester mit ihrem üblichen Blick an. Manchmal hatte Claire überhaupt kein Benehmen.

Claire hatte die Beiden gar nicht richtig wahrgenommen und winkte nun.

"Claire McLeod, sorry meine Hände, ich gehe mich mal schnell waschen", antwortete sie. Maria lächelte sie freundlich an und gab Michael einen unauffälligen Rippenstoß.

"Hi", brachte er schließlich heraus.

"Wie gefällt euch Australien bis jetzt?", fragte Becky freundlich. "Großartig, das Land ist einfach toll, so ruhig, aber nichts gegen New York City!", meinte Maria.

"Meg, Meg, Meg!", riefen auf einmal zwei Großgewachsene junge Männer und stapften auf die Terrasse zu. "Hey, Jungs, Essen ist schon fertig", lächelte Meg und setzte sich.

"Ihr müsst die Gäste sein, von denen Tess gesprochen hat", meinte der blonde Mann und reichte Maria die Hand. "Nick und Alex Ryan unsere Nachbarn und gute Freunde", stellte Tess die Beiden vor.

"Maria DeLuca und Michael Guerin aus den USA", antwortete Michael und schüttelte die Hände, der Beiden, endlich waren auch Männer hier und nicht nur Frauen.

"So, wir können essen, ich bin da!", meinte Claire und setzte sich neben Alex. "Hast du schon gesehen, ein Zaun auf der Ostweide ist wieder einmal dahin", sagte Alex.

Claire nickte und aß ihren Hamburger. "Ja, mache ich später!" Alex nickte und klopfte ihr auf die Schulter. Wenn Claire etwas machte, dann immer gleich richtig.

"Was macht ihr beruflich?", fragte Nick an Maria und Michael gewandt.

"Ich bin beim FBI tätig und Michael spielt in der NBA bei den New York Knights", antwortete Maria und biss in ihren Burger, der wirklich sehr gut war.

"WOW, FBI und was machst du dort so?", fragte Jodi total begeistert. "Wenn ich dir das sage, muss ich dich umbringen", entgegnete Maria und verzog dabei keine Miene.

Etwas geschockt sah Jodi sie an und verstummte.

"Das war ein Scherz", fuhr Maria fort und lächelte. "Erwischt", meinte Jodi und atmete aus. Die Runde lachte, das war typisch Jodi, sie dachte immer gleich das Schlimmste.

"Ich gehöre zu den Spezial Agents beim FBI, sind die etwas schwierigeren Fälle", erklärte Maria. "Aber eigentlich ist es nichts Aufregendes, es ist halt ein Job."

Michael sah zu Maria und war sehr überrascht, so etwas hatte sie noch nie gesagt. "Sei nicht so bescheiden, du hast erst vor kurzem eine Tapferkeitsmedaille bekommen, das ist nicht einfach nur ein Job!"

Ein Raunen ging durch die Runde, das war echt klasse, so eine Medaille bekam sicher nicht jeder. "Hast du jemandem das Leben gerettet?", fragte Jodi.

"Ja, habe ich, aber über den Fall darf ich nicht sprechen", entgegnete Maria. "Trotzdem cool", lächelte Jodi sie an. Maria nickte, da hatte sie Recht.

"Du spielst also in der NBA, schon lange dabei?", fragte Alex.

"Seit drei Jahren bei den Knights", antwortete Michael eher knapp. "Ihr müsste ihn entschuldigen, er ist nicht sehr redselig", entschuldigte sich Maria.

"Kein Problem, wir hier auf dem Land sind auch nicht immer gesprächig, kommt auf den Tag an", grinste Nick. "Da hat er Recht, hat ewig gedauert bis aus uns was geworden ist und aus Alex und Claire", meinte auch Tess.

"Habt ihr nicht gerade Saison in den USA, musst du nicht dabei sein?", fragte Alex. "ALEX, so etwas fragt man nicht, er ist hier schließlich auf Urlaub", sagte Claire und schlug ihm leicht auf den Arm.

"Entschuldigung", nuschelte Alex.

"Kein Problem. Ja wir haben Saison und eigentlich sollte ich spielen, aber ich darf nicht, habe zu viel trainiert und bin im Spital gelandet", antwortete Michael.

"Genug geredet, lasst uns essen und danach zeigen wir unseren New Yorkern das Farmerleben, das wird sicher lustig", sagte Claire und verdrückte ihren zweiten Burger.

Damit waren alle einverstanden und aßen ebenfalls ihr köstliches Mittagessen, das Meg wie immer mit viel Liebe zubereitet hatte und das allen immer sehr schmeckte.

*******

"Das hier sind unserer Pferde, für euch haben wir auch welche, wenn ihr wollt", sagte Tess lächelnd. "Klar, wieso nicht, wir sind hier auf dem Land, da kommt man wohl nur so durch", meinte Maria.

"Jodi, Becky, seht bitte nach den Schafen auf der Südweide, ich werde zu den Rindern reiten", gab Claire Anweisungen und ritt schon los. Becky und Jodi hinter ihr her, bogen aber nach kurzem in die andere Richtung ab.

"Wir folgen Claire, kommt", sagte Tess und schwang sich auf ihr Pferd Oscar. "Reite du mit, ich bin ziemlich müde", sagte Michael und half Maria auf das Pferd.

"Bist du sicher?", fragte Maria besorgt. "Ja, habe viel Spaß", entgegnete Michael und küsste sie kurz. Maria nickte und folgte Tess danach auf die Koppel.

Michael blickte ihr hinterher und ging zurück zur Terrasse. Dort räumte Meg gerade das ganze Geschirr in die Küche. Ohne ein Wort half Michael ihr und stellte das Geschirr in das Waschbecken.

"Das brauchst du doch nicht zu tun, du bist doch im Urlaub", sagte Meg lächelnd. "Schon gut, ich brauche eine kleine Beschäftigung", antwortete Michael und stellte die letzten Gläser ab.

"Danke und wenn du mir unbedingt helfen willst, dann trockne ab", sagte Meg und gab ihm ein Geschirrtuch. Michael nickte freundlich und fing an ab zu trocknen.

"Du bist der Guerin, der den Punktestand der NBA hält oder?", fragte Meg nach einiger Zeit. "Woher weißt du das?", fragte Michael verwundert und stellte ein Glas ins Regal.

"Mein Mann Terry ist Basketballfan", antwortete Meg.

"Ich habe mich übernommen, dachte, ich kann noch mehr, echt blöd von mir, als ich in der Trainingshalle zusammen brach, hat Maria mich gefunden", erzählte Michael vage.

"War sicher schlimm für sie", sagte Meg. "Ja, sehr sogar und deswegen habe ich ihr versprechen müssen kürzer zu treten und bin mit ihr in den Urlaub gefahren", antwortete er leise.

*******

"Wie lange kennt ihr euch schon?", fragte Tess, als sie mit Maria über die Koppel ritt. "Seit wir auf der High School waren, mit vierzehn haben wir uns kennen gelernt", antwortete Maria.

"Das ist echt lange, ich kenne Nick erst seit drei Jahren. Ich bin zwar auf Drover's Run geboren, doch als ich fünf war, zog ich mit meiner Mom nach Melbourne, erst vor drei Jahren kam ich zurück", erzählte Tess.

"Was hat dich dazu bewegt?", fragte Maria.

"Zuerst starb meine Mom und zwei Monate später mein Dad, ich wollte nur mein Erbe abholen, doch nun bin ich seit drei Jahren hier und kann mir nichts Besseres vorstellen", lächelte Tess.

"Hier lässt es sich auch leben, es ist wunderschön, noch schöner als in Roswell, da ist eigentlich nur Wüste", meinte Maria und blieb mit ihrem Pferd stehen.

"Ich bin sicher, Roswell ist auf eine Art und Weise auch sehr schön, genauso wie New York", entgegnete Tess und stieg von Oscar. Sie nahm ihn an der Schnur und ging einige Schritte, bevor sie wieder stehen blieb.

Maria stieg ebenfalls ab und sah in die Ferne. Hier war es um einiges schöner als in Roswell. Verträumt sah sie sich das Land an und dachte daran nie wieder weg zu gehen.

"Den Blick kenne ich, den hat Claire auch immer", lächelte Tess und schwang sich wieder auf Oscar. "Lass uns zu ihr reiten, sie müsste hier gleich in der Nähe sein!"

*******

"Na, wie war es auf der Weide?", fragte Michael, als er Maria und Tess nach zurückkommen sah. "Toll, du musst einmal mit reiten", antwortete Maria und gab ihm einen Kuss zur Begrüßung.

Michael nickte und sah wieder in die Ferne.

"Was hast du denn?", fragte Maria besorgt, die über seinen Rücken strich. "Der Flug, die Zeitzonen, macht alles müde, ich werde wohl früh schlafen gehen", entgegnete Michael.

Maria nickte, ja er sollte sich ausruhen, damit er bald wieder bei vollen Kräften war. "Ich zeige euch das Gästezimmer, dann könnt ihr euch auch frisch machen", schlug Tess vor.

"Danke", sagte Maria und folgte ihr ins Haus.

Michael blieb noch auf der Terrasse sitzen und sah sich weiter auf dem Grundstück um, das so riesig war, dass es fast unvorstellbar war. Die Ruhe hier draußen war angenehm.

*******

Michael sah zu Maria, die noch friedlich schlief. Leise und vorsichtig, damit er sie nicht weckte, stieg er aus dem Bett und zog sich an. Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und verließ das Zimmer.

"Guten Morgen", lächelten Claire und Tess, als er kurz darauf die Küche betrat. "Morgen", antwortete Michael und setzte sich zu ihnen. "Kannst du nicht schlafen?", fragte Tess und gab ihm einen Kaffee.

"So in etwa, ich bin immer schon ein Frühaufsteher gewesen, liegt am Training, welches ich seit Jahren mache", antwortete Michael. "Willst du uns helfen?", fragte Claire.

"Bei was?", entgegnete Michael. "Wir wollen nach den Rindern und Schafen sehen", lächelte Tess. "Muss ich auf ein Pferd steigen?", fragte Michael skeptisch.

"Du kannst Nicks Maschine haben, er hat sie gestern hier gelassen", schlug ihm Tess vor. "Die ist mir viel lieber als ein Pferd", antwortete Michael erleichtert und trank seinen Kaffee aus.

Wenige Minuten später trafen die drei bei den Ställen auf Meg, Jodi und Becky, die ihre Pferde schon gesattelt hatten. "Morgen!", begrüßten sie sich alle und schwangen sich auf die Rösser.

Michael nahm die Maschine von Nick, setzte sich den Helm auf und düste auch schon auf die Koppel. "So wie er fährt glaube ich kaum, dass er uns helfen wird", bezweifelte Claire und schüttelte den Kopf.

"Maria hat mir erzählt, dass er frische Luft und Energie tanken muss, also ich denke, es ist das Beste für ihn, wenn er durch die Gegend braust", meinte Tess.

*******

Michael zischte mit der Maschine, quer über die Felder von Drover's und fühlte sich so richtig frei. Das hatte er schon ewig nicht mehr getan und er wusste, dass er es zu Hause auch ab und zu wieder tun würde.

Nach einigen Kilometern blieb er stehen, nahm den Helm ab und sog tief die frische Luft in seine Lungen. "Ahhh!", sagte er leise und atmetet aus, es war so schön hier und so friedlich.

Michael stieg von der Maschine und ging einige Schritte durch das saftige grüne Gras, bevor er stehen blieb und gen Himmel blickte, wo die Sonne noch nicht ganz aufgegangen war.

Einige Meter entfernt erblickte er wunderschöne Blumen und ging darauf zu. Als er davor stand, sah er, dass sie noch schöner waren, als er sich vorgestellt hatte.

Die Frauen von Drover's hatten sicher nichts dagegen, wenn er ein paar abschnitt und sie Maria brachte, also nahm er sein Taschenmesser, schnitt einige ab und ging zurück zum Motorrad.

*******

Nachdem Michael noch eine ganze Weile auf der Koppel geblieben war, fuhr er zurück zum Haupthaus, wo er auf Meg traf, die schon eher zurückgekommen war.

"Schöne Blumen, die werden Maria sicher gefallen", lächelte sie ihn fröhlich an. "Das habe ich mir auch gedacht, kann ich eine Vase haben?", antwortete Michael.

Kurz darauf ging er mit der Vase und einem Häferl Kaffee in das Gästezimmer, wo Maria noch immer friedlich vor sich hin seufzte. Leise trat er zum Bett und stellte die Blumen und den Kaffee auf den Nachttisch ab.

Michael setzte sich und strich ihr ein paar blonde Strähnen aus dem Gesicht. "Hey, wach auf, Luca", sagte er sanft und küsste ihre Wange. Verschlafen schlug Maria die Augen auf und sah ihn an.

"Guten Morgen, hast du gut geschlafen?", fragte Michael lächelnd.

Langsam richtete sich Maria auf und kuschelte sich an seine starke Brust. "Ja, so gut wie heute habe ich schon lange nicht mehr geschlafen", entgegnete Maria.

"Das freut mich und ich habe dir etwas von meiner morgendlichen Spazierfahrt mitgebracht", lächelte Michael. Maria folgte seinem Finger und erblickte die wundervollen Blumen.

"Danke, die sind wunderschön", strahlte Maria und blickte ihn aus leuchtenden grünen Augen an. "Freut mich, dass sie dir gefallen, Luca", sagte Michael und küsste sanft ihre Stirn.

*******

"Nein, Michael, nein! Auf gar keinen Fall werde ich meinen Urlaub verkürzen! Dieser Coach gehört eindeutig aus dem Verkehr gezogen", sagte Maria, einige Tage später, sauer und verschränkte die Arme vor der Brust.

Greg hatte wohl nichts erreich können und so hatte Michaels Coach weiterhin die Kontrolle über die Mannschaft und wollte Michael zwingen in die USA zurück zu kehren.

"Es sind nur zwei Tage, komm schon, Luca", entgegnete Michael etwas verzweifelt. Maria schüttelte stur den Kopf, um nichts in der Welt würde sie das machen.

Wenn sie zurück waren, dann würde sie das selbst in die Hand nehmen, dieser verdammte Coach war eine Gefahr für alle. Sie würde nicht weiterhin stumm dabei zu sehen, wie er Michael ruinierte.

Michael fühlte sich zwar schon besser, aber ganz gesund war er dennoch nicht und Maria würde alles daran setzen, das Michael das tat, was der Arzt im Spital gesagt hatte.

"Bitte, Luca! Er macht mir sonst die Hölle heiß und meine Teamkollegen auch, du kennst sie ja", versuchte Michael es noch einmal und sah sie mit seinem Dackelblick an.

"Nein, Michael, nein! Ich werde nicht früher fliegen und hör auf mich Luca zu nennen, das nervt", antwortete Maria energisch. Sie ließ sich durch nichts erweichen.

"Dann fliege ich alleine und du kommst nach", schlug Michael ihr vor. Sie hatte ihm kurz den Rücken zugedreht und fuhr wieder herum, als sie hörte, was er da sagte.

"Das kommt gar nicht in Fragen, entweder fliegen wir zusammen oder gar nicht", zischte Maria. "Aber, was soll ich denn machen, soll ich mich aus dem Team werfen lassen?", fragte Michael.

"Ja, lass dich rauswerfen, das ist das Beste!", entgegnete Maria und sah ihm dabei fest in die Augen. Sie wusste, dass er das nicht hören wollte, aber es musste sein.

"Bist du wahnsinnig, ich riskiere nicht meinen Job, davon habe ich ein Leben lang geträumt, in der NBA zu spielen, das weißt du doch!", rief Michael aufgebracht.

"Oh ja, du spielst für die NBA und was ist das Endergebnis, du brichst zusammen und ich finde dich! Kannst du dir vorstellen, was ich durchmachen musste, als ich dich da liegen sah?", fragte Maria.

Ihre aufgestauten Tränen konnte sie inzwischen kaum noch zurückhalten. Wieso machte Michael immer alles so kompliziert? Warum konnte er nicht einfach aufhören?

"Luca, das war nur einmal und es wird nicht mehr vorkommen, das habe ich dir doch versprochen", entgegnete Michael und versuchte ihre Schulter zu berühren.

"Lass, dass!", zischte Maria.

"Auch, wenn du es mir versprichst, kannst du es mir nicht garantieren, dass es nicht noch einmal passiert, denn dein Coach ist unberechenbar, nur damit du es weißt!"

"Wenn wir wieder zu Hause sind, werde ich etwas dagegen unternehmen, egal was du dazu sagst, verstanden!", sprach Maria weiter und ließ sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen.

Michael seufzte leise, das hatte er befürchtet.

"Du denkst wohl nicht an deine Gesundheit oder an mich, habe ich Recht?", fragte Maria verzweifelt. "Was willst du damit sagen?", fragte Michael, der sie nicht ganz verstand.

"Damit will ich sagen, dass es etwas Wichtigeres gibt, als Basketball und in der NBA zu spielen", sagte Maria. Er sah sie unschuldig an und senkte schließlich den Kopf.

"Du Idiot, denk Mal an deine Gesundheit, denk an mich! Wenn du in Zukunft spielst, werde ich immer zu Hause sein oder sonst wo und mir Sorgen um dich machen!", rief Maria wütend.

"Ich denke doch an dich und an meine Gesundheit, so glaube mir doch und wenn ich nun zurück fliege das ist nicht schlimm", antwortete Michael und schien noch immer nicht ganz begriffen zu haben.

Wütend lief Maria davon und achtete nicht mehr auf ihn, es war ihr egal. Michael blieb an der Stelle stehen und sah ihr nach, Gott sie war so stur, das gab es ja kein zweites Mal.

"Luca, komm zurück, Luca!", rief Michael.

Er folgte ihr einige Schritte, bevor er wieder stehen blieb. Doch Maria wollte nicht auf ihn hören und lief weiter, bis sie auf dem Steg stehen blieb, der zu dem kleinen See führte.

Mit Tränen in den Augen sah sie auf den See hinaus und ging langsam den Steg entlang. Er war so ein Idiot, wieder einmal fragte sie sich, warum sie ihn eigentlich so abgöttisch liebt, er war doch so ein Idiot!

Maria war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie nicht genau auf den Weg achtete, der ziemlich glitschig und mit Moos überwachsen war. Plötzlich verlor sie das Gleichgewicht und fiel in den tiefen See.

Sie tauchte unter und kam nicht mehr nach oben. Verzweifelt strampelte sie mit den Füßen und Händen, doch ihre Turnschuhe und ihre Jeans zogen sie immer mehr hinunter und die Luft wurde knapp.

Immer verzweifelter versuchte Maria an die Wasseroberfläche zu kommen, doch es gelang ihr nicht, sie sank immer tiefer und keiner konnte ihr helfen, Michael war schließlich in die andere Richtung gegangen.

Erschöpft schloss sie die Augen und verlor das Bewusstsein, ihr letzter Gedanke galt Michael, den sie so sehr liebte und nie verlassen würde, auch, wenn er oft ein Idiot war.

*******

"Hey, wo ist denn Maria?" fragte Jodi, die mit Becky, Claire, Tess und Meg auf die Koppel geritten kam. "Irgendwo dahinten", antwortete Michael und machte eine Handbewegung.

"Wo?", fragte Claire noch einmal nach.

Sie sah sich um, doch sie konnte Maria nirgends sehen. Michael blieb stehen und drehte sich um, sein Blick schweifte durch die Gegend, doch auch er konnte sie nicht sehen.

"Scheiße!", rief Michael auf einmal und rannte los. "Was hat er denn?", fragte Tess verwundert. Noch einmal hörten sie ihn fluchen und folgten ihm mit den Pferden.

Michael hechtete auf den Steg und sah sich um.

"LUCA!", schrie Michael panisch, doch er konnte sie nicht entdecken. Die Frauen waren bei ihm angekommen und sahen nur Sekunden später, wie er in den See sprang.

Claire schaltete als erste und sprang von ihrem Pferd. Danach lief sie auf den Steg und sah nach Michael, der wieder auftauchte. "Hast du sie gesehen?", fragte Claire.

"Nein, ich muss sie finden", antwortete Michael, holte tief Luft und tauchte wieder unter. "Eine von euch muss zurückreiten und einen Krankenwagen holen, schnell", sagte Claire.

Becky lief zu ihrem Pferd und galoppierte zurück.

"Er ist schon ziemlich lange da unten", sagte Tess besorgt und blickte die anderen drei an. Augenblicke später tauchte Michael mit Maria im Arm auf, Claire beugte sich über den Steg und zog Maria hinauf.

Sofort begann sie mit der Reanimierung und hoffte, dass es nicht zu spät war. Michael hievte sich aus dem Wasser und übernahm die Mund zu Mund Beatmung, während Claire Herzmassage machte.

"Komm schon, Luca, mach die Augen auf", flehte Michael und blies wieder Luft in ihre Lungen. "Glaubst du sie hat sich den Kopf gestoßen?", fragte Jodi ihre Mom.

"Ich weiß nicht, ich sehe keine Verletzung, irgendwas muss sie unter Wasser gezogen haben", antwortete Meg. Mutter und Tochter sowie Tess beteten das alles gut ging.

"Eins, zwei, drei, vier, fünf, beatmen", sagte Claire.

Michael beugte sich über Maria, pustete Luft in ihre Lungen und hoffte, dass sie schnell die Augen aufmachte. "Sie hat einen Puls", sagte Tess leise, die ihre Hand hielt.

Nur Sekunden später hustete Maria lautstark und kam wieder zu sich. Allen fiel ein Stein von Herzen und Michael nahm sie fest in den Arm. "Geht es wieder?", fragte Claire.

Noch erschöpft nickte Maria und klammerte sich an Michael.

"Wie ist das passiert?", fragte Tess. "Ich bin ausgerutscht und hineingefallen, danach bin ich nicht mehr hinauf gekommen", antwortete Maria erschöpft.

"Hast du dir irgendwo wehgetan?", fragte Meg besorgt, die sich neben sie gekniet hatte. "Nein, alles noch daran!", entgegnete Maria und schloss die Augen für einen Moment.

"Wieso bist du nicht aufgetaucht, du warst doch nicht bewusstlos, als du untergegangen bist", sagte Jodi verwundert. Maria schlug die Augen wieder auf und atmete tief durch.

"Sie kann nicht schwimmen", antwortete Michael anstatt ihr und drückte sie fester an sich. Maria schloss erneut erschöpft die Augen und klammerte sich an Michael, der über ihren Rücken strich.

*******

"Wie geht es ihr?", fragte Claire besorgt, nachdem der Arzt aus dem Gästezimmer kam. "Sie wird keine bleibenden Schäden zurück behalten, übermorgen ist sie sicher wieder auf den Beinen", antwortete der Arzt.

"Danke", sagte sie und begleitete ihn zum Rettungswagen. "Wenn noch etwas sein sollte, ruft an, wir schicken dann den Helikopter", verabschiedete sich der Arzt.

"Machen wir, danke!", lächelte Claire und winkte.

Sie ging zurück ins Haus und traf auf dem kleinen Flur Michael. "Sie schläft, danke für deine Hilfe", sagte Michael freundlich und streckte ihr die Hand entgegen.

Claire schüttelte sie und nickte leicht lächelnd.

"Auf Drover's stirbt keiner so schnell, lass uns etwas essen gehen", antwortete sie. Michael nickte, ja auf den Schock hin brauchte er jetzt etwas zu essen.

In der Küche trafen sie nur auf Meg, die einige Sandwichs machte.

"Wo sind die anderen?", fragte Claire, die sich setzte. "Die haben schon gegessen und sehen nach den Zäunen", antwortete Meg und stellte die Sandwichs auf den Tisch.

Claire nahm sich zwei Stück davon und stand wieder auf. "Ich fahre mit dem Auto hinterher, bis später", verabschiedete sie sich und war schon aus der Küche verschwunden.

Michael blickte ihr kurz hinterher und nahm sich ein Sandwich vom Teller. Meg setzte sich zu Michael an den Tisch und sah ihn besorgt an. "Geht es dir gut?", fragte Meg leise.

"Ja, nur der Schock sitzt mir noch tief in den Knochen, ich hätte ihr doch nachlaufen sollen", flüsterte Michael. "Es ist noch einmal gut ausgegangen, mach dir keine Vorwürfe", versuchte Meg in aufzubauen.

Michael nickte leicht mit dem Kopf und biss in sein Sandwich. Sie lächelte ihn an und stellte ihm noch ein Glas Milch vor die Nase, dass er sogleich austrank.

*******

Noch etwas müde schlug Maria etwa drei Stunden später die Augen auf und sah Michael, der neben ihr auf dem Bett saß und ihre Hand hielt. "Hey", sagte er leise und strich über ihre Wange.

"Selber hey", antwortete Maria.

"Jag mir nie wieder so einen Schrecken ein, ich dachte du schaffst es nicht mehr, mach das nie wieder, Luca!", sagte Michael und blickte sie noch immer sehr besorgt an.

Maria richtete sich auf und strich über seine Wange. "Jetzt weißt du, wie ich mich gefühlt habe, als du da in der Turnhalle lagst", entgegnete Maria leise.

Michael nahm sie in den Arm und drückte sie fest an sich, für ihn war es viel schlimmer gewesen. "Es tut mir Leid, wirklich leid, ich war so dumm", flüsterte Michael an ihrem Ohr.

Maria strich ihm durch die Haare und löste sich ein Stück von ihm. "Du bist nicht dumm, du bist nur stur", lächelte Maria. Michael nickte, ja das war er auch.

"Luca, versprich mir eines, wenn wir wieder in New York sind, dann lass dir von mir Schwimmen beibringen, ich könnte es nicht noch einmal sehen, wenn du irgendwo hineinfällst", sagte Michael.

Maria nickte und kuschelte sich an ihn. "Okay, ich werde Schwimmen lernen", antwortete sie ihm leise. Erleichtert darüber atmete er aus und drückte sie fester an sich.

"Hast du Hunger?", fragte Michael.

"Ja, sehr großen sogar", meinte Maria und hielt sich den Magen, der schon ziemlich knurrte. "Meg hat Sandwichs gemacht, ich hole dir ein paar, ruhe dich noch aus", entgegnete Michael.

*******

Die Drover's-Frauen waren gleich nach dem Abendessen alle in ihre Zimmer gegangen, da sie sehr müde waren. Es war ein harter Tag für alle gewesen und morgen ging die Arbeit weiter.

Claire hatte noch einmal nach Maria gesehen und sich vergewissert, dass es ihr gut ging. Sie hatte den Beiden auch noch gesagt, dass sie am nächsten Tag gerne beim Drenschen der Schafe helfen konnten, wenn sie wollten.

Zuerst hatten Maria und Michael nicht gewusst, was das war, doch Claire hatte sie sogleich informiert. Es war ganz simpel, man musste den Schafen nur oral ein Mittel gegen Würmer geben.

Die Beiden hatten sich dazu bereit erklärt und waren gespannt auf die neue Erfahrung, die sie machen würden. Claire hatte freundlich genickt und war danach in ihre Zimmer gegangen.

*******

"Schläfst du schon?", fragte Maria leise in die Dunkelheit. "Nein, was hast du denn?", fragte Michael genauso leise. Sie kuschelte sich dichter an ihn und seufzte.

"Ich kann nicht schlafen", antwortete Maria. Michael legte seine Arme um sie und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Maria genoss das und kuschelte sich fester an ihren Freund.

Sanft verhakte sie ihre Finger mit seinen und seufzte leise. "Willst du noch an die frische Luft, vielleicht schläfst du dann besser", schlug Michael ihr vor.

"Nein, ich will nur mit dir hier liegen", antwortete Maria und kuschelte sich mit dem Rücken an seine starke Brust. Michael schlang seine Arme um sie und zog sie fest an sich.

*******

Irgendetwas weckte Michael mitten in der Nacht und blickte sich verwirrt in dem halbdunklen Zimmer um. Verschlafen fuhr er sich über das Gesicht und sah zu Maria, die friedlich schlief.

Sie hatte sich auf den Rücken gedreht und blickte dabei in seine Richtung, eine Hand hielt noch immer seine fest. Vorsichtig löste Michael sich von ihr und sah ihr beim Schlafen zu.

Maria war so bezaubernd, wenn sie schlief, er konnte ihr stundenlang zusehen, ohne, dass sie aufwachte. Wenn sie das bei ihm tat, wurde er nach einigen Minuten wach, doch nicht sie.

Sie schlief ganz friedlich, seufzte ab und zu im Schlaf und ließ sich weiter betrachten. Sanft fuhr Michael über ihr Gesicht und rückte ein Stück näher.

Ihre Wärme strahlte auf ihn aus und er fühlte Geborgenheit, die ihn weich werden ließ. Noch nie in seinem Leben hatte er sich so gut gefühlt wie mit ihr, es war einfach unbeschreiblich.

Sanft strich er über ihren zierlichen Körper und blickte weiterhin in ihr süßes Gesicht, das so viel Liebe ausstrahlte, auch, wenn sie friedlich schlief.

Vorsichtig beugte sich Michael über sie und küsste ihre Stirn, danach küsste er ihre kleine, süße Nase und schließlich legte er seine Lippen langsam auf ihre.

Mit der Hand strich er über ihre Wange und genoss es, einfach nur hier mit ihr zu liegen und sie zu küssen. Maria wurde durch den Druck auf ihren Lippen wach und registrierte, dass es Michael war.

Seine Hand strich noch immer sanft über ihre Wange und runter zu ihrem nackten Arm. Leise seufzte sie und erwiderte den Kuss. Michaels Zunge suchte einen Weg in ihren Mund und fand ihn auch schnell.

Noch etwas verschlafen öffnete sie die Augen und blickte direkt in Michaels, die sie liebevoll ansahen. Er löste sich einige Millimeter von ihren Lippen und lächelte.

"Hey", flüsterte er und dabei berührten sich ihre Lippen. "Was machst du denn?", fragte Maria genauso leise. "Ich konnte nicht schlafen", entgegnete Michael.

Maria strich über seine Wange und küsste ihn wieder. Er erwiderte den Kuss und zog sie dicht an sich. Beide seufzten in den Kuss und wollten mehr, viel mehr...

*******

Einige Tage später waren Michael und Maria nachmittags hinaus auf die Koppel gegangen und genossen die Ruhe um sich herum. Die letzten Tage waren sehr friedlich verlaufen und sie waren glücklich.

Jetzt lagen sie in der Wiese und betrachteten die paar Wolken die am Himmel vorbei zogen. "Sieh nur, die sieht aus wie ein kleines Lämmchen", lächelte Maria und zeigte auf eine der Wolken.

Michael folgte ihrem Finger und nickte, sie hatte Recht, ein wenig sah es so aus, als würde es ein Lämmchen sein. Er nahm ihre Hand in seine und lächelte.

Er wollte gerade etwas sagen, als sein Handy läutete. Etwas genervt davon hob er ab und meldete sich. "Guerin!" Am anderen Ende war sein Coach und machte ihn sofort zur Schnecke.

"Das kann ich nicht und das wissen Sie", hörte Maria ihn sagen.

"WAS?", rief Michael aufgebracht, als er den nächsten Satz seines Coaches hörte. Er war doch an all dem Schuld und dann wollte er ihn einfach so aus der Mannschaft werfen?

Maria, die aufgestanden war sah ihren Freund besorgt an, so hatte er schon lange nicht mehr geklungen. "Das können Sie nicht machen, ich bin Ihr bester Spieler!"

"Ich habe gegen keinen Vertrag verstoßen, ich habe ein ärztliches Artest und das wissen Sie! Sie können mich deswegen nicht feuern oder verklagen!", sprach Michael weiter.

Für ein paar Moment war er still, danach klappte er das Handy zu und warf es Meterweit von sich. "Verdammte Scheiße!", brüllte Michael und raufte sich die Haare.

Maria, die hinter ihm stand, hatte ihn selten so gesehen. Vorsichtig legte sie ihre Hand auf seine Schulter, doch er schlug sie weg und lief davon. Er musste jetzt alleine sein und über alles nachdenken.

Verzweifelt sah Maria ihm nach und ging zurück zum Haupthaus, sie musste dringend telefonieren. So konnte das einfach nicht mit diesem Coach weiter gehen.

*******

"Wieso sollte ich dir glauben, du machst doch sowieso nur das, was du willst und an mich denkst du nicht, das ist immer so gewesen und wird sich nicht ändern!", sagte Maria traurig und ging langsam zum Auto.

"Warte", hielt Michael sie zurück und machte einige Schritte, doch er blieb wieder stehen. Frustriert drehte er sich um und sah zu Tess, Claire, Jodi, Becky und Meg, die hinter ihm standen.

Meg macht eine Handbewegung, dass er weiter gehen sollte und Michael drehte sich wieder um. "Bitte, warte doch!", rief er und dieses Mal blieb Maria stehen, doch sie drehte sich nicht um.

Michael tat wieder ein paar Schritte und blieb stehen, er wartete bis sich Maria umgedrehte hatte, was sie auch nach einigen Sekunden tat und ihn wartend ansah.

"Ich habe schon so lange gewartete, Michael, vielleicht sollte ich nicht mehr warten, lebe du dein Leben und ich meines!", sagte Maria und zuckte mit den Schultern.

"Sag so etwas nicht, das meinst du nicht ernst", entgegnete Michael und war nun nur noch etwa drei Schritte von ihr entfernt. Er glaubte nicht, dass sie das wirklich ernst meinte.

"Doch tue ich, ich meine es so, es hat einfach keinen Sinn mehr, das was wir einmal hatten, ist vorbei!", antwortete Maria leise und sah ihn traurig an.

Sie wollte nicht Schluss machen, aber es gab keinen anderen Ausweg.

"Nein, ist es nicht, erst, wenn wir sterben, da bin ich mir sicher", hielt Michael fest dagegen. Maria zog die Augenbrauen hoch, er meinte dass doch nicht wirklich so, wie er es sagte?!

Sie verschränkte die Arme vor der Brust und sah ihn skeptisch an. "Wieso bist du dir da so sicher?", fragte Maria. Michael überbrückte die letzten Schritte und stand nun dicht bei ihr.

Maria hatte keine Ahnung, was jetzt passieren würde und blickte erwartungsvoll zu ihm auf, doch in seinen braunen Augen konnte sie wie so oft nichts lesen.

Michael hob die Hand und strich über ihre blonden Haare und über ihre leicht rote Wange. Was er jetzt sagen würde, hatte er noch nie zuvor gesagt und er wusste, sie würde ihm glauben.

"Ich liebe dich, Maria und das werde ich immer, denn du bist alles, was ich im Leben brauche" wisperte Michael und auf einmal konnte Maria es in seinen Augen sehen.

Sie wusste, dass er es mehr als nur ernst meinte, denn noch nie hatte er ihr diese drei Worte gesagt und er hatte sie auch noch nie Maria genannt, immer nur Luca.

Ein Lächeln bildete sich auf ihrem Gesicht und sie flog ihm um den Hals. Fest drückte er sie an sich und war froh, dass sie es sich anders überlegt hatte.

Die Drover's Frauen, die alles mit angesehen hatten klatschten und freuten sich sehr. Denn obwohl sie die Beiden noch nicht lange kannten, so konnten sie doch erkennen, dass sie einfach zusammen gehörten.

Michael ließ Maria wieder auf die Beine und sah mit ihr zu den Frauen, die fröhlich lachten. "Ich denke Mal, heute Abend wird noch gefeiert!", lächelte Michael glücklich.

"Ja, das denke ich auch!", antwortete Maria genauso glücklich und kuschelte sich fest an seine starke Brust. Michael blickte auf sie hinab und strich über ihren Rücken.

Maria sah zu ihm auf und lächelte, bevor sie ihn sanft küsste. Michael schlang seine Arme fester um sie und erwiderte den Kuss. Gott, er war so froh, dass sie bei ihm bleiben würde.

*******

Michael war wütend durch die Gegend gelaufen und hatte versucht einen freien Kopf zu bekommen, doch es ging nicht. Immer wieder hörte er die Stimme seines Coachs und die von Maria.

Sein Herz und sein Verstand standen im Zwiespalt und er fand einfach keine Lösung für sein Problem. Frustriert war er schließlich nach Drover's zurückgekehrt, aber war nicht gleich zu Maria gegangen.

In den letzten Tagen hatte er irgendwie zu Meg Vertrauen gefunden und mit ihr gesprochen. Sie hatte ihm den Rat gegeben, den ihm jeder andere auch gegeben hätte, er sollte das machen, was er für richtig hielt.

Dieser Spruch war alt und gehörte eigentlich schon entsorgt, aber darin lagen die Lösung und die Wahrheit, so blöd es sich für ihn anhörte. Jedem anderen hätte er das auch ins Gesicht gesagt, aber nicht Meg.

Schließlich war Michael aus der Küche gegangen und suchte nach Maria, die er draußen auf dem Hof fand, wie sie zum Auto gehen wollte. Er hatte ihr gesagt, er hatte eine Lösung gefunden, doch sie glaubte ihm nicht.

Die Lösung hatte er wirklich gefunden und er war bereit die Konsequenzen zu tragen, er schaltete sein Gehirn aus und hörte nur noch auf sein Herz und das schrie nach Maria, das machte er ihr klar.

Dieses Mal gab er alles für sie auf, einfach alles, nichts stand mehr zwischen ihnen, einfach nichts. Michael wollte nur sie und dafür bezahlte er mit seinem Traum!

Er liebte sie und sie sollte es endlich spüren, wie sehr er das tat, denn in den letzten Jahren hatte sie nie dieses Gefühl gehabt, doch jetzt war es an der Zeit, sie endlich bis ans Ende an sich ran zu lassen.


*******

Am Abend saßen sie mit den Drover's Leuten auf der Terrasse und grillten gut gelaunt. Michael kam mit zwei Gläsern Saft zu Maria zurück und setzte sich wieder neben sie.

Dankend nahm sie ihm ein Glas ab und nahm einen großen Schluck davon. Michael lächelte, nahm ihre Hand in seine und drückte sie leicht. Maria blickte zu ihm und lächelte ebenfalls.

Beide wussten, dass sie noch einen langen Weg vor sich hatten und sie sicher auch noch öfters streiten würden, doch sie wussten auch, dass sie es gemeinsam schaffen würden.

Michael würde die New York Knights verlassen und sich von seinem Anwalt beraten lassen. Ob er für ein anderes Team spielen wollte oder ob er in Rente ging, wusste er noch nicht.

Was er wusste, dass er Maria an seiner Seite hatte.

"An was denkst du?", fragte Maria und blickte in seine braunen Augen. "Nur daran, wie es ist, wenn wir eine normale Beziehung haben werden!", antwortete Michael und lächelte.

Maria nickte und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. "Ich liebe dich!", lächelte sie. "Ich liebe dich", entgegnete Michael genauso lächelnd und zog sie näher an sich.

Sie würden es schaffen, auch, wenn es ein langer Weg war.


-The End-
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