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Morinth und Samara

von Deemonef
GeschichteDrama, Familie / P18 / MaleSlash
Aria T'Loak Commander Shepard Liara T'Soni Morinth Samara Urdnot Wrex
12.06.2012
09.02.2014
116
359.593
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12.06.2012 1.431
 
Das Haus auf Thessia war sehr still, nichts war mehr von einer belebten Stimmung geblieben. Alle Räume waren leer, bis auf das Wohnzimmer. Dort saß eine Mutter mit ihren Töchtern. Sie erzählte ihnen alles, die ganze Wahrheit… die ganze, schreckliche Wahrheit. Die Mutter weinte nicht, sie hatte schon bei dem Arzt genug geweint. Die Informationen die sie bekam, waren hart und endgültig.

Ihre Töchter reagierten unterschiedlich:
Die jüngste weinte bitterlich und war von vollkommener Trauer übermannt. Die Mittlere war still und neutral, keine Gefühle durchbrachen ihre Mimik. Fassungslos war sie. Die älteste Tochter hingegen, reagierte mit Zorn, Wut und Trotz. Doch die Mutter konnte es verstehen. Auch sie war schockiert, als die Ärztin es ihr sagte. Als sie ihr sagte, dass jede einzelne ihrer Töchter, eine Ardat Yakshi sei.

Samara setzte sich neben ihre jüngste, Falere, und umarmte sie. Sie war jung und hatte ihr ganzes Leben schon durchgeplant. Wen sie wann, wo und wie heiraten würde, wie viele Kinder sie haben würde… nichts davon würde je passieren. Rila blickte weiterhin stumm einen x-beliebigen Punkt an und sprach kein Wort. Mirala hingegen lief im Zimmer umher, wütete und trat dann einen Sessel um.

„Mirala!“, die Stimme von Samara war leise, gepresst und sehr bedrohlich, „beruhige dich und setze dich!“
„Nein, Mutter! Ich werde mich nicht beruhigen! Verdammt, verdammt, verdammt! Wie… wie so bist du überhaupt zum Arzt gegangen?“
Samara blickte zu Boden: „Die Blutuntersuchung nach deinem Trainingsunfall. Danach wollten sie gleich noch Proben von Falere und Rila… es tut mir so leid“

„Entschuldige dich nicht Mutter, es ist nicht deine Schuld“, besänftigte sie Rila. Mirala hingegen wütete weiter und nun reichte es auch Falere: „Hör endlich auf! Du kannst nichts mehr ändern, egal wie viele Möbel zu zerschlägst!“ - „Bitte, Mirala“, ihre Mutter war sehr sanft und ruhig, „es ist schwer für uns alle“

„Nein!“, donnerte ihre älteste Tochter, „es ist nur schwer für uns! Für dich ändert sich doch nichts! Außer, dass du jetzt drei Monster als Töchter hast! Wir tragen die ganze Last!“. Falere fing wieder an zu weinen. Rila durchbohrte ihre ältere Schwester mit bösen Blicken. Mirala starrte nur bitter auf ihre Mutter und bemerkte wie sie nach ihren Worten sehr still wurde und an ihrem Hals herum fingerte.

Miralas Blick wurde etwas verwundert: „Wo ist den Vaters Amulett?“, sie zeigte auf den Hals ihrer Mutter und die beiden anderen Schwestern bemerkten ebenfalls, dass die Kette, mit dem Bild von Samaras Bindungspartnerin fehlte. Samara blickte von einer Tochter zur anderen und hielt die Tränen tapfer zurück: „Sie… sie hat die Nachricht nicht gut aufgenommen. Euer Vater wird demnächst das Haus… und uns verlassen“

Miralas Züge wurden sanfter und trauriger. „Es ist schwer für sie, euch wieder zu sehen um das… zu ignorieren, oder gar zu verstehen“, Samara sammelte die Wörter wie sie kamen, „Sie kommt damit nicht klar. Sie kann euch nicht mehr unter die Augen treten“, eine Träne rollte über Samaras Wange, „und mir auch nicht. Denn in mir, sieht sie immer unsere Töchter“

Mirala ging auf ihre Mutter zu. Sie wusste, dass der letzte Satz sehr an sie gerichtet war, denn sie sah Samara wirklich schon zum verwechseln ähnlich. Sie drückte ihre Mutter, auch Rila rutsche an sie heran. Sie umarmten sich alle vier und erlaubten sich zu weinen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit ließen sie von einander ab. Samara drückte auf die Konsole am Tisch und aktivierte eine Planeten-Karte. „Was ist das?“, Falere wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. „Das ist Lesuss. Dort befindet sich ein Kloster für Ardat Yakshi. Euer neues Zuhause für…“ - „Moment!“, donnerte Mirala, „Erst erklärst du uns, dass wir genetische Monster sind und jetzt schickst du uns weg?“

Samaras Blick schnellte zu ihrer Ältesten: „Ich mach das doch nicht freiwillig!“, rief sie aufgebracht, beruhigte sich aber wieder, „Die Ärztin hatte die Pflicht es an das Asarioberkommando zu melden! Sie werden bald kommen. Ardat Yakshi dürfen außerhalb einer für sie speziellen Einrichtung nicht leben! Ich hätte es auch gerne anders!“

Rila legte eine Hand auf die Schulter ihrer Mutter. Mirala drehte sich weg und stampfte in ihr Zimmer. „Ich rede mit ihr“, bat Rila an und ging, nachdem sie ihre Mutter auf die Wange küsste. „Geh bitte mit Falere, ihr braucht jetzt einander“. Ihre Jüngste umarmte sie und folgte dann ihrer Schwester. Als alle aus dem Wohnzimmer waren, legte Samara den Kopf in die Hände. Sie dachte an ihre Frau die sie verlassen hatte und an ihre Töchter die ihr schon bald entrissen werden würden. Sie weinte so heftig, dass es sie körperlich schmerzte.

--

Ein Team Elitesoldatinnen holte die drei Mädchen ab. Samara begleitete sie. Das Kloster sah sehr beeindruckend aus. Es lag sehr weit abgelegen und nur sehr wenige Shuttles waren vor Ort. Mirala sah das und hatte nur ein Wort hierfür: Gefängnis.

Sie wurden von einer Matriarchin begrüßt, diese schaute sehr erstaunt, noch nie hatte sie es mit drei Geschwistern zu tun gehabt. Für gewöhnlich erkannte man, dass seine Tochter eine Ardat Yakshi ist und bekam aus Angst keine Kinder mehr. Diese Frau bemerkte es wohl erst sehr spät.

Sie betraten eine große Halle. Dort standen viele junge Asari und am anderen Ende des Raumes standen drei Ältere. Dorthin gingen die Matriarchin und die drei Neuankömmlinge. Samara wartete weiter hinten. „Heute bekommen wir ein paar neue Schwestern“, begann die hochrangige Asari, „Dies ist ein Ort des Friedens. Wo ihr ohne Sorgen und Vorurteile leben könnt!“ Die Matriarchin sprach noch eine ganze Weile. Von der Mystik der Ardat Yakshi und ihren Aufgaben. Alle applaudierten, als sie die drei Schwestern willkommen hieß.

Samara begleitete ihre Töchter in ihr Zimmer. „Da ihr Schwester seid, bekommt ihr ein Dreibettzimmer. Die täglichen Arbeitspläne sind bereits auf dem Terminal eingespeichert. Falls ihr Fragen habt, meldet euch bei der Aufseherin eures Ganges. Und noch eine Sache“, nun kam das, was eigentlich jeder wusste, doch was nicht laut gesagt wurde, man trichterte es nur den Neuen ein und störenden Elementen, „Dieses Kloster dient nicht nur eurem Frieden, sondern auch eurem Schutz!“

Mirala verschränkte die Arme und starrte bitter in das kleine Zimmer. „Eine Ardat Yakshi darf außerhalb des Klosters nicht leben! Solltet ihr fliehen und euch erwischt das Oberkommando oder unsere Sicherheitsbeamten, werdet ihr zurückgebracht und habt eine schwere Strafe zu erwarten! Das ist der beste Fall!“, alle horchten auf, „Im Schlechtesten wird euch eine Justikarin erwischen. Ihr Orden wird sofort informiert, wenn eine Ardat geflohen ist!“, sie pausierte.

„Es ist wichtig zu erfahren, dass sie auch das Recht haben euch zu töten! Wir werden euch deren Kodex beibringen, da es sehr wichtig ist. Denn auch falls ihr versehentlich die Mauern verlassen solltet oder nicht aus eigenem Willen, wirkt ihr Kodex! Eure erste Unterrichtsstunde ist morgen um sechs! Zafrar wird euch durch das Kloster führen!“

Samara verabschiedete sich von ihren Töchtern. Falere weinte, Rila war sehr liebevoll und Mirala umarmte sie knapp und ging ruppig zu der Führung. Samara folgte der Matriarchin. „Werde ich sie besuchen können?“, „Jederzeit, so fern es der Stundenplan erlaubt“, sprach die alte Asari mit weiser Stimme. „Es muss schwer für sie sein. Gleich drei Töchter mit dem dominanten AY-Gen“, sie schüttelte mit ehrlichem Mitleid den Kopf. „Es wird ihnen hier doch gut gehen?“

Die Matriarchin blieb stehen: „Solange man alle Regeln befolgt, ist dies ein Ort ohne Sorgen“, dann blickte sich scharf zu Samara, „Befolgt man sie nicht, kann dies ein sehr ungemütlicher Ort werden!“, sie blickte aus dem Fenster und wartete bis Samara neben ihr stand: „Sie werden verstehen, dass ich ihre älteste Tochter besonders im Auge behalten werde. Sie hat etwas Wildes an sich und hasst diesen Ort!“

Die Mutter sah zu Boden und die Matriarchin bemerkte das:
„Aber seien sie unbesorgt“, sie lächelte, „das habe ich schon oft erlebt und seitdem ich dieses Kloster leite. Gab es weder Flucht noch Todesfälle“. Samara gab ihr die Hand, sah ein letztes Mal zum Zimmer ihrer Töchter und ging dann… alleine in ihr leeres Haus.

--

Falere und Rila versuchten sich auf das Kloster einzulassen. Die Jüngste bekam während der Führung enormes Heimweh und vermisste ihre Eltern. Rila tröstete ihre weinende Schwester. Das Kloster war wunderschön und groß. Jede Asari war nett und freundlich und selbst die Wachen wirkten höflich. Nur Mirala lief mit Abstand hinter ihnen. Sie bemerkte, dass es zwar viele Fenster gab aber kaum Türen nach draußen. Und vor den wenigen standen auch noch Asari die jeden beim vorbeigehen beobachteten.

Alles wirkte so aufgesetzt. Sie fühlte sich ihrer Freiheit beraubt und wollte nur noch hier raus. Sie akzeptierte nicht, dass sie wegen einem genetischen Fehler eingesperrt wurde. In Mirala wuchs Hass und der wollte raus… genauso wie sie.
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