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Cas x Nath - Hurricane

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
10.06.2012
12.08.2012
10
7.735
 
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10.06.2012 2.000
 
Einige Minuten später bog Castiel um die Ecke, an der das Schultor lag, während sein Gesichtsausdruck wieder zu seinem, wie üblich genervten, wechselte. Er spürte, dass Nathaniel leicht zitterte, als die Direktorin mitsamt Nathaniels Mutter und einigen Schülern  zu ihnen starrte. „Junger Mann, WO ZUR HÖLLE WARST DU?!“, schrie seine Mutter sogleich wütend und stapfte auf die beiden zu, „Und wer ist dieser Kerl?!“. Nathaniel öffnete gerade seinen Mund, um etwas zu sagen, als Castiels Stimme ihn unterbrach.
„Er war im Wald. Ich habe ihn vor der Schule dort gefunden, weil ich dort mit meinem Hund unterwegs war. Er hat sich den Knöchel verletzt, deswegen kann er nicht laufen. Er hatte sein Handy vergessen und bei meinem ist der Akku leer.“
Verdutzt starrten die Schüler Castiel an. Hatte gerade wirklich DER Castiel ihren Schülersprecher, der nebenbei von ihm getragen wurde, verteidigt?! Und, was noch wichtiger war, wieso war Nathaniel so angezogen?!



"Also, Castiel, du bringst Nathaniel bitte ins Krankenzimmer und wartest dort bis wir kommen.", erklärte die Direktorin erleichtert, "Nathaniel, deine Mutter und ich müssen kurz etwas besprechen." Mit einem Nicken der beiden Jungen, als Zeichen, dass sie verstanden hatten, wandten sich die beiden Frauen zum Gehen und verschwanden im inneren der Schule. Nathaniel, noch immer in den Armen des Rothaarigen, begann sich, vor allem durch die bohrenden Blicke einiger Schüler, langsam unwohl zu fühlen. Doch glücklicherweise hatte dieser sich bereits wieder in Bewegung gesetzt, noch immer keine Miene verziehend. Die Schultür hatte sich Castiel durch einen beherzten Tritt geöffnet, da seine Hände noch immer den Schülersprecher stützten. Kaum war die Tür hinter den beiden ins Schloss gefallen, atmeten die beiden, wenn auch kaum merklich, erleichtert aus. Es herrschte jedoch weiterhin schweigen zwischen den beiden, was den Blonden doch etwas nervös werden ließ. Castiel war vorhin bestimmt einfach nur unüberlegt gewesen und hatte sich jetzt bestimmt wieder erinnert, wen er da auf seinen Armen trug. Wie konnte er auch denken, dass er ihn so schnell...akzeptieren würde?
Ein Windhauch an seiner Stirn ließ den Blonden aus seinen Gedanken aufschrecken. Er war von Castiel gekommen, der in angepustet hatte.
"Hey, stimmt was nicht? Du schaust so gequält...", mit einem, kaum sichtbaren lächeln, sah der rothaarige ihn aus dem Augenwinkel heraus an. Sonst würde er wahrscheinlich noch irgendwo dagegen laufen...
"Was?", fragte der Blonde, der erst noch seine Gedanken ordnen musste, "Nein, geht schon. Mir tut nur der Knöchel weh..."
"Na dann...", murmelte Castiel, als er erneut um eine Ecke bog. Unglaublich wie versteckt das Krankenzimmer hier war!
Da gerade Unterricht war, hallten die Schritte von Castiel unnatürlich Laut von den Wänden wider. Oder kam es den beiden nur so vor?  Vereinzelt konnten die beiden, wenn auch dumpf, Stimmen der Lehrer oder einzelner Schüler durch die Türen hören. Noch ein letztes Mal bog Castiel um eine Ecke, ehe sie vor der weißen Tür standen, auf welche ein viereckiger, mit einem weißen Kreuz versehener Sticker, geklebt worden war. "Sanitätsraum" stand in schwarzer Schrift darunter.
Vorsichtig setzte der rothaarige nun den Schülersprecher ab, legte aber sogleich seinen Arm um die Hüfte des Blonden um ihn zu stützen. Leise schwang die Tür auf, während der Blonde langsam auf eines der zwei Betten zu humpelte und sich rücklings darauf fallen ließ, dabei leise seufzte und die Arme über seinem Kopf auf die Matratze legte. Castiel sah sich kurz nach einem Stuhl um, beschloss dann aber scheinbar, sich einfach an die Wand zu lehnen. "Moment!", tönte es aus einem Nebenzimmer, in dem sich die Schulschwester befand, "Ich muss nur eben etwas kopieren, bin sofort da!" Mit dem Knallen der Tür war sie dann verschwunden. Nathaniel hatte sich derweil, immer noch auf dem Rücken liegend, auf seine Ellbogen gehievt, die er neben seiner Taille auf dem Bett stützte. (Ich hoffe ihr wisst wie ich das meine X.x). Eine Zeit lang schwiegen beide, bis Castiel sich von der Wand abstieß und zum Fenster lief, um kurz hinaus zu sehen. Dabei war ihm das kleine, in Leder gebundene Buch, welches er im Park gefunden hatte, aus der Tasche gerutscht. Kurz Zeit sah er das Buch an, bückte sich dann aber, um es aufzuheben. Dabei bemerkte er, dass der Blonde etwas...erschrocken aussah. "Was ist?", fragte er deshalb verwundert, woraufhin der Blonde nun kaum merklich rot wurde. "Nichts, nichts...", stammelte der Blonde zuerst, wurde dann jedoch ruhiger, "Nur...das Buch gehört mir...Du...hast aber nicht reingesehen, oder?"
Castiel glaubte gerade aus allen Wolken zu fallen. Das Buch, in dem er diese Zeichnung und den selbstgeschriebenen Songtext mit Melodie gefunden hatte, sollte also tatsächlich dem Streber...äh, wohl besser Ex-Streber gehören? Und wenn er dem Zustand des Buches, und dem Datum unter den ersten Einträgen Glauben schenken durfte, waren die Einträge schon vor einigen Monaten entstanden...Jetzt nur nichts anmerken lassen! "Nein, nicht wirklich...", begann er deshalb, "Nur die erste Seite, um zu sehen, ob vielleicht ein Name drinsteht..." Der Blonde schien erleichtert, denn der erschrockene Ausdruck wich aus seinem Gesicht. Castiel sah ihn fragend an. Was hatte er denn? Das, was er in dem Buch bis jetzt gesehen hatte, war keinesfalls schlecht! Wieso war es für Nathaniel so schrecklich, wenn jemand hinein sah? Schämte er sich? Der Blonde schien seinen Blick bemerkt zu haben, denn er begann, wenn auch leise, mit einer Erklärung. "Weißt du...", setzte er an, "Das ist so was wie...ein Tagebuch oder so...Da drin schreib ich quasi alles auf, um mich irgendwie abzureagieren, oder um den Kopf frei zu bekommen...Quasi wie Lysanders Notizbuch, auch wenn ich es nichts so oft verliere..." Beim letzten Teil seines Satzes hatte sich der Blonde verlegen an der Wange gekratzt und war leicht rot geworden. Dazu hatte er nervös gelächelt, „Weißt du, du bist so ziemlich der erste, der davon weiß...Eigentlich sollte davon auch keiner außer mir wissen...Vor allem nicht Amber oder meine Eltern..."
Als der Blonde mit leicht geröteten Wangen erzählt hatte, war Castiel nicht umhin gekommen zu grinsen und es einfach nur süß zu finden, wie die Wangen des anderen vor Verlegenheit gerötet waren. "Ach, so ist das.", grinste der Rotschopf nun, "na dann geb' ich dir mal dein Allerheiligstes wieder, was?"
Gerade wollte er dem anderen das Buch zuwerfen, als die Tür mit einem Lauten krachen aufflog und die Direktorin mit Nathaniels Mutter ins Zimmer kam. Hastig steckte Castiel das Buch wieder in seine Tasche, während sich die Mutter des Blonden gleich zu ihrem Sohn setzte und diesen fest drückte. "Mein Gott, Nathi, erschreck mich nie wieder so! Ich war ganz krank vor Sorge!", nuschelte sie, jedoch unbewusst laut genug, damit Castiel mithören konnte und bei dem Kosenamen 'Nati' nicht um ein Grinsen herum kam. Dann wurde sie plötzlich still, ehe sie an Nathaniels Kleidung roch. "Spätzchen, wieso riechst du so nach Rauch?!"
Trotz ihrem Lächeln konnten die beiden Jungs den drohenden Unterton heraus hören. Nathaniel schluckte nervös. "Ja, also...das...das ist weil...ich...äh"
"Das kommt wahrscheinlich davon, dass ich ihn getragen habe. Gestern habe ich mit einem Freund gegrillt...", sagte Castiel ruhig, während er nur ein leises "Danke!", von Nath, zusammen mit einem schüchternen Lächeln vernehmen konnte.
"Ach, na dann.", grinste seine Mutter nun wieder fröhlich während sie aufstand und zu Castiel lief. "Junger Mann, danke, dass du meinem Jungen geholfen hast! Ohne dich würden wir ihn wahrscheinlich immer noch suchen! Wer weiß, wann, oder ob wir ihn jemals gefunden hätten!" "Jetzt übertrieb doch nicht so, alte Schachtel...ich hab ihn nur getragen, ok?!", dachte sich Castiel genervt, als er plötzlich von der "alten Schachtel" fest in den Arm geschlossen wurde. Geschockt sah er Nathaniel an, welcher sich nur lachend den Bauch hielt. Castiels Gesicht musste in diesem Moment wohl sehr komisch ausgesehen haben. Die roten Wangen und der verwirrte, fast schon etwas hilflose Blick waren ja keine Alltäglichkeit bei dem BadBoy.
Völlig überfordert wusste er gar nicht, was er sagen sollte, als Nathaniels Mutter ihn dann freundlich anlächelte und ihm einmal kurz die Haare verwuschelte, sodass er noch eine Spur roter wurde. Nathaniel hingegen kam aus dem Lachen garnichtmehr heraus. Den Rothaarigen jemals so verlegen und hilflos zu sehen war zu genial!
"Was gibt's denn da zu lachen?!", frage Castiel -schmollender als gewollt. Sein leicht zur Seite gedrehter Kopf, mit dem zu Boden gerichteten Blick und den roten Wangen, dazu die trotzig verschränkten Arme...Das alles ließ Castiel viel schüchterner wirken, als er es eigentlich war. Nathaniel lachte nur noch lauter, mittlerweile liefen ihm schon Tränen vor Lachen über die Wangen. Nathaniels Mutter, sowie die Direktorin besahen das sich bietende Schauspiel nur lächelnd, und auch Castiel begann kurz zu lachen.
Dass die Schulschwester gerade in den Raum gekommen war, bemerkten die Anwesenden erst, als diese sich, wenn auch grinsend, räusperte und so die Aufmerksamkeit der anderen auf sich zog. "Also, Nathaniel. Ich schätze mal so schlimm kann's ja gar nicht sein, hm?", fragte sie grinsend, während sie sich den Drehstuhl schnappte und damit zu dem Blonden hin rollte. Dieser kämpfte noch immer mit dem Lachen, weshalb der Rothaarige die Situation erklären musste.
"...und anscheinend ist er über die Baumwurzel gefallen.", endete er seine Erklärung, während sich seine Gesichtsfarbe -glücklicherweise- wieder normalisiert hatte. Diesmal lachte Nathaniels Mutter. "Spatz, ich weiß ja, dass du manchmal tollpatschig sein kannst, aber das ist zu genial, entschuldige!", kicherte diese, während Nathaniel schmollend eine Unterlippe vorschob, dann allerdings auch leicht grinste.
"Nun ja, so kann ich es schlecht beurteilen, deswegen würde ich sagen, dass sie am besten mit ihrem Sohn ins Krankenhaus fahren, um es dort röntgen zu lassen.", erklärte die Schwester an die Mutter des Blonden gewandt, welche nur verstehend nickte.
Als die Krankenschwester dann wieder in ihrem Büro verschwand, verabschiedete sich auch die Direktorin mit den Worten "Gute Besserung, Nathaniel!", von den drein.
"Äh...Castiel war der Name, nicht?", frage nun wieder Nathaniels Mutter, woraufhin Castiel nickte, "Ok, Castiel, kannst du ihn noch bis zum Auto stützen? Ich hab' zurzeit leider Rückenprobleme, weist du?"
Seufzend sah Castiel die Frau vor ihm an. Die hatte doch Hintergedanken, so wie die ihn vorhin in der Umarmung hochgehoben hatte, konnte die doch nie und nimmer Rückenprobleme haben! Nathaniel schien dasselbe zu denken, denn auch er sah seine Mutter fragend an. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Vor einigen Monaten hatte seine Mutter ein sehr peinliches Gespräch mitgehört und dadurch wohl herausgefunden, dass er...nicht ganz so interessiert an Mädchen war, wie die anderen Jungen in seinem Alter. Daraufhin hatte sie ihn nur ganz stolz angelächelt. Einen Monat später hatte er sie dabei ertappt, wie sie einen Shounen-ai-Manga (Schwulenmanga) gelesen hatte.

Sie hatte jetzt doch nicht vor die beiden zu verkuppeln?!

Doch das -gespielt- unschuldige Grinsen lies keine Zweifel übrig. Beunruhigt sah er sie noch kurz an, als auch schon Castiel neben ihm stand.
"Wollen Sie schnell zum Auto kommen oder haben Sie Zeit?", fragte Castiel noch, bevor er zu dem Blonden sah.
"Je schneller desto besser, würde ich sagen", lächelte die Frau, "Und bitte, sag doch Isabella, so alt bin ich noch nicht!"
"Ok, Isabella.", antwortete Castiel nur, um sich anschließend zum Blonden, der noch immer auf der Bettkante saß, hinunter zu beugen.
Nathaniel errötete kaum merklich, als der Rothaarige seine Arme unter seine Beine und seinen Rücken schob, um ihn dann vorsichtig anzuheben.
"Halt dich fest, sonst fällst du noch...", nuschelte Castiel nur, woraufhin der Blonde nun doch sichtbar errötete und die Arme um Castiels Nacken schlang.
Isabella betrachtete die beiden nur schmunzelnd, ehe sie den beiden die Tür offen hielt und sie hinter sich wieder schloss.
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