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It's the thing to do

GeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Maria deLuca
10.06.2012
10.06.2012
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Disclaimer: Roswell und deren Charaktere gehören The WB, Jason Katims und Melinda Metz!

Spoiler: Alternatives Universum

Erstveröffentlichung: 06. September 2006



It's the thing to do


Blitze zuckten durch die Nacht und der Regen dachte gar nicht daran aufzuhören. Der Donner grollte ständig über der Stadt und brachte bei Maria DeLuca die schrecklichsten Ängste hervor.

Zusammengekauert klammerte sie sich an Michael Guerin und zitterte immer heftiger. Michael hatte seine Arme um sie geschlungen und versuchte sie zu beruhigen, aber es klappte nicht.

Maria hatte solch eine Angst vor Gewittern, dass er von Mal zu Mal weniger wusste, was er tun sollte, damit sie ruhig blieb. Sanft drückt er sie fester an sich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Es soll aufhören", wisperte Maria an seiner Brust und schluchzte leise. Er wünschte sich nichts mehr, als dass dieses verdammte Gewitter endlich aufhörte und sie sich erholen konnte.

Sie kannten sich seit der Grundschule, waren die besten Freunde und Michael tat alles für Maria. Er beschützte sie immer und es tat ihm sehr weh, dass sie solche Qualen durchstehen musste.

Eigentlich hatte sie als Kind nichts gegen Gewitter gehabt, bis sie eines Tages in eines geriet, als sie zu ihm wollte. Völlig verstört hatte sie ein Autofahrer gefunden und ins Spital gebracht.

Später hatte sich herausgestellt, dass Maria über eine Wiese gelaufen war und dort mehrere Blitze neben ihr eingeschlagen waren. Der Donner war immer lauter geworden und nirgends hatte sie Schutz finden können.

Seitdem hatte sie panische Angst vor Gewittern.

Noch heute verfluchte Michael sich, dass er sie damals angerufen und gemeint hatte, sie solle zu ihm kommen. Genauso gut hätte er auch zu ihr gehen können, aber er war immer schon bequem gewesen.

Michael blickte auf sie hinab und spürte, dass sie immer mehr zitterte. Sanft strich er ihr über die blonden Haare und drückte sie an sich. Er blickte aus dem Fenster, wo wieder ein Blitz aufzuckte.

"Shhh, es ist gleich vorbei, ganz ruhig", flüsterte Michael an ihrem Ohr. Maria schluchzte und sah vorsichtig zu ihm auf. "Wirklich?", fragte Maria leise.

Michael nickte, doch schon im nächsten Moment donnerte es wieder und sie zuckte zusammen. Noch mehr verängstigt drückte sie sich an seinen gut gebauten Körper.

Michael rutschte ein Stück hinunter und hob ihr Kinn mit zwei Fingern an. Langsam näherte er sich ihrem Gesicht und Sekunden später küsste er sie sanft auf die Lippen.

Maria erwiderte den Kuss und klammerte sich näher an ihn.

Vorsichtig löste er sich wieder von ihr und blickte in ihre grünen Augen. "Nur zur Beruhigung", flüsterte Michael und lehnte seine Stirn sanft gegen ihre.

Maria nickte fast unmerklich und schloss die Augen, hoffentlich war dieses verdammte Gewitter bald vorbei. Michael blickte in ihr süßes Gesicht und auf einmal überkam es ihn wieder, er musste ihre Lippen küssen.

Sanft strich er über ihre rote Wange und legte seine Lippen noch einmal sanft auf die ihren. Maria war zwar überrascht, doch sie erwiderte den Kuss.

Seine Lippen waren so weich und zart, dass sie alles um sich herum vergaß. Nichts existierte, außer Michael und dieser Kuss. Die Luft wurde immer knapper, doch sie konnten nicht aufhören.

Es war für beide das erste Mal, dass sie so viel bei einem Kuss empfanden. Irgendwie erschreckte sie das, denn sie waren seit Jahren die besten Freunde.

Nach Minuten löste sich Michael von ihr und blickte in ihre Augen. "Ich... ich kann... nicht, nicht aufhören", flüsterte Michael und atmete dabei hektisch.

"Ich auch nicht", entgegnete Maria genauso und dieses Mal war sie es, die ihn küsste. Die Küsse wurden immer leidenschaftlicher und sie wollte nicht, dass dieses Gefühl verging.

So kam es, das sie miteinander schliefen, sich diesem wundervollen Gefühl hingaben und sich liebten, wie es normalerweise nur Verliebte taten und nicht die besten Freunde.

*******

Maria öffnete verschlafen die Augen und bemerkte sofort, dass Michael nicht da war. Noch etwas müde setzte sie sich auf und sah sich in seinem Schlafzimmer um, wo sie gestern Nacht gelandet waren.

Sie strich sich durch die blonden Haare und schloss leise seufzend die Augen, sie hatte mit Michael geschlafen, mit ihrem besten Freund, seit der Grundschule.

Maria hatte keine Ahnung, wie es dazu gekommen war, aber es war toll gewesen, echt großartig und sie verstand die Frauen, die bereits mit ihm im Bett gewesen waren.

Langsam stand sie auf und schlurfte nur im T-Shirt ins Wohnzimmer. Michael stand in der Küche und machte Frühstück. "Guten Morgen", nuschelte Maria und gähnte Herzhaft.

"Morgen", entgegnete Michael und stellte ihr einen Kaffee vor die Nase. "Danke!" Michael nickte freundlich und holte die herrlich duftenden Semmeln aus dem Ofen.

"Auch?", fragte er leise.

Maria nickte und nahm einen großen Schluck von ihrem Kaffee.

"Ähm, wir sollten reden oder?", fragte Maria.

Michael sah von den Semmeln auf und in ihre grünen Augen. "Ja, sollten wir wohl", meinte auch er und setzte sich auf einen der Barhocker, die zur Kücheninsel gehörten.

Doch keiner der Beiden wusste, wie sie anfangen sollten, denn so einfach war das gar nicht. Immerhin hatten sie gestern Nacht Sex gehabt und sie wussten nicht genau, was das zu bedeuten hatte.

"Wenn du willst, kannst du duschen", schlug Michael vor.

"Danke, ich spring dann mal darunter", entgegnete Maria und war schon aus der Küche gegangen. Michael blickte ihr kurz hinterher und trank seinen Kaffee.

*******

Maria schloss leise die Badezimmertür und lehnte sich dagegen. Nie hätte sie gedacht, dass sie und Michael einmal nicht normal miteinander reden könnten.

Aber sie mussten darüber reden, was in der letzten Nacht zwischen ihnen war. Vielleicht ging es nach einer kalten Dusche besser zu reden, also drehte sie das Wasser auf und stellte sich darunter.

Die ganze Zeit ging ihr die letzte Nacht nicht aus dem Kopf, sie wusste, dass sie nichts Falsches getan hatten, was sollte an Sex falsch sein, wenn sie es beide wollten!

Aber sie wusste, dadurch hatte sich alles geändert.

Maria erschrak, als sie plötzlich eine Hand an ihrer Schulter spürte und fuhr herum. Sie blickte in Michaels Gesicht und sie konnte in seinen Augen das lesen, was sie fühlte.

Ohne ein Wort zu sagen, stieg Michael in die Dusche und nahm sie in den Arm. Ihre nackten Körper berührten sich und ihnen fuhr ein warmer Schauer über den Rücken, als sie sich küssten.

Hungrig küsste Michael sie und drückte sie gegen die Wand hinter ihr. "Michael", seufzte Maria und klammerte sich an ihm fest, als er ihren Körper streichelte.

"Ich muss ständig an dich denken, ich kann nicht aufhören, alles drehte sich bei mir um die letzte Nacht und ich will es einfach noch einmal spüren", flüsterte Michael an ihrem Ohr.

Maria bekam eine Gänsehaut, er sprach das aus, was sie nicht konnte, da sie noch etwas verwirrt war, aber es war das, was sie fühlte. Sie blickte in seine Augen und küsste ihn leidenschaftlich.

Michael packte sie an ihrem kleinen Hintern und hob sie etwas hoch, um sich nur Sekunden später mit ihr zu vereinigen. "Michael", stöhnte Maria und klammerte sich an ihn.

"Maria", seufzte Michael an ihren Lippen und küsste sie ein weiteres Mal an diesem Morgen, der nie enden sollte. Aus ihren Köpfen war alles weggeblasen, bis auf dieses Gefühl.

*******

"Du hast mit Michael geschlafen?", fragte Liz fassungslos und starrte ihre beste Freundin total baff an. Maria, die gegenüber von ihr saß nickte und nahm noch einen Löffel mit Eis in den Mund.

"Ja, gestern Nacht und heute Morgen in der Dusche, es ist verrückt, aber es war so schön!", antwortete Maria und strahlte sie aus ihren grünen Augen an.

"Stimmt, das ist verrückt, ihr kennt euch seid ihr sechs Jahre alt wart und ihr seid die besten Freunde", entgegnete Liz. Maria nach noch einen Löffel Eis und seufzte.

"Genau das ist das Verrückte an der Sache, aber trotzdem hat es sich weder falsch noch sonst irgendwie komisch angefühlt. Es war einfach ein irres Gefühl ihn zu spüren", erzählte Maria.

"Na, ich weiß nicht, ob ich dieses Gefühl auch bei Alex hätte", meinte Liz. "Alex ist anders, er ist Alex, für uns ist er wie ein Bruder", antwortete Maria.

"Aber Michael ist doch auch ein Bruder für uns oder etwas nicht?", fragte Liz. "Alex ist einer meiner besten Freunde und er ist auch so was wie mein Bruder, aber bei Michael war es immer schon anders", sagte Maria.

"Er war immer mein bester Freund, aber ich hatte nie das Gefühl, dass er so etwas wie mein Bruder ist", fuhr Maria fort. Liz hörte ihr zu und nickte nachdenklich.

"Glaubst du, du bist in Michael verliebt und er in dich?", fragte Liz und aß weiter an ihrem Eis. Wieder seufzte Maria und nahm einen weiteren Löffel mit Eis in den Mund.

"Ich habe keine Ahnung, es fühlt sich nicht so an wie verliebt sein, es ist total anders, es ist einfach nur toll bei ihm zu sein", beschrieb Maria ihr das Gefühl.

"Oh, DeLuca, da hast du dir eine ganz schöne Sache eingehandelt, einfach so mit Michael schlafen", schüttelte Liz den Kopf und sah prüfend zu ihrer besten Freundin.

"Ich weiß, Schuldig im Sinne der Anklage, aber es war doch so schön!", seufzte Maria verträumt. Sie konnte jetzt noch überall auf ihrem Körper seine Berührung spüren.

Liz lächelte und tätschelte ihre Hand. Sie kannte das Gefühl, sie hatte es jedes Mal, wenn sie mit Max schlief, doch bei Maria schien es irgendwie anders zu sein.

*******

"Du hast mich vor mehr als zwei Stunden angerufen", fing Max seinen Vortrag an. Michael sah ihn an und päppelte den Ball ein weiteres Mal an diesem Tag auf.

"Dass du mich dringen sprechen musst und ich habe alle Termine für heute abgesagt. Jetzt spielen wir hier schon eine Stunde Basketball und Michael, du hast noch kein Wort gesprochen", sagte Max.

Michael päppelte den Ball wieder ein paar Mal auf, nahm Anlauf und versenkte den Ball im Korb, um ihn danach gleich wieder aufzufangen. Er drehte sich zu seinem besten Freund und warf ihm den Ball zu.

"Komm schon, was war so wichtig, dass du mich sofort sehen musstest, raus mit der Sprache", fuhr Max fort und warf den Ball in den Korb. Michael nahm seine Wasserflasche und trank einen großen Schluck daraus.

"Letzte Nacht, da habe ich mit einer Frau geschlafen", fing Michael an. Max, der gerade Anlauf nehmen wollte, blieb stehen. "Das ist nichts Neues, du Aufreißer", grinste Max.

"Aber, was ist, wenn ich diese Frau schon sehr lange kenne und das in und auswendig und mit ihr fast jeden Tag verbringe, ist es dann noch immer nichts Neues?", fragte Michael.

"Kenne ich sie auch oder bist du nur etwas durch den Wind?", fragte Max. "Du kennst sie genauso lange wie ich und du hast ebenfalls sehr viel Zeit mit ihr verbracht, aber du würdest nie mit ihr ins Bett gehen!"

Michael sprach noch immer in Rätseln und Max konnte ihm nicht ganz folgen. "Wer ist es, sag schon und halte mich nicht an der kurzen Leine", sagte Max und nahm einen Schluck Wasser.

"Maria", sagte Michael leise.

"Wo, ich sehe sie nicht", meinte Max verwirrt und blickte sich in der Gegend um. "Nein, sie ist nicht hier, ich habe gestern mit ihr geschlafen", entgegnete Michael.

Max sah zu seinem besten Freund und war sehr erstaunt. "Das ist dein Ernst, habe ich Recht?", fragte er aber doch sicherheitshalber nach. Michael nickte und päppelte den Ball vor sich auf.

"Ja, ich habe mit Maria geschlafen, gestern Nacht und heute früh unter der Dusche und es war einfach unbeschreiblich", antwortete Michael. "Liebst du sie?", fragte Max frei heraus.

Michael starrte in die Ferne und zuckte mit den Schultern.

"Das, was gestern passiert ist, wäre unter normalen Umständen falsch gewesen, aber nicht bei uns, wir fühlten beide, dass es richtig war, aber ich weiß nicht, ob es tiefer geht", sagte Michael und stand auf.

"Ihr solltet miteinander reden", schlug Max ihm vor.

"Leichter gesagt als getan, wenn ich mit ihr in einem Raum bin, dann bekomme ich plötzlich dieses Gefühl und dann ist es um mich geschehen", entgegnete Michael.

Max nickte, so etwas kannte er, es geschah jedes Mal, wenn er mit Liz zusammen war, aber er hatte die Befürchtung, dass es zwischen Michael und Maria anders war.

*******

Maria klingelte bei den Guerins und Sarah, Michaels Mom, öffnete ihr. "Hallo, Maria, schön dich mal wieder zu sehen, wie geht es dir?", fragte Sarah freundlich.

"Danke, ganz gut, ist Michael da?", antwortete Maria.

"In seinem Zimmer, geh ruhig hinauf", lächelte Sarah und verschwand nach einem kurzen Nicken wieder im Wohnzimmer. Maria ginge die Stiegen hinauf und blieb vor seiner Tür stehen.

Dort hing schon seit Jahren ein Schild, das sie immer wieder zum Lächeln brachte. "Zutritt nur für Aliens, die sind genauso unnormal wie ich!" Auch heute brachte sie das zum Lächeln und sie klopfte.

"Herein!", rief Michael von drinnen und Maria öffnete die Tür. "Hey", sagte sie leise und schloss die Tür wieder. "Hey, wie hast du mich gefunden?", fragte Michael und setzte sich auf sein Bett.

"Na ja, in deiner Wohnung warst du nicht und im Café auch nicht, also konntest du nur hier sein", antwortete Maria und setzte sich neben ihn auf das große, weiche Bett.

"Lust auf einen Horrorfilm?", fragte Michael und zeigte auf seine Videosammlung. Maria folgte seiner Hand und lächelte, sie wurde in ihre Kindheit und Jugend zurückversetzt.

Als sie zwischen zwölf und siebzehn waren, hatten sie sich fast jedes Wochenende bis spät in die Nacht Horrorfilme angesehen und Michael musste Maria immer beschützen, denn sie hatte Angst.

Doch heute waren sie beide vierundzwanzig und hatten schon ewig keinen Horrorfilm mehr in seinem alten Zimmer gesehen. "Okay, aber nicht Scream, der ist blöd", meinte Maria und setzte sich im Bett zurück.

Michael nickte und legte einen anderen Horrorfilm ein, schließlich drehte er das Licht ab und setzte sich neben Maria. Die Fernbedienung legte er wie immer auf seinen Nachttisch und automatisch einen Arm um sie.

*******

Obwohl Maria den Film schon kannte, krallte sie sich noch jedes Mal an immer der gleichen Stelle in Michaels Shirt und hielt sich vor lauter Schreck die Augen zu.

Michael lächelte und zog sie dichter an sich. Maria blickte auf und in seine Augen. Plötzlich war wieder dieses Gefühl da, dieses Gefühl unbedingt einander spüren zu müssen.

Maria wollte etwas sagen, doch er legte einen Finger auf ihre Lippen und schüttelte leicht den Kopf. Er wollte nicht reden, sondern nur Taten sprechen lassen.

Maria sah ihn an und schluckte.

Was sie in seinen Augen sah, war das, was auch sie fühlte. Wieso fand sie ihn auf einmal so anziehen, es war erschreckend, schließlich war er ihr bester Freund.

Sie wusste nicht, was alles passieren würde, wenn sie sich wirklich ernsthaft aufeinander einließen und diese Tatsache machte ihr mehr Angst, als sie zugeben würde.

Michaels Kopf kam immer näher und überbrückte die letzten Zentimeter zu ihren Lippen. Sie schloss die Augen und seufzte leise, als sie seine Berührung spürte.

Sanft fuhr er mit seiner Zunge über ihre Lippen und machte sie damit fast wahnsinnig. Nur allzu willig öffnete sie ihren Mund und ließ ihn mit ihrer Zunge spielen.

Gott, er küsste so fabelhaft!

Als sich ihre Zungen trafen, ging ein gewaltiges Zucken durch ihre Körper und dieses Gefühl in ihnen wurde immer stärker. Michael strich unter ihren Pullover und streichelte sanft über ihren Bauch...

*******

New York City war verschneit, wie schon lange nicht mehr. Schnee lag in Hülle und Fülle. Ein eisiger Wind blies durch die Straßen und es war noch kälter als sonst um diese Jahreszeit.

Maria zog ihre Haube mehr über die Ohren und schlang ihre Arme schützend um ihren Körper. Aber das alles half nichts, ihr war noch immer eisig kalt und sie war froh, dass sie nur noch Minuten von ihrem Zuhause entfernt war.

Dort konnte sie sich einen heißen Kakao machen, sich in eine warme Decke einwickeln und einen Film sehen. Zitternd sperrte Maria die Haustür auf und schlüpfte in den warmen Flur hinein.

Endlich war sie nur noch drei Stockwerke von ihrer Wohnung entfernt und sie konnte sich entspannen. Maria klopfte sich den Schnee vom Mantel, holte ihre Post und drückte den Knopf für den Aufzug.

Kurz darauf kam sie im dritten Stock an und ging zu ihrer Wohnungstür. Als sie um die Ecke bog, erschrak sie leicht, denn ein großer Mann stand mit dem Rücken zu ihr vor ihrer Haustür.

Er hörte Schritte und drehte sich um.

Michael lächelte und nahm sie sofort in den Arm, als sie nahe genug bei ihm stand. Er nahm ihr kleines, rotes Gesicht in die Hände, küsste ihre kalte Nase und schließlich ihre, vollen, leicht blauen und kalten Lippen.

Mit seiner Zunge fuhr er über ihre Lippen und bat um Einlass.

Diesen gewährte sie ihm nur all zu gerne. Als sich ihre Zungen berührten, lief Maria ein heißer Schauer über den Rücken und sie keuchte leise in seinen Kuss.

Michael nahm ihr den Schlüssel aus der Hand und sperrte auf, ohne seine Lippen von ihren zu lösen. Stolpernd gingen sie in die Wohnung. Er stieß die Tür mit dem Fuß zu und zog Maria fester in seine Arme.

Außer Atem löste sie sich von seinen Lippen und blickte in seine braunen Augen, die sie anleuchteten. "Hey", lächelte Michael und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Selber hey", brachte Maria nur heraus und küsste ihn gleich noch einmal leidenschaftlich. Michael zog seine und ihre Jacke aus, hob sie an den Hüften hoch und presste sie an seinen Körper.

Maria schlang ihre Beine um seine Hüften und spürte ganz deutlich sein Verlangen nach ihr. Sie fuhr mit den Händen in seine langen, braunen Haare und krallte sich darin fest, denn er bearbeitete äußerst geschickt ihren Hals.

Ein lauteres Aufstöhnen konnte sie sich nicht verkneifen, denn seine Hände fuhren jetzt zu ihrem kleinen Po. "Michael... Schlafzimmer... sofort...", stotterte Maria und er kam dieser Bitte nach...

*******

Erschöpft lagen die Beiden auf dem Bett und versuchten zu Atem zu kommen. Seit zwei Monaten ging das jetzt schon so zwischen ihnen und sie konnten einfach nicht aufhören oder gar genug bekommen.

Maria kuschelte sich an seine nackte Brust und wollte einfach nur hier liegen bleiben, denn es war wie ein Traum, der schon seit Monaten nicht endete und sie wollte auch nicht, dass er endete.

Michael hatte einen Arm um sie gelegt und blickte auf dieses wunderbare Geschöpft hinab. Dieses Gefühl, das er immer wieder hatte, wenn er mit Maria zusammen war, wurde immer stärker.

Sie hatten noch nie darüber gesprochen, immer nur diesem Gefühl freien Lauf gelassen, doch nun mussten sie darüber sprechen, das wusste Michael und heute würde es soweit sein.

"Was hast du?", fragte Maria, die spürte, dass er etwas angespannt war und blickte zu ihm auf. Seine Augen trafen auf ihre und er strich über ihre Wange.

"Dieses Gefühl, immer wenn wir zusammen sind, seit dieser Nacht damals, es wird immer stärker", flüsterte Michael, dabei strich er sanft über ihre Locken.

Maria nickte, ja sie wusste, was er meinte, ihr ging es genauso und sie hatte keinen blassen Schimmer, woher es kam. Immerhin waren sie die besten Freunde und solch ein Gefühl war für sie neu.

"Was machen wir jetzt?", fragte Maria leise und hatte irgendwie Angst vor seiner Antwort. Sie wusste, wie er sein konnte, wenn er mit einer Frau zusammen war, er konnte sie fallen lassen wie eine heiße Kartoffel.

Michael rutschte zu ihr hinunter und blickte fest in ihre Augen.

"Ich weiß nicht, wieso wir dieses Gefühl auf einmal haben, aber ich will es nicht verlieren, ich will dich nicht verlieren", sagte Michael leise und strich über ihre Wange.

"Ich will dich auch nicht verlieren, du bist schließlich mein bester Freund, ohne dich geht gar nichts in meinem Leben", entgegnete Maria genauso leise und lächelte.

Er lächelte ebenfalls und gab ihr einen kurzen Kuss auf die Lippen.

*******

"Hast du Maria gesehen?", fragte Michael und kam in ihr Stammcafé gelaufen. "Nicht seit gestern Nachmittag, wieso?", fragte Liz und blickte ihn irritiert an.

"Ich habe so ein komisches Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt!", antwortete Michael besorgt und setzte sich einen Moment neben sie auf einen der Sessel.

"Hast du sie schon angerufen?", fragte Liz.

"Natürlich! Bei ihr zu Hause, bei ihren Eltern, in der Firma, auf ihrem Handy, nichts, sie ist nirgends", entgegnete Michael leicht nervös, fast schon panisch.

"Keine Sorge, es geht ihr sicher gut, sie wird wahrscheinlich nur viel zu tun haben oder sie schläft, du weißt doch, sie hatte in den letzten Wochen immer diese grauenhaften Kopfschmerzen", meinte Liz.

"Meinst du?", fragte Michael und sah ständig zur Tür. "Wahrscheinlich, mach dir keine Sorgen, sie wird schon wieder auftauchen", machte Liz ihm Mut und lächelte freundlich.

Michael nickte, verabschiedete sich und verließ das Café wieder, E wollte erst mal nach Hause, um zu duschen, danach würde er versuchen sie noch einmal zu erreichen.

*******

Wenig später spazierte Michael durch den Central Park, um einen freien Kopf zu bekommen. Was in den letzten fünf Monaten alles passiert war, war sogar für ihn zu viel.

Seit Maria und er immer wieder dieses Gefühl hatten, war sein Leben noch chaotischer als sonst schon mit ihr. Nie hätte er sich denken können, dass es noch verrückter ging.

Sie war seine beste Freundin und das seit sie in der Grundschule waren und jetzt auf einmal schliefen sie miteinander, brauchten einander noch mehr als sonst und konnten diese Leidenschaft nicht stoppen.

Gedankenverloren setzte er sich auf eine der vielen Parkbanken und starrte vor sich hin, aber eigentlich sah er ins Nichts. Seine Augen sahen zwar etwas, doch er registrierte das alles nicht.

"Helft mir mal!", rief auf einmal ein junger Mann, einige Meter von ihm entfernt. Michael wurde aus seine Gedanken gerissen und sah zu der kleinen Gruppe, die sich inzwischen gebildet hatte.

Er ging näher und da erkannte er Maria, die auf dem Boden lag und sich nicht rührte. "Lasst mich durch, lasst mich durch!", rief Michael und drängte sich zwischen den Leuten hindurch.

"Maria, kannst du mich hören, Maria?", fragte Michael und kniete sich neben sie. "Kennen Sie das Mädchen?", fragte der Mann, der vorhin gerade gerufen hatte.

"Ja", entgegnete Michael knappt und fühlte ihren Puls. "Ich werde einen Krankenwagen rufen", sagte der Mann, der sie gefunden hatte und zückte sein Handy aus der Tasche.

"Nein!", kam es auf einmal von Maria und sie schlug die Augen langsam auf. "Maria, geht es dir gut?", fragte Michael besorgt und half ihr sich aufzusetzen.

"Ja, mir geht's gut, er soll nur keinen Krankenwagen holen, ich will das nicht", entgegnete Maria und lehnte sich an ihn. "Okay, keinen Krankenwagen", sagte Michael und blickte den Mann an.

"Aber, sie muss doch untersucht werden", hielt dieser dagegen. "Danke für ihre Hilfe, das war sehr nett, aber sie will in kein Spital", sagte Michael und half Maria beim Aufstehen.

*******

Michael öffnete leise die Tür und trat ein. Das Zimmer war leicht abgedunkelt, jedoch war das Fenster ein Spalt breit offen und so schien der Mond hinein.

Er ging zum Bett, wo Maria lag und friedlich schlief. Michael setzte sich aufs Bett und betrachtete dieses wundervolle, atemberaubende, niedliche, schlafende Geschöpf.

Vorsichtig strich er ihr ein paar Strähnen aus der Stirn.

Seine Sorge um sie in diesen wenigen Minuten im Park war sehr groß gewesen und er hätte auch lieber einen Arzt gerufen, doch, wenn Maria nein sagte, dann meinte sie das auch so.

Maria öffnete die Augen und blickte zu Michael. "Hey", flüsterte er. Sie sah ihn aus ihren grünen Augen an und versuchte zu lächeln. Michael strich ihr über die Wange und beugte sich zu ihr hinunter.

"Streng dich nicht zu sehr an", flüsterte Michael und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Maria nickte nur und schloss die Augen vor Müdigkeit wieder.

Michael nahm sich ein Buch von ihrer kleinen Bibliothek, setzte sich neben das Bett auf den Boden und las darin. Jedoch war er nicht ganz bei der Sache, seine Gedanken waren bei Maria.

*******

"Michael", hörte er es nach einer ganzen Weile leise vom Bett kommen. Er legte das Buch weg und blickte zu Maria. "Was hast du denn?", fragte Michael sanft und setzte sich aufs Bett.

Maria war noch zu schwach zum Reden deswegen hob sie nur die Decke, um ihm zu zeigen, dass er zu ihr kommen sollte. Er streifte sich die Schuhe von den Füßen und legte sich zu ihr unter die Decke.

Sanft nahm er sie in den Arm und drückte sie an sich. Maria seufzte leise und kuschelte sich an ihn, sie war so froh, dass er bei ihr war, dass sie sogleich wieder einschlief.

Michael strich sanft durch ihre Haare und beobachtete sie im Schlaf, wo sie noch wundervoller war, wie er fand. Auch, wenn Maria nicht davon überzeugt war, sie fand sie sah furchtbar aus, wenn sie schlief.

*******

Müde schlug Michael die Augen auf und blickte in Marias schlafendes Gesicht. Sanft drückte er ihr einen Kuss auf die Stirn und stieg vorsichtig aus dem Bett, sie sollte noch etwas schlafen.

Leise verließ er das Zimmer und ging die Stiegen hinunter. Unten angekommen, traf er auf Amy und Jim. "Morgen, Michael, ich wusste gar nicht, dass du da bist", sagte Amy freundlich und umarmte ihn.

"Ich kam gestern sehr spät, ich hoffe es hat euch nichts ausgemacht?", fragte Michael. "Nein, nein, es ist immer wieder schön, dich im Haus zu haben, bis später", lächelte Amy und verabschiedete sich mit Jim.

Er blickte ihnen kurz nach und holte sich danach einen Kaffee aus der Küche, den die Haushälterin sicher schon gemacht hatte. "Morgen", gähnte Michael, als er in die Küche kam und Kyle beim Küchentisch sitzen sah.

"Hey, Mann, wie geht's?", fragte Kyle und las seine Zeitung. "Ging mir schon mal besser, was ist mit dir?", entgegnete Michael und setzte sich zu ihm an den Tisch.

"Hey, ist echt hart gewesen in den letzten Tagen", antwortete Kyle und legte seine Zeitung weg. Die jungen Männer sahen sich an und stießen dann mit ihren Fäusten gegeneinander.

"Ruf an, wenn irgendwas mit Maria sein sollte", sagte Kyle. "Mach ich, bis später", meinte Michael und ging wieder ins Schlafzimmer, um nach Maria zu sehen.

*******

"Michael, wieso hast du denn die Rollo nicht hinaufgezogen?", fragte Maria und schlug die Decke weg. Michael, der nach einem T-Shirt suchte, drehte sich zu ihr und lachte leise.

"Witzig, Maria, die Sonne scheint heller ins Zimmer als alles andere!"

"Du bist witzig, hier ist es stockdunkel, also bitte ziehe die Rollo hinauf", sagte Maria und kuschelte sich in die Decke zurück. Michael stand etwas geschockt auf und ging zum Bett.

Langsam setzte er sich aufs Bett und zog sie am Arm hoch. Sie erschrak leicht und hielt sich an ihm fest. "Maria, ich schwöre dir die Rollo ist oben", sagte Michael.

"Hör auf mich zu verarschen, Guerin, das ist nicht mehr lustig", grummelte Maria. Michael wusste nicht, wie er ihr verständlich machen konnte, dass er keine Scherze mit ihr trieb.

Schließlich nahm er sie an der Hand und führte sie zum Fenster.

"Ich mache jetzt das Fenster auf und zeige dir, dass die Rollo oben ist", sagte Michael und hielt sie im Arm. Maria streckte die Hand aus und griff ins Leere - die Rollo war hinaufgezogen.

"Michael", sagte Maria und in ihr stieg Panik hoch. Besorgt fuchtelte er mit der Hand vor ihren Augen herum, doch nichts passierte, sie zwinkerte nicht einmal.

Langsam führte er sie zum Bett zurück, damit sie sich setzen konnte.

"Was ist los, wieso sehe ich nichts?", fragte Maria aufgebracht und tastete nach ihm. "Ich weiß es nicht, aber ich werde dich sofort ins Spital bringen", antwortete Michael, der ihre Hand in seiner hielt.

*******

"Michael, was ist passiert?", fragte Amy und lief auf ihn zu. "Sie sieht nichts, der Arzt ist noch nicht von der Behandlung zurück, wir müssen warten", antwortete Michael.

Amy setzte sich total aufgelöst und schüttelte den Kopf. "Wir hätten sie gestern schon herbringen sollen, warum höre ich auch auf sie", sagte Amy verzweifelt.

"Du kannst nichts dafür, sie ist Maria und sie war gestern völlig gesund, bis auf das, dass sie hungrig war und sehr müde", entgegnete Michael und legte einen Arm um sie.

Amy nickte, da hatte er auch wieder Recht.

Wenn Maria sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann machte sie das auch, da ging kein Weg daran vorbei. Amy lehnte sich an seine Schulter und war froh, dass er da war.

"Gehören Sie zu Mrs. DeLuca?", fragte der Arzt nur Augenblicke später. Beide sahen auf und nickten. "Ja, ich bin ihre Mutter", sagte Amy und gab ihm die Hand.

Der Arzt sah sie freundlich an und schüttelte ihre Hand, bevor er zu sprechen begann. Amy und Michael hörten im aufmerksam zu und hofften auf nichts Schlimmes.

"Nach gründlichen Untersuchungen haben sich unsere ersten Vermutungen bestätigt, ihre Tochter hat einen Tumor im Kopf, der auf ihren Sehnerv drückt, deswegen ist sie blind", erklärte der Arzt.

Geschockt darüber, was sie gerade gehört hatte, setzten sich Amy und Michael gleichzeitig auf ihre Sessel zurück. Ihre Hoffnung war in nur ein paar Sekunden zerstört worden.

"Ich weiß noch nicht, ob der Tumor gut oder bösartig ist, das kann ich erst feststellen, wenn wir eine Probe davon genommen haben", sprach der Arzt weiter.

"Hatte Maria wegen dem Tumor in den letzten Wochen so oft Kopfschmerzen?", fragte Michael. Er machte sich Vorwürfe, dass er sie nicht schon eher zum Arzt gebracht hatte.

"Ja, er drückt ziemlich stark auf ihren Sehnerv und löst unter anderem auch starke Kopfschmerzen aus", antwortete der Arzt. "Wollen Sie, dass ich mit Ihnen zu Ihrer Tochter gehe?"

Amy schüttelte den Kopf.

"Nein, danke, das ist lieb, aber ich glaube sie sollte es von uns hören", entgegnete Amy. Der Arzt nickte und verabschiedete sich von den Beiden, damit sie zu Maria konnten.

*******

"Michael?", fragte Maria, als sie hörte, dass die Tür geöffnet wurde. "Ja, ich bin es", antwortete er und setzte sich zu ihr auf das Bett. Sofort nahm er sie in den Arm und drückte Maria fest an sich.

"Hallo, mein Schatz", sagte Amy auf der andere Seite des Bettes und nahm Marias Hand. "Hey, Mom", entgegnete Maria und lächelte. Amy lächelte ebenfalls, doch dann fiel ihr wieder ein, dass Maria das ja nicht sehen konnte.

"Was hat der Arzt gesagt?", fragte Maria und lehnte dabei noch immer an Michaels Schulter. Amy blickte zu Michael und atmete tief durch, sie musste Maria nun die Wahrheit sagen.

"Maria, Schatz, du hast einen Tumor im Kopf, der auf deinen Sehnerv drückt und deswegen hattest du in den letzten Wochen auch so starke Kopfschmerzen", erklärte Amy ihr.

"Einen Tumor?", fragte Maria noch einmal nach. "Ja und sie müssen noch eine Biopsie machen und dann feststellen, ob der Tumor gut- oder bösartig ist", fuhr Michael statt Amy fort.

"Die, die bohren sich in meinen Kopf?", fragte Maria weiter und ihr wurde sehr mulmig zu mute. "Ja, aber danach wissen sie, wie sie dich richtig behandeln können", antwortete Amy und hielt weiterhin ihre Hand.

"Nein, ich will das nicht, nein!", entgegnete Maria und schüttelte den Kopf, auf gar keinen Fall, würde sie sich aufschneiden lassen. Niemand bohrte an ihrem Kopf herum!

"Aber sie müssen es machen, sonst weißt du nicht, was in deinem Kopf heranwächst", versuchte Amy sie umzustimmen. Maria bekam Panik und klammerte sich an Michael fest.

"Shhh, ganz ruhig, shhh", flüsterte Michael und drückte sie fest an sich. Er sah zu Amy und sein Blick sprach Bände. Amy nickte und verließ leise das Zimmer.

*******

"NEIN, auf gar keinen Fall!", rief Maria aufgebracht und funkelte ihre Mom aus ihren grünen Augen böse an, auch, wenn sie ihre Mom nicht sah, sie konnte erahnen, wo diese stand.

"Maria, bitte sei doch nicht so stur, es geht hier schließlich um deine Gesundheit!", sagte Amy verzweifelt und setzte sich wieder zu ihr auf das Bett.

"Ja genau, um meine Gesundheit und ich will das nicht, ich will das einfach nicht und damit basta", entgegnete Maria und verschränkte demonstrativ die Arme vor der Brust.

Amy seufzte leise und blickte aus dem Fenster. Seit drei Tagen versuchte sie nun schon Maria davon zu überzeugen, dass sie eine Biopsie machen sollte, doch sie weigerte sich immer wieder.

Auch auf Liz und Isabel hörte sie nicht, genauso wenig wie auf Max, Kyle und ihren Dad oder gar auf die Ärzte. "Darf ich hinein kommen?", fragte Michael, der den Kopf in die Tür steckte.

Amy drehte sich zu ihm und nickte. "Ja, komm rein, ich muss sowieso gehen", antwortete Amy. Michael nickte lächelnd und betrat nun ganz das kleine Krankenzimmer.

"Machs gut, mein Schatz, ich komme morgen wieder", verabschiedete Amy sich und umarmte Maria. "Bis morgen, Mom", sagte Maria und lächelte sie an. Amy klopfte Michael noch auf die Schulter und ging.

"Wie geht es dir?", fragte Michael besorgt und setzte sich zu ihr auf das Bett. Maria griff nach seinem Arm und kuschelte sich fest an seine starke Brust.

"Jetzt besser! Alle reden auf mich ein und ich bekomme davon immer mehr Kopfschmerzen!", antwortete Maria leise und atmete tief an seiner Brust durch.

Michael strich durch ihre Haare und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Was er ihr jetzt sagte, das würde sie sicher nicht freuen, aber er musste es ihr sagen.

"Ich weiß, das willst du nicht hören, aber vielleicht solltest du...", fing Michael an doch Maria schnitt ihm das Wort ab. Böse funkelte sie ihn aus ihren grünen Augen an und rückte ein Stück weg.

"Fällst du mir auch in den Rücken oder was?", fragte Maria sauer und sah in die Richtung, von der seine Stimme kam. Sie konnte nicht glauben, was sie da hörte.

"Nein, ich will nur einfach, dass du wieder sehen kannst und dass du keine Kopfschmerzen mehr hast, ich habe in den letzten Wochen nur allzu gut mitbekommen, wie du gelitten hast!", antwortete Michael.

Maria schloss die Augen und schüttelte den Kopf.

"Ich will das nicht, ich will nicht, dass jemand in meinen Kopf herumbohrt, ich will es einfach nicht!", entgegnete Maria leise und zerknüllte die Decke.

"Okay, dann akzeptiere ich das, ich werde dich nie wieder danach fragen, versprochen", sagte Michael genauso leise und nahm sie wieder fest in den Arm.

Maria kuschelte sich an ihn und vergrub ihren Kopf in seinem Nacken.

*******

"Wie sie ist verschwunden?", fragte Amy aufgebracht und sah den Arzt und die Schwester aufgebracht an. "Wir wissen nicht, wie sie verschwunden ist, aber sie ist es", sagte der Arzt verzweifelt.

"Haben Sie denn keine Sicherheitsleute?", fragte Amy noch aufgebrachter, als vor ein paar Minuten. "Doch, aber nicht auf dieser Station, das ist hier nicht nötig, normalerweise", gestand die Schwester.

"Ich sage Ihnen finden Sie meinte Tochter!", zischte Amy. "Sonst können Sie etwas erleben!" "Wir geben unser Bestes, aber weit kann sie nicht gekommen sein immerhin ist sie blind", entgegnete der Arzt.

Amy blickte ihn an und lachte leise. "Das weiß ich auch, Sie Vollidiot!" Sie sah ihn noch einmal kurz an und verließ danach das Spital, um selbst auch nach Maria zu suchen.

*******

"Maria?", fragte Michael verwundert, als sie plötzlich vor ihm in der Tür stand und das mitten in der Nacht. Wortlos streckte sie die Hand aus und berührte seine Brust.

Sekunden später fiel sie ihm um den Hals.

"Wie kommst du hier her?", fragte er leise, nachdem sie sich auf die Couch gesetzt hatten. "Ich bin dort weggelaufen, ich habe es nicht mehr ausgehalten", gestand Maria und wickelte sich fester in die Decke.

Es war kalt und sie hatte nicht viel angehabt und nun fror sie fürchterlich. Michael hatte die Heizung aufgedreht und ihr eine warme Decke geben, danach hatte er ihr einen Tee gemacht.

"Du bist aus dem Spital ausgerissen, aber die werden dich suchen, ich werde anrufen und sagen, dass du in Sicherheit bist", sagte Michael und nahm sein Telefon in die Hand.

Maria hatte sich an ihn gekuschelt und war in einen leichten Schlaf gefallen. "Ja, geben sie mir bitte Doctor West", sagte Michael und drückte Maria an sich.

Er wurde verbunden und hatte wenige Sekunden später den Arzt in der Leitung. "Hier spricht Michael Guerin, ich wollte Ihnen mitteilen, dass Maria DeLuca bei mir ist, sie ist in Sicherheit", sagte Michael.

"Das ist schön zu hören, Mr. Guerin. Wann bringen Sie Miss DeLuca wieder?", fragte Dr. West erleichtert. Es hätte so viel passieren können und er machte sich Vorwürfe, dass er nicht besser aufgepasst hatte.

"Ich melde mich morgen noch einmal, gute Nacht", antwortete Michael und legte auf, um gleich darauf Amy anzurufen. Der fiel ein Stein von Herzen, als sie hörte, dass ihre Tochter bei Michael war.

Maria war einstweilen wieder aufgewacht und hatte den Kopf zu ihm gedreht. "Wie bist du hier her gekommen, du siehst doch gar nichts", sagte Michael leise und strich durch ihre Haare.

"Doch, mein rechtes Auge, ich konnte damit etwas erkennen", entgegnete Maria. "Aber es war nur kurz, jetzt ist es wieder weg!" Michael nickte und drückte sie fest an sich.

"Lass uns schlafen gehen, es ist mitten in der Nacht und wir brauchen beide Ruhe", sagte Michael und nahm sie auf den Arm, um sie ins Schlafzimmer zu tragen.

Ohne Widerstand ließ sie es zu und kuschelte sich an ihn, sie war ja so müde. Vorsichtig legte Michael sie aufs Bett und deckte sie mit der Bettdecke zu.

Sofort kuschelte sie sich in die Kissen und seufzte zufrieden. Michael drehte das Licht ab, so dass nur noch der Mond ins Zimmer schien und kuschelte sich zu ihr.

"Gute Nacht, Maria, schlaf gut", flüsterte Michael und küsste sie sanft auf die Lippen. "Gute Nacht, Michael", entgegnete Maria genauso flüsternd und kroch näher zu ihm.

Michael legte einen Arm um sie und betrachtete sie beim Schlafen.

Er wusste, dass sie nie einer Biopsie zustimmen würde und das machte ihn traurig, denn sie würde wahrscheinlich nie wieder sehen können, die Kopfschmerzen würden auch nicht weggehen.

Das konnte er, so glaubte er noch alles verkraften, aber, was er nicht verkraften konnte, war, dass sie vielleicht starb, wenn dieser Tumor bösartig und somit Krebs war?

*******

"Michael, mein Junge, wir müssen dringend mit dir reden", sagte Sarah Guerin, ein paar Tage später, ernst und setzte sich mit ihrem Mann Mitch auf die Couch.

Michael sah seine Eltern verwundert an.

Was war los? Sonst redeten sie auch nicht sehr viel und nun hörte es sich auch sehr ernst an. "Was ist los?", fragte Michael beunruhigt und setzte sich gegenüber von seinen Eltern in den Couchsessel.

"Es gibt etwas, dass wir dir sagen müssen und es wird nicht leicht sein, das zu glauben", antwortete Mitch und beugte sich nach vorne. Auch seine Mutter tat dies.

"So schlimm?", fragte Michael und machte sich ernsthafte Sorgen um seine Eltern, so ernst waren sie das letzte Mal vor etwas mehr als zehn Jahren gewesen.

"Es geht um Maria, wir wissen, dass sie sich nicht behandeln lassen will und sonst gibt es keine andere Methode, wie die Ärzte herausfinden können, was mit ihr los ist", fuhr Mitch fort.

"Das weiß ich, kommt schon aufs Thema, das scheint euch ja sehr ernst zu sein", sagte Michael und wurde immer ungeduldiger. "Du weißt doch noch aus welcher Stadt wir kommen, mein Junge", sagte Sarah.

"Ja, aus Roswell, zum Glück sind wir von dort weg", meinte Michael und grinste. Er konnte sich noch erinnern, dass dort immer Typen herum liefen und 'Die Aliens kommen, die Aliens kommen', herum schrieen.

"Aber in Roswell liegt die Lösung für Marias Problem, dort kann ihr geholfen werden", entgegnete Sarah. Etwas verwundert sah Michael seine Mutter an.

"Wie, gibt es dort einen Arzt, der ohne Biopsie herausfinden kann, ob der Tumor Krebs ist oder nicht?", fragte Michael total erstaunt. "Nein, Michael, kein Arzt, nur du alleine kannst das", antwortete Mitch.

"Ich?", fragte Michael und musste sich das Lachen verkneifen, seine Eltern scherzten ja heute gewaltig. "Kein Scherz, mein Junge, es ist die Realität, du kannst ihr helfen, aber es darf niemand wissen", sagte Sarah.

"Kommt schon, der Spaß hat sein Ende, was ist der wirkliche Grund dafür?", fragte Michael. "Michael, diesen Ufoabsturz gab es wirklich, wir waren dabei und wir konnten fliehen", sagte Mitch.

"Ihr wart dabei, wie dabei?", fragte Michael verwirrt. "Wir sind von einem anderen Planeten und wir mussten in der Wüste Notlanden", antwortete seine Mom.

"Das ist euer Ernst oder?", fragte Michael noch einmal nach. Seine Eltern nickten, es war ihnen todernst, was sie ihrem Sohn sagten. "Wieso sagt ihr mir das gerade jetzt?", fragte Michael weiter.

"Wegen Maria, nur du kannst sie von diesem Tumor befreien", sagte Mitch. Er hoffte sehr, dass Michael schnell akzeptierte und verstand, dass sie die Wahrheit sprachen.

"Ich bin ein Alien und soll meine beste Freundin vor dem Tod retten, wenn es sonst nichts ist", meinte Michael und lehnte sich in seinem Sessel zurück.

"Michael, bitte hör uns genau zu, es ist die Wahrheit und du musst daran glauben", sagte Sarah, die zu ihm ging. Er stand auf und sah seine Mom noch immer sehr verwirrt an.

"Ich glaube ich brauche frische Luft!"

*******

Kurz darauf lief Michael durch den Central Park und dachte über das nach, was ihm seine Eltern vor wenigen Minuten erst gesagt hatten. Sie waren von einem anderen Planeten und nur er konnte Maria helfen.

Total durcheinander sah er zu den Sternen und strich sich durch die Haare, noch vor einer halben Stunde war er Michael Guerin, ein vierundzwanzigjähriger New Yorker gewesen und jetzt war er ein Alien.

Von Filmen wusste er ziemlich viel von Außerirdischen, doch nie hätte er gedacht, dass es wirklich so sein könnte und dass ausgerechnet er einer sein sollte.

Plötzlich überkam ihn wieder dieses Gefühl, das in den letzten Monaten immer stärker wurde. Sein Herz sagte ihm, dass es die Wahrheit war, die ihm seine Eltern erzählt hatten und er wusste, was er zu tun hatte.

Michael musste mit Maria nach Roswell, New Mexico fahren und sie dort von diesem Tumor heilen. Das war leichter gesagt als getan, denn Maria würde ihm die Story nie abkaufen.

Wenn er sie heilen würde, was würde dann passieren, würde sie ihn dann noch genauso mögen wie vorher? Michael wusste es nicht, denn oft war Maria unberechenbar, so wie mit dieser Biopsie.

Jeder hatte ihr zugeredet und sogar die Konsequenzen dargelegt, doch sie hatte immer nein gesagt. Sie wollte das nicht und dabei blieb sie, da führte kein Weg daran vorbei.

Seufzend setzte er sich auf eine Parkbank und überlegt.

In den nächsten Tagen würde viel auf ihn zukommen und er hoffte inständig, dass sie beide es gut überstehen würden und dass ihre Freundschaft nicht darunter litt.

*******

"Ich glaube euch und wie funktioniert es?", fragte Michael, als er wenig später durch die Küchentür trat. Seine Eltern saßen beim Küchentisch und unterhielten sich leise.

"Ich werde es dir zeigen und du musst einige Tage dafür trainieren, denn sonst kann es sein, dass es nicht klappt", antwortete Mitch freundlich und auch erleichtert.

Michael nickte und setze sich an den Küchentisch. Mitch nahm ein Blatt Papier und legte seinen Finger darauf. "Ich konzentriere mich und das Blatt wird Blau", sagte sein Dad.

Sein Sohn sah auf das Papier und nur Sekunden später konnte er miterleben, wie sich das Blatt von Weiß in Blau verwandelte. Total erstaunt starrte er darauf und nahm es in die Hand.

"Cool", war das Erste, was er sagte und sah seine Eltern an. "Das ist einfach, dass hast du in ein paar Minuten drauf, aber einen Menschen von einem Tumor heilen ist schwieriger", sagte Mitch.

Michael nickte registrierend, das hatte er sich schon gedacht.

Er nahm das blaue Blatt noch einmal in die Hand, schloss die Augen, konzentriert sich und dachte an die Farbe Gelb. Als er wenige Sekunden später die Augen wieder aufschlug, war es Gelb.

Es hatte beim ersten Versuch geklappt und er würde weiter machen, denn Marias Leben stand auf dem Spiel und er musste in wenigen Tagen soweit sein, dass er sie heilen konnte.

*******

"Wo fahren wir hin?", fragte Maria, als Michael sie von dem Haus ihrer Eltern abholte. "Wir fahren nicht, wir fliegen und das sage ich dir unterwegs", meinte Michael und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.

"Pass gut auf sie auf, Michael", sagte Amy und umarmte ihn. "Keine Sorge, sie ist in guten Händen", antwortete Michael lächelnd und packte Marias Tasche in den Kofferraum seines Autos.

"Lass es dir gut gehen, mein Schatz, ich habe ich lieb", sagte Amy und umarmte auch Maria. "Okay, Mom, bis bald", meinte Maria und ließ sich von Michael in den Wagen helfen.

"Ich melde mich, wenn wir angekommen sind", verabschiedete Michael sich und stieg in den Wagen. Amy stand in der Einfahrt und winkte ihnen, bis sie nicht mehr zu sehen waren.

*******

Eine Stunde später saßen Maria und Michael im Flugzeug und warteten, bis die Maschine startete. "Wo geht es hin?", fragte Maria und sah in Michaels Richtung.

"Nach Roswell", antwortete Michael und legte einen Arm um sie. "Was machen wir denn dort?", fragte Maria total verwundert, das war doch sicher das langweiligste Kaff in den ganzen USA.

"Urlaub, was dachtest du denn", meinte Michael und drückte sie an sich.

"Na, wenn du meinst, Guerin", entgegnete Maria und lehnte sich schläfrig an seine Schulter. Michael blickte zu ihr und lächelte, das waren so typische Antworten für sie.

Ein paar Minuten später setzte sich das Flugzeug in Bewegung und die Reise konnte losgehen. Michael sah noch einmal kurz zu Maria, die friedlich eingeschlafen war und blickte dann aus dem Fenster.

Er dachte an die vergangen drei Wochen, in denen er jede freie Minute damit verbracht hatte seine Kräfte zu benutzen, zu kontrollieren und richtig einzusetzen.

Sein Dad hatte mit ihm klein angefangen, zuerst mit Farbveränderungen und danach kamen Formveränderungen an die Reihe. Das beherrschte er ziemlich schnell und Mitch war sehr zufrieden mit ihm.

Er hatte immer schon gewusst, dass sein Sohn ein Naturtalent war und war jedes Mal noch begeisterter, wenn Michael etwas schaffte. Michael selbst war auch sehr froh, dass es so gut klappte!

Nach drei Tagen gingen sie an schwierigere Sachen, so zermanschte Mitch ein paar Früchte und Michael musste sie wieder richtig zusammensetzten. Dazu brauchte er schon etwas mehr Kraft und es klappte auch nicht immer.

Jedoch verzweifelte Michael nicht daran. Sein Dad half ihm wo er nur konnte und zeigte ihm in den Pausen, auf der Landkarte wo die Höhle lag in die er mit Maria musste.

Sie war etwas außerhalb von Roswell in einem Felsen versteckt und war nur zu finden, wenn man es wusste und ein Außerirdischer war, der die Fähigkeiten besaß diese Höhle zu öffnen.

Mitch hatte ihm eine Karte und ein Bild von dem Felsen mitgegeben, damit sie nicht lange suchen mussten. Noch dazu hatte er ihm einen bernsteinfarbenen Stein gegeben.

Es war ein Stein von Antar, seinem Planeten und dieser Stein würde seine Heilkraft noch verstärken. Doch er musste sehr gut aufpassen, es könnte auch zu viel Kraft freigesetzt werden und das war nicht immer gut.

Michael hatte die Verantwortung auf sich genommen und versprochen sehr gut darauf aufzupassen, was er tat. Es würde nicht leicht werden Maria zu heilen, denn sie war kein kleiner Vogel, sie war eine ausgewachsene Frau.

Nach einer Woche üben hatte Mitch im Park verletzte Vögel gesucht und sie Michael dann heilen lassen. Bei zwei Vögel hatte es geklappt, sie waren danach weggeflogen wie, wenn sie nie etwas gehabt hätten.

Jedoch hatte er die Maus nicht retten können, seine Kräfte hatten nachgelassen und auch der Stein hatte nichts geholfen, die Maus starb. Mitch hatte ihm erklärt, dass auch diese Kräfte manchmal nicht halfen.

Das war der erste Rückschlag, der Michael sehr ans Herz ging, denn es hätte auch Maria sein können. Er würde es nicht verkraften wenn Maria dabei starb.


*******

"Michael?", fragte Maria verschlafen und drehte den Kopf zu ihm. "Was hast du denn?", entgegnete Michael und strich durch ihre Haare. "Wann sind wir da?", fragte Maria.

"In einer Stunde, mein Schatz", flüsterte Michael und küsste ihre Stirn. "So etwas hast du noch nie zu mir gesagt", antwortete Maria leise. Er küsste noch einmal ihre Stirn und nickte, doch sie sah es ja nicht.

"Ich weiß, ich habe es noch nie zu jemanden gesagt und du bist wohl die Einzige, die das jemals zu hören bekommt", meinte Michael genauso leise und küsste wieder ihre Stirn.

"Das ehrt mich richtig, Guerin", lächelte Maria. Michael küsste sie sanft auf die Lippen und auf einmal durchfuhr beide ein weiteres Mal dieses wahnsinnige Gefühl.

Außer Atem lösten sie sich voneinander.

"Michael, wir können nicht", flüsterte Maria an seinen Lippen. "Du hast Recht, wir müssen dieses Mal dem Gefühl widerstehen, auch, wenn meine Hose gerade eine andere Sprache spricht", entgegnete Michael.

Maria grinste und lehnte sich wieder an seine Schulter. "Na, dann denk mal schön an etwas anders", meinte Maria. "Max in Strapsen müsste eigentlich reichen", antwortete Michael.

"Reicht völlig aus!", lachte Maria und kuschelte sich noch näher an ihn.

*******

"Sieht klasse aus", meinte Maria, als sie endlich in ihrem Hotelzimmer angekommen waren. Total entgeistert sah Michael sie an und packte sie an ihren Schultern.

"Kannst du was sehen?", fragte er.

"Nein, war nur ein kleiner Scherz", lächelte Maria und setzte sich mit ihm aufs Bett. "Mach bitte keine Scherze mit mir, das ist nicht komisch", entgegnete Michael und man merkte, dass es ihn sehr mitnahm.

"Tut mir leid, Michael, ich wollte dich nicht verletzten", sagte Maria und fühlte seine Wange. Wortlos zog er sie in seine Arme und drückte sie fest an sich.

"Ich wünschte nur, du könntest wieder sehen, das ist alles, dann kannst du von mir aus wieder so viele Scherze machen, wie du nur willst", antwortete Michael leise und küsste sie kurz.

Maria nickte, sie verstand ihn ja, aber sie wollte eben keine Biopsie machen lassen. Das war viel zu gefährlich und die würden in ihrem Kopf herum bohren, nein das würde sie nicht mit sich machen lassen.

Sanft löste sich Michael von ihr und sah in ihre grünen Augen, die ihn einfach nur ansahen, ohne eine Regung zu zeigen. "Was ist?", fragte Maria, die spürte, dass Michael irgendetwas hatte.

"Nichts, es ist nichts, ich bin einfach nur froh, endlich mal abschalten zu können, das ist alles", antwortete Michael und verschwieg ihr noch, was er wirklich vorhatte.

Sie zog sein Gesicht zu sich und lächelte.

"Wir sitzen hier auf einem sicher riesigen Bett und Max brauchst du dir jetzt nicht mehr vorstellen, sondern nur mich", flüsterte Maria und küsste ihn leidenschaftlich.

Michael erwiderte den Kuss genauso leidenschaftlich und verdrängte alles aus seinem Gehirn, bis auf dieses Gefühl. Sanft zog er sie zu sich und legte sich mit ihr in die weichen Polster...

*******

Maria wachte mitten in der Nacht auf, da Michael nicht mehr neben ihr lag. Leise setzte sie sich auf und spürte einen warmen Luftzug, der vom Balkon kam.

Vorsichtig stieg sie aus dem Bett und mit ausgestreckten Armen ging sie in diese Richtung. Michael hatte bemerkt, dass Maria zu ihm gekommen war und berührte ihre Hand, als sie nah genug bei ihm war.

"Kannst du nicht schlafen? Es muss doch noch mitten in der Nacht sein", sagte Maria. "Ja, kurz nach fünf Uhr früh und die Sonne wird gleich aufgehen."

"Ich wünschte, du könntest das sehen, es ist wunderschön, ich habe als Kind jeden Tag der Sonne zugesehen", antwortete Michael und legte einen Arm um ihre Schulter.

"Ich kenne Sonnenaufgänge, die sind wirklich schön", entgegnete Maria und kuschelte sich an ihn. "Aber die hier in Roswell sind wundervoll, es ist immer wieder ein Spektakel für mich", sagte Michael und seufzte leise.

"Was liegt dir auf dem Herzen?", fragte Maria nach einer Weile.

"Nichts", antwortete Michael schummelnd. "Ich kenne dich lange genug um zu wissen, dass dich etwas bedrückt, also raus mit der Sprache", forderte Maria ihn auf.

"Okay, du hast Recht, ich muss mit dir reden und ich weiß nicht, wie du darauf reagieren wirst", antwortete Michael und ging mit ihr zurück ins Zimmer, damit sie sich setzten konnte.

"Ist es denn so schlimm?", fragte Maria verwundert, sie hatte ja keine Ahnung. "Na ja, nicht schlimm für mich, ich konnte damit umgehen, aber bei dir bin ich mir nicht so sicher", meinte Michael.

"Bist du schwul?", fragte Maria frei heraus.

Michael hätte fast angefangen zu lachen. "Nein, nein, das auf gar keinen Fall, sonst hätte ich nicht vor ein paar Stunden mit dir geschlafen, nein das ist es nicht", sagte Michael.

Er atmete tief durch und nahm ihre Hände in seine. "Was du jetzt gleich erleben wirst, ist die reine Wahrheit, nichts davon ist erfunden, das schwöre ich bei meinen Leben", sagte Michael leise.

"Okay", antwortete Maria und wurde nicht schlau aus ihm.

So komisch hatte er sich noch nie verhalten, noch nie seit sie ihn kannte, vielleicht kam es daher, dass er jetzt wieder in Roswell war, sie hatte keine Ahnung.

Er erinnerte sich, was Mitch ihm noch gezeigt hatte.

Die ganzen Erinnerungen, die sein Dad in seinem Kopf gespeichert hatte, hatte er Michael mit einer Vision geschickt und ihm gesagt, dass auch er das kann, aber nur, wenn er es zuließ und wenn es die richtige Person war.

Michael nahm seinen ganzen Mut zusammen, drückte Marias Hände in seinen und schickte ihr mit seinen Kräften diese Vision. Sekunden später sah Maria vor ihren geistigen Augen alles.

Erschrocken zog sie die Hände zurück, als die Vision vorbei war und blickte ihn geschockt an, auch wenn ihre Augen das nicht ausdrückten, er wusste es einfach.

"Maria?", fragte Michael leise.

"Du bist das, du bist ein... ein Außerirdischer", flüsterte Maria und er hörte, dass sie ihn das nicht fragte, sondern dass es eine reine Feststellung war.

"Geht es dir gut?", fragte Michael, da Maria in den nächsten Minuten nichts mehr sagte. Irritiert blickte sie auf und starrte ihn aus leeren, grünen Augen an.

"Ich... du... bist ein Alien... Alien... Michael, das ist doch... u... unmöglich", stotterte Maria. Selten hatte es Maria so dermaßen die Sprache verschlagen.

"Du hast gesehen, was passiert ist und ich habe dir doch geschworen, dass ich dir die Wahrheit sage. Maria, du weißt, ich könnte dich nie anlügen!", antwortete Michael.

Maria nickte, das stimmte, er hatte sie noch nie angelogen und er würde es auch nicht, vor allem nicht in so einer Sache. Sie glaubte ihm, er war ihr bester Freund und er war noch viel mehr, er war ihr Leben.

"Michael, ich liebe dich", flüsterte Maria und tastete nach seiner Hand. Total verwundert blickte er auf und in ihre grünen Augen, die in seine Richtung sahen.

Sanft zog er sie in seine Arme und hielt sie fest an sich gedrückt.

Was sie da gerade gesagt hatte, das hätte er nie erwartete, nie in seinem Leben. Er war noch nie gut darin gewesen Gefühle zu zeigen oder schon gar welche auszusprechen, deswegen konnte er darauf im Moment nichts sagen.

Maria wusste, wie er war und sie war nicht enttäuscht, dass er es nicht gesagt hatte. Sie wusste, dass Michael immer etwas Zeit brauchte, bis er sich über seine Gefühle klar wurde.

Wenn er es nicht täte, wäre er nicht ihr Michael.

"Ich muss dir noch etwas sagen, wir sind aus einem bestimmten Grund hier her gefahren, denn hier kann ich dir helfen", sagte Michael leise an ihrem Ohr.

"Wie helfen, von was sprichst du?", fragte Maria verwundert und löste sich von ihm. Michael atmete tief durch und erzählte Maria schließlich den Rest der Geschichte.

*******

"Ich werde dich tragen, damit du dich nicht verletzt", sagte Michael, als er den Mietwagen wenig später in der Wüste, von Roswell, vor diesem Felsen abstellte.

"Ist es denn so weit oben?", fragte Maria.

"Ja, scheint so und es ist sicherer, wenn ich dich trage, lass uns gehen", antwortete Michael und half ihr aus dem Auto. Danach nahm er sie auf den Arm und ging mit ihr zum Felsen.

Langsam begann er mit dem Aufstieg und musste sehr aufpassen, denn der Weg war ziemlich locker und ständig rollten Steine unter seinen Füßen weg und beinahe hätte er Maria fallen gelassen.

Nach wenigen Minuten aber kamen sie bei der Stelle an, die mit einem komischen Zeichen markiert war. Für normale Menschen war das einfach nur ein Kreis mit einem Punkt, für Michael war es der Eingang.

"Ich stelle dich jetzt ab, bleib dicht bei mir, ich werde die Tür öffnen", sagte Michael und ließ Maria von seinen Armen hinunter. Sofort legte sie einen Arm um seine Hüften und hielt sich fest.

Michael fuhr mit seiner Hand über den Kreis und nur Sekunden später wurde oberhalb ein silberfarbener Handabdruck sichtbar. Er legte seine Hand darauf und dann öffnete sich eine kleine Tür.

Es staubte etwas und beide mussten husten. "Lass uns reingehen", sagte Michael, der seine Taschenlampe angeknipst hatte und half Maria in die Höhle. "Wie sieht es hier aus?", fragte Maria.

"Staubig und es ist nicht sehr groß, aber es sind solche Zeichnungen wie draußen vor der Tür." Michael leuchtete die Höhle ab und breitete danach die mitgebrachte Decke auf dem Boden aus.

Mit seiner Hilfe setzte sich Maria darauf und hörte, was er machte.

Die Tür zur Höhle hatte sich wieder geschlossen und es war nur noch der Schein der Taschenlampe zu sehen. Seine Augen mussten sich erst an die Dunkelheit gewöhnen und als das geschehen war, setzte er sich zu Maria.

"Okay, lege dich ganz entspannt hin und schließe die Augen", sagte Michael sanft und drückte sie mit den Schultern hinunter. Doch Maria wehrte sich und griff nach seinem Gesicht.

Sie zog es dicht an ihres und küsste ihn leidenschaftlich.

Michael erwiderte den Kuss und drückte sie noch schnell fest an sich. "Also, du siehst mich dann gleich wieder", meinte er lächelnd und küsste ihre Stirn.

Maria nickte und legte sich entspannt auf den Boden.

Michael legte die Taschenlampe auf einen kleinen Felsvorsprung und beugte sich über Maria. In einer Hand hielt er den Stein und die andere legte er auf genau die Stelle, wo der Tumor war.

"Ich fange jetzt an, bleib ganz ruhig liegen."

Michael schloss die Augen und konzentrierte sich auf seine Kräfte. Der Stein in seiner Hand fing augenblicklich an zu leuchten und strahlte auch Wärme aus, die Beide spürten.

Er konzentrierte sich immer mehr auf seine Kräfte und verbannte alles andere aus seinem Kopf. Er musste es schaffen sie zu heilen, er musste es einfach, er könnte es sich nicht verzeihen, wenn es schief ging.

*******

Minuten später brach Michael mit einem leisen Stöhnen bewusstlos zusammen und der Stein hörte auf zu glühen. Maria schlug die Augen auf und griff nach Michaels Hand.

"Michael, hörst du mich, Michael?" fragte Maria panisch und rüttelte an seiner Schulter. Sekunden später registrierte sie den Lichtstrahl von der Taschenlampe und das sie ihre Hände sah.

"Ich kann wieder sehen", flüsterte sie vor sich hin und blickte auf Michael hinab. Vorsichtig tätschelte sie seine Wange und fühlte seinen Puls, er lebte noch und ihr fiel ein Stein von Herzen.

"Michael, bitte mach die Augen auf, bitte, Michael", flehte Maria und schluchzte. "Du darfst jetzt nicht sterben, nicht nachdem ich wieder sehen kann und du mir das Leben gerettet hast!"

"Du darfst mich jetzt nicht verlassen", schluchzte Maria und rüttelte immer wieder an seinem Körper. "Keine Angst, ich ruhe mich nur aus", meinte Michael einige Augenblicke später und schlug die Augen auf.

Total erleichtert flog ihm Maria um den Hals und drückte ihn fest an sich.

"Aber, wenn du mir die Luft abdrückst, wird daraus nichts!", fuhr Michael fort und musste dabei grinsen. Sofort ließ sie etwas locker und blickte in seine Augen.

"Weißt du eigentlich, dass du die schönsten braunen Augen hast, die ich je gesehen habe", flüsterte Maria. "Das aus deinem Mund zu hören, ist das Beste was mir passieren konnte", lächelte Michael und küsste sie sanft.

Maria kuschelte sich an ihn und war überglücklich.

*******

"Ich dachte, Sonnenaufgänge wären alle gleich?", fragte Michael leise und schlang seine Arme um Maria. Die kuschelte sich fest an ihn und seufzte leise vor sich hin.

"Das sehe ich jetzt mit anderen Augen", entgegnete Maria lächelnd.

"Da bin ich ja sehr beruhigt, mein Schatz", flüsterte Michael in ihr Ohr und sah mit ihr zum Horizont, wo die Sonne gerade aufging und Roswell einen weiteren schönen Tag mit viel Sonnenlicht schenkte.

"Lass uns noch eine Weile hier in der Stadt bleiben, ich will noch nicht nach Hause und den anderen alles erklären", sagte Maria leise und gähnte dabei herzhaft.

"Die Wahrheit können wir ihnen nicht sagen, es muss ein Geheimnis zwischen uns blieben, versprochen?", fragte Michael. "Versprochen, Spaceboy", lächelte Maria und drehte den Kopf zu ihm.

Dieses Mal leuchteten ihre Augen und Michael lächelte ebenfalls, das war genau der Blick, den er so sehr an ihre liebte. Dieses grüne Funkeln, das alles übertraf.

"Ich liebe dich, Maria", flüsterte Michal in ihr Ohr.

Maria drehte sich zu ihm um und strahlte noch mehr. Sanft küsste er sie auf die Lippen und war froh, dass er es endlich gesagt hatte. Es gab nichts Besseres!

Beide wussten auch, wieso sie dieses Gefühl ständig hatten und warum es immer stärker wurde, sie liebten sich und so fühlte es sich an, total richtig und das würden sie für immer sein!


-The End-
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