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Lügen haben athletische Beine

von LeeSunHee
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Akane Tendo Ranma Saotome
07.06.2012
02.12.2021
40
99.826
6
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
07.06.2012 2.098
 

Hallo Ranmafans,

ich habe mir überlegt, nicht am Wochenende, sondern immer am Mittwoch ein neues Kapitel hochzuladen. Dieses Kapitel ist leider etwas kurz, da ich nicht ein 4000 Worte-Monstrum posten wollte und es so besser einzuteilen war....also werdet ihr hier nur den ersten Teil des Flughafentheaters zu lesen bekommen. Ich hoffe, es wird trotzdem lesenswert für euch, viel Spaß!


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Am nächsten Morgen stand Kasumi sehr früh auf und begann mit einem ordentlichen Hausputz, bereitete schon einige Speisen für den Abend vor und machte sich auf den Weg zum Einkaufen. Bei all den Vorbereitungen kam ihr nicht in den Sinn, nach Akane zu sehen. So bemerkte sie auch nicht, dass ihre Schwester schon sehr viel früher aufgestanden war, um ihre Sachen zu packen und sich ohne eine Nachricht an die Familie auf den Weg zum Flughafen zu machen.

Einige Stunden zuvor in Hangzhou, China:

„So, Ranma, das sind deine Dokumente und dein Ticket. Du wirst in Tokyo ankommen und mit dem Zug weiter nach Nerima fahren, wie es hier auf diesem Plan steht. Dort wird dich dann deine Verlobte abholen, das hat mir mein lieber Freund versprochen. Und benimm dich, Junge! Sonst weiß ich nicht, was ich mit dir mache!“,

drohte Genma seinem Sohn zum Abschied und umarmte ihn eine Sekunde später mit seiner Pandabär Umarmtechnik, die Ranma so sehr hasste. Dementsprechend wehrte er sich gegen seinen Vater und beschwerte sich über dessen peinliches Benehmen in der Öffentlichkeit. Endlich ließ der Mann von seinem Sohn ab, versicherte sich über dessen sicheres Einsteigen in das Flugzeug und rannte schließlich tränenüberströmt Richtung Ausgang davon, ununterbrochen Dinge murmelnd wie „Das erste Mal lass ich den Jungen allein, oh nein, wie sehr ich ihn jetzt schon vermisse…“.

Genervt ließ sich Ranma in seinem Sitz fallen. Dabei stieß er etwas mit seiner Sitznachbarin zusammen, die geschockt und verärgert zu ihm aufsah. Er entschuldigte sich peinlich berührt und dachte bei sich nur:

„Man, das fängt ja gut an.“

Sie schien Mitte Dreißig, so schätzte er, doch konnte er sich da auch irren. Da sie ihm auf Japanisch antwortete, nahm er an, sie sei Japanerin. Als der Flieger nach kurzer Zeit dann startete, schien sich die Dame neben ihm sichtlich zu verkrampfen. Sie drückte sich in ihren Sitz und atmete sehr stockend. Erschrocken beobachtete er sie von der Seite und fragte sie schließlich:

„Oba-san (Tante), ist alles in Ordnung mit Ihnen?“

Entgeistert starrte die Frau ihn nur an und gab schließlich mit einem ohrenbetäubenden Krächzen zur Antwort:

„Hören Sie mal, ich bin zwanzig! Wer ist hier eine Oba-san!?“

Erschrocken schüttelte Ranma abwehrend den Kopf und versuchte zu retten, was noch zu retten war, indem er stammelte:

„Oh, Entschuldigung, Sie sahen so alt aus, ich dachte nur…“

Es war absehbar, dass seine Rettungsversuche es nur schlimmer machten und die Frau nur noch aggressiver wurde, interessanterweise dachte sie in jenem Moment nicht an ihre Flugangst. Wie ein Stier, der Rot sah, ließ sie ohne Vorwarnung ihrem Sitznachbar gegenüber die Fäuste fliegen und hörte gar nicht mehr damit auf. Gekonnt wich er ihren Schlägen aus, war aber zu geschockt, um ihre Fäuste einfach mit seinen Händen zu umschließen.

„Sind Sie verrückt geworden? Warum schlagen Sie mich?!“,

rief er außer sich und hatte jede Mühe, die Fassung zu bewahren. Plötzlich hob das Flugzeug vom Boden ab und bahnte sich einen Weg in die Lüfte. Erschrocken und in ihre Panik zurück versetzt krallte sich die junge Frau unerwarteter Weise mit ihren langen Fingernägeln in Ranmas Hand, als ob sie dadurch Halt suchte.

„Ahh, lassen Sie mich los, DAS TUT WEEEH!“,

schrie der sonst so abgehärtete Kampfsportler, doch die Verrückte neben ihm dachte nicht daran. Stattdessen löste sie unerlaubter Weise ihren Gurt und hüpfte auf Ranmas Schoß. Nur noch mehr schrie der arme Angegriffene und versuchte sie, auf ihren Platz zurück zu buchsieren. Es half alles nichts. Erst einige Zeit später schien sie aus ihrer Trance zu erwachen und starrte direkt in seine tiefblauen Augen.  Ihr wurde mit einem Mal klar, wo sie da saß und setzte damit fort, ihn mit ihren Krallenhänden zu schlagen. Erneut wich Ranma den Angriffen aus und dachte, sich zu verhören, als die junge Frau tatsächlich „Sie Perversling! Was packen Sie mich an?“ schrie. Erst sprang sie ihn an und machte ihn dann dafür verantwortlich! Warum musste es nur immer ihn treffen? Er schien verrückte Frauen anzuziehen. Gottseidank kam ihm nach einer halben Ewigkeit dann doch eine Stewardess zur Hilfe (Was hatte sie eigentlich die restlichen Minuten getan, als er um Hilfe rief?) und platzierte die junge Frau wieder auf ihrem Platz.

Den Rest des Flugs durfte er Gottseidank einen anderen, frei gebliebenen Platz einnehmen, da er sonst hätte um sein Leben bangen müssen. Doch trotzdem traf er ein weiteres Mal mit der Verrückten zusammen, als er auf die Toilette wollte und sich beim Händewaschen in ein Mädchen verwandelte. Er stieß einen Fluch aus und wollte gerade aus der Männertoilette heraustreten, als die Dame von vorhin mit großen Augen und prüfendem Blick auf das Mädchen Ranma schaute.

„Was sind Sie den für eine Perverse? Geht einfach auf die Herrentoilette. Und dann noch in diesen Männerklamotten, tss…“

Genervt stampfte Ranma zurück auf die Toilette und spritzte sich heißes Wasser aus dem Hahn ins Gesicht, verwandelte sich zurück und trat erneut aus der kleinen Kammer. Genau in dem Augenblick verließ auch die Frau die Toilette und starrte ihn an.

„Sie? Paah! War ja klar, dass das Mädchen keine guten Absichten haben musste, als sie die Männertoilette aufsuchte. Tss, treibens heutzutage schon auf Flugzeugtoiletten…“

Und damit verschwand sie wieder auf ihren Platz. Ranma blieb noch einige Zeit in einer Schockstarre dort stehen – mit offenem Mund und zuckendem Augenlid.

„So viel zum Thema schlimmer geht immer“,

dachte er nur noch und begab sich schließlich auch auf seinen Platz.

Einige Stunden später traf das Flugzeug endlich im Narita International Flughafen in Tokyo ein und Ranma hatte wieder festen Boden unter den Füßen. Es war ein komisches Gefühl, nach all den Jahren in China wieder in seiner Heimat zurück zu sein. Ehrlich gesagt konnte er sich auch nicht mehr an die Zeit hier erinnern. Selbst die Erinnerungen an seine Mutter waren mit den Jahren verblasst, hatte sein Vater schließlich mit aller Kraft einen Keil zwischen sie getrieben. Warum? Damit er sich nur auf den Kampfsport konzentriere und keine Gefühle zulasse. Ob er sie besuchen sollte? Nun, den Gedanken schüttelte er schnell ab, drängte sich bei ihm dabei ein unbekanntes Gefühl ins Bewusstsein, das er nicht zuzulassen wagte. Schnell machte er sich auf den Weg zum Bahnhofsplatz und blieb plötzlich stehen. Wo sollte er denn eigentlich jetzt hin? Problem war, er hatte nicht genug Geld, um sich einen weiteren Flug zu leisten, also musste er vorerst in Japan bleiben.

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Einige Stunden zuvor im Hause Tendo:

„AAAAH! Meine kleine Akaneee! Was tust du deinem Vater nur an?! Oh neeein!! WUAAAH!“,

heulte Soun Tendo über das Fehlen seiner Jüngsten, die ihm offensichtlich damit ihre nicht vorhandene Begeisterung über den neuen Verlobten zeigte. Da sie keiner Menschenseele auch nur eine Andeutung gemacht hatte, wohin sie geflüchtet worden war, wusste er nicht, wo er zuerst suchen sollte. An Suche konnte er auch gar nicht denken, war er zu sehr damit beschäftigt, vor lauter Heulen durchzudrehen. Kasumi war es, die ihn an den Schultern fasste und ihm gut zuredete, bis er sich halbwegs beruhigt hatte.
Das Chaos um Akanes Fehlen wurde durch einen Anruf unterbrochen und Kasumi ging ran. Es war Genma, also übergab Kasumi den Hörer ihrem Vater mit einem warnenden Blick – am besten war in dieser Situation Schweigen angesagt, warum sollte man einen armen Mann in China auch in Panik versetzen? Es war zwar seine zukünftige Schwiegertochter, die sich vom Acker gemacht hatte, aber sonst war ja alles vorbereitet.

„Ha-hallo Saotome! Wie geht’s? Hast du schon zu Abend gegessen?“

„Was redest du denn da? Es ist morgens hier!“

„A-achja, entschuldige. Wir sind fleißig am vorbereiten.“

„Ja, ich hoffe doch, dass vor allem deine liebe Tochter sich vorbereitet.“

„Was?! Em…ja…ehehee, natürlich tut sie das! Für ihren Verlobten nur das Beste!“

„Soun, mein Freund. Sag an: Welche von deinen drei Töchtern gibst du denn meinem Sohn?“

„Du meinst, du hast es schon vergessen? Wie dumm von mir, es nicht zu wiederholen! Wie es aussieht, ist Akane die Glückliche!“,

bei diesen Worten begann er zu schluchzen angesichts der Tatsache, dass sie nicht mehr da war.

„Tendo, was ist los? Bist du immer noch die alte Heulsuse von früher?“

„Ach, ich bin nur so gerührt, d-das mmeine kleine Akane schon so…erwachsen geworden ist.“

„Achso! Tendo, Tendo, wir müssen unsere Kinder irgendwann loslassen. Und mein Sohn ist übrigens in einer Stunde am Flughafen in Tokyo!“

„WAS?! Warum sagst du das denn jetzt erst?“

„Tut mir leid, mir ist zu spät eingefallen, dass ich doch ein Ticket für eine Stunde früher gebucht hatte und sagte dir die falsche Zeit. Wird das ein Problem für deine Verlobte? Ranma wird schon nicht sterben, wenn sie später kommt.“

„Nein nein! Sie macht sich sogleich auf den Weg! Ich freue mich auf deinen Sohn! Ich freue mich auch sehr darauf, wenn du in zwei Tagen nachreist und ich dich endlich wieder bei mir habe, alter Freund!“

Und sie begannen dieses Mal zusammen, herzlich miteinander zu schluchzen, bevor sie sich voneinander verabschiedeten und auflegten. Soun steckte in der Klemme, aber sowas von.


Kurz darauf raste ein uralter Nissan Baujahr 1979 die Hauptstraße von Nerima Richtung Flughafen entlang. Soun war nicht gerade der beste Fahrer, Nabiki dagegen war die schlimmste. Doch war sie vor allem schnell, also saß sie an diesem Pechtag am Steuer. Allerdings wurde dem ein oder anderen Beifahrer bei ihren Abenteuerfahrten immer schlecht. Ebenso Kasumi, die sich besorgt ein Taschentuch an den Mund hielt und dabei die Straßen nach Akane absuchte. Soun dagegen hatte keine Zeit, an Reisekrankheit zu denken, da er wie ein Irrer an der Fensterscheibe klebte und nach Akane Ausschau hielt. Bei jedem zu langsamen Autofahrer (also jedem in zugelassener Geschwindigkeit fahrenden Auto) fluchte die sonst so kühle mittlere Tendotochter laut auf und fauchte sie regelrecht an, was ihre ältere Schwester zur Zurechtweisung führte. Sie rasten deshalb in derartiger Geschwindigkeit, um den bald eintreffenden Schwiegersohn nicht zu verfehlen, der sonst Richtung Bahnhof eilen würde. Er wusste nämlich noch nichts davon, dass er nicht mehr nach Nerima fahren musste.

Zur gleichen Zeit betrat Akane bepackt mit einem kleinen Koffer den Tokyo Flughafen. Zum Glück hatte sie mit den Jahren etwas Geld angesammelt, das ihr nun das Leben rettete. Sie würde sich einen Kurzurlaub auf dem chinesischen Festland gönnen und zurückkommen, wenn ihr Vater den Fremdkörper aus ihrem Leben entfernt haben würde. In Gedanken versunken bemerkte sie den Streit in der großen Halle zunächst nicht. Doch wenig später kam sie den zwei Streitenden etwas näher und besah sich die Szene interessiert etwas genauer. Da war eine Frau  in ihrem Alter, vielleicht etwas älter, und riss einem jungen Mann an den Haaren. Sie schien entweder nicht ganz bei Trost oder der Mann hatte ihr etwas angetan. Ihr Blick blieb länger an ihm haften. Er schien auf dem ersten Blick chinesisch aufgrund seiner Garderobe, doch hörte sie ihn auf Japanisch mit der Frau diskutieren. Er hatte einen äußerst durchtrainierten Körperbau. Da seine Hemdsärmel aufgekrempelt waren, konnte sie seine enormen Muskeln begutachten. Er war höchst attraktiv, wie sie fand. Seine langen, zum Zopf gebundenen Haare rundeten sein Gesamtbild ab.

„WOW“,

dachte sich Akane nur und hörte gerade noch, wie der Mann der Frau versuchte klarzumachen, dass er kein Perverser war, der sie im Flugzeug begrabschen wollte, dass er kein Stalker war, der ihr hinterher schlich und auch kein Killer war, der ihr auf den Fersen war. Die Frau war also durchgeknallt, nahm Akane an, sah der Mann in ihren Augen einfach nicht kriminell aus. Er versuchte sich mit aller Kraft von ihr loszureißen, doch gelang es ihm einfach nicht. Sie zog und zog, hielt in ihrem Tun aber plötzlich inne, setzte ein widerlich schadenfrohes Grinsen auf und ließ ihn unerwarteter Weise los, sodass er mit voller Wucht nach hinten fiel – und genau in Akanes Arme. Der Schwung riss beide zu Boden und er kam auf Akane zum Liegen, mitten in der Halle, vor Tausenden von Leuten.

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Nächstes Mal:

„Paps! Kannst du mal einen Gang runterschalten? Die Ladenbesitzer holen sonst gleich die Polizei!“

„Nabiki! Ranma ist am Flughafen! Verstehst du nicht? Wenn er Akane mit diesem Kerl sieht, sind wir tot! Was sag ich denn dann Saotome? WAAAAH!“




Wovon redet Soun denn da und wie wird die erste Begegnung zwischen Ranma und Akane ausgehen? Das erfahrt ihr nächste Woche, bis dahin

LG MiMiRa
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