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Himmel auf - gefallener Stern und Sweet Amoris?

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
06.06.2012
18.07.2012
19
18.508
 
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06.06.2012 2.277
 
Keine Sekunde später fuhr wieder eine Limousine vor. Darin stiegen beide ein. Ihr Bruder nahm ihr ihren Schirm ab und reichte ihr eine Hand. Sie nahm sie mit einem nicken an und stieg ein. Er gleich hinterher. Ziemlich laut schmiss er die Tür zu. Es ah sehr bequem drinnen aus. Die Wildledersitze waren sehr weich und kuschelig. In der Mitte stand ein kleiner, gläserner Tisch.  Mehrere kleine, blaue Neonlampen schmückten das ganze.

„Fái...“ fing sie wieder an. „Ist es immer noch das einzige was du sagen kannst?“ Sie blickte betrübt nach unten und nickte. Er schien wegen irgendetwas ziemlich angespannt zu sein. Besorgt rutschte sie ein Stück näher. „Es ist nichts, geh wieder!“ verlangte er, doch sie hörte nicht. „Weißt du, es ist nur … Mutter ist seit fast zehn Jahren Tod. Warum sprichst du seitdem nicht mehr? Du weißt doch, wie sehr ich deine Stimme geliebt habe.“ regte er sich auf. Aufrichtig lächelte sie ihn an, schon fast erleichtert.

Sie stützte sich mit beiden Händen auf dem Sitz auf und kam ihm mit ihrem Kopf näher. Sie berührte ganz leicht seinen Arm, dabei schloss sie ihre Augen. Er lehnte sich erschöpft zurück und schloss dabei seinen Arm um sie. Er wollte, dass sie sich auf seinen Schoß legte, was sie dann auch tat. „Ich weiß, dass du diesen Auftritt eben dumm fandest aber … was sollte diese dumme Frage? Und diese Blondine ist doch echt zum verrückt werden. Was erwarten die eigentlich?! Ich bin ein Kämpfer der Armeen und du bist Papi's Liebling. Soll ich vielleicht ankommen und meinen 'Jo Schwesterchen, na was geht? Wir haben gerade mal eine Schlacht gewonnen!'“ regte er sich weiterhin auf.

Beruhigend griff sie nach seiner Hand. Er wollte sich eigentlich befreien, doch das ließ sie nicht zu. Also hielt er still. „Du weißt doch, dass ich solche Leute nicht leiden kann …“ erschöpft und verzweifelnd schnaubte er. „... die wollen sich doch eh nur zwischen uns drängen. Das werde ich niemals zulassen, versteh das bitte.“ flehte er. Irgendwie versuchte er sich abzulenken, also kam er nochmal auf den Jungen zu sprechen. „Dieser blonde Kerl kommt heute also zu uns? Wann? Und warum?“ wollte er sofort wissen.

Komisch, Amai atmete nur ein und er wusste alles. „Also gut, wenn es denn sein muss. So lange wie er nicht bei uns schläft. Und vergiss nicht deinen Unterricht.“ willigte er ein. Obwohl sie schon längst vor der Villa standen, so stieg keiner von beiden aus. Bis 15 Uhr, dann ging Amai nach drinnen. Sie musste sich noch umziehen können und wenigstens Duschen. Erst ein paar Minuten später kam ihr großer Bruder nach.

Tja, da stand Nathaniel nun. Vor einer der größten Villen weit und breit. Er wusste nicht mal ob er klingeln sollte. Er befürchtete, dass man es vielleicht durch die ganze Stadt hören könnte. Das weißhaarige Mädchen sah nur rein zufällig durch eine der Scheiben. Sie bereitete noch einiges vor für den 'Unterricht'. Sie stand im dritten Stock in einem der 'wenigen' Zimmer.Viel zu hastig lief sie nach unten. Ihr Bruder hielt sie schon im Flur auf. „Na na, ich werde gehen. Du ruhst dich schön aus. Du hast heute schon genug geschleppt.“ also ging er.

Das weißhaarige Mädchen von edlem Geschlecht trug zu Hause anscheinend immer noch solche Kleider wie in der Schule. Dieses jedoch wurde in ein leichtes rosa getaucht. Durch ein paar Rüschen, die das Kleid zierten, konnte man gut eine Brust kaschieren. Schuhe trug sie keine, was ziemlich ungewöhnlich für Nathaniel sein dürfte, wenn er hinein käme. So sah man noch deutlicher wie abgemagert sie eigentlich ist. Man konnte jeden einzelnen Knochen an ihren freien Körperstellen sehen. Ihre langem Haare band sie zu zwei Zöpfen zusammen.

Ziemlich unfreundlich bat Fái den Jungen nach drinnen, da stand seine Kleine aber auch schon hinter ihm. Sie lächelte nichtssagend, so wie immer. Unauffällig machte sie ein paar Gesten hinter ihrem Bruder.

Der Junge reagierte sofort. „Oh, tut mir leid. Mein Name ist Nathaniel. Ich bin in der selben Klasse wie Ihre Schwester und bin 17 Jahre alt. Oh, ich bin nicht sitzen geblieben, sondern einfach nur spät eingeschult worden.“ hing er lieber mit dran. Fái legte nun ein freundliches Grinsen auf. „Na also geht doch, komm rein.“ bat er ihn und hielt die Tür breit auf. „Liebes, du hast mir ja gar nicht gesagt, dass es auch vernünftige Jungs in deiner Klasse gibt.“ erfreute er sich daran. Jetzt lächelte auch sie mal wieder.

Jedoch verschwand Fái's Lächeln als sie seine Hand nahm und ihn schnell mit nach oben nahm. Da sie die Tür aber nicht abschloss und es überall Kameras gab, hatte er nichts zu befürchten. Trotzdem setzte er sich an den Fernseher und schaute nur auf die Kamera, auf der die Beiden gerade zu sehen waren. Ein Diener kam gerade vorbei. „Junger Herr, was machen Sie denn da? Hat Ihr lieber Herr Vater Ihnen denn nicht verboten Ihrer Schwester hinterher zu spionieren.“ etwas gekränkt stöhnte er. „Ich weiß doch aber ich kann nun mal nicht anders. Sehen Sie sich das doch mal an.“ Eigentlich war es sogar ein Befehl.

Das weißhaarige Mädchen beäugte ihren Schüler streng aber bei Fehlern zeigte sie nochmals deutlich wie es richtig ginge. Natürlich konnte man einem Menschen Kunst nicht beibringen. Aber es gab ein paar kleine Tricks mit denen er besser arbeiten konnte. Zum Beispiel sollte er einfach lockerer arbeiten. Es sollte ein Bild werden. Da darf es auch mal ein paar abweichende Striche geben. Die Natur ist nicht strengstens genau geformt worden.

Der Diener folgte, setzte und beobachtete. „Sie sind unser ältester Diener. Sagen sie mir, was sie davon halten.“ Sein Blick wurde sehr sanft. „Verzeiht, meine Meinung ist vielleicht ein wenig absurd, aber findet Ihr nicht, sie sieht richtig lebendig aus. Sie scheint ihren Spaß daran zu haben. Ihr geht es sehr gut.“ Seine warme, sanfte Stimme drang richtig in den Jungen ein. Auch seine Stimme wurde sanft. „Genau das ist es ja, Sie haben vollkommen recht.“ gab er schweren Herzens zu.

Zusammen saßen sie bis spät am Abend da. Nathaniel war so zielstrebig, er wollte einfach nicht aufhören zu üben. Er wurde mit der Zeit gar nicht mal so schlecht. Amai holte ab und zu mal etwas anderes, was er abzeichnen sollte. Er selbst merkte ja auch, wie er besser wurde. Meist ist es auch so, umso öfter man etwas zeichnet, umso besser wird man darin. Deswegen wollte sie ihn auch in anderen Situationen testen.

Doch Nathaniel gab sich damit nicht zufrieden, er würde wahrscheinlich noch drei Tage da sitzen wollen. Irgendwann legte sie einfach eine Hand ganz sachte auf die seine. Verwundert hielt er inne und drehte sich zu ihr. Sie sahen sich nur in die Augen. „Aber... Okay“ antwortete er lediglich. Dann stand er auf und folgte ihr. Erstmal gingen sie in ihr Zimmer, so wie es aussah. Was wollten sie da wohl? Es standen jedenfalls unzählige Bücher darin herum. Sie lief jedoch weiter, wieder in einen anderen Raum. Trotz ihres eigenem Hauses, ihrer eigenem Umgebung, gab sie ihre streng achtende Haltung nicht auf.

Sie öffnette eine riesige Tür. Dahinter waren nur Kleider, alles für sie. Ein Raum von mehr als 400m² nur für Kleidungsstücke. Er wartete lieber ab, denn seine Befürchtung sollte lieber nicht wahr werden. Er glaubte, dass sie jetzt verlangte, dass er eines davon anziehen würde. Sie kicherte leise, als wenn sie seine Gedanken gelesen hätte. Gleich darauf nahm sie sich einen Zettel und schrieb. „Such dir etwas für deine Schwester raus.“ „Warum?“ „Weil sie dich sicher fragen wird was du so getrieben hast.“ Er erklärte sich einfach dazu bereit.

Es waren wirklich tausende von Kleidungsstücken. Zwei Hausmädchen kamen gemütlich um die Ecke geschlendert. Als sie das junge Fräulein jedoch sahen, nahem auch sie wieder ihre strenge Haltung ein. „Möchten Sie etwas?“ fragten beide höflichst. Wieder schrieb sie. „Helfen sie dem jungen Herrn ein Kleidungsstück für seine Schwester heraus zu suchen.“ In der Zeit verschwand sie im Nebenraum. Da schienen sich noch mehr Kleidungsstücke zu befinden. Mit einem zusammengelegten Haufen kam sie zurück.

„Amai, hilf mir mal. Ich kann mich zwischen den dreien nicht entscheiden.“ wollte er sofort. Sie sah die zwei Damen einfach nur an. Sie nahmen alle drei Outfits und packten diese ein. Inzwischen schrieb sie auf ihrem Zettel schon wieder weiter. „Sieh dich mal um, hier hängen nur solche Teile rum. …Zieh das bitte an!“ Als er das laß hielt sie ihm den Anzug unter die Nase. „Warum brauche ich den?“ „Es ist nur etwas leichtes, keine Sorge. Mein Bruder ist bei soetwas immer streng. Wirst du dich allein umziehen?“ stand als nächstes drauf.

Er blickte sie etwas verwundert an. „Klar doch … warum sollte ich auch nicht?“ ihr grinsen wurde nur breiter. Sie musste sogar wieder kichern. Zum ersten mal fiel ihm dabei auf, dass kein Ton kam. Er versuchte es zu ignorieren und ging einfach weiter. „Wo wollen sie denn hin mein Herr?“ wurde er von den Beiden aufgehalten. „Mich umziehen.“ „Lassen sie uns doch helfen. Der Herr des Hauses hat auch nie etwas dagegen.“ Irgendwie sprachen die beiden immer synchron. Sie wurden ihm langsam unheimlich.

Egal was er versuchte, die Frauen blieben stur. Ob die Weißhaarige wohl deswegen fragte? Jedenfalls musste er das jetzt irgendwie über sich ergehen lassen. Ein einfaches, weißes Hemd und eine lange, schwarze Hose und schon sah er in den Augen ihres Bruders erwachsen aus. Das Jackett musste er zum Glück nicht auch noch tragen und auch die Krawatte ließen die Damen liegen. „Wo ist die junge Dame hin?“ wollte er mehr oder weniger vornehm von den beiden wissen als sie wieder aus dem Raum kamen. Er fühlte sich dabei sichtlich unwohl sie so nennen zu müssen. „Sie müssen vor uns nicht so sprechen. Vor ihr dürfen wir sie meist auch duzen.“ erklärten wieder beide zugleich.

„Na gut, aber das beantwortet nicht gerade meine Frage.“ „Sie wird wieder in ihrem Zimmer sein und beten.“ erklärten sie und verschwanden. Nathaniel folgte einfach dem Weg, so musste er ja wieder bei ihrem Zimmer heraus kommen. Er sah sie schon durch die offene Tür. Sie saß auf dem Boden direkt vor einer Art Schrank. Er kam ihr immer näher und erkannte so auch das Bild, welches darauf stand, ebenso wie die Blumen und noch ein paar Dekorationen. „Amai ist das … ist das deine Mutter?“ wollte er gerührt wissen. Sie nickte nur.

Er setzte sich stillschweigend daneben. Nach ein paar Minuten stand sie einfach wieder auf. „Weißt du, meine Mutter ist auch tot. Ich vermisse sie sehr.“ erzählte er. Sie nahm sich wieder den Zettel und schrieb. „Mutter ist bereits seit 10 Jahren tot. Seitdem spreche ich nicht mehr, dadurch habe ich es auch verlernt,  und ich spiele auch keine Instrumente mehr, ist ja auch egal warum! Es gab damals ein riesiges Fest zu ihrer Beerdigung. Sie sollte mit einem gutem Gefühl diese Welt verlassen können. Sie fehlt mir trotzdem sehr.“

Er überlegte nicht gerade lang um zu antworten, er wüsste, wie sie sich fühlte. „Geht mir auch so. ich wette die beiden hätten sich sicher gut verstanden oder was meinst du?“ versuchte er die Stimmung zu heben. „Ich denke schon, immerhin verstehen wir uns auch. Mutter hat es immer gern gesehen, wenn ich Freunde hatte. Das kam leider nicht all zu oft vor, warum auch immer. Lass uns jetzt gehen.“ durfte er wieder lesen.

Mit einem nicken bestätigte er und stand auch auf. Sie liefen gemeinsam nach unten. Da sie wirklich mal sehr sehr schwach und kränklich war, baute man für sie einen Fahrstuhl ein. Seitdem wird sie immer angemeckert, wenn sie nach unten läuft. Nathaniel fuhr einfach mit. Im großen Festsaal gab es viele Angestellte. Sie standen sofort Spalier und begrüßten sie mit einem „Herzlich Willkommen und einen guten Abend junges Fräulein!“ Der blonde Junge wurde geradezu umgeworfen. Bei so einer freudigen Begrüßung würde er sich auch freuen essen zu gehen. Er bekam keinen Ton mehr raus. Vor allem gab es überall hübsche Frauen. Ob es die wohl wegen ihrem Bruder gab?

Jedenfalls hielt er fast drei mit seinem rechten und zwei mit seinem linken Arm. Voller Begeisterung warfen sich auch einige an Nathaniels Seite. Er konnte einfach nicht annehmen. Es war ihm zu wider, genauso wie das verhalten ihres Bruder. Er wäre ja am liebsten gleich über die Frauen hergefallen. Ständig neckte er sie und mit seinen Küssen ging er ziemlich freigiebig um. Soetwas mochte er gar nicht, bis ihm erklärt wurde was Sache war. „Er hat ziemlich viel getrunken, man merkt es ihm bloß nicht an.“ stand mal wieder auf einem zugestecktem Zettel.

Was ihn aber am meisten verwunderte, sie aßen mit ihrem ganzen Hof zusammen. Es ging ziemlich heiter zu. Man ist es aus solchen kitschigen Filmen doch eigentlich gewohnt, dass die Familien einsam, unter sich und wie Trauerklöße an ihrem elend langem Tisch sitzen, wobei sie nicht mal an die Vorspeisen ran kämen, so weit wie die weg stünden. Irgendwie waren hier alle seltsam, selbst die Komiker und anderen Unterhalter, die auftraten, um sie, wie bereits gesagt, zu unterhalten. Sie machten sich vollkommen zum Deppen.

Trotzdem musste auch er irgendwann darüber lachen. Amai blieb fast die ganze Zeit ruhig. Wenn sie mal lachte, dann wieder tonlos. Etwa zwei Stunden nach dem Essen stand sie auf. Alle sahen sie etwas irritiert an, vor allem aber Nathaniel. „Fái“ sagte sie wieder nur. „Geh ruhig, Nyu wartet sicher schon. Bring dabei aber gleich deinen Freund Heim und dann gehen wir ins Bett, verstanden!“ gab er gleich seinen Plan für den restlichen Abend preis. Die Mädchen um ihn herum fingen an ihn anzubetteln, dass er doch lieber mit ihnen ins Bett gehen sollten. Dabei war das gar nicht so gemeint.
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