Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Fly & Heath

von Ana Riama
KurzgeschichteRomanze / P12
Fiona "Fly" Watson Heath Carroll
03.06.2012
03.06.2012
1
1.234
 
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
 
03.06.2012 1.234
 
Fly & Heath


*Exzellenter Küsser*


An diesem Abend lag ich noch lange wach in meinem Bett, während Anna sich schon längst im Land der Träume befand.

Ich seufzte. …Land der Träume, wiederholte ich meine eigenen Worte. Mein letzter Traum hatte mir und damit auch den anderen großen Ärger eingebracht.

   Der Traum, dass Heath mich geküsst hat.

   Das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch, wenn er mir in die Augen sah.

Und nur, weil dieses Gefühl total ungewohnt für mich war, versuchte ich Heath aus dem Weg zu gehen. Das hätte ich besser nicht getan und der Ärger wäre uns erspart geblieben. Noch dazu kam, dass es mich nervte, dass ich für alle nur die Kleine war.

Wie dem auch sei, ich war heilfroh, dass wir wegen der Wohnwagengeschichte so gut davon gekommen sind und Simo seinen Job behalten durfte.

Allerdings war die Heath-Geschichte die, die mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Unser Gespräch heute Morgen beim Frühstück geisterte immer wieder durch meinen Kopf.

Er hatte michgefragt, ob der reale oder der geträumte Kuss besser war. Daraufhin meinte ich, dass mir die Vergleichsmöglichkeiten fehlten. Dann sagte er sowas wie: „Du wirst noch auf mich zurückkommen, du wirst sehen“.

      Was sollte das denn bitte bedeuten?

       Ich hatte keine Ahnung.



Jedenfalls versuchte ich nun nicht mehr, ihm aus dem Weg zu gehen. Wieso auch? Ich verbrachte doch gerne Zeit mit ihm und den anderen.

Im Laufe der Woche schaffte ich es jedoch nicht, das kurze Gespräch beim Frühstück zu vergessen; ich musste immerzu an ihn denken.

Kennt ihr das, wenn Teufelchen und Engelchen auf deiner Schulter sitzen, auf dich einreden und du nicht weißt, was du machen sollst?

Nun ja, dieses Mal war da jedoch nur das Engelchen, das mir dauernd zuflüsterte, ich solle Heath fragen, ob er nicht Lust hat, etwas mit mir zu machen. Nur wir beide, versteht sich. Allerdings wusste ich nicht recht…



    Ich kam gerade frisch geduscht aus dem Badezimmer und wollte auf unser Zimmer gehen, träumte jedoch gedankenverloren vor mich hin und achtete nicht darauf wohin ich lief und knallte mit voller Wucht mit Heath zusammen.

Verdattert stand ich vor ihm.

„Fly? Alles okay?“, fragte er mit vergnügter Miene.

„Ähm…ja. Alles bestens“, versicherte ich ihm und wollte an ihm vorbei gehen, doch er versperrte mir den Weg. Andauernd.

Ich begann zu kichern. „Heath, das machst du doch extra.“

„Vielleicht“, sagte er frech, packte meine Schultern und drehte uns einmal um, sodass ich ins Zimmer gehen konnte.

„Heath?“, rief ich ihm hinterher, froh über die Gelegenheit, ihn alleine erwischt zu haben.

„Was gibt’s denn?“

„Ich wollte dich nur fragen, ob du nicht Lust hättest, etwas mit mir zu machen?“ Mein Herz klopfte, als würde es mir gleich aus der Brust rausspringen.

„Natürlich“, grinste er, „Spaziergang am Strand, heute Abend?“, schlug er vor. Wahrscheinlich glaubte mir gerade niemand, wie dankbar ich war, dass er den Vorschlag gemacht hatte.

„Gerne, das klingt gut. Ich freue mich schon.“ Ich flippte innerlich aus vor Freude, ich hätte Luftsprünge veranstalten können!

    „So so, ein Treffen am Strand“, sagte Anna, als ich in unser Zimmer kam. Jetzt war ich wieder perplex.

„Anna“, kam es überrascht von mir. „Du hast das alles mitgehört?“

„Ach Fly, mach dir keinen Kopf. Das ist doch toll. Du und Heath passt ohnehin gut zusammen“, meinte sie und machte keine Anstalten, gleich zu lachen. Also meinte sie es wohl ernst.

„Meinst du echt?“

„Klar doch.“

Nun ja, wenn sie das sagte. Wie wohl die anderen darüber dachten? Ob sie überhaupt groß darüber nachdachten? Immerhin traf Bec sich in letzter Zeit oft mit Heath, Perry mit Mat und Anna war oft mit Becs Bruder Joe unterwegs.  Tja. Warum sollte ich mich also nicht mal mit Heath treffen?



Klar hatte ich mir Gedanken gemacht, ob ich mich extra ein wenig schicker anziehen sollte, aber dann kam ich zu dem Entschluss, dass es nicht unbedingt nötig sei. Schließlich war es doch im Grunde genommen auch nichts anderes, wie wenn wir uns alle miteinander nachmittags am Strand zum Surfen trafen.

Meine Haare hatte einfach zu einem Pferdeschwanz gebunden.

    Eigentlich dachte ich Heath und ich würden gemeinsam zum Strand gehen, doch im Haus konnte ich ihn nirgends finden.

„Hast du Heath gesehen?“, fragte ich Jilly, die gerade dabei war, das Geschirr in die Spülmaschine zu räumen.

„Der ist gerade eben raus, er meinte er wollte zum Strand“, antwortete sie mir. Also nichts wie los!



Unten saß er dann und schaute auf das Meer, in dem sich der Vollmond wiederspiegelte. Neben ihm lag sein Surfboard.

Entweder schien er mich wirklich nicht zu bemerken oder er drehte sich absichtlich nicht zu mir um. Also setzte ich mich neben ihn.

„Da bin ich“, sagte ich vergnügt.

„Ich sagte doch, du würdest auf mich zurück kommen“, sagte er mit einem schmunzelnden Lächeln.

„Ja, ich wusste es auch.“

„Ach ja?“

„Ja.“

„Wegen den Vergleichsmöglichkeiten zwischen Traum und Realität?“, fragte er frech.

Oh oh. Ich glaubte, ich wurde gerate etwas rot. Hoffentlich sah er es nicht. Lass ihn zappeln, dachte ich mir.

„Wer weiß“, ich grinste bis hinter beide Ohren, zuckte mit den Schultern, schaute in das Spiegelbild des Mondes, draußen auf dem Meer und horchte der späten Brandung.

„Meine liebe Fly, du bist ganz schön frech. Weißt du das?“ Eine Weile lang sahen wir uns tief in die Augen.

„Lust zu surfen?“

„Jetzt?“, fragte ich stutzig.

„Ach komm schon. Sei kein Frosch. Kalt ist das Wasser jedenfalls nicht“, meinte er und neigte den Kopf zur Seite.

„Ich habe mein Board aber gar nicht mit“, erwiderte ich und zeigte mit dem Daumen über meine Schulter hinweg zurück zum Haus.

„Dann nehmen wir eben beide meins“, sagte er schulterzuckend.

Ich sah ihn an. Sah sein ansteckendes Lächeln, dass ich gar nicht anders konnte, als ebenfalls zu lächeln und ihm zuzustimmen.

Ich nickte. „Na gut, also, worauf warten wir?“

    Es machte einen Heidenspaß, mit Heath ausgelassen im Wasser rum zu toben. Im Mondschein hatte es sogar fast etwas Romantisches an sich, auch wenn wir uns gerade benahmen wie kleine Kinder.

Es war witzig bis wir den Dreh raushatten zu zweit auf einem Board zu surfen. Wir saßen beide dicht hintereinander in der Hocke und paddelten der Welle zu. Hatten wir diese erreicht, kniete ich mich auf das Bord und achtete darauf, nicht runterzufallen, was mir die ersten paar Male gründlich misslang.

Einmal verlor ich sogar so dermaßen das Gleichgewicht, dass ich mich völlig unkontrolliert an Heath festkrallte und ihn mit ins Wasser zog. Unter Wasser griff er dann nach meiner Hand und half mir an die Wasseroberfläche. Gemeinsam hielten wir uns jeweils an der gegenüberliegenden Seite an seinem Board fest. Wieder schauten wir uns lächelnd in die Augen.

„Fly“, sagte er leise und griff erneut nach meiner Hand. „Ich mag dich. Sehr sogar.“

Ohne dass ich etwas erwiderte, beugten wir uns einander zu und küssten uns. Diesmal jedoch viel länger und inniger als letztens in dem miefenden Wohnwagen.

Ich biss mir verlegen auf die Unterlippe und schaute unter mich, als er mich wieder von dem Kuss freigab.

„Weißt du was? Du hast recht, du bist ein exzellenter Küsser“, mein Grinsen reichte von einem bis zum anderen Ohr. Er platschte mir der Hand ins Wasser sodass es mir ins Gesicht spritzte und legte seine Stirn an meine.

„Und du eine exzellente Küsserin.“



_____________________
Na.....hat es euch gefallen? :D
wenn ja, immer schöb fleißig Reviewen.. :D
Freue mich immer rieeeßßßiig über eure Kommis ;)
GLG
T-Jay
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast