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Special girl

von Roza
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
Adrian Ivashkov Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway
03.06.2012
26.08.2016
42
44.833
2
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7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
26.08.2016 1.107
 
5 Jahre später.


Ich habe keine Freunde an dieser Schule und bin eine sehr gut ausgebildete, starke, kompetente Novizin. Meinen Mentor besiege ich schon seit 2 einhalb Jahren durchgängig. Ich bin ein Naturtalent, hat er mir einmal gesagt.

Heute nach dem Duschen krame ich in meinem inzwischen etwas vollerem Schrank nach Klamotten. Mir fällt das ungeöffnete Päckchen in die Hand. Ich lege es auf das Bett und ziehe eine schwarze Leggins und ein dunkles Sweatshirt an. Ich schlüpfe in meine neuen Chucks und mache mir den Knoten mit den inzwischen noch längeren Haaren. Er hängt mir wieder im Nacken, doch statt heute zum Abendessen zu gehen, lege ich mich in mein Bett und öffne das Päckchen. Dort sind ein Brief, ein Westernroman und eine Kette drinnen. Die Kette ist wunderschön. Ich ziehe sie an und sie passt mir. Also lasse ich sie an. Ich blättere vorsichtig in dem Westernroman und sehe, dass dort etwas steht: ‚Kleines, bewahre ihn gut auf, es ist ein besonders wertvoller Roman!’ Ich verstecke ihn unter dem Kopfkissen und öffne den Brief.

Kleines,
du wirst Zoey Iwanow genannt. So hieß dein Vater. Iwanow. Er ist ein Strigoi und hat mich misshandelt. Dadurch kamst du. Du bist ein Dhampir-Strigoi. Tut mir leid. Dein Vater war Makka Iwanow. Ich bin deine Dhampir-Mutter Olena Belikov. Deine Geschwister wissen nichts von dir, weil ich dich bekam, da waren sie auf der Akademie. Du bist aus Baja in Sibirien/Russland. Ich konnte dich nicht behalten. Es tut mir ja so leid, hoffentlich vergibst du mir. Ich habe dich Zoja Belikov genannt, doch das war zu auffällig, für die Wächter, also hat man dich Zoey Iwanow genannt. Doch getauft bist du auf den Namen Zoja Belikov. Es sollte dein Geheimnis bleiben. Zoja, ich liebe dich wirklich, nur deshalb habe ich das gemacht. Bitte verzeih mir!

Mir laufen die Tränen über die Wangen. Ich habe nicht mehr geweint, seit ich denken kann. Ich kann hier nicht versauern, ich muss sie finden! Das ist mein Entschluss. Ich bin vielleicht 16, aber das ist mir egal. Ich muss mit Gianni reden. Also stecke ich den Brief zwischen die Seiten des Buches und schmeiße das leere Packet weg.

Ich husche aus meinem Zimmer und mache mich auf die Suche nach Gianni. Er ist in der Kirche. Ich setze mich neben ihn und er sagt: „Was gibt’s, Zoey?“ „Ich möchte nach Russland. Um genau zu sein, nach Baja“, sage ich. „Warum?“, fragt er. „Bitte, stell keine Fragen und hilf mir“, sage ich. Er zweifelt nicht an mir. Er weiß, dass ich meine Gründe habe. „Okay, dann los“, sagt er.

Wir machen uns auf den Weg zum Direktor. Wächter Gianni Jensen klopft an und er bittet uns herein. „Was gibt’s?“, fragt Direktor Müller. „Ich finde, eine Studienreise nach Sibirien wäre äußerst hilfreich für Zoey“, erklärt er dem Direktor. Er ist müde und abgelenkt. „Dann fliegen Sie so schnell los wie es nur geht. Es kann ihr nicht schaden“, sagt er. Ich bin erstaunt. Normalerweise hätte er mit uns diskutiert, doch nein, nicht dieses Mal. Wächter Jensen bringt mich auf mein Zimmer und ich lege mich schlafen.

Ich fahre aus dem Schlaf hoch, weil es geklopft hat. „Herein!“, rufe ich. Wächter Jensen kommt herein. „Zoey, wir fliegen los. Kommen Sie“, sagt er. Da ich die Klamotten nicht ausgezogen habe, kann ich gleich mitkommen.

Er bringt mich zum Flugzeug und wir fliegen los. Ich schlafe gleich wieder ein. Erst auf dem Flughafen in St. Petersburg wache ich auf. Wir steigen aus und er führt mich zu einem Taxi. Irgendwie ignoriert er mich. Wir reden während der gesamten Fahrt nicht. Wir fahren durch, den ganzen Tag und dann sind wir da. Am Abend.

„Okay, ich weiß nicht was du vor hast, aber ich werde mich auf diese Bank setzen und du hast 2 Stunden, dann suche ich dich“, meint er. Ich nicke und gehe weg. Mein Englisch ist perfekt. Shirin und ich haben angefangen es zu lernen. Ihre Familie stammt aus Amerika und auf der Akademie habe ich es dann perfektioniert.

Es geht gerade die Sonne auf und ein Mann mit dunklen Haaren geht durch die Stadt. Ich spreche ihn an. Auf Englisch. „Hallo, können Sie mir sagen, wo Olena Belikov wohnt?“, frage ich. „Klar, komm mit. Ich bin gerade auf dem Weg zu ihr“, sagt er. „Danke“, sage ich.
Ich folge ihm also durch die Stadt und dann stehen wir vor einem Haus. Der Mann klingelt. Eine Frau öffnet die Tür. „Daniele, schön dass du vorbeikommst. Komm doch rein“, sagt sie. Dann entdeckt sie mich. „Wer bist du?“, fragt sie mich. Ich habe sie nicht direkt angesehen, doch jetzt, als ich ihr in die Augen blicke sagt sie: „Zoja?“ Ich nicke. Sie umarmt mich. Ich umarme sie auch. „Komm rein“, sagt sie.

Ein kleiner Junge kommt herbei gerannt. „Das ist Paul. Paul, dass ist deine Tante Zoja“, sagt sie und nimmt den kleinen hoch. Er beäugt mich und lächelt. Ich lächele zurück. Wir gehen ins Wohnzimmer. Sie schließt die Haustür hinter sich. Im Wohnzimmer ist der Rest der Familie (die hier wohnt) versammelt, das spüre ich. Dann stellt sie mir alle vor, die da sind.

Es sind keine Ferien, also sind ihre anderen Kinder in der Schule. Die Mutter von Paul muss arbeiten. Also bleibt nur noch meine Oma Jewa. Sie sieht aus, wie eine Hexe. Es stellt sich heraus, dass der Mann, dort auf der Couch, Daniele, der beste Freund von Olena, also meiner Mum, ist. Daniele spielt mit Paul und Jewa und Olena reden mit mir. Sie erzählen mir Geschichten über meine Geschwister, Dimitri, Viktoria, Karolina und Sonja. Viktoria ist Dimitris jüngere Schwester und die beiden anderen sind älter. Doch Sonja und Karolina sind an der Arbeit und Viktoria in der Schule. Dimitri ist Wächter und im Moment an der St. Vladimir Akademie in Montana, USA/Amerika.

Es ist aufregend und wir reden bestimmt 2 Stunden. Dann klingelt es und Olena macht auf. Wächter Jensen kommt herein und sucht mich, wie er versprochen hat. Er fragt sich wahrscheinlich, was ich hier mache, doch er sollte es noch erfahren. „Sie können auf ihre Erklärung warten, bis der Pfeffer aus anderer Leuten ihrer Ohren wächst“, sage ich auf Deutsch. Er nickt nur. „Miss Iwanow, das Taxi zum Flughafen wartet. Ihre neuen Freunde müssen Sie nun leider wieder verlassen“, sagt er freundlich. Ich nicke und sage auf Englisch: „Ich muss gehen. Zurück nach Deutschland. Ich komme euch bald besuchen, wenn ich fertig bin. Ach und die Kette, sie ist wunderschön.“ „Danke, Ich habe sie ausgesucht“, meint Olena. Ich grinse und umarme sie. Sie streichelt meinen Kopf und dann schleift mich Wächter Jensen weg.
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