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Dark Effect - 2

von Servala
GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
Aria T'Loak Commander Shepard Liara T'Soni Morinth Samara Tali'Zorah vas Normandy
02.06.2012
12.12.2012
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02.06.2012 2.439
 
„Du hast zu fest zugeschlagen, das war doch sicher nicht nötig“, hörte Miranda eine ihr unbekannte Stimme. Ihr tat unglaublich der Kopf weh und sie kämpfte damit, die Augen zu öffnen. „Sie hält das aus“, sagte Jack selbstgefällig und Miranda stöhnte. „Da, siehst du, sie wacht auf“, Miranda blinzelte und setzte sich auf. Ihre Sicht verschwamm vor ihren Augen und sie fragte sich, ob sie eine Gehirnerschütterung hatte, doch dann klärte sich ihre Sicht und sie blickte in das Gesicht von Jack. Für einen Moment starrte sie die Frau an, dann sah sie sich um. Seraphina saß neben ihr und eine zweite, ihr ähnliche Asari stand hinter ihr. Das musste Rheana sein, dachte sie. „Na Prinzessin, ausgeschlafen?“, Miranda verengte die Augen, nickte aber.
„Gut, dann holen wir jetzt Tali und verschwinden!“, Miranda schüttelte den Kopf. „Geht nicht“, Jack starrte sie an und schwieg einen Moment. „Sie ist außerhalb ihres Anzugs, vor morgen Vormittag ist ihr Immunsystem nicht stabil genug, wenn wir sie jetzt befreien, kollabiert sie. Bei dieser Umgebung und ohne schnell auf die Normandy zu kommen, könnte es sein, dass sie es nicht überlebt.“ Miranda rieb sich die Schläfen. Jack wippte auf dem Fußballen hin und her und ließ den Kopf kurz hängen, dann stand sie aus der Hocke auf und sah sich um. Sie spürte den skeptischen Blick Mirandas und grinste sie an. „Ich habe es dir tatsächlich abgekauft, aber dann hab ich angefangen nachzudenken“, sie tippte sich flüchtig mit dem Zeigefinger an die Schläfe und verschränkte die Arme vor der Brust. „Und dann hat die kleine Katze“, sie lächelte in Seraphinas Richtung, „mir erzählt was sie gesehen hat und ich dachte ich sehe mal ob ich mich nicht irre.“ Miranda runzelte die Stirn. „Du gibst ne gute Schauspielerin ab!“, grinste Jack noch ein mal. Dann ging sie ein paar Schritte auf und ab. „Also, wie ist der Plan? Und die beiden kommen mit, ich hab ihnen mein Wort gegeben.“
Miranda sah zwischen Jack und den beiden mutierten Asari hin und her. Dann stand sie auf und zog Jack an die Seite. „Wir können sie nicht mitnehmen!“, zischte Miranda, doch Jack stellte sich quer. Ihre Augen funkelten wütend und bohrten sich in Mirandas. „Hör mir mal gut zu, du Cheerleader“, begann sie leise. „Ich weiß wie es ist auf diesem verfluchten Planeten festzusitzen und darauf zu warten, bis die nächste Testreihe oder der nächste Kampf beginnt. Sie sagen die anderen sind nicht intelligent genug, aber überleg doch wie es ist mit einer eintausend Jahre langen Lebensspanne. Es wäre grausam sie hier zu lassen!“, sie tippte Miranda mit dem Zeigefinger an. „Schaff sie zum Broker, mir egal wie, aber hier bleiben sie nicht. Wir holen Tali, sprengen alles und erlösen die anderen.“ Miranda starrte in die braunen Augen und überlegte, dann nickte sie und sie kehrten zu den beiden Schwestern zurück, die sie besorgt musterten.
„Keine Versprechungen, wir nehmen euch mit, aber dann bringen wir euch zum Shadow Broker, was er dann mit euch macht, liegt an ihm.“ Die beiden Asari blickten sich lange an, dann nickten sie. „Alles ist besser, als hier zu bleiben“, erklärte Seraphina. In ihrer Stimme schwang ein wenig Besorgnis mit. Miranda setzte sich wieder auf den Boden und rieb sich den Kopf. „Aber warum wollt ihr weg?“, fragte sie. „Ihr seid nicht gerade unauffällig und Asari haben kein Fell“, fügte sie noch wenig hilfreich hinzu. Es war Rheana die ihr antwortete. „Weil Mutter etwas Neues einfallen würde um uns zu verbessern. Beim letzten Mal wäre Seraphina beinahe gestorben.“ Ein leises fauchendes Geräusch entglitt ihr. „Zudem habe ich diese Experimente satt und die Kämpfe. Ständig testet sie uns“, sie ging unruhig auf und ab. „Bei den anderen, denen ist das egal, keine entwickelte Intelligenz, die folgen nur Anweisungen, aber bei uns beiden … und dann hier gefangen zu sein, zu wissen, dass wir niemals entkommen werden.“ Sie bleckte die Zähne und Miranda nickte. Sie hoffte Liara konnte irgendwas für die beiden tun. „Dann sollen wir die anderen nicht befreien?“ Seraphina schüttelte den Kopf. „Sie gehorchen nur Mutter, sie sind so programmiert und werden uns angreifen. Sie zu töten wäre eine Erlösung für sie,“ Miranda seufzte. „Gut“, sie rieb sich die Schläfen. „Also Zuckerpuppe, wie ist der Plan?“ Sie warf Jack einen empörten Blick zu.
„Du gehst zurück in die Zelle!“, Jack schnellte hoch und ballte die Fäuste, doch Miranda hob beschwichtigend die Hände. „Jack, bitte. Wenn die Wachen sehen das du weg bist, schlagen sie Alarm!“, Jack ließ ihre Biotik wieder verschwinden und nickte. „Am Vormittag will Rana mir den Umwandlungsprozess bei Tali zeigen. Wir müssen bis dahin warten“, sie massierte sich immer noch die Schläfen und versuchte durch den Schmerz ihre Gedanken zu sortieren.
„Rheana, kannst du Jack dort befreien oder erwartet dich deine Mutter bei etwas Bestimmten, was auffallen würde solltest du fehlen?“ Die Asari schüttelte den Kopf. „Nein, eigentlich bin ich auch noch im Dschungel, aber Seri rief mich zurück“, gurrte sie ihrer Schwester zu. Miranda nickte. „Gut, dann holst du Jack und ihr beide müsst die Wachen ablenken, jagt irgendwas in die Luft, das kann Jack!“, grinste sie ihr zu. Diese zog die Augenbrauen zusammen und überlegte, ob es nicht eine Beleidigung war. „Seraphina du musst bei Rana sein und sie ablenken, wenn es den anderen beiden gelingt die Stromversorgung zu kappen.“ Sie seufzte schwer. „Ab dann wird es schwierig. Ihr beide müsst dann schnell zu uns kommen. Da sitzt eine gewaltige Spinne und sobald die Energie aus ist, wird sie sich befreien. Ich schätze Rana so ein, dass sie ihre Wachen ruft, aber vermutlich wenn es eng wird auch mit angreift und ich muss Tali in den Anzug helfen.“ Sie erwähnte besser nicht, das Tali vermutlich beim Anblick der freien Spinne ohnmächtig werden oder ausflippen würde.
Sie trennten sich und Miranda kehrte mit Seraphina zusammen in das Haupthaus zurück, wo die Asari sie bis auf ihr Zimmer begleitete. Sie wirkte unschlüssig. „Kann ich noch etwas für dich tun?“, fragte sie deswegen und setzte sich auf das Bett. Die Asari sah unsicher zur Tür und seufzte dann. „Weißt du wirklich nicht, was mit uns geschehen wird?“ Ihre Stimme war leise und Miranda konnte nur den Kopf schütteln. Seraphina seufze tief „Egal, alles ist besser, als hier zu bleiben“, sagte sie schließlich und stand in einer geschmeidigen Bewegung auf. „Ich sehe dich dann in einigen Stunden.“ Miranda lächelte und blickte ihr nach.  

Miranda schlief nicht, sie versuchte sich weiter in das System zu hacken und nach einer Weile gelang es ihr auch. Sie schleuste einige Trojaner ein, die die Daten an die Normandy übermitteln würden und sah unruhig auf die Uhr, es würde knapp werden alles zu übertragen. Im Anschluss zog sie sich ihre normalen Sachen an, egal wie unangenehm das Material später werden würde. Sie könnte nicht in einem Kleid kämpfen, dachte sie amüsiert. Sie schlüpfte gerade in ihre Stiefel, als sie Seraphina entdeckte, die sie beobachte. „Komm doch rein“, sagte sie freundlich und die Asari lächelte zögerlich. Sie wirkte noch so furchtbar jung, aber das konnte bei Asari alles zwischen vierzig und achthundert sein. „Wie alt seit ihr beide eigentlich?“, fragte sie deswegen neugierig und um das Eis weiter zu brechen. Die Asari errötete. „Rheana ist ein wenig über einhundert“, begann sie und schaute dann verlegen auf ihre Füße. „Ich bin selber erst siebzig.“ Miranda schmunzelte. „So jung noch?“, die Farbe auf den Wangen vertiefte sich und die Asari nickte. „Wir bringen euch hier weg“, versprach sie, hoffte aber, dass es das Leben der beiden Asari nicht noch weiter verschlimmern würde.
Im Anschluss gingen sie zusammen nach unten und Seraphina besorgte ihr etwas zu Essen. „Mutter ist schon im Labor“, sagte sie ein wenig beunruhigt. „Ich soll dich gleich nach dem Frühstück zu ihr bringen.“ Miranda sah auf das Essen, dann auf die Asari. „Nein, bitte“, sie blickte mit den Augen in Richtung einer Kamera. „Iss erst auf, sie wartet“, ihre Augen trafen sich und Miranda fröstelte. „Es ist nicht vergiftet“, flüsterte Seraphina, angelte sich etwas und biss genüsslich hinein. „Es ist eine Frucht, die hier wächst“, sagte sie und leckte sich genüsslich über die Lippen. Miranda sah ihr zu und aß dann auch, beeilte sich ohne es so aussehen zu lassen. Die Frucht schmeckte gut, süß und ein wenig wie Erdbeere mit Vanille Geschmack. Als sie fertig gegessen hatte, ließen sie den Teller stehen und gingen den ihr schon bekannten Weg zu den Laboren. Seraphina öffnete die Tür und sie betraten den Raum.
Miranda registrierte als erstes, dass der Anzug noch dort stand. Rana drehte sich zu ihr um, sie leuchtete förmlich vor Begeisterung, ihr das Ergebnis ihrer langjährigen Studien zu zeigen. Die Wissenschaftlerin in Miranda bekam ein wenig Mitleid. Rana war sicher missgeleitet und ihre erschaffenen Kreaturen furchtbar, aber aus rein theoretischer Sicht war es schlicht brillant. Sie hoffte, das die Daten vollständig an die Normandy übertragen würden, denn unter kontrollierten Bedingungen war es schon sehr fortschrittlich. Sie setzte ein strahlendes Lächeln auf und ging freudig auf die Asari zu Sie ergriff ihre Hände und schaute ihr in die Augen. „Danke für eure Gastfreundschaft“, begann sie und lächelte unter halb gesenkten Lidern. „Ich habe es sehr genossen und ich kann es gar nicht erwarten, zu sehen, was sie mit der Quarianerin planen“. Sie warf Tali einen abschätzigen Blick zu. Ihre langjährige Erfahrung unter Benezia erlaubte es ihr, selbst jetzt nach außen eine eiskalte Fassade aufrecht zu erhalten. Tali wirkte apathisch und Miranda hoffte, sie wäre ihnen später überhaupt noch eine Hilfe.
Ihr Gesicht zeigte keine Regung und sie war fast so blass wie das weiß der Wände. Im Anschluss schaute Miranda zu Seraphina und nickte leicht. Diese ging ein Stückchen zurück, tat als würde sie gelangweilt alles ansehen und aktivierte einen kleinen Impuls, der ihrer Schwester verraten würde, dass sie starten könnten. Es dauerte auch nicht lange, bis ein sehr lautes Signal ertönte. Rana schnellte herum und ging zu einem Terminal. „Ihre Begleitung ist ausgebrochen“, Miranda schaute entsetzt und fuhr sich mit einer Hand fahrig durch die Haare. „Wir müssen sie einfangen, sie ist nicht nur verrückt, sondern aus sehr gefährlich!“ Rana nickte bestätigend und schickte einige extra Wachen dorthin, doch auf dem Terminal konnte Miranda den Blick auf – im wahrsten Sinne – fliegende Turianer-Mutationen erkennen, die von Jack umhergewirbelt wurden. Sie behielt die anderen beiden im Auge. Tali biss sich auf die Unterlippe und schob sich an den Rand des Tanks, der ihrem Anzug am nächsten war. Seraphina näherte sich der Spinne, bewegte sich so aber auch zwischen Tali und ihre Mutter.
Rana war einen Moment wirklich abgelenkt, schaute dann aber zu Miranda. „Meine Wachen sollten das Problem schnell gelöst haben. Machen wir weiter...“ sie wollte noch etwas sagen, aber dann ging der Strom aus und sie hörten einen gewaltigen Knall. Ranas Kopf schnellte zum Eingang, doch dann hörten sie das Geräusch von Splitterndem Glas. Die Spinne hatte sich auf die vier hinteren Beine gestellt und den gesamten Körper angehoben. Miranda zuckte einen Schritt zurück, sie trug keine Waffen und für einen Moment versagte ihre Biotik, als sie auf die geifernden, sich ständig öffnenden und schließenden Kiefer starrte. „Miranda!“, rief Seraphina ihr zu, die Asari sprang auf den Rücken der Spinne und versuchte einen schwachen Punkt zu erreichen. Sie hatte recht lange Krallen, schoss ihr durch den Kopf. Die Tür flog auf und Rheana und Jack stürmten in den Raum. Rheana blockierte die Tür mit einem Stasefeld, da sie von einer großen Anzahl von Wachen verfolgt wurden. Jack hatte ihre Waffe in der Hand und lud durch. „Seri, weg da!“, sie wartete bis die Asari in einer sehr geschmeidigen Rückwärtsrolle – Miranda stellte fest, dass ihre Wirbelsäule elastischer sein musste, als die einer normalen Asari – von der Spinne weg war und schoss. „Ihr!“, zischte Rana und griff biotisch nach Seraphina, doch deren Schwester sprang mit ausgefahrenen Krallen auf ihre Mutter. „Die Tür!“, rief Miranda Jack zu, als das Stasefeld unter den Angriffen schwächer wurde. Jack erzeugte mit einer lässigen Handbewegung ein neues und feuerte weiter auf die Spinne.
Miranda stürzte zu Tali, die immer noch in der Röhre saß und heftig zitterte. Sie zog den Anzug biotisch zu sich. „Tali, ich weiß nicht wie du da reinkommst, aber beeile dich!“, sie zertrümmerte das Material und das laute Geräusch ließ Tali reagieren. Sie nahm einige Einstellungen vor und der Anzug klappte einmal der Länge nach auf, dann stellte sie sich hinein, positionierte sich und er schloss sich. Das ganze dauerte keine fünfzehn Sekunden. Miranda hörte ein zischendes Geräusch. „Geht es?“, die Quarianerin nickte. Sie aktivierte ihr Omnitool und scannte kurz den Anzug. „Minimale Kontamination, werde sicher trotz der ganzen Antibiotika Fieber bekommen“, sagte sie und versuchte das Zittern ihrer Stimme zu unterdrücken, als das Spinnenwesen laut auf kreischte. Wenige Augenblicke später gab es einen weiteren sehr lauten Schrei und Miranda musste wegsehen, als die beiden Asari ihre Mutter zerfetzten. Sie lenkte sich ab indem sie zum Pult ging und zusammen mit Tali dafür sorgte, dass der kleine Fusionsreaktor überlasten würde. „Kommt!“, rief Jack ihnen zu, die schon dabei war Rheana und Seraphina zu folgen. „Wir müssen die Normandy kontaktieren!“ schrie sie ihr nach, doch Jack deutete einfach nur an sie sollten sich beeilen. Miranda griff die noch schlotternde Tali´Zorah und  zog sie einfach mit sich.
Die beiden Asari führten sie zu einem kleinen Shuttle und mit einigen Griffen konnten sie es starten. Es war ziemlich alt, aber es reichte um zu entkommen. Miranda verstand Tali erst nicht, aber dann bemerkte sie, das die Quarianerin langsam nach unten zählte. Bei null angekommen explodierte die Welt unter ihnen in einen strahlend hellen, weißen Feuerball. Das Shuttle sackte tiefer, aber Rheana konnte es halten und flog sie zu einer flachen Bergspitze, wo sie landeten. „Es ist nicht All tauglich“, erklärte sie bedauernd. Miranda verstand, kontaktierte die Normandy und bestellte ein Evakuierungsshuttle zu diesen Koordinaten. Sie gesellte sich dann zu den anderen und blickte nach unten, denn sie befanden sich sehr hoch über dem Dschungel. Unter ihnen breitete sich eine große Feuerwand aus und sie seufzte leicht bedauernd, doch es ließ sich nicht mehr ändern. Das Feuer würde alles in einem gewaltigen Umkreis vernichten, denn durch den hohen Sauerstoffgehalt der Atmosphäre wurde es immer weiter angeheizt. Doch die Natur würde sich rasch erholen und Miranda überschlug, dass in zwei Monaten kaum noch etwas zu sehen wäre. Jack blickte auf und deutete in eine Richtung und wenige Sekunden später entdeckte auch Miranda das Shuttle. Sie war wirklich einfach nur froh wegzukommen, auch wenn sie jetzt noch das Geschenk für Liara verschicken musste. Seraphina und Rheana blickten unsicher zu ihnen, als befürchteten sie abgelehnt und doch noch zurückgelassen zu werden, doch sie lächelte nur und deutete ihnen an, sie sollten einsteigen.
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