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(Day)Dreaming of you

von inSpire
KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 Slash
29.05.2012
29.05.2012
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Widmung: a.) LycheeNim, meiner Unnie, weil sie Kai so sehr mag. Naja, ein KaiYeol wäre besser gewesen, oder, Unnie? Egal. Bacon ist auch toll. HDL! 

"Aish~", seufzte ich. Wieso musste Schule so ätzend sein? Es gab doch deutlich Besseres als die Schule. Was machte ich dann noch hier?
"Wie weit bist du denn schon?", fragte die Lehrerin streng. Ich unterdrückte ein Seufzen, dann sah ich sie an.
"Ich bin fertig."
Mein Nachbar fing an zu lachen. Logo, er wusste, was jetzt kam.
"Ach ja? Und womit bist du fertig?"
"Mit dem Denken. Ich will mich jetzt kein bisschen anstrengen." Absolut erschöpft legte ich meinen Kopf auf meine Arme. Als die Lehrerin bereits anfing zu schreien, fand meine Hand den Play-Knopf meines iPods. Laut dröhnte die Musik in meine Ohren. Irgendwelche Mädchen kreischten, als hätten sie gerade eine Spinne oder so was gesehen.
Vorher hatte ich ja erwähnt, dass mein Nachbar – also mein bester Freund – die Aktion von gerade eben gewusst hatte. Was er nicht wusste war, dass ich ihn liebte. Das mal kitschig klingen, aber es war nun einmal die Wahrheit. Ich wusste nicht wieso und ich wusste auch nicht seit wann das so war, aber ich liebte ihn einfach. Wer jetzt denkt, dass das zum Kotzen kitschig ist, soll verschwinden, denn es wird noch viel schlimmer. Wie ein Kuchen mit zu viel Zucker und das meine ich ernst.
Jedenfalls – was würde er tun, wenn ich ihm sagen würde, dass ich ihn liebte? Vielleicht liebte er mich ja auch, obwohl das ziemlich unwahrscheinlich war. Und überhaupt – wo würde ich ihm das Geständnis machen? In der Schule sicher nicht.
Vielleicht würde er mir zuerst gestehen, dass er mich liebte. Möglicherweise würde es folgendermaßen ablaufen…

"Hey!", rief er mir zu. Wir waren bei einem Vergnügungspark – die Leute kreischten und lachten, die Musik blieb dezent im Hintergrund, und man roch eine Mischung aus Zuckerwatte und Popcorn. Alles schien bunt zu sein.
"Hi."
"Komm mit!" Er packte meine Hand und zerrte mich zu einer Attraktion, die "Love Rain" hieß. Moment. WAS stand da?
"Und mit dem fahren wir?", fragte ich skeptisch.
"Ja!"
"Aber da kommen nur Pärchen hinein!"
Er küsste mich kurz – also er drückte mir kurz seine Lippen auf meine – dann begann er wieder: "Komm einfach!"
Doch ich bewegte mich keinen Millimeter, einerseits, weil ich so geschockt von dem Kuss war, andererseits, weil ich ihm nicht glaubte – oder glauben wollte – dass er mich liebte.
"Liebst du mich jetzt echt?"
"Ja! War der Kuss kein Beweis? Und nun komm jetzt!"
Widerstrebend setzte ich mich neben ihm auf eine knallrosa Bank. Als der Wärter zu uns kam, um das Geld einzusammeln, hob er zwar eine Augenbraue, sagte aber nichts. Langsam setzte sich der Waggon in Bewegung, und schon bei der ersten Sekunde fielen rosa Papierherzen auf uns. Igitt, das war so kitschig, und rosa auch noch. Ich sah zu meinem Freund. Wow. Ich hätte nicht gedacht, dass wir irgendwann zusammenkommen würden – obwohl ich das nicht so recht glauben wollte, was seine Gefühle mir gegenüber anbelangte. Denn als ich nach seiner Hand griff, zog er diese blitzschnell zurück.
"Ich weiß. Du glaubst vielleicht, ich liebe dich nicht, aber ich liebe dich wirklich. Tief in meinem Herzen tu ich das. Ich mag nur kein Skinship. Und selbst wenn es nur ein Händchenhalten ist oder so, ich mag so was nicht. Aber vergiss nicht, dass ich dich liebe."
Ach so war das. Aber…
"Liebst du mich wie einen Bruder oder echt echt?"
Er lächelte mich ungläubig an.
"Du weißt genau, wie ich dich liebe und als was ich dich sehe. Also frag keine derartigen Fragen."
Mittlerweile steuerten wir auf einen dunklen Tunnel zu. Ich hatte das dumpfe Gefühl, dass er pink werden würde und dass es schon wieder Papierherzen würde.
"Seit wann liebst du mich?", fragte ich. Ich tat dies nur, weil ich seine Stimme hören wollte. Ich liebte einfach alles an ihm.
Er schien das geschnallt zu haben, dass ich das nur tat, damit er redete, und hob eine Augenbraue.
"Du weißt, ich hasse das!"
"Was denn?"
"Blöde Fragen zu stellen, als wären wir in einem Film. Wie blöd ist das?"
"Und diese Love Rain-Tour ist nicht blöd oder wie?"
"Das war bloß Mittel zum Zweck!"
"Und was war der Zweck?"
Mein Freund seufzte laut auf.
"Aish! Bist du echt so blöd oder tust du nur so? Natürlich habe ich das getan, weil ich dir beweisen wollte, dass ich dich liebe! Saranghanda! Verstehst du?"
In dem Moment drehte sich eine Oma, die alleine (Hatte sie den Wärter bestochen oder wieso saß die alleine?) vor uns saß, um und fragte: "Seid ihr etwa schwul?"
"Sollten Sie nichts gegen Schwule haben, drehen Sie sich um und halten Sie Ihren runzligen Mund. Und sollten Sie etwas gegen Schwule haben, drehen Sie sich um und halten Sie Ihren runzligen Mund."
Vielleicht wollte er deswegen nicht so viel Skinship – weil Schwule noch immer von einigen verachtet wurden.
Ich drückte seine Hand, die dieses Mal keinen Widerstand leistete. Sofort begann die Oma: "Ihr Schwule seid nicht einmal richtige Menschen!"
"Haben Sie ihn nicht gehört?", fragte ich gereizt, "Drehen Sie sich um und halten Sie Ihren Mund!"
"Seien Sie bloß nicht eifersüchtig, weil Sie alleine fahren und niemanden finden konnten! Weil wir noch ein LEBEN vor uns haben! Wir können noch alles machen, Sie nicht!"
"Diese Jugend heutzutage! Und noch dazu schwul!"
Mein  Bester zuckte die Achseln. "Na gut, ich habe Sie gewarnt. Nun.."
Seine Lippen trafen sanft meine, seine Arme umschlangen meinen Körper. Ich wusste, dass er dies nur tat, weil er diese Oma abschrecken wollte, aber ich fand das einfach toll.
Sanft schaukelte sich das Boot, einmal, zweimal, dann immer stärker. Die Papierherzen fielen auf uns, aber das störte mich jetzt nicht. Ich wollte, dass dieser Moment bis in die Ewigkeit an hielt.

"Kai! Hey, Kai! Wach auf!"
"Was!?" Ich schreckte hoch. Ich war wohl so in den Tagtraum gewesen, dass ich das Schubsen als Schaukeln interpretiert hatte.
"Wach auf. Es ist schon Pause. Ach ja…" Er drückte mir einen Zettel in die Hand. Verhaltensverwarnung.
"Die hat sie mir gegeben. Sie ist ziemlich sauer auf dich. Wovon hast du geträumt? Etwa von mir?"
Ich lächelte. Mein kleines Geheimnis kriegte Baekhyun nicht heraus. Ja, es ging zwar um ihn, aber ich war nicht so blöd und zerstörte unsere Freundschaft deswegen. Also.
"Tja. Das war ein toller Traum. Und du warst mit dabei."
"Wirklich? Und was hab ich alles mit dir angestellt?"
Ich lachte. Wenigstens funktionierte diese Taktik beim realen Baekhyun noch, selbst wenn ich es nur tat, um seinen extrem süßen Gesichtsausdruck zu sehen, den er immer aufsetzte, wenn er neugierig war.
"So schnell geb ich ihn aber nicht preis."
"Och, komm! Wie viele Wörter brauchst du dafür? Oder Sätze? Oder Seiten?"
Eigentlich, sagte ich in Gedanken zu ihm, brauchte ich nur drei Wörter.
Ich. Liebe. Dich.
 
 
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