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Stadt der Träume

von Goku
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P12 / Gen
26.05.2012
06.07.2012
9
19.639
 
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26.05.2012 1.559
 
Es war ein heißer Sommertag, als Goku es sich in der Pause im Schatten unter dem großen Baum auf dem Schulhof gemütlich machte. Ein seufzen kam ihr über die Lippen, denn sie wurde kurz zuvor wegen einer Keilerei mit Nathaniel`s Schwester Amber zur Direktorin geschickt und hatte daraufhin einen schriftlichen Tadel erhalten. Es war wie immer das übliche. Amber stichelt und irgendwann flippt jeder mal aus. Naja zumindest hatte Amber auch einen Tadel erhalten. Jedoch wie sollte sie das ihren Eltern beichten?!
Sie saß einfach nur ruhig im Schatten und schaute zum wolkenfreien, azurblauen Himmel hinauf. Sie lauschte dem Wind, der in abständen immer eine leichte Briese zu ihr brachte und dem Gezwitscher der Vögel. Es war ja nicht so als würde sie sich hier nicht wohlfühlen aber sie vermisste ihre alten Freunde von der alten Schule doch schon sehr.
Wie in Teufelsnahmen konnte sie nur in dieser Stadt und dieser Schule landen? Sie schloss die Augen und erinnerte sich zurück an ihren letzten Tag auf der alten bis zu ihrer ersten Woche an der neuen Schule.

Sie wusste es noch genau es war ein verregneter Nachmittag im April. Eine Woche vor Ostern. Sie hatte sich mit ihrem Bruder eine kleine Überraschung für ihre Eltern ausgedacht und freute sich schon riesig diese in die Tat umzusetzen. Doch dazu sollte es ja nie kommen.
An diesem Nachmittag saß sie zusammen mit ihrem Bruder in der Küche und tüftelte an ihrer Überraschung.
„Das wird Mutter und Vater vom Hocker hauen. Zwei Monate Planung und endlich ist Ostern.“ Murmelte Goku lächelnd ihrem Bruder zu. Ihre Eltern saßen im Zimmer daneben und durften von dem Ganzen schließlich nichts mitbekommen.
„Bin ich froh wenn das um ist. Du gehst mir mit deiner Planung auf die Nerven. Wenn ich dachte das du es endlich fertig hattest, hast du es wieder komplett umgeschmissen, weil dir dann doch irgendwas nicht gepasst hat oder dir noch was besseres eingefallen ist.“ Seufzte dieser. Goku lag ihm seit zwei Monaten wirklich jede freie Minute damit in den Ohren. Viele Ausführungen landeten nach kurzer Zeit im Müll, weil sie wieder eine neue Idee hatte.
„Stell dich nicht so an, Kay! Es wird schon klappen. Glaub mir.“
Es war den beiden und vor allem Goku schon vor längerem aufgefallen, dass in der Beziehung ihrer Eltern irgendwas nicht stimmte. Ihr Vater schlief schon seit Wochen nicht mehr zuhause und ihre Mutter war nachts nur noch am weinen. Wenn Kay oder Goku nach ihrem Vater fragten, antwortete ihre Mutter immer nur er sei mit der Arbeit so beschäftigt, dass er Überstunden  machen würde und gleich im Büro bliebe.
Natürlich waren die beiden nicht dämlich und konnten eins und eins zusammen zählen. Und damit dieses Ergebnis nicht zustande kommen konnte mussten sie etwas unternehmen. Naja Kay schien es eher gelassener zu sehen und wollte sich am Anfang nicht wirklich einmischen und auch seiner Schwester nicht helfen geschweigeden ihre Sorgen verstehen.
Goku hatte gerade wieder den Stift gezückt und wollte noch etwas zur Planung hinzufügen, als sie ihre Eltern aus dem Wohnzimmer rufen hörten.
„Kay! Goku! Kommt ihr bitte mal ins Wohnzimmer?! Euer Vater und ich müssen mit euch reden.“ Ihre Mutter klang als wäre sie den Tränen nah.
Die beiden standen auf und gingen ins Wohnzimmer. Ihre Eltern saßen beide jeweils an den beiden Armlehnen Rechts und Links von der Couch. Goku und Kay setzten sich in die Mitte ihrer Eltern.
„Was gibt es?“ fragte Goku und sie hatte schon so ein ungutes Gefühl, dass sich ihr der Magen umdrehte.
„Euer Vater und ich haben euch beide sehr lieb, dass dürft ihr nicht vergessen ….“ Bei diesem Anfang wurde Goku nur noch übler. Sie redete sich ein, dass es nicht so schlimm werden würde, wie es sich jetzt im ersten Moment anhört.
„Was eure Mutter damit sagen will …“ führte ihr Vater die Erklärung weiter „… ist, dass wir uns entschlossen haben uns scheiden zu lassen.“
„Was er eigentlich meint ist das ER es entschlossen hat, weil ER eine NEUE hat. Ja genau EUER VATER hat mich und euch BETROGEN.“ Zischte ihre Mutter ihn über die Köpfe der beiden hinweg.
>Nein Goku! Das ist nur ein Traum. Gleich wachst du auf und es ist alles wieder wie vorher.< Instinktiv kniff sich das weißhaarige Mädchen in den Arm. Immer fester und fester in der Hoffnung doch noch aufzuwachen. Doch sie wusste innerlich schon, dass dies nie der Fall sein würde, denn leider sah die Realität genau SO aus. „Aber? ….“
„Da wir euch nicht damit belasten wollen.“ Abgesehen von den Vorwürfen die ihre Mutter ihrem Vater immer wieder an den Kopf warf „… Wird Kay zu Onkel Eddie nach Chartres und du Goku zu deiner Tante nach Paris.“
„Aber warum können wir nicht bei euch bleiben?“ Goku war zutiefst betrübt. Schon viele von ihren Freunden hatten erzählt, dass als ihre Eltern sich scheiden ließen ein regelrechter Rosenkrieg entbrannt war.
„Nunja EUER Vater ist lieber mit seiner neuen allein am rumv….. “ die Mutter fing sich schnell wieder „rumturteln, dass er für euch keine Zeit hat.“
„Und eure Mutter ist zu sehr damit beschäftigt zu versuchen mir das leben schwer zu machen.“
Noch einige Momente lang ging es so weiter. Alles was sich die letzten Wochen an Wut, Trauer und Verachtung angesammelt hatte wurde nun endlich freien lauf gelassen. Sehr zum Leidwesen von Goku und Kay.
Nach einer weile hatten sich ihre Eltern wieder beruhigt. „Hört zu Kinder! Es ist nicht ganz einfach für uns und wir wollen euch aus dieser Geschichte gerne raushalten. Ihr könnt uns jederzeit besuchen kommen.“ Sagte ihre Mutter nun wieder mit sanfter Stimme.
„Uns raushalten? Hat ja wunderbar geklappt. Ihr schlagt euch hier fast die Köpfe ein während wir hier sitzen und sagt dann ihr wollt uns raushalten. Das ich nicht lache!“ hetzte Kay gegen seine Eltern. Er hatte gerade seinen Satz beendet, da hielt sich Goku die Hand vor den Mund, sprang auf und lief schnell Richtung Toilette. Von dieser ganzen Aufregung wurde ihr ganz schlecht.
Den größten Teil des Abends verbrachte Goku über der Toilettenschüssel. Ihr Bruder saß neben ihr und strich ihr immer wieder über den Rücken. Als sie später im Bett lagen konnte keiner von ihnen schlafen. Kay lag wach und hatte die Ohrstöpsel seines MP3 Players im Ohr, ihre Eltern stritten sich noch die ganze Nacht lautstark weiter und Goku lag zusammengekauert und weinend in ihrem Bett mit einem alten Familienbild in der Hand, wo die Welt noch in Ordnung war.
Vier Tage später war es dann so weit. Ihr Vater war schon ausgezogen und wohnte bei seiner neuen Freundin. Die Koffer der beiden Kinder waren gepackt und bereit in den beiden Taxis am Straßenrand verstaut zu werden. Ihr Vater kam nicht einmal um sich von den beiden zu verabschieden. Von ihren Freunden hatte sich Goku schon verabschiedet. Auf die neue Schule war sie mehr als nur gespannt. Kann ja nicht schlimmer sein, als der Rosenkrieg zwischen ihren Eltern.
Sie verabschiedete sich von ihrer Mutter und ihrem Bruder und stieg in ihr Taxi. Auch ihr Bruder stieg in das seinige und sie fuhren in getrennte Richtungen fort.
Die Fahrt schien fast endlos bis sie endlich in Paris ankam. Die ganze Zeit hatte sie nur schweigend aus dem Fenster es Taxis gesehen und mit ihrem Ärmel die Tränen weggewischt, die ihr immer wieder herunter kullerten.
„Entschuldigung?“ brach Goku nach kurzer Zeit das schweigen.
„Ja junges Fräulein?“
„Ich soll hier in Paris auf die Sweet Amoris Schule gehen. Könnten sie mir vielleicht den Gefallen tun und dort einmal kurz vorbei fahren?“
„Keine Sorge! Die Schule liegt auf dem Weg. Wir müssten in 5 Minuten dort sein. Soll ich dort kurz anhalten?“
„Wenn sie so lieb wären.“
Der Taxifahrer lächelte und nickte. „Aber natürlich!“ Er hatte ja gesehen, dass es ihr nicht so gut ging und hatte daher nicht angefangen mit ihr groß ein Gespräch zu beginnen.
Nach kurzer Zeit hielt das Taxi an. „Wir sind da, junges Fräulein. Ich warte hier solange bis sie wieder kommen.“
„Vielen Dank!“ Goku stieg aus und ging in Richtung Schulhof. Ab morgen würde sie hier zur Schule gehen. Neue Schüler, neue Lehrer und eine komplett neue Umgebung. Sie seufzte kurz als sie sich umdrehte um wieder zu gehen stieß sie mit jemandem zusammen und fiel prompt auf ihr Hinterteil. „Autsch! … Tut mir Leid ich habe nicht aufgepasst!“ Sie sah nach oben und sah erstmal in die Augen eines großen braunen Hundes, der ihr sofort mit der Zunge übers Gesicht fuhr. „….“ Sie blieb verdutzt sitzen. Sie traute sich weder zu schreien noch eine sonstige Bewegung zu wagen.
„AUS! Man leckt nicht an jedem Müll herum!“ hörte sie eine Stimmt und sah wie der Hund weggezerrt wurde. Sie sah erneut nach oben und Blickte in das Gesicht eines Rotschopfes.
„Die schmeckt sicher eh nicht. Guck doch wie schmutzig die kleine ist.“ Fuhr er fort.
„… Müll? … SCHMUTZIG? Wer hat mich den angerempelt? Sowas unhöffliches.“
„Willkommen im 21. Jahrhundert. Unhöfflichkeit ist hier Alltag!“ Erwiderte der Rotschopf grimmig. „Pass das nächstemal besser auf wo du hintrittst.“ Mit diesen Worten ging er weiter und ließ Goku einfach auf dem Asphalt sitzen.
>Sowas aber auch. Hoffentlich begegne ich dem nie wieder.< Sie stand auf, klopfte sich den Staub von der Kleidung und stieg wieder ins Taxi. Nach einer weiteren viertel Stunde kam sie nun endlich am Haus ihrer Tante an…..

Nächstes Kapitel -> Neue Stadt, neue Schule und zwei bekannte Gesichter
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