Wolfs Story

KurzgeschichteAllgemein / P16 Slash
Kiba Tsume
26.05.2012
08.05.2013
2
3735
1
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
1. Kapitel

Lautes Heulen durchdrang die Sternenklare Nacht. Es war Winter und der Schnee bedeckte jedes Grüne Grashalm. Die wenige Wälder, die es noch gab, wirkten kahl und bedrohlich. Ein einsamer Wolf durchschritt die blattlose Landschaft und hinterließ seine Fußspuren im Schnee. Hunger quälte ihn und trieb ihn voran. Schon seit Tagen hatte er keine Beute mehr gemacht. Ob er überhaupt noch auf etwas zu Fressen stoßen würde? Man sollte meinen, dass genügend Aas herumlag, doch die kleinen Tiere hatten sich gut versteckt oder waren bereits vor Wochen gestorben. Wie trostlos das alles doch war! Und dennoch… Er würde nichts an seinem Leben ändern, wenn er noch einmal die Wahl dazu hätte. Immerhin verfolgte er ein Ziel. Dieses Ziel, war das Paradise. Ein Ort, an dem er zu Hause sein würde. Er wusste dass es dort draußen, irgendwo einen Ort gab, der das Paradise war. So lange er diesen Glauben an diese heilige Stätte hatte, würde er nicht aufgeben danach zu suchen. Natürlich konnte er nicht mit Sicherheit sagen, dass er jemals an diesen Ort gelangen würde, geschweige denn das es ihn wirklich gab. Schließlich gab es keine Beweise dafür, dass es einen Ort der Glückseligkeit gab. Doch Kiba spürte es einfach. Sein Verstand und auch sein Körper nahmen diesen Ort war. Er spürte es einfach… „Paradise, ich werde dich finden!“, knurrte er vor sich hin. Sein heißer Atem stieg zum Himmel hinauf. Wie lange er schon unterwegs war? Mittlerweile könnte er schon eine Kleinigkeit vertragen… Für einen kurzen Moment blieb er stehen und hielt seine Schnauze in den Wind. Wo konnte er nur etwas zu fressen finden? Auch wenn er es sich nur ungern eingestand, er brauchte etwas im Magen um seine Reise fortsetzen zu können. Doch hier draußen gab es nicht mehr viel…. Das letzte was er gefressen hatte war eine tote Ratte und Wurzeln. Beides, was für einen Wolf eher untypisch war. Doch wenn einen der Hunger trieb, dann fraß man auch den Dreck, der auf dem Boden lag.

Kiba schnüffelte in der kalten Luft, nach etwas Essbaren. „Was ist das…?“ Irgendwas war da… Er hatte es schon mal gerochen. „Menschen!“, schnaubte er. Vor einer halben Ewigkeit war er das letzte Mal auf welche gestoßen. Er mochte diese Zweibeiner nicht sonderlich. Auch wenn er die Gestalt eines Menschen annehmen konnte… So hasste er es, da er nichts mit ihnen zu tun haben wollte. Er ist nun mal ein Wolf! Und richtige Wölfe besaßen noch so etwas wie Würde. Kiba schnüffelte erneut, da er erst die Richtung ausmachen musste, aus der der Geruch kam. Er wollte es vermeiden auf Menschen zu treffen, doch er wurde vom Hunger getrieben. Gab es denn keinen anderen Ausweg? So wie er an die Zweibeiner dachte, begann sein Magen zu knurren. „Verdammt!“ Zähne knirschend machte er sich auf den Weg. Hoffentlich würde ihm sein Hungertrieb nicht das Leben kosten. Das letzte Mal war er jedenfalls noch gerade so mit dem Leben davon gekommen. Wie es wohl dieses Mal für ihn ausgehen würde? Irgendetwas sagte ihm, dass sich sein Leben verändern würde. Ein Wolf spürte es einfach, wenn eine Veränderung oder eine Gefahr bevorstand. Angst hatte er nicht, dennoch würde er vorsichtig ins neue Gebiet wechseln. Durch den Schnee stapfend folgte er dem Geruch. Erst einige Stunden später sah er weiter vor sich eine Art Wall. Anscheinend hatten die Menschen eine Festung gebaut, um sich vor den starken Schneewehen zu schützen… Vielleicht waren sie ja doch nicht so dumm, wie er es immer angenommen hatte. Doch was interessierten ihn die Menschen. Er wollte sich nur etwas stärken und dann weiter auf den Weg machen. Kiba würde nicht lange in der Stadt verweilen, nur solange bis seine Reserven wieder aufgefüllt waren. Nach einiger Zeit passierte er die Tore der Stadt und das völlig unbemerkt. Jedes andere Tier, hätte ihn bereits wahrgenommen, aber die Menschen machten sich keine Notiz von ihm. So hatte er wenigstens seine Ruhe und konnte die Stadt ungehindert passieren. „Irgendwo muss doch etwas zu Fressen sein…“ Langsam aber sicher würde er eine Pause machen müssen. Wie lange war er bereits unterwegs? Wie lange hatte er nichts mehr zu Fressen gefunden? Jegliches Gefühl von Zeit war ihm Abhandengekommen. Müde forderte er seine Pfoten auf ihn weiter voran zu tragen. „Nur eine kleine Pause…“, schnaufte er. Suchend sah er sich nach einem Ort um, entdecke eine Art Höhle und schleppte sich dorthin. Im Inneren wandte er sich noch einmal um und legte sich mit dem Kopf zum Ausgang. Er war zwar entkräftet, aber er wollte dennoch alles im Blick behalten.

Doch aus seinem Vorhaben wurde nichts, da ihm augenblicklich die Augen zufielen. Kiba schlief die nächsten Stunden und bekam von dem wilden Treiben, welcher sich in der Nähe abspielte nichts mit. Erst als er unbewusst den Geruch eines Wolfes wahrnahm, spitze er die Ohren und sah nach draußen. Aufmerksam beobachtete er die Gegend, bis ihm eine Menschenmenge auffiel. Eigentlich nichts Ungewöhnliches… Aber in mitten dieser stand ein Wolf. „Was hat das zu bedeuten?!“, grummelte er und beobachtete den Fremden. Wie konnte er es wagen in der Form eines Menschen umher zu wandeln?! Kiba hob verachtend den Kopf. Wie konnte dieser es nur wagen?! Ein wahrer Wolf, würde niemals seine Natur verbergen! Das war etwas, was gegen den Stolz eines jeden Wolfes sprach. Und wie dieser auch noch herum lief! Anscheinend war er auch noch mit diesen Menschen befreundet! Es dauerte nicht lange, bis dieser Kiba bemerkte. Für einige Sekunden trafen sich ihre Augen. Plötzliche Stille trat zwischen die beiden und in diesem warfen sie sich böse Blicke zu. Kiba sah sich in seinem Stolz, als Wolf verletzt und richtete sich auf. Entweder der Fremden würde verschwinden oder sie würden gegeneinander kämpfen. Doch kaum das sich der Wolf zu einer Entscheidung bewegen konnte, wurde dieser bereits von einem Menschenkind entdeckt. Ein junge, mit rundem Gesicht stand plötzlich vor ihm und langte mit der Hand zu ihm. Von ihm provoziert schnellte Kiba nach vorne und stieß den Jungen von dem Ausgang weg. Knurrend stand der silberne Wolf nun im freien und sah in die erschrockenen Gesichter der Menschen. Er hörte, wie einer ihn als Hund beschimpfte und knurrte diesen an. Wie dumm waren diese Menschen nur? Sie konnten noch nicht einmal einen gewöhnlichen Hund von einem Wolf unterscheiden… Daran sah er, dass seine Gegner ihn bereits unterstetsten. Doch eher er an ihnen vorbei laufen konnte, stellte sich ihm der Fremde vor die Pfoten. Kibas Augen funkelten, als er ihm ins Gesicht sah. Er hasste diesen Verräter! Die beiden hielten den Blickkontakt, als der Fremde seinen Leuten mitteilte, dass sie verschwinden sollten. Da diese nicht hörten, schmiss dieser einem seiner Menschenfreunde etwas an dem Kopf. Wie erbärmlich musste man sein, dass man sich mit Menschen abgab? Kiba hatte darauf keine Lust und lief zur Seite.

Seine Pfoten brachten ihn schnellen Schrittes zu einer Art Lagerhalle. Dort wurde er von dem Fremden verfolgt, welcher sich seine Wege durch den Schutt bahnte. Anscheinend kannte er sich hier aus… „Komm du nur!“, bellte Kiba ihn an und rannte weiter. Schneller als ihm lieb war, holte dieser ihn ein und stoppte seinen Lauf auf dem Dach des Gebäudes. „Wie kannst du es wagen?!“, keifte er den Fremden an. „Was ich meine? Du verleugnest deine Herkunft!“ Wieder herrschte Stille zwischen den beiden. Um seinen Worten Ausdruck zu verleihen, wehte ein eisiger Wind und ließ ihr Fell wehen. „So siehst du also aus…“ Nun standen sich beide Wölfe gegenüber, von Angesicht zu Angesicht. Keiner war bereit nachzugeben und das obwohl es noch keinen Kampf gab. Beide knirschten mit den Fangzähnen und versuchten somit den jeweils anderen einzuschüchtern. Bereits im nächsten Moment sprangen sie aufeinander zu und trafen mit ihren Pfoten die Seite des anderen. „Denkst du etwa, dass mir das etwas ausmacht? Ich werde nicht gegen einen Möchtegern Wolf verlieren!“  Kiba setzte bereits zu nächsten Schlag aus und biss dem Fremden in die Seite. Wut gab ihn die nötige Kraft um fest zuzubeißen. Dieser schien allerdings wenig beeindruckt davon zu sein, da er Kiba ebenso in die Seite biss. Sich aus seinem Biss befreiend, schlug er ihm mit der Pfote ins Gesicht. Dies sorgte dafür, das Kiba ihn im ungeschützten Moment in den Hals beißen konnte. „Deine Abwehr lässt zu wünschen übrig!“ Doch da hatte sich Kiba zu früh gefreut, da er im nächsten Moment schmerzlichst zu Boden gedrückt wurde. Sein Biss lockerte sich etwas, sodass er ihm der Fremde ebenfalls am Hals zu packen bekam. Bis jetzt hatte er nur Kibas Attacken nachgeahmt und ihn mit seinen eigenen Mitteln geschlagen. Vom Kämpfen unter Wölfen verstand der andere wohl nicht viel… Allerdings würde er früher oder später aufgeben müssen… Immerhin war er angeschlagen und würde somit den kürzen ziehen. Doch ehe die beiden sich wirklich gefährlich werden konnten, wurden die beiden von einem Menschen unterbrochen. Kiba nutzte diesen Moment, um den Fremden von sich zustoßen. Wieder auf den Pfoten stehend hechtete er auf den Jungen zu, welcher allerdings eine Waffe auf ihn gerichtet hatte. Ein Schuss fiel und ein brennender Schmerz machte sich in Kibas Schulter breit. Angeschlagen eilte er davon und suchte sich ein gutes versteck. Im Moment war einfach nicht im Stande auf Leben und Tod zu kämpfen. Ihm fehlte die nötige Kraft, um einen gezielten Gegenschlag auszuführen. Vorerst würde er sich zurückziehen und sich stärken, dann würde er sich seinem Gegner wieder stellen, falls sie erneut aufeinander trafen.
Review schreiben