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Eine Elster auf abwegen

von Theojan
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
Cooro Husky Igneous Nana Rose Senri
26.05.2012
09.05.2013
8
9.178
 
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26.05.2012 1.891
 
Hallo^^ Schön, dass ihr wieder lest. Dieses Kapitel ist etwas länger geworden o.o
Also dann erstmal viel Spaß beim lesen.


Zirkusspiele

Kasumi schlief lange an diesem Morgen. Cooro hatte sie nicht geweckt. Offenbar war er immer noch sauer, weil er die Sonderaufführung von diesem angeblich so großen Cassandro nicht sehen konnte.
Obwohl Kasumi nichts dafür konnte, denn Nana hatte das Geld und sie bestimmte, wofür es ausgegeben wurde. Wenn auch nur unter Zustimmung der Anderen. Cooro saß deprimiert in seinem Bett und starrte aus dem Fenster, als Kasumi aufstand um sich im Bad frisch zu machen.
Es war wirklich tolles Wetter. Kasumi wäre auch gerne in die Sondervorstellung gegangen doch für Karten hatten sie kein Geld und malen ohne Stifte war unmöglich.
Und überhaupt, wenn sie tatsächlich zwei Karten gewonnen hätten, dann hätten ja auch nur zwei von ihnen hingehen können und das wäre ziemlich unfair gewesen. So konnten sie sich in der Stadt einen schönen Tag machen, auch wenn das kein Trost war.
Als unsere Freunde dann zum Frühstück unten in der Taverne versammelt waren, das Frühstück war glücklicherweise im Preis inbegriffen, fragte der Wirt sie nach ihren Eltern. Wo sie denn seinen und ob sie überhaupt welche hätten. Senri schüttelte schon den Kopf so nach dem Motto wir haben keine Eltern, als Husky schnell sagte: „Unsere Eltern sind bei Freunden. Sie übernachten dort, aber ihre Freunde hatten nur Platz für meine Eltern, also mussten wir woanders übernachten. Außerdem haben wir ja Senri dabei. Der ist ja schon 17. Stimmts? Der Silber-haarige stupste seinen Nachbarn an und dieser nickte brav. „Aha.“ ganz zufrieden schien der Wirt mit dieser Antwort nicht zu sein, doch er fragte nicht weiter nach. Trotzdem beschloss Kasumi ihn im Auge zu behalten. Er hatte sie vorhin so seltsam angesehen.
Gleich nach dem Frühstück brachen sie in Richtung Markt auf. Dort entdeckten sie den Mann, der Cooro von dem Malwettbewerb erzählt hatte. Er stand auf einer kleinen Bühne und nahm Zeichnungen entgegen. „Ich werde in zwei Stunden den Gewinner bekannt geben.“ sagte er gerade und hüpfte von der Bühne, als alle Bilder abgegeben waren.
Cooro beobachtete, wie jemand mit besorgter Miene auf den Mann zulief. „Die Clowns können nicht auftreten. Sie haben die Masern.“
„Was? Aber wir können die Show nicht ohne Nebenartisten abliefern. Das geht nicht!“ sagte dieser. Er schien derjenige zu sein, der immer hinter Cassandro steht. Quasi die Drecksarbeit für den großen Künstler erledigte.
Cooro lauschte gespannt dem Gespräch der beiden Männer bis der 'Organisator' auf Cooro deutete und dann auf ihn zukam.
„Hey kleiner. Dich kenne ich doch. Und das sind deine Freunde?“ fragte er und Cooro nickte.
Dann wurde der Mann etwas nachdenklich. „Sagt mal, habt ihr nicht Lust eine Clownsnummer morgen Abend vorzuführen? Wir würden es heute natürlich mit euch einüben, aber wenn ihr intere....“
„Ja! Gerne! Ich wollte schon immer mal im Zirkus auftreten!“ unterbrach Kasumi, die im Gegensatz zu den anderen zugehört hatte.
Husky war etwas skeptisch, aber wann war er das mal nicht? Nana sagte, sie schaute lieber zu und Senri war das wohl ziemlich egal.
Cooro jedoch war hin und weg. Er faselte den armen Mann voll und heftete sich an seine Fersen.
Für den war schon längst klar, dass sie an der Vorstellung teilnehmen durften, doch diese kleine Nervensäge wollte immer wieder die Bestätigung haben und ehe er sichs versah, befanden er und seine Freunde auf einem kleinen Platz, etwas abseits von den vielen Marktzelten.
Es liefen viele Leute herum, die wohl alle zum Zirkusteam gehörten.
Über den Platz war in mehreren Metern Höhe ein dickes Tau gespannt. Kasumi sah, dass auf dem Tau ein Mensch balancierte. Es gab keine Sicherung, oder ein Netz, was sie sehr erstaunte, denn wenn man aus dieser Höhe herabfiel, tat das schon ganz schön weh.
„Wer sind die denn?“ ertönte da eine Stimme von dem Seil aus. Es war der Junge, der auf dem Seil balanciert war. Er lief noch ein letztes Stück über das Seil, bevor er über eine Strickleiter wieder auf den Boden gelangte. Er kam zu ihnen herüber und wandte sich an den freundlichen Mann.
„Wer sind die und was wollen sie?“
„Sie sind der Ersatz für die Clowns. Sei bitte freundlich zu ihnen Cassandro.“ antwortete dieser.
Das also war Cassandro. Doch das war es nicht, was Kasumi beeindruckte, sondern sein Anima.
Cassandro war ein Rattenanima. So etwas hatte sie noch nie erlebt .
Ein Rattenanima war etwas wirklich außergewöhnliches. Das erklärte auch, warum er so mühelos über das Seil hatte laufen können.
Sein Anima erkannte sie an dem langen unbehaarten Schwanz und dem spitzen Gesicht. Noch dazu hatte er rote Augen und eine helle Haut.
Es wunderte Kasumi, warum er hier als +Anima herumlaufen konnte, ohne dass ihn irgendjemand verfolgte, oder Angst vor ihm hatte.
„Du bist ja auch ein +Anima!“ stellte Cooro fest und Cassandro blickte auf ihn hinab. „Was heißt hier denn auch? Seid ihr auch welche?“ fragte er mit einer seltsamen Stimme, die sich wie Eis brach.
„Ja!“ antwortete Cooro seinerseits und der Artist musterte ihn gründlich.
Er konnte es wohl nicht glauben, weil er an dem Gegenüber keine Anzeichen eines +Anima erkennen konnte.
„Aber warum kannst du hier herumlaufen, wie jemand ganz normales?“ sprach Husky ihre frage aus.
Cassandro musterte ihn abfällig. „Weil ich etwas besonderes bin. Ich bin ein Artist, eine große Nummer und die Leute wissen mich zu schätzen. Ob mit oder ohne Anima. Ihr dagegen seid nur einfache Kinder, die von Stadt zu Stadt irren und mit ihren Anima die Leute verschrecken.“
Also das ging nun wirklich zu weit. Dieser Typ war ja so was von arrogant. „Hör mal. Wir sind hier, um Ersatz für deine Clowns zu sein. Wenn dir das nicht passt, dann können wir auch wieder gehen und du darfst dir neue Leute suchen.“ stellte Husky klar, worauf er sich einen bösen Blick von dem Zirkusbegeisterten Cooro einfing.
Cassandro schien mit einem Mal zu verstehen, dass Husky es ernst meinte und sagte schnell „Nein. Ich möchte dass ihr bleibt und was ich eben gesagt habe..... es tut mir leid.“
„Aber ich brauche nur drei Leute. Also solltet ihr euch einigen wer die Clownsnummer vorführt.“ sagte er mit wieder diesem spitzen Unterton.
Fügte dann jedoch schnell hinzu „Die anderen bekommen natürlich Freikarten.“
Es stand schon so gut wie fest, dass Cooro und Kasumi an der Show teilnehmen sollten, doch wer war der dritte?
Die Freunde waren sich schnell einig, es sollte Husky sein. Er spielte den Typen, der die beiden Clowns piesakt. Am Ende jedoch tappt er in seine eigene Falle und landet in einem Eimer mit Farbe. Danach kippen die beiden Clowns Federn über ihn und er sieht aus wie ein Huhn.“
Trotz jedem Protest von Husky wurde die Nummer geplant und einmal geprobt. Cassandro gab dem armen Huhn extra Anziehsachen für die Show, damit er seine nicht versaute.
Mit ein bisschen Improvisation klappte es auch ganz hervorragend und Cassandro war zufrieden mit ihnen. Er bot ihnen sogar an, in einem der Zirkustrailer zu übernachten, was die fünf natürlich gerne taten. So mussten sie nicht erneut Geld für eine Gaststätte ausgeben. Sie bekamen sogar noch etwas zu essen. Noch lange saßen unsere Freunde mit Cassandro am Lagerfeuer und unterhielten sich über das Dasein als +Anima. Immer mehr freundeten sie sich mit Cassandro an und so manches mal wünschte Kasumi sich er würde mit ihnen kommen, doch er hatte sein Leben als Artist und wollte es auch nicht aufgeben. Sie verstand sich sehr gut mit ihm und manchmal sah er sie mit einem Blick an, den sie nicht zu deuten wusste. Und auch wenn sie wusste, dass sie nicht ewig hier bleiben konnten, hoffte sie doch sie würden noch ein paar Tage bleiben.
Doch irgendwann schickte Cassandro sie alle ins Bett, das Leben als Artist fängt früh an und bei einer Sonderaufführung sollte man ausgeschlafen sein. Also machten sie sich mit vollen Bäuchen auf den Weg zum Trailer und schliefen schon bald ein.
Am nächsten Morgen wurde Kasumi durch einen lauten Knall wach und als sie sich umsah, sah sie, dass auch die anderen es gehört hatten. Senri stand am Fenster und suchte nach der Ursache für das Geräusch. Als Kasumi die Türe öffnete, sah sie, dass ein riesiger Turm aus Kisten umgekippt war. Cassandro stand daneben und diskutierte mit einem ziemlich verzweifelt aussehenden Mann.
Als er sie sah, hörte er auf zu diskutieren und kam lächelnd herüber.
„Moin! Habt ihr gut geschlafen? Ich hatte meine Leute gebeten noch ein paar decken in den Trailer zu legen, ich hoffe sie haben es auch wirklich getan.“ fragend sah er sie an und Kasumi nickte. „Ja. Wir haben echt gut geschlafen und vor allem war es warm.“ Sie grinste verlegen als ihr Magen anfing zu knurren. „Komm. Es gibt jetzt erst mal Frühstück und dann werdet ihr ein bisschen schön gemacht.“ zwinkerte er ihr zu und sie holten die anderen.
So gut hatte Kasumi lange nicht mehr gegessen. Es gab frisches Brot und es war sogar noch warm. Genüsslich nahm sie sich noch ein Stück als Cassandro sie zum Aufstehen drängte.
Sie mussten sich noch für die Bühne vorbereiten, geschminkt werden und noch einmal alles durchgehen. Nana und Senri bekamen zwei Karten in die Hand gedrückt und wurden angewiesen, sich vom Übungsplatz zu entfernen. Cassandro behauptete sie würden störe, wenn sie nur herumständen und was er sagte, wurde auch ernst genommen. Auch wenn Kasumi es etwas übertrieben fand.
Als erstes kam ihnen eine rundliche Frau entgegen. Sie führte unsere drei neugeborenen Artisten in einen der größeren Trailer.
Überall standen Schränke mit Farben herum und eine Wand bestand vollkommen aus spiegeln. Vor dieser Wand befanden sich mehrere Stühle. Jeder der drei setzte sich auf einen und die Frau malte mit den Farben in ihren Gesichtern herum. Kasumi sollte die Augen schließen und als sie sie wieder öffnete, wäre sie beinahe vom Stuhl gefallen. Ihr Gesicht war..... Weiß! Überall! Ihre Lippen waren übermäßig Rot und sie hatte Punkte auf den Wangen!
Entsetzt starrte sie in den Spiegel. Sollte sie nun immer so aussehen? Was hatte diese Frau nur mit ihr gemacht?
Als sie Kasumis entsetzten Gesichtsausdruck sah, lachte sie und sagte „Keine Sorge junge Dame. Das ist nur für die Show. Danach wasche ich dir alles wieder ab.“ Kasumi sah sie erstaunt an. „Man kann es wieder abwaschen?“ und die Frau nickte.
Cooro war genauso geschminkt wie Kasumi und Husky hatte schwarzen Lidschatten auf den Augen. Sie waren schwarz umrandet, sodass er richtig unheimlich aussah.
Als sie aus dem Trailer stiegen, wartete Cassandro schon auf sie. Er sah spektakulär aus. Die Schatten, die sein Pony warf, waren auf einmal viel deutlicher zu erkennen und er glitzerte im Ganzen Gesicht. Er trug nun einen Schwarzen und eng anliegenden Anzug. Auch dieser glitzerte ein wenig.
Allmählich bekam Kasumi einen Eindruck in das Leben als Berühmtheit. Der Junge sah einfach wunderschön aus und das lächeln, das jetzt in seinem Gesicht lag und die Freude, die aus seinen Augen sprühte, passte so perfekt zu der Maske. Kasumi konnte nichts weiter tun, als ihn erstaunt anzustarren. Als er es merkte, dass sie ihn erstaunt musterte, grinste er noch mehr.
„Gut seht ihr aus. Kommt mal mit, wir müssen noch etwas bereden, bevor es losgeht.“ und schon führte Cassandro sie mitten auf die Wiese und ging den gesamten Ablauf der Vorstellung mit ihnen genauestens durch.

Sou, das wars erstmal.
Denkt bitte an Reviews^^
Cooro
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