Bartimäus- Der Spiegel der Wahrheit

von Zoey
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
Bartimäus Dschinn Kobolde Nathanael alias John Mandrake
25.05.2012
13.10.2014
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*der Vorhang geht auf, eine Person betritt die Bühne* Hallo, Leute! *wink*
Dies ist meine erste FF zu Bartimäus. Also eine Premiere! *Jubel bricht aus und einige Leute fallen in Ohnmacht*
Ja, richtig gehört. ^^ Ich habe mir vorgenommen eine Geschichte zu unsrem lieben Barti zu schreiben.  Natürlich müsst ihr auch etwas tun, sonst wärs ja nicht fair. *die Leute halten den Atem an* Ihr müsst nur schreiben, ob es sich lohnt, die Geschichte weiter zu schreiben oder ob ich sie aufs Eis legen soll. Also ordentlich Reviews schreiben! Ob Liebesbriefe, Heiratsanträge oder Lobesbekundungen, alles ist erlaubt! (Außer Mord-oder Drohbriefe XD)  

Und bevor ich euch zu labere, viel Spaß mit dem Kapitel!!! *Beifall erschallt*

Legende:
„blabla“  jemand redet
(blabla)  Bartimäus ´Gedanken

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Bartimäus



Ich spürte das vertraute Ziehen an meiner Substanz. Ich wurde gerufen. Am Anfang wehrte ich mich, aber selbst mir war klar, dass ich keine Chance hatte. Früher oder später würde ich mich auf der Erde wiederfinden. Man könnte meinen, ich würde die nächsten vielleicht 100 Jahre nicht mehr von einem Spitzhut gerufen werden, da ich schließlich verhindert habe, dass ganz England den Bach runtergeht und somit die Herrschaft der Zauberer weiterhin Bestand hat. (Was natürlich nicht meine Absicht war. Von mir aus hätten sie alle sterben können. Ich wollte es nur mal erwähnen, denn man wird so häufig missverstanden.)

Denn ich, Bartimäus von Uruk, Sakhr al-Dschinni, N´gorso der Mächtige und die Silbergefiederte Schlange, habe zusammen mit meinem ehemaligem Meister, der inzwischen tot ist, eine Schreckensherrschaft von Nouda/Makepeace und ein paar anderen, darunter mein „Freund“ Faquarl, vereitelt. Eigentlich hatte ich gedacht, da ja jetzt jeder meinen Namen kennen sollte, für eine Weile den Anderen Ort nicht zu verlassen. Aber wie Zauberer so sind, geht denen das am Arsch vorbei.

Das Ziehen wurde stärker und ich hörte auf, mich dagegen zu wehren. Ich überlegte fieberhaft, welche Gestalt ich annehmen sollte. Denn ich wollte dem Kerl gehörig eine rein würgen, da er es einfach so gewagt hatte, mich zu rufen. Bestimmt irgendein Anfänger, der sich vor Stolz, einen Dschinn der 4. Ebene zu gerufen zu haben, gleich in die Hosen macht. Dem wird das Lachen noch vergehen! Ich materialisierte mich in einem kleinen Pentagramm und nahm die Gestalt von Gevatter Tod an. Neugierig sah ich mich um. Ich stand in einem weißen, lichtdurchfluteten Zimmer auf einer Erhöhung. Ich sah ein großes Bett, viele, gut gefüllte Bücherregale und einen Schrank an der Wand. Mehr nicht. Nichts persönliches, was auf meinen Beschwörer hingedeutet hätte. (Bedauerlich…) Alles war modern eingerichtet und sauber. Aber nun zu meinem Auftritt!  Mit vielem Knochenklappern, rot glühenden Augen und einer fürchterlichen Grabesstimme  sprach ich: „Wer hat es gewagt, mich, Bartimäus von Uruk, Sakhr al-Dschinni, N´gorso der Mächtige und die Silbergefiederte Schlange zu rufen? Ich richtete die mauern von Uruk, Karnak und Prag wieder auf. Ich sprach…“ „…mit König Salomo, ich weiß. Das hatten wir alles schon mal.“ Als das Skelett die Stimme hörte, drehte es seinen Kopf einmal um 90° und starrte die Person im anderen Pentagramm an.

Als es sah, wer da stand, viel dem Skelett der Unterkiefer herunter. (Ich weiß, ich weiß. Das ist sehr unhöflich, aber in Anbetracht der Situation, in der ich mich befand, durfte selbst mal ein Skelett die Fassung verlieren.) Schnell hob ich meinen Kiefer auf und setzte ihn mir wieder ein. „Heiliger Hintern des Salomo! Du bist doch eigentlich…“ „..tot. Danke, dass du mich daran erinnerst, Bartimäus. Aber wie du siehst, lebe ich.“, sagte Nathanael. (Richtig gelesen. Wir reden hier von meinem ehemaligen toten Meister, der in Wirklichkeit gar nicht tot ist und jetzt auch nicht mehr ehemalig, wenn ihr versteht, was ich meine.) Wie konnte das sein? Nachdem er mich entlassen hatte, hätte er eigentlich sterben müssen. Hab ich was verpasst? Ich schaute ihn mir genauer an. Er war noch genauso dünn wie vorher, wenn nicht sogar noch dünner. Er trug ein weißes Hemd, eine schwarze Jeans und schwarze Schuhe, was bedeutete, dass sich sein Modegeschmack um einiges verbessert hatte. Selbst seine Haare waren einigermaßen in Ordnung, wenn auch immer noch schulterlang und wuschelig. „Also, das ist mal ´ne Überraschung! Hätte nicht gedacht, dass ich so was mal erlebe. Hey, weißt du was? Wir passen gerade perfekt zusammen. Du als ehemaliger Toter und ich als der Tod selbst, ist dir das mal aufgefallen? Witzig, nicht?“ Ich konnte nicht verhindern, dass ich zu reden anfing. Diese Situation war einfach zu skurril. Mir fiel dazu einfach nichts ein. Nervös kaute das Skelett an seinen nicht vorhandenen Fingernägeln.

Nathanael trat von einem Bein aufs andere. Offenbar fühlte er sich ebenfalls nicht sehr wohl.                                            
"Du hast bestimmt ein paar Fragen.“
„Davon kannst du ausgehen."
„Ich werde versuchen, sie zu beantworten.“
„Das hoffe ich.“
„Dann frag.“
Ich holte einmal tief Luft. „Wieso lebst du noch und bist nicht gestorben? Wieso hast du mich gerufen? Wieso denkst du, ich würde wieder in deine Dienste zurückkehren? Wieso…“
„Stopp! Eine nach dem anderen.“ Nathanael sah mich an. Offenbar überlegte er, wie er mir das alles beibringen sollte. „Wieso ich noch lebe, willst du wissen? Soll ich dir was sagen? Ich weiß es selber nicht. Als ich dich entlassen hatte, ging der Stab los und traf Nouda frontal. Er ging in Flammen auf und verschwand. Durch den Stab wurde aber auch das Gebäude beschädigt. Teile des Gebäudes fielen herunter und drohten, mich zu erschlagen. Ich bin gerannt, was das Zeug hält und schließlich stand ich draußen. Hinter mir stürzte das Gebäude zusammen und die Menschen drum herum schrien und liefen durcheinander. Dann bin ich weg gelaufen.“ Während des Gespräches hatte er mich nicht einmal angesehen, geschweige denn in die Augen. Jetzt schaute er mich an und in seinen Augen sah ich Angst, Wut und Verzweiflung. Die Gefühle schienen ihn regelrecht zu übermannen. Merkwürdig, da ich ihn als jemanden kannte, der sich nicht viel um andere kümmerte oder sich von Gefühlen beeinflussen ließ.

Das Skelett klapperte mit den Knochen. „Warum bist du abgehauen? Du hast immerhin die anderen und ganz England gerettet. Dir wäre nichts passiert und sie hätten dich mit Freude wieder in ihre Mitte aufgenommen. Du wärst ihr Held, jeder hätte dich gefeiert. Ach, wahrscheinlich hätten sie diesen Tag sogar zum Nationalfeiertag gemacht! Du wärst dann befördert worden und jeder Mensch, der dir auf der Straße begegnet wäre, hätte dir die Füße geküsst. Sie hätten Statuen und Plakate von dir gemacht und du wärst dann bestimmt genauso berühmt gewesen wie dein geliebter Gladstone. Was hat dich also davon abgehalten?“ Ich verstand ihn einfach nicht. Seine Beweggründe waren mir nicht ersichtlich. Früher hätte er sich keine Gelegenheit entgehen lassen, wenn es um eine Beförderung oder um Ruhm ging.  Er hätte angegeben und gelogen wie ein Weltmeister. Und jetzt? Erzählt er mir mal eben, dass er auf all das verzichtet hat. Hatte er irgendwelche Pilze genommen? Oder hatte er eine dauerhafte Gehirnerschütterung davongetragen? Verwunderlich wäre es ja nicht. (Insgeheim hoffte ich darauf, dass er mir sagen würde, alles wäre nur ein Scherz. Natürlich wäre er nicht weggelaufen und er wäre in Wirklichkeit ein gefeierter Held. Dann rief ich mir in Erinnerung, dass er nicht unbedingt für seine Witze bekannt war. Aber man darf ja auch mal träumen, oder?) Nun war ich aber auf seine Antwort gespannt. Nathanael setzte zu sprechen an.
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