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Future Echoes

von Elaine27
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Sci-Fi / P12 / Gen
Ashley Magnus BigFoot Dr. Helen Magnus Dr. Will Zimmerman Henry Foss John Druitt
25.05.2012
01.07.2014
4
4.269
 
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Dieses Kapitel
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25.05.2012 723
 
Future Echoes


"The place became full of a watchful intentness now; for when other things sank brooding to sleep the heath appeared slowly to awake and listen."

Thomas Hardy – The Return of the Native




Kapitel 1

Eine Uhr schlug vier Mal in der Dunkelheit und ein kalter Wind kam auf. Das Sanctuary schien eine tiefere und mysteriösere Dunkelheit innerhalb seiner Mauern zu bergen als man in jedem Nachthimmel finden konnte. Für die, die es zu spüren vermochten, lag Magie in der Luft.

Eine dunkelgekleidete Gestalt huschte durch das große Tor in diese fremde Welt und schloss es vorsichtig hinter sich. Hastig überquerte sie den Hof, während sie immer wieder nach Zeichen von Leben Ausschau hielt.  Ein Schlüssel wurde verwendet um die Seitentür aufzuschließen und ins Gebäude zu gelangen.

Die Gestalt lief leise und sicher durch die dunklen Korridore, ihre Aufmerksamkeit geradewegs auf ihr Ziel gerichtet.

Ein Lichtstrahl fiel auf den Boden als eine Tür geöffnet wurde und eine Hand griff nach einem fertig belegten Sandwich.

"Nettes Sandwich, Mom," wisperte Ashley leise. Sie mampfte an dem Brot, nahm sich ein Stück Schokoladenkuchen sowie eine Tüte Milch und versuchte auf ihrem Weg zur Treppe keine Krümel fallen zu lassen. Der Fahrstuhl würde bis 7 Uhr früh nicht benutzbar sein, damit die Bewohner von den lauten Geräuschen nicht gestört wurden.

Als sie die Treppen hinaufging bemerkte sie, dass aus einem Raum am Ende des Flurs immer noch Licht schien. Der Raum, der als Arbeitszimmer ihrer Mutter diente.

"Scheiße."

Es gab keine Chance, dass ihre Mutter nicht genau wusste, wann sie gekommen war. Diese Frau hatte Augen wie ein Adler. Vier Uhr war ein wenig spät, sogar für Ashley, insbesondere nach den Ereignissen der letzten Tage. Vielleicht sollte sie nachsehen, nur um sicher zu gehen.

Das helle, künstliche Licht blendete sie leicht, als sie den Raum betrat. Helen Magnus hob  den Blick von ihrer Arbeit und richtete ihn auf ihre Tochter, die blinzelnd im Türrahmen stand.

"Jeez, schläfst du denn überhaupt mal?" fragte Ashley.

"Nicht, wenn du so spät noch weg bist und Gott weiß was tust," entgegnete Magnus trocken. "Wo warst du die ganze Zeit?"

"Sorry, ich wusste nicht, dass ich dir einen Plan vorlegen muss, was ich wo und wann mache."

Magnus hob eine Augenbraue bei der Bemerkung. Ashley bemerkte es sofort und zuckte zusammen. Das war ein wenig zu viel gewesen.

"Ich war einfach nur weg um ein wenig nachzudenken, das ist alles."

"Über was?"

"Über dich."

Schweigend sahen sie sich gegenseitig an. Magnus wunderte sich, was genau ihre Tochter über sie dachte und Ashley wog noch einmal die Entscheidung ab, zu der sie in der Tiefe der Nacht gekommen war. Sie lächelte, ein Lächeln voller Überzeugung, manche mochten sogar sagen Arroganz.

"Wo du schon mal wach bist," sagte sie strahlend, "kann ich es dir auch erzählen. Ich habe eine brillante Idee gehabt."

Magnus Augenbraue blieb gehoben, schließlich waren Ashleys Ideen für ihre nicht hohe Erfolgsrate bekannt. Ashley legte die Mitternachtssnacks auf den Tisch, überlegte es sich dann aber wieder anders und stopfte das Sandwich und den Kuchen in ihre Tasche. Magnus beobachtete sie neugierig.

"Am besten zeige ich es dir."

Sie beugte sich vor, legte ihre Hand auf dem Arm ihrer Mutter und teleportierte.

Magnus, kurz erstaunt, fand sich auf dem Rücken liegend wieder, ihr Blick war auf den grauen Himmel über ihr gerichtet. Das war kein normaler Sprung gewesen. Nicht, dass Teleportiren etwas Normales wäre. In ihrem Kopf drehte sich alles von der ungewöhnlichen Reise. Sie wollte sich aufrichten, aber verlor die Balance und fand sich wieder auf dem Boden. Neben ihrer Mutter hatte sich Ashley auf der steinernen Oberfläche, auf der sie gelandet waren, zusammengerollt. Sie biss die Zähne zusammen, versuchte mit geschlossenen Augen das Gebrüll der Fahrt auszublenden und den Schmerz unter Kontrolle zu behalten. Ein paar Tropfen Blut tropften von ihrer Nase auf dem Boden.

Magnus schaffte es, sich hinzuknien und starrte über die Mauer, die vor ihnen lag, einen ungläubigen Ausdruck im Gesicht. Sie blickte über London. In der Ferne stand die St. Paul's Kathedrale und im Süden war die Tower Bridge zu sehen, umringt von Baugerüsten.

Sie waren in London.

Und zwar im London des Jahres 1880.
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