Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Schneewittchen in Gruselform

GedichtHumor, Mystery / P18 / Gen
24.05.2012
21.01.2013
5
3.774
1
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
24.05.2012 1.987
 
Des Prinzens Auftrag war Schneewittchen zu töten,
doch als er sie so hilflos vor sich sah, er sich fragte, ob das wirklich war vonnöten.
Sie immer noch bewusstlos vor ihm lag,
er dennoch ausholte zum Todesschlag.
Doch noch bevor die Klinge ihren Hals zerschnitt,
verpasste Schneewittchen ihm einen Tritt.
Verblüfft stolperte er nach hinten zurück,
die Klinge hatte sie verfehlt, was für ein Glück!
Schneewittchen dann schlug die Augen auf,
wenn es sein müsst', würd' sie alles Mögliche tun, denn den Tod wollte sie auf keinen Fall nehmen in Kauf.
Er sich unterdessen wieder gefasst hatte und auch gar nicht lange wartete,
mit dem Schwert in der Hand einen weiteren Mordversuch startete.
Und so raste die Klinge auf sie zu,
gleich würde sie sie zerschnitten haben und zwar im Nu.
Doch auch diesmal geschah ihr nichts,
sie schaute überrascht in des Prinzens Gesicht.
Die Klinge hatte sie nur knapp verfehlt,
langsam ihr die Angst vergeht.
Doch warum sie sich fragte,
der Prinz dazu nichts sagte.
Dann ließ er die Klinge ganz sinken,
er in ihre Augen schaute und drohte darin zu versinken.
Plötzlich Schneewittchen verstand, was in ihn gefahren war,
sie es sah auf einmal ganz klar.
So wie sein Blick über sie strich,
dachte sie, vermutlich liebte er mich.
Wie zur Bestätigung der Prinz sagte: >>Schneewittchen, ihr seid eine wahre Schönheit.
Ich muss gestehen, ich freue mich über eure Anwesenheit.
Auch muss ich euch beichten, mein Herz hat so entschieden,
ich liebe euch, ich hoffe ich habe es mit meinen Verletzungsversuchen bei euch noch nicht übertrieben.
Nun bitte ich euch, sagt mir die Wahrheit, denn ich möchte noch eines loswerden,
wollt ihr meine Frau werden und mit mir zusammen bleiben für immer auf Erden?<<

>Fragt ein Kerl, der mich bis eben noch töten sollte,
nein, sogar töten wollte.<
Doch beschloss sie einfach mal mitzuspielen,
denn sie wollte auf keinen Fall ihr Leben schon so früh verlieren.
So sie also sprach: >>Prinz, auch ich muss euch sagen,
ich kann meine Gefühle nicht länger für mich tragen.
Auch ich habe mich in euch verliebt,
ich hoffe, dass ihr mir meinen Tritt von eben vergibt.
Und eure Frau zu werden macht mich glücklicher denn je,
ich das gleiche Glück auch in euren Augen seh‘.
So bitte ich euch, lasst mich frei,
ihr braucht keine Sorge zu haben, ich werde nicht weglaufen nebenbei.
So lasst uns dann unsere Verlobung feiern und ich möchte euch daher auch etwas schenken,
ich glaube, was es ist, könnt ihr euch schon denken.
Begierig darauf er ihre Fesseln löst
und damit auf freudiges Lachen stößt.
>>Schneewittchen, ich freue mich über euer Angebot.<<
Bei seinen Worten wird er rot.
>>Doch seid ihr euch dessen wirklich sicher? Ich möchte euch nicht drängen.
Wir werden noch genug Zeit dafür haben. Wir werden noch viel Zeit miteinander herumhängen.<<
Sie ihn aber küsst und sich an ihn schmiegt,
bei ihm letztlich das Verlangen siegt.
Sie die Nacht miteinander verbringen
und am nächsten Tag die Vögelchen fröhlich singen.


Als der Prinz die Augen aufschlug,
er zuerst dachte, der Blick in trug.
Schneewittchen weinend neben ihm saß,
der Anblick Trauer und Besorgnis in sein Herz fraß.
>>Liebste, was ist los mit dir?
Bist du traurig wegen mir?<<
Schneewittchen schüttelt das Gesicht,
bevor sie leise spricht:
>>Ich dachte nur gerade an meine Stiefmama.
Sie hasst mich, es ist wirklich ein Jammer!
Auf ewig sie wird jemanden beauftragen,
mich umzubringen, mich überallhin zu jagen.
Ich werde niemals frei und glücklich sein,
dank ihr werde ich erleiden müssen so viel Pein!<<
Aber er dann spricht,
so wird es enden nicht.
Er schlägt ihr vor,
sie machen sich auf den Weg zur Königin empor.
Er wird mit der Königin reden, er ihr das schwor,
sie wird haben für ihn ein offenes Ohr.
Und wenn dem nicht so war,
er halt gegen die Königin kämpfen müsse, dies war ihm klar.
Vorsichtshalber der Prinz Schneewittchen noch eine Waffe gab zur Verteidigung,
wenn die Leibwächter der Königin machen würden gegen sie eine bedrohliche Bewegung.
Was der Prinz jedoch noch nicht weiß,
ist das er für das Vertrauen in Schneewittchen bezahlen wird einen großen Preis...

++++++++++++++++++++

Später beide in dem großen Thronsaal standen
und die Königin vorm Thron stehend vorfanden.
>>Meine Königin, Ihr habt mir befohlen Schneewittchen zu ermorden,
doch wie Ihr selber seht, ist daraus ja nichts geworden.
Und nun hört mir ganz genau zu: Ich werde sie unter keinen Umständen töten!<<
Seine nächsten Worte ließen ihn leicht erröten.
>>Ich habe beschlossen, sie zu meiner Frau zu machen
und werde mit ihr noch viele Jahre lachen.<<
>>Oh, Prinz! Was seid Ihr nur für ein Narr?!
Seht Ihr es denn nicht? Schneewittchen schon immer ein Ungeheuer war!
Begreift Ihr denn nicht, dass sie nur mit Euch spielt!
Sie keinesfalls auf eine Heirat mit Euch zielt!
Doch Eure Augen sagen mir,
Ihr seid verliebt und vertraut nicht mir hier.  
Deshalb lasst Ihr mir keine andre Wahl:
Wachen ergreift sie! Tötet sie! Wie, ist mir egal!<<
So gleich der Prinz sein Schwerte zieht
und mit mutigem Blick seine Gegner ansieht.
Obwohl die Wachen in der Überzahl,
er besiegte sie alle ohne große Qual.
Doch ach oh weh, Schneewittchen hinter ihm stand,
hatte ein Messer in ihrer Hand.
Der Prinz sich zu Schneewittchen wendet,
ohne zu wissen, dass sein Leben gleich endet.
Das Messer stach in des Prinzen Herz hinein
und sie sagte: >>Ich werde niemals eure Gattin sein.<<
Mit Müh und Not er in ihr Gesicht dann sah
und dort waren nur Hass und keine Liebe da.
>>Warum? Warum nur Schneewittchen, sag es mir!
Bedeute ich gar nichts mehr dir?<<
Schneewittchen aber lachte
und ihr egal war, was er dabei dachte.
>>Dachtest du wirklich, ich würde dich lieben?!
Und wir beide für immer zusammenblieben?!
Die Wahrheit ist, ich hasse dich!
Ich fand die kurze Zeit mit dir fürchterlich.
Du warst nur eine kleine Figur in meinem Spiel,
dank dir befinde ich mich fast am Ziel.
Ich wollte zur Königin gelangen und dank dir bin ich jetzt auch da,
ihre Herrschaft wird gleich zu Ende sein, ist das nicht prima?!<<
Sie zog das Messer aus ihm raus und der Prinz sagte mehr kein Wort,
sein Leben war aus, er war nun fort.


Jetzt nur noch die Königin und Schneewittchen waren im Thronsaal,
der Zeitpunkt war ideal.
>>Du hast verloren. Es gibt kein Entkommen!<< sprach die Eine,
während sie mit dem Messer auf die Andere zu kam mit schnellem Beine.
Ehe sich es die Königin schon versah, war Schneewittchen schon bei ihr
und sticht auf sie ein, wie ein wildes Tier.
Doch plötzlich Schneewittchen inne hält
und der Königin eine Frage stellt.
>>Stiefmama, sag mir eines. Warum wolltest du mich töten lassen?
Tust du mich denn so sehr hassen?
Oder war es nur wegen der Schönheit?
Eine Qual war für dich doch meine Anwesenheit.<<
>>Ja, ich wollt' die Schönste sein
und ohne dich wär ich es gewesen, ganz allein.
Das jedoch nicht war der einzige Grund,
ich wusste, du warst nicht immer ganz gesund.
Verborgen in deinem Inneren tief,
schon als Kind ein Monster schlief.
Ich weiß nicht, wieso es dazu kam
und wieso es so ein großes Drama nahm.
Doch ich wusste, wenn ich dich nicht würde eliminieren,
würde ich, nein wir alle, früher oder später gegen dich verlieren.<<
Schneewittchen ist wütend, sticht noch einmal zu
und rief: >>Du blöde Kuh!<<
Dann sie zieht das Messer heraus,
die Königin sackt zu Boden, war nun alles aus?!


Doch leider sie war noch am Leben
und Schneewittchen würde sie weiter leiden lassen, der Rache wegen.
So dann sie verband ihre Wunden
und zog ihr an ein Paar Zauberschuhe, die sie hatte vor vielen Jahren mal gefunden.
Auf diesen Schuhen lastete ein dunkler Fluch,
ähnlich wie bei einem verhexten Buch.
Der Träger der Schuhe müsse bis an sein Lebensende tanzen,
für diese Person gab es keinerlei Überlebungschancen.
Das Tanzen machte nämlich erst halt,
wenn kein einziger Funke Leben mehr durch den Körper schallt.
Zu ihrem dummen Glück,
kehrte ganz bald ihr Bewusstsein zurück.
Die Königin weiß nun was vor ihr liegt
und sie schreckhaft in Schneewittchens Gesicht sieht.
>>Schneewittchen, du bist des Wahnsinns verfallen!<<, die Königin sagte
und kein einziger Zweifel an ihrer Stimme nagte.
Doch Schneewittchen nur lächelnd auf dem Throne war
und gab sich begeistert dem Todestanz der Königin dar.
Sie blutete und blutete immer mehr
und schrie vor Schmerzen sehr.
Irgendwann das Schreien erstarb,
die Schuhe hatten die Königin gebracht in ihr Grab.

++++++++++++++++++++

So nahm Schneewittchen an sich die Krone
und setzte sich als neue Herrscherin auf den Throne.
Es ging das Gerücht um, die Königin wart urplötzlich verstorben
und des Königs lang verschollene Tochter, Schneewittchen wäre Königin geworden.
Das Volk brachte ihr zuerst Jubel und Begeisterung dar,
auch wenn keiner wusste, was wirklich vorgefallen war.
Aber wie dem auch sei, das Volk dachte jetzt würde alles gut
sie würde für ihr aller Wohl sorgen, wie es eben eine gute Königin tut.
Man dachte, die Schreckensherrschaft der Stiefmutter wäre vorbei,
doch das Gegenteil war der Fall, oh wei.
Denn Schneewittchen hatte sich in den Kopf gesetzt, sie wollte die Mächtigste sein
und zwar überall und ganz allein.
So führte sie Krieg um Krieg,
errang auch meistens den Sieg.
Viele Menschen verloren ihr Leben,
so viele Opfer hatte es noch nie gegeben.
Doch nicht nur Soldaten mussten sterben
sondern Schneewittchen schickte auch Unschuldige in ihr Verderben.
Keiner beschloss sie, sollte mehr am Leben bleiben,
so wurde jeder getötet, die Menschen mussten so viel erleiden.
Sie zuletzt das auch machte aus Angst vor Verrat,
deshalb auch sie diese schlimmen Dinge tat.
Jeder der ihr verdächtig vorkam,
sie ihm das Leben nahm.
Ob Vater, Mutter oder Kind
oder Leibwächter und Hofdamen, die ihr waren wohlgesinnt.
So ging es Jahr um Jahr, doch irgendwann waren der Krieg und das Morden vorbei,
endlich war wieder Ruhe eingekehrt, es gab kein Blutvergießen mehr und auch kein Geschrei.


Doch das hatte nur einen Grund: Es gab im ganzen Land und den Gebieten ringsumher,
keine Lebenden mehr…
Das Land war nun finster, schwarz und blutdurchtränkt,
durchs Land sich ein tiefer Nebel senkt.
Dürr und schwarz die Bäume waren,
nicht mal den Pflanzen konnte man den Tod ersparen.
Zig Leichen lagen verstreut, wie ein großes Leichenmeer,
die Menschen hatten leiden müssen…so sehr.
Es lebte mehr kein einziges Tier
und es gab auch nichts mehr mit Farbe hier.
Rot und schwarz war alles was man sah,
hier konnte man die Folgen des Krieges betrachten…ganz nah.


Das Einzige, was es noch gab, war das schwarze Schloss indem Schneewittchen wohnte,
sie früher dann immer auf ihrem königlichen Sessel thronte.
Doch sie nun auf des Schlosses Balkon stand
und mit den Augen blickte auf ihr Land.
Blut haftete an ihren Kleidern schwer
und ihre Augen blickten leblos umher.
Sie schien traurig zu sein, als hätte sie endlich begriffen, dass das was sie einst machte,
etwas Schreckliches war, wo auch eine Entschuldigung nichts brachte.
Doch plötzlich fing sie an zu grinsen und zu lachen,
sie versuchte Freudentränen wegzumachen.
Endlich sie alleinige Herrscherin war im Land,
niemand vermocht mehr gegen sie zu sagen einen Einwand.
Schneewittchen würde noch lange so verweilen,
bis auch sie sich eines Tages vom Leben würde abseilen.
Ohne jemals zu bereuen was geschah,
da sie alles in einem ganz andrem Lichte sah...
_____________________________________________________________________

Hi, alle zusammen^^
Ist lange her, dass ich zuletzt hoch geladen hab o.o Ich hoffe, ihr seid nicht böse xD
Naja, ich hab verdammt lange am letzten Teil dran gesessen und bin froh, dass ich jetzt endlich fertig bin~ :D

Lg und bis bald,
eure SilverStar-chan
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast