Sport ist Mord (4. Staffel, 3. Folge)

GeschichteHumor, Krimi / P12
Eva Mayerhofer Jan Brenner Klaus Frings Kriminaldirektor Ritter Leonie Bongartz
19.05.2012
21.07.2012
11
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Das Spielfeld lag ruhig in der Dunkelheit. Die bunten Stühle auf den Sitzrängen der Arena glichen einem bunten Farbklecks auf einem modernen Bild. Nichts erinnerte an den geschäftigen Trainingsbetrieb der Basketballprofimannschaft der "Cologne Baskets".
Noch vor kurzem rannten die Spieler schwitzend und keuchend mit mehreren Bällen über den Basketballcourt, um Spielzüge und -taktiken einzuüben, immer angetrieben von ihrem Trainer. Vor einer Stunde war das Training beendet worden. Alle Spieler und die beiden Trainer waren zwischenzeitlich auf dem Nachhauseweg.

Nur ein kleines, schwaches Licht erhellte den Flur der riesigen Sportarena. Der Flur bestand aus vielen Türen; Türen hinter denen sich Kabinen der Spieler, der Cheerleader, der Schiedsrichter usw. befanden.

Eine der vielen Türen wurde plötzlich aufgerissen. Der Schwung der Tür reichte aus, dass die Türklinke krachend gegen die Wand schlug. Keuchend kam ein Mann aus der geöffneten Tür gehetzt. Er fasste sich an den Hals. Es schien so als hätte ihm eben etwas die Luft abgeschnürt. Rote Flecken waren an seinem Hals sichtbar und seine Gesichtsfarbe sah irgendwie fahl aus. Der Kampf eben hatte ihm doch mehr als erwartet zugesetzt. Er war überrascht worden. Eigentlich hatte er gedacht, dass er der Letzte in der Halle wäre. Von hinten war er gepackt worden und auf die Liege, die in seiner Kabine stand, gedrückt worden. Die Luft war ihm mit irgendeinem Gegenstand abgeschnürt worden. Mit einer geschickten Bewegung hatte er sich jedoch drehen, abwenden und flüchten können.

Er rannte nun durch den Flur, sichtlich bemüht nicht zu stürzen. Aus der Tür, aus der er eben herausrannte, folgte ihm nun eine zweite Gestalt. "Du entkommst mir nicht." zischte diese Gestalt leise vor sich hin. Spannung und Wut lag in der Luft. Sie war förmlich greifbar! Die zweite Person beeilte sich nun nicht den Anschluss zum Flüchtenden zu verlieren. Der Mann war bereits am Ende des Flurs angelangt und überlegte fieberhaft, wie er seinen Verfolger am besten abschütteln könnte, um ihm lebend zu entkommen. Er entschied sich schließlich nach links ins Treppenhaus abzubiegen.

Der Flüchtende rannte so schnell es seine Kräfte zuließen. Scheinbar war er nicht schnell genug, denn er spürte wie sein Verfolger immer näher kam. Er rannte Richtung VIP-Raum, der sich im Obergeschoss der Arena befand. Im VIP-Raum gab es eine kleine Küche, in der die Speisen für die VIP-Gäste zubereitet werden konnten. Wenn er sich dort vielleicht mit einem Messer oder einem Fleischklopfer bewaffnen könnte, hätte er vielleicht eine Chance dem Angreifer zu entkommen.
Er stolperte durch den dunklen VIP-Raum. Auf den Tischen standen schöne Blumenbouquets mit weißen und roten Rosen. Da er im Stolpern einen Tisch mit der Hüfte streifte fielen eine Blumenvase um und ergoss ihr Blumenwasser auf den Tisch und den Boden. Die Rosen auf dem Tisch wirkten makabererweise plötzlich wie Blumen, die man auf ein frischen Grab auf den Friedhof legt.

Die Tür zur Küche war nur noch ein paar Schritte entfernt. Hoffnung keimte in dem Flüchtenden auf, dass er es schaffen könnte. Er streckte sein zitternde Hand aus, griff nach der Türklinke und versuchte sie herunter zu drücken. Mit großem Entsetzen stellte er fest, dass die Tür verschlossen war. Er rüttelte noch fester daran. Die Tür ließ sich dennoch nicht öffnen.

"Nein, nein, nein!" schrie er. Ihm wurde schlagartig klar, dass er nun in der Falle saß! Sein Angreifer hatte seinen Schritt derweil verlangsamt und kam nun auf ihn zu. Er sah, dass der Angreifer ein Band in der Hand hielt. Er straffte es, so als ob er beweisen wollte, dass es den Belastungen, die nun folgen sollten, stand hielt.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Der Angreifer packte sein Opfer, legte das Band um seinen Hals und zerrte ihn wieder zum Ausgang des VIP-Raums. Dort gab es eine kleine Aussichtsplattform, die den VIPS einen optimalen Blick von oben auf die Spielfläche bot. Der Mann versuchte sich nach Leibeskräften zu wehren, was ihm aber nicht gelang. Er wurde nun von dem Angreifer gegen die Brüstung gedrückt. Er spürte wie sein Oberkörper weiter nach hinten gedrückt wurde; seine Beine baumelten bereits in der Luft. Unter ihm ging es sicher 5-6 Meter in die Tiefe.
Würde der Angreifer den Mann abstürzen lassen, würde er hart auf dem Hallenboden aufschlagen und sich vermutlich alle Knochen brechen. Das Opfer dachte noch kurz an seine Familie und Freunde, um damit gedanklich mit seinem Leben abzuschließen. Nur noch ein Wunder konnte ihn jetzt retten...
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