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Bauernschach

von Mimi1984
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Juro Kantorka Krabat Lobosch OC (Own Character)
19.05.2012
12.12.2016
19
10.359
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19.05.2012 516
 
Disclaimer:Die Originalcharaktere wie Krabat, die Kantorka etc. gehören Otfried Preußler (* 20. 10. 1923 -  + 18.02. 2013). Ich (Mimi 1984) borge mir die Figuren in der FF, welche ich zum Spass schreibe nur aus und verdiene kein Geld damit.

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„Sie können da nicht rein, junger Mann.“, eine dicke Frau versuchte energisch die Holztüre verschlossen zu halten. „Das ist nichts für Sie. Bleiben Sie hübsch draußen.“
„Ja, aber…“, Krabats Proteste drangen an die geschlossene Türe. Seufzend ließ er sich auf die Bank, welche links neben der Türe stand, sinken, nahm den Hut ab und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Es war ein heißer Sommertag. Auf dem Feld stand das Korn in voller Blüte. Schmetterlinge und Bienen flogen um das Haus.

Erst nach einer Weile durfte Krabat nach drinnen gehen. Die dicke Frau stand am
Waschfass und schrubbte sich die blutigen Hände sauber. Krabat trat näher. Er getraute sich nicht, die Frage zu stellen, welche ihm auf der Zunge lag. War alles in Ordnung? Auch die Schürze der dicken Frau zeigte Spuren von frischem Blut.
„Ihrer Frau und dem Baby geht es gut. Es ist ein Mädchen. Sie dürfen gleich zu ihr. Ihre Frau hat ausdrücklich darum gebeten, Sie zu sehen. Nun gehen Sie schon.“

Krabat ließ sich das nicht zweimal sagen. Zögernd drückte er die Klinke nach unten und betrat das Schlafzimmer. Die Kantorka lag auf dem Bett und hielt ein kleines Bündel fest an sich gedrückt: „Komm ruhig näher, Krabat. Sieh nur, unser Baby.“
„Geht es dir gut?“, besorgt beugte sich der junge Mann über das Gesicht seiner Frau und lächelte etwas verlegen nicht nur sie, sondern auch das Baby an.
„Sie hat deine Augen.“, wisperte Duschenka. „Grau, beinahe schwarz.“
Krabat war, was selten bei ihm vorkam, sprachlos. Was bedeuteten ihm schon all die Zauberkünste, welche er damals bei dem Meister auf der Mühle im Koselbruch erlernt und inzwischen wieder vergessen hatte, gegen die Freude und den Stolz über die Geburt seines ersten Kindes. Krabat wischte sich eine Träne von der Wange.

„Nicht weinen, es besteht doch gar kein Grund dazu.“, mit diesen Worten kehrte die Hebamme ins Schlafzimmer zurück. „Ich werde noch einige Tage hierbleiben und mich um die Führung des Haushalts kümmern. Duschenka muss sich schonen.“
„Ich werde Lobosch und Juro Bescheid sagen.“, meinte Krabat. „Sie arbeiten noch auf dem Feld und werden erst gegen Abend zurückkommen.“

Krabat hatte Glück gehabt und nach dem Tod seines Schwiegervaters sowohl die Hütte, als auch ein kleines Stückchen Land geerbt bekommen. So arbeitete er nun als Bauer und war durchaus nicht unglücklich darüber. Nur selten erinnerte er sich an seine Vergangenheit, zunächst als Betteljunge und später als Müllerknappe.

Inzwischen war Duschenka eingeschlafen. Die Hebamme nahm das kleine Mädchen hoch und legte es behutsam in die Wiege, welche Krabat eigenhändig geschnitzt hatte. Eine Weile saß der frischgebackene Vater am Bett seiner Frau und hielt ihre Hand. Seine Gedanken glitten zurück zu jenen Tagen, als die Mühle abgebrannt, der Meister gestorben war und die Gruppe der Gesellen sich aufgeteilt hatte. Einzig Juro und Lobosch hatten zu Krabat gehalten und waren bei ihm geblieben.
 
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